Huhu,
nach etwas längerem warten gehts nun auch weiter.
Großes Danke an Mamodo fürs Betan und an Ito-Ogure für das Review zum letzten Pitel! *knuddel*
weiter gehts:
Loom weaving illusion of hate,
Will this vision never dissipate?
The path is inescapably straight,
Trapped inside this realm called fate.
Harry rannte so schnell es ging zurück ins Schloss. Furcht schnürte ihm die Brust zu und zwang ihn dazu, noch schneller zu laufen. Etwas war mit Orion passiert. Orion brauchte ihn. Er hatte Schwierigkeiten durch die Panik, die ihn ergriff, hindurchzuatmen.
Er durfte Orion nicht verlieren!
Die Gefühle, die durch seinen Körper rasten, machten Harry klar, was für ein Idiot er gewesen war. Er liebte Orion; er liebte ihn von ganzem Herzen. Nicht einmal als Sirius in der Mysteriumsabteilung durch den Schleier gefallen war, hatte er so eine Angst gehabt. Sie hatte ihn fest im Griff, als er durch die Eingangshalle stürmte, sich nicht einmal bewusst, dass Neville ihm folgte.
Was, wenn Orion starb? Was, falls er ihn doch verließ, obwohl er versprochen hatte, dass dies nicht möglich war? Was, wenn er angegriffen wurde?
Als er dem Magiezug aus dem Armband weiter folgte, verhärteten sich seine Augen. Das Grün wurde kühl und entschlossen; dennoch konnte auch diese neugefundene Kraft die Tränen nicht aufhalten, die ihm über die Wangen liefen. Er hatte keine Ahnung, was er tun würde, würde er Orion verlieren. Der Zauberer war zu einem wichtigen Teil seines Lebens geworden.
Orion war die Person, der er vertraute, ihn zu halten, zu umarmen und zu beschützen. Er hatte nie gedacht, jemals so jemanden in seinem Leben zu haben; dass eine Beziehung mit so viel Vertrauen möglich war. Orion hatte ihm das Gegenteil bewiesen und er würde ihn jetzt nicht im Stich lassen. Wenn Orion ihn brauchte, würde er für ihn da sein.
Er preschte um eine Ecke und rannte eine weitere Treppe herauf, sich dabei wünschend, er könne noch schneller laufen. Das Brennen seiner Beine allerdings sagte ihm, dass dies unmöglich war und er schnaubte frustriert.
Wenn er ehrlich war, hätte er sich, als er das Armband erhalten hatte, nie vorgestellt, dass Orion derjenige sein würde, der ihn rief. Wenn er so darüber nachdachte, wie Orion es beschrieben hatte, hätte das Armband sich nur leicht erhitzen sollen, um ihn unauffällig auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Das Pulsieren und Zittern verstärkte seine Panik nur noch. Es erschien ihm nicht wie ein Rufen, sondern eher wie wilde Magie, die um Hilfe schrie.
Sein Atem ging keuchend, als er schließlich den siebten Stock erreiche. Er hatte eine Ahnung gehabt, wo das Armband ihn hinführen würde, aber nun wusste er es mit Sicherheit. Er kam zum Ende des Flurs und begann, dreimal vor dem hässlichen Wandteppich auf und ab zu laufen. ‚Ich will zu Orion, ich will zu Orion, ich will zu Orion.'
Die Tür erschien und Harry riss sie auf. Im nächsten Moment erstarrte er vor entsetztem Unglauben, bei dem Anblick, der ihn erwartete.
Orion atmete tief ein, als er die Treppe hochlief und zu ihren Räumen ging. Es war seine Aufgabe und sein Vergnügen, Harry zu beschützen; er wollte ihn nicht dabei haben, wenn er einen weiteren Horkrux zerstörte. Das würde es für den Anderen nur alles schlimmer machen. Er war bereits einmal mit diesem Horror fertig geworden, er konnte es wieder tun.
Er wusste, Harrys Anwesenheit hatte ihm geholfen, das Medaillon zu zerstören, aber er wollte Harry nicht in diese Situation zwingen. Die Horkruxe waren Teil von Voldemorts Seele und er wollte nichts von diesem Bastard in der Nähe der Person haben, die er liebte.
Er hielt vor dem Portrait, das den Eingang zu ihren Räumen bewachte – ein majestätischer Griffin auf einer grünen Wiese. Er drückte seine linke Hand gegen das Bild und spürte ein kurzes Kribbeln, als es seine Magie las und somit sicherstellte, dass er die Erlaubnis hatte, die Räume zu betreten. Es schwang auf, sobald es seine Identität erkannte und er schlüpfte hinein, durchquerte mit großen Schritten den Wohnraum und betrat das Schlafzimmer.
Er ging zu seiner Seite des Bettes und kniete sich vor seinen Koffer, schloss ihn auf und öffnete ihn. Orion griff hinein und zog das Schwert Gryffindors heraus. Die Rubine fingen das Licht ein, als er aufstand, sich umdrehte und auf den Weg zum Raum der Wünsche im siebten Stock machte.
Blaue Augen schlossen sich konzentriert, als er vor dem Wandteppich auf und ab ging. ‚Ich brauche Ravenclaws Diadem, ich brauche Ravenclaws Diadem, ich brauche Ravenclaws Diadem.' Er öffnete die Tür und trat ein, sein Blick fiel sofort auf das berüchtigte Diadem. Orion hob das Schwert und wollte zustechen, als das Diadem sich veränderte und zu einer verletzten und blutigen Version von Harry wurde.
„Deine Schuld. Es ist alles deine Schuld. Du hast mir das angetan!", warf die Illusion ihm vor.
„Nein.", keuchte Orion ungläubig.
„Ich war nicht bereit! Ich war nicht – und du hast mich – du hast mich gezwungen!" Tränen kullerten über bleiche Wangen.
„Das würde ich nie!", gab Orion zurück. Seine Magie zitterte allein schon bei diesem Gedanken in Furcht.
„Ich habe dir vertraut! Ich habe dir vertraut! Du hast versprochen, du würdest mich beschützen und das du auf mich aufpasst. Du bist genau wie er, genau wie Voldemort. Sobald er aus dem Weg war, wurdest du böse und hast mich verletzt. Warum? Warum hast du das gemacht?", flehte die Harry-Illusion.
Orion zitterte und wich zurück. Er kniff die Augen zusammen. Das war nicht echt, er wusste das, aber verdammt, es tat weh. Der Gedanke, Harry zu verletzen, war sogar noch schlimmer, als das Medaillon, welches gesagt hatte, Harry würde ihn nur benutzen. Er hob das Schwert ein weiteres Mal, aber er konnte nicht zustoßen.
„Ich habe dich geliebt! Ich habe dich geliebt und du hast mich benutzt… hast mich gezwungen." Blutige Hände umschlossen knochige Knie, als die Illusion vor und zurück wippte. „Ich hab dir geglaubt. Ich hab an dich geglaubt."
Orions Magie brach nach außen und aktivierte ohne sein Wissen das Armband. „Das hab ich nicht.", keuchte er. „Das könnte ich nicht."
"Ich wusste immer, dass Voldemort mich hasst, aber du, ich dachte, du liebst mich. Du bist schlimmer, als er je war. Du bist böse mit einem schwarzen Herzen."
„Nein. Nein. Nein.", Orion schüttelte verzweifelt den Kopf, das Schwert hielt er in bebenden Händen. Es war nicht richtig. Es war nicht real. Aber warum tat es dann so weh? Warum klangen die Worte echt?
„Ich hab die vertraut und du hast mir das Wertvollste genommen!", warf es ihm vor.
Orion zitterte und fiel auf die Knie, den zufriedenen Ausdruck, der über das Gesicht der Illusion huschte, bekam er dabei nicht mit. Er ließ das Schwert los und starrte auf seine Hände. Sie hatten Blut an sich; Voldemorts Blut klebte an seinen Händen.
„Ich hab dich angefleht, aufzuhören. Ich hab gefleht und gebettelt, aber du hast nicht zugehört!"
Tränen traten ihm in die Augen und ihm wurde übel. Was hatte er getan? Er hatte Harry verletzt! Warum sollte er das tun? Er liebte Harry! Das war echt; dies war es nicht. Das konnte es nicht sein. Er würde Harry nie wehtun!
"Ich wusste, dass an deinen Händen Blut klebt, aber ich hätte nie gedacht, dass du auch meines an deinen Händen haben würdest."
Die Worte brachten Orion zum Würgen und er erbrach sein Mittagessen. Kalter Schweiß lief ihm über den ganzen Körper. Was hatte er getan? Er war hierher gekommen, um Harry zu retten! Und er hatte… er hatte… "Das würde ich nie tun! Das hab ich nicht getan! Ich könnte dir das doch nie antun!", schrie er. Mit seinem Handrücken fuhr er sich über den Mund.
„Du hast meine Unschuld geraubt!", warf Harry ihm vor.
Diese Worte waren wie ein Schlag ins Gesicht und Orion zuckte zurück. Ihre Bedeutung war so schwerwiegend, dass er den Drang verspürte, ihnen zu entkommen.
„Warum hast du das getan? Ich habe dich geliebt!"
„Das hab ich nicht getan! Ich würde nicht… ich… was hab ich getan?" Sein Herz zog sich vor Schmerz zusammen, als er auf die gebrochene Form des Mannes blickte, den er liebte. Es war nicht real, oder? Er hätte so etwas nie getan, nicht wahr? Nein! Er könnte ihm so etwas nicht antun! Aber falls er es nicht getan hatte, warum sah Harry dann so gebrochen aus?
Sein Blick glitt von der Illusion zu dem Schwert. Erkennen flickerte über sein Gesicht. Richtig. Horkrux, es war ein Horkrux, nicht Harry. Er hatte Harry nicht weh getan. Er würde so was nie tun. Er griff nach dem Schwert, entschlossen die Illusion zu zerstören, als sie weitersprach, die grausamsten Worte von allen.
Orion hörte nicht, wie die Tür sich öffnete, als der blutige Junge knurrte: „Ich wünschte, du wärest an Voldemorts Stelle gestorben!" Er brach zusammen, als die Worte in seinem Kopf widerhallten.
„Das würde ich mir nie wünschen!", widersprach eine Stimme.
Orion legte den Kopf auf die Seite, gerade rechtzeitig um zu sehen, wie Harry den Raum betrat. Seine kleine Hand ergriff das Schwert und er richtete es auf die Illusion. Bevor diese noch weitere Lügen aussprechen konnte, stieß er zu und zerstörte den Horkrux.
Harry warf das Schwert zu Boden und kniete sich neben Orion, blickte ihm tief in die Augen, die so voller Schmerz und Selbsthass waren. „Orion! Orion!" Er reagierte nicht auf sein Rufen, immer noch gefangen in dem Echo, dass Harry sich seinen Tod wünschte.
Harry verscheuchte die bitteren Gedanken und drückte ihre Lippen fest aufeinander, ehe er sich zurückzog.
„Orion Black!" Keine Antwort. "Verdamt, Orion!" Immer noch nichts. Harry zitterte am ganzen Leib. Was hatte die Illusion zu Orion gesagt, während er nicht da war? Was für Lügen hatte sie erzählt?
Er hob den Arm und verpasste Orion eine heftige Ohrfeige. Erkennen erschien langsam in seinem Blick, ehe es auch wieder verschwand. Harry holte tief Luft. „Ich weiß nicht, was das Ding zu dir gesagt hat, aber es war eine Lüge. Verdammt noch mal. Ich liebe dich, Orion. Wage es ja nicht, jetzt aufzugeben! Lass ja nicht zu, dass diese grausame Illusion dich mir wegnimmt! Du hast versprochen, du lässt mich nicht allein!" Er schüttelte Orion verzweifelt.
Tränen der Frustration, Wut und Besorgnis liefen ihm über die Wangen. Er kletterte auf Orions Schoß und drückte sein Gesicht an seines, flüsterte ihm ins Ohr: „ Ich liebe dich, Harry Potter, lass mich nicht allein. Bitte, verlass mich nicht. Ich liebe dich."
Die Worte drangen durch den Nebel in Orions Verstand und er blinzelte langsam. Er spürte das Gewicht auf seinen Beinen und hob die Arme, schlang sie um den schluchzenden Körper seines Freundes. Harrys Kopf schoss hoch und er starrte in Orions Augen; als er erkannte, dass Orion wieder bei ihm war, verteilte er erleichtert Schmetterlingsküsse auf seinem Gesicht.
„Ich liebe dich auch.", erwiderte Orion. Er legte eine Hand auf Harrys Hinterkopf und zog ihn zu sich für ihren ersten richtigen Kuss. Er verschlang seine Lippen zärtlich, aber mit Leidenschaft. Seine Zunge fuhr über Harrys Unterlippe, tauchte in seinen Mund ein, als er diesen öffnete. Er leckte und saugte an Harrys Zunge, forderte sie zu einem Tanz auf, sehnte sich danach, seinen Freund zu spüren.
Als sie sich schließlich voneinander trennten, um Luft zu holen, verpasste Harry Orion einen Klaps auf den Hinterkopf.
„Au! Wofür war das denn?", wollte er wissen.
„Ich habe dir extra gesagt, dass du nicht allein bist und diese Bürde nicht allein tragen musst!" Wieder traten ihm Tränen in die Augen. „Warum lässt du dir nicht von mir helfen? Warum vertraust du mir nicht?"
Orion hörte den Schmerz in seiner Stimme und zog Harry wieder an sich. „Ich vertraue dir."
„Nein, tust du nicht. Tätest du es, hättest du mir gesagt, was du vorhast und mich mitgenommen, sodass ich dir helfen kann!" Seine Hände verkrallten sich in Orions Hemd. "Hast du auch nur eine Ahnung, wie viel Sorgen ich mir gemacht hab, als das Armband so reagiert hat? Hast du? Ich hatte Angst! Ich hab gedacht, du wurdest angegriffen! Ich dachte…"
"Ich bin in Ordnung.", gab Orion zurück.
Harry zuckte zurück und ohrfeigte ihn wieder, diesmal härter. „Wag es nicht, mich anzulügen! Du bist nicht in Ordnung! Du musst nicht alles allein machen, verdammt noch mal! Dieses Ding hat dich fast gebrochen, ich konnte es sehen. Warum lügst du mich an?" Er schlug mit seinen Fäusten gegen Orions Brust, sich nicht bewusst, als sie von größeren Händen festgehalten wurden. „Wie kann ich glauben, dass du mich liebst, wenn du mich immer anlügst?"
Orions Atem stockte und er zog Harry fester an sich, sein Körper zitternd vor Angst. „Gott, Harry.", keuchte er. „Er war du, es war du, und du hast mich gehasst. Du warst verletzt, hast geblutet. Ich hab dir wehgetan, hab dich gezwungen und du hast mich gehasst. Ich hab dich verletzt. Ich hab dir wehgetan! Ich hab dir wehgetan!", brachte er stockend heraus, seinen Kopf in Harrys Schulter vergraben.
Harry schlang seine Arme um Orion und drückte ihn noch näher an sich. „Das würdest du niemals tun."
„Aber das habe ich. Ich hab Voldemort getötet und mich gegen dich gewandt und..:"
„Das hast du nicht!", beharrte Harry.
„Aber was ist, falls ich es tue? Was, wenn all die Gewalt mich an einen Punkt bringt, an dem ich die Kontrolle verliere und dir wehtue?", äußerte Orion seine Furcht.
„Willst du das?", fragte Harry.
„Was?" Orion wurde bleich.
„Willst du mir wehtun? Willst du mich zwingen? In diesem Moment, könntest du es tun?", fragte er einfach.
„Was? Nein! Natürlich nicht! Ich liebe dich; das könnte ich nie tun! Nie, du musst mir das glauben, Harry!" Orion verstärkte seinen Griff um Harry.
„Worüber machst du dir dann solche Sorgen?", fragte er logisch. „Wenn du das nie tun würdest, warum sich Sorgen machen?"
„Er hat gesagt, ich hätte mich dir aufgezwungen." Orion schien diesen Vorwurf nicht vergessen zu können. Er liebte Harry mehr als alles andere und er würde Harry so viel Zeit lassen, wie er benötigte; er würde den Mann, den er liebte, niemals missbrauchen.
„Das war ein Horkrux, ein Teil von Riddles Seele, wie du mir nach dem Vorfall mit dem Medaillon erklärt hast. Wem glaubst du, Riddle oder mir?", forderte Harry.
Orion lehnte sich zurück, blickte in die entschlossenen, grünen Augen und spürte, wie all seine Sorgen und Befürchtungen zu Staub zerfielen. „Dir, ich vertraue dir." Er hob die Hand und streichelte liebevoll über Harrys Wange.
Harrys Augen wurden für einen Moment weicher, ehe sie wieder den entschlossenen Ausdruck zeigten. „Jetzt wirst du mir erklären, warum du denkst, das alles allein regeln zu müssen."
„Ich bin immer allein gewesen und…" Er brach ab, als Harry ihn in die Seite schlug. „Au! Lass mich aussprechen, bevor du mich haust.", protestierte er. Als Harry nickte, begann er noch einmal: "Ich bin immer allein gewesen und das will ich nicht mehr sein."
„Ich werde dich nicht verlassen!", sagte Harry mit Nachdruck.
„Du könntest sterben, jemand könnte dich umbringen, oder ich könnte es vermasseln und du erkennst, dass ich es nicht wert bin!", brach es verzweifelt aus Orion heraus.
Und das war sie – die Wahrheit, seine größte Angst.
Harry wollte seinen Freund zurechtstutzen, wollte ihm sagen, dass solch eine Angst unbegründet war. Aber das war sie nicht, nicht in ihrer Welt. Ihre Welt, die voller Masken war, wo man sein wahres Selbst versteckte, darauf wartete, betrogen und verletzt zu werden. Sie waren ineinander verliebt und warteten beide nur auf den Moment, in dem sie aufwachten. Der Moment, in dem der Traum endete und zu einem Alptraum wurde – warteten auf die Rückkehr der Einsamkeit, des Verlassen Werdens und des Schmerzes.
„Du bist es wert.", flüsterte Harry.
„Wie kannst du da sicher sein?", fragte Orion verzweifelt.
Harry holte tief Luft und fragte: „Bin ich es wert?"
„Natürlich bist du das!", erwiderte Orion, entsetzt, dass Harry so wenig von sich selbst hielt.
Harry atmete erleichtert aus und grinste breit. „Ich bin du. Wenn ich es wert bin, dann bist du es auch, Harry Potter!", stellte er fest.
Orion ließ den Zauber fallen, der seine Gesichtszüge veränderte und starrte in das Gesicht, das seinem so ähnlich, wenn auch jünger, war. Er ließ seine antrainierten Masken fallen, eine nach der anderen und sah zu, wie Harry das gleiche tat. Sie blickten sich an, sahen die Wahrheit, Ehrlichkeit und Realität. Nichts konnte schöner sein.
„Ich liebe dich.", hauchten sie zeitgleich. Ihre Lippen trafen sich zu einem leidenschaftlichen Kuss, einander liebkosend. Zungen fochten einen zärtlichen Kampf aus und Arme umschlangen den jeweils Anderen fester.
Ein peinlich berührtes Räuspern unterbrach sie und sie blickten in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Sie blinzelten, als sie Neville erkannten, der mit weit aufgerissenen Augen in der Tür stand und sie abwechselnd ungläubig ansah. Ein leichter Rotstich zierte seine Wangen.
„Harry?", fragte er verwirrt.
"Komm rein und schließ die Tür.", befahl Orion.
„Richtig.", murmelte Neville und führte die Anweisung aus.
Harry stand langsam auf und half dann Orion auf die Beine. Dieser schlang einen Arm um die Hüfte seines Freundes. Er runzelte kurz die Stirn und der Raum der Wünsche veränderte sich, wurde gemütlicher mit Kamin und Sitzmöglichkeiten. „Setz dich.", forderte er Neville auf.
Neville gehorchte sofort und setzte sich auf einen Sessel gegenüber der Couch, auf der das Paar Platz nahm. „Uhm, das ist… du bist Harry Potter."
Harry gluckste leise bei dem verwirrten Ausdruck auf Nevilles Gesicht. „Das ist er."
Neville sah dann zu ihm. „Du bist auch Harry Potter!"
„Das bin ich.", stimmte Harry zu.
Nevilles Mund öffnete und schloss sich geräuschlos, nicht fähig, die endlosen Fragen, die ihm durch den Kopf schossen, zu äußern.
„Ich komme aus einem alternativen Universum.", sagte Orion schließlich. „Ich kam hierher, nachdem ich meinen Voldemort besiegt hab."
„Warum?", keuchte Neville.
„Sodass ich euren Voldemort ebenfalls besiegen und Harry beschützen kann.", erwiderte Orion.
„Du bist aus einem alternativen Universum und gekommen, um dich selbst zu beschützen." Sie nickten. „Und du bist nicht nur mit dir selbst zusammen, sondern auch in dich selbst verliebt." Er fuhr sich müde über die Augen. „Wenigstens muss ich mir keine Sorgen machen, dass du Harry wehtun wirst."
„Ich könnte ihm nie wehtun!", fuhr Orion hitzig auf.
„Ich weiß, Harry vertraut schließlich nicht einfach jedem.", gab Neville zurück. „Wer weiß alles davon?"
„Dumbledore und der Orden, Ron und Hermine.", sagte Harry.
„Ah, und das ist dann auch der Grund, warum ihr nicht mehr befreundet seid.", schloss Neville.
„Korrekt, sie konnten Orion nicht leiden und Hermine hat sich für Rons Seite entschieden, als er sauer auf mich wurde, weil ich ihm nichts über den Hut erzählt habe." Harrys Stimme wurde leicht bitter.
„Sein Pech.", sagte Neville. "Ich bin sicher, er bereut es bereits."
„Das bezweifle ich." , seufzte Harry. „Er hat mich sofort beschuldigt und mir keine Chance gegeben, es zu erklären. Selbst wenn es ihm leid täte, ich denke nicht, dass ich ihm weiterhin mit meinen Geheimnissen vertrauen könnte."
„Die Leute ändern sich.", flüsterte Orion, sich an die Sehnsucht erinnernd, die er auf Rons Gesicht erkannt hatte.
„Du kannst nicht ernsthaft denken, ich soll ihn wieder als besten Freund annehmen!", rief Harry geschockt aus.
„Besten Freund? Nein. Dennoch, vielleicht ist es Zeit, ihm zu vergeben. Jeder hat so seine Fehler, Harry." Orion verstärkte seinen Griff um den überraschten Jungen.
„Ihm vergeben?"
„Er wollte dir nicht wehtun, Harry.", sagte Orion.
Neville beobachtete die Interaktion der Beiden still. Er fühlte sich, als würde er heimlich einem privaten Moment zusehen, aber jetzt zu gehen, würde die Atmosphäre zerstören und Orion schien zu denken, das hier war nötig.
„Aber das hat er.", sagte Harry. „Er hat mir wehgetan."
„Mein Ron und meine Hermine haben mir auch wehgetan.", verriet Orion. „Allerdings denke ich nicht, dass sie das wollten, ganz egal, wie sehr es geschmerzt hat."
„Das entschuldigt immer noch nicht ihre Taten.", bestand Harry auf seinen Standpunkt.
„Nein, das tut es nicht.", stimmte Orion zu. „Es macht sie nur menschlich. Wir wissen nur zu gut, dass Menschen Fehler machen und falsche Entscheidungen treffen können. Trotzdem, falls wir ihnen nicht vergeben, wird dieser Schmerz in uns wachsen und schlimmer werden." Er sprach sowohl über seine eigene Geschichte mit Ron und Hermine, als auch über Harrys.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Voldemort jemals denjenigen vergeben hat, die ihm Unrecht getan haben.", gab Harry zu.
„In der Tat."
„Vergib ihnen dafür, wer sie sind und wer sie nicht sind.", seufzte Harry. Er schloss die Augen und erinnerte sich. Er dachte an all die Zeit, die er mit den Beiden verbracht hatte, und er wusste, sie waren keine schlechten Menschen. Sie wollten anderen keinen Schaden zufügen. Sie mordeten nicht, stahlen nicht und schlugen auch niemanden. Die Welt war voll von Leuten, die so viel Schlimmeres getan hatten, als zu glauben, man würde lügen.
Was jedoch am Meisten schmerzte, war die Tatsache, dass Ron ihm nicht geglaubt hatte. Nach allem was sie zusammen durch gestanden hatten, glaubte sein bester Freund, es sei alles nur vorgespielt und gelogen gewesen und er wäre im Geheimen ausgerechnet mit Draco Malfoy befreundet und würde die Vernichtung des Ordens planen. Als er Rons Vertrauen am Meisten gebraucht hatte, hatte er es nicht erhalten.
Dennoch war es nicht so schlimm, wie Sirius zu verlieren. Es war nicht so schmerzhaft, wie mit den Dursleys zu leben. Es war nicht so erschreckend, wie zu erfahren, dass er Teil einer Prophezeiung war. Es war nicht so beängstigend, wie zu wissen, dass er jemanden töten musste, um zu überleben.
Harry Potter nahm einen tiefen Atemzug und ließ die Bitterkeit los. Er ließ das Glück, welches er verspürte, wenn Orion ihn in den Arm nahm, den Schmerz des Verrats wegspülen. Er war nicht allein. Er hatte Orion, Neville, Lavender, Dean und die anderen an seiner Seite. Selbst wenn er sich nie ein Leben ohne Ron und Hermine vorgestellt hatte, konnte er es nun deutlich sehen und er wusste, er würde überleben und glücklich werden.
Orion spürte, wie Harry sich in seinen Armen entspannte und wusste, dass er ihnen vergeben hatte. Er musste diese Vergebung ebenfalls in sich finden. Das bittere Gefühl des Schmerzes und des Verrats hatte er aus seiner alten Welt mit in diese neue getragen.
Ron und Hermine hatten ihn allein gelassen, als er sich dieser unglaublichen Aufgabe gegenüber sah. Sie hatten ihn im Kampf gegen Voldemort und bei der Suche nach den Horkruxen im Stich gelassen. Damals hatte ihn das fast gebrochen. Dumbledore war bereits tot gewesen und er allein, genau wie er es immer befürchtet hatte.
Er schüttelte die Bitterkeit von sich und blickte auf den schwarzen Strubbelkopf hinunter. Langsam machte sich Verständnis in ihm breit. Wäre er nicht Teil dieser verdammten Prophezeiung gewesen, dabei auch noch verliebt und in derselben Situation, hätte er vielleicht genauso gehandelt.
Wie schwer musste es für sie gewesen sein, zu wählen? Unterstützte man einen Freund oder ging man, um die Person die man liebte, zu beschützen? Wäre er geblieben? Wäre Harry wegen eines Freundes in Gefahr, würde er Harry überreden, sich mit ihm in Sicherheit zu bringen und den Freund sich selbst zu überlassen? Nein, Harry und er wären geblieben, da sie einfach dieser Typ Mensch waren.
Ron und Hermine waren anders. Er war schon immer jemand gewesen, der Unterschiede respektierte, selbst wenn er sie nicht verstand. Einige würden gehen, andere würden bleiben. Sie hatten ihn nicht im Stich gelassen, weil er Harry Potter war; sie hatten es getan, um ihre Liebe zu schützen. Das mag vielleicht für einige Leute keinen Unterschied machen, aber ihm bedeutete es etwas.
Sie hatten es nicht getan, weil mit ihm etwas nicht stimmte oder weil er nicht gut genug war. Das war alles, was er wissen musste. Liebe – das war etwas, dass er nun verstand.
Er lehnte sich leicht vor und drückte einen Kuss auf die schwarzen Locken. Er hatte jetzt Harry. Er würde nie wieder alleine sein.
Neville sah zu, wie sich beide entspannten. Er lächelte, als er den friedlichen Ausdruck auf ihren Gesichtern sah und entschloss, dass es nun okay war, etwas zu sagen. „Ihr zwei werdet immer mich haben!", beruhigte er sie.
„Danke, Neville!", kam es erleichtert doppelt zurück. Die konstante Loyalität des Jungen bedeutete ihnen viel.
„Wir sollten gehen, ich bin mir sicher, mittlerweile sucht man schon nach uns.", sagte Neville.
„Stimmt wohl.", erwiderte Orion, als er sich von Harry löste und aufstand. Er richtete seinen Zauberstab auf sich selbst und murmelte: „Velieris Visio." Seine Gesichtszüge änderten sich wieder, wären nicht mehr als Harry Potter zu erkennen gewesen. „Neville, würdest du bitte schwören, dass du nichts von dem weitergibst, was du heute hier erfahren hast?"
Neville nickte. „Ich, Neville Frank Longbottom, lege hiermit einen Zauberereid ab, dass ich nichts weitergeben werde, was ich heute hier erfahren habe." Seine Aura leuchtete kurz hell auf, als der Eid besiegelt wurde.
„Danke.", sagten sie.
„Ich verstehe, warum das nötig ist.", gab Neville nur zurück.
Orion hob das Schwert von Gryffindor auf, ehe sie den Raum verließen und den Weg zu ihren Räume einschlugen, welcher glücklicherweise noch leer war. Sie gingen schneller, als sie bemerkten, dass der Nachmittagsunterricht gleich enden würde. Sie wollten nicht mit dem Schwert erwischt werden.
Harry und Orion betraten ihre Räume, nickten Neville dankbar zu und sagten ihm, sie würden ihn beim Abendessen treffen. Orion hatte gerade das Schwert wieder sicher in seinem Koffer verstaut, als Harry ihn zu sich herumdrehte und ihn entschlossen ansah.
„Ich will dein Versprechen, dass du mich helfen lassen wirst, wenn ich das kann.", forderte er. Orion seufzte und zog Harry an sich. Der Gryffindor wich nach hinten aus. „Nein! Erst musst du es versprechen. Du wirst mich nur ablenken!", gab er zu.
Orion grinste zufrieden bei diesem Geständnis, aber bemerkte die Ernsthaftigkeit in Harrys Augen und gab nach. „Ich verspreche, ich werde dich bei den Sachen helfen lassen, wo du helfen kannst."
„Gut!" Zufrieden ging Harry nun in seine Arme. Sich an seine Brust kuschelnd, saugte er die Wärme auf, die von Orion ausging. Er füllte sich sicher und geliebt.
„Eigentlich fällt mir sogar schon etwas ein, wobei du mir helfen kannst.", sagte Orion widerwillig.
Harry hob den Kopf und fragte seinen Freund: „Wie?"
„Es ist alles gleich zwischen unseren beiden Welten, bis auf ein paar Ausnahmen.", sagte Orion.
„Ich weiß, wie der Tausch von Lupin und Pettigrew.", erwiderte Harry.
„Ganz genau, ich möchte, dass du diese Lebensschuld einforderst.", informierte Orion ihn. Er hasste den Gedanken, dass dieser Peter nicht sein Peter war. Er wollte nur, dass der Mann, den er wie einen Onkel liebte, wieder lebte. Es schmerzte mehr, als er zugeben wollte, als er erfuhr, dass dieser Peter der Verräter war und nicht der Wolf. Und obwohl dieser hier nicht sein Onkel war, fühlte er sich trotzdem unwohl dabei, ihn so zu benutzen. Dennoch, wenn es für Harrys Sicherheit sorgte, würde er es tun.
Harry schien seinen Schmerz zu spüren und umarmte ihn fester, dabei Küsse auf seinem Hals verteilend. „Was soll ich tun?"
„Wir müssen einen Brief schreiben.", sagte Orion und führte Harry zu einem der Schreibtische. Sie verfassten den Brief mit genauen Anweisungen, die befolgt werden sollten.
Harry starrte auf das Pergament, welches mit ihrem Blut versiegelt war. Er drehte es in seinen Händen. „Und jetzt?"
"Jetzt schicken wir ihn los und hoffen, dass er kommen kann.", erklärte Orion.
„Kreacher!", rief Harry. Der griesgrämige, kleine Hauself erschien vor ihnen. „Ich will, dass du diesen Brief zu Peter Pettigrew bringst. Du wirst ihn ihm geben, wenn niemand anders in der Nähe ist. Du wirst den Brief auf keine Weise beschädigen, mit Absicht oder ohne. Verstanden?"
Der Hauself nickte gehorsam. Er hatte dem Mini-Potter seine Loyalität geschenkt, als der Große-Potter das zu Ende brachte, was sein Meister Regulus begonnen hatte.
Harry überreichte ihm den Brief und sah zu, wie Kreacher wieder verschwand. Er konnte nur hoffen, dass der Elf nicht versagte, genauso wenig wie Pettigrew. Orion hatte dieselben Gedanken. Peter musste kommen, oder seine Aufgabe war beinahe unmöglich.
Loom weaving our trodden path,
Pull our strings and face our wrath,
We'll leave you in the aftermath,
With naught but an epitaph.
na, wie hats gefallen? =)
Ich bemühe mich, das nächste pitel dann doch etwas schneller fertig zu bekommen ;o)
Review?
glg wölfin
