Huhu,

man mags kaum glauben - ich lebe noch. ;o)

Liebes Danke an Ito-Ogure für das Kommi zum letzten Pitel und an Mamodo fürs Betan!

… und jetzt geht's auch direkt weiter mit dem neuen Kapitel:


Apple II

Apple that represents our task,
In deceit and disloyalty you bask,
For our failure and demise you ask,
Yet, a bite cannot be taken behind a mask.

Drei Tage waren seit dem Vorfall mit dem Diadem vergangen und Orion war Harry nicht von der Seite gewichen. Die Angst, die Sorge, die blanken Emotionen verfolgten ihn. In dieser ersten Nacht hatte er es nicht gewagt, Harry auch nur zu berühren; die Vorwürfe waren ihm noch zu frisch im Gedächtnis. Harry jedoch hatte ihm da durch geholfen.

Harry zweifelte nicht an Orions Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Orion hatte die Wahrheit gesagt, als er versprach, ihm niemals weh zu tun.

Wäre es irgendjemand anders, hätte Harry es gehasst auf Schritt und Tritt begleitet zu werden. Allerdings traf das bei Orion nicht zu. Der Ältere störte ihn nicht. Er bedrängte, bevormundete oder kontrollierte ihn nicht.

Der Morgen, nachdem Sie den Horkrux zerstört hatten, war das genaue Gegenteil vom Abend zuvor. Hatte Orion vorher noch gezögert, ihn zu berühren, hatte er nun Angst, nicht berührt und gehalten zu werden. Das langsame Entfernen ihrer Masken hatte ihr Verständnis und ihre Beziehung gestärkt; denn Liebe und Ehrlichkeit konnten nun langsam die Narben auf ihren Herzen heilen.

Orion hatte Harry zum Unterricht begleitet, nun noch aufmerksamer und liebevoller als zuvor schon. Durch seine Taten sowie seine Worte zeigte er, dass seine Gefühle echt waren.

Am dritten Tag wich Orion schließlich doch von Harrys Seite. Severus brauchte sein jüngeres Selbst zur Unterstützung für etwas und Orion wusste der Mann würde eher sterben, als dass er zuließ, dass Harry etwas passierte.

Er spazierte gedankenverloren durch die Gänge von Hogwarts. Sie würden heute Abend herausfinden, ob Peter den Brief erhalten hatte. Der heutige Tag war ein entscheidender Faktor in diesem Krieg und seiner Aufgabe, Harry von der Prophezeiung zu befreien. Er würde dafür sorgen, dass die Worte seiner Luna nicht wahr wurden.

Ein Rascheln riss ihn aus seinen Gedanken und Orion drehte sich um, Zauberstab in der Hand und einen Fluch auf den Lippen. Er schluckte die Worte hinunter, als er in die dunkelbraunen Augen von Theodor Nott sah. „Nott.", grüßte er.

„Black.", erwiderte der Andere.

Orion senkte den Zauberstab, behielt ihn allerdings in der Hand, lässig gegen seinen Schenkel schlagend. „Was kann ich für dich tun?"

Nott sah ihn ausdruckslos an, jeden Gedanken und jedes Gefühl hinter einer Maske versteckt. Er war wahrhaft ein Meister darin, sein wahres Selbst zu verstecken. Ohne seine Erlaubnis konnte niemand etwas erkennen und dann musste diese Person, der er es gewährte, entscheiden, ob dieser Einblick Echt oder eine Täuschung war.

„Du faszinierst mich, Black.", stellte Theo fest. „Ich finde dich interessant und nur sehr wenig weckt mein Interesse"

„Danke.", akzeptierte Orion das Kompliment.

„Die Slytherins sind zu dem Schluss gekommen, dass du im Auftrag des Dunklen Lords handelst und es deine Mission ist, Harry Potter zur Dunklen Seite zu verführen.", sagte Theo.

„Oder ihn zu töten.", fuhr Orion fort.

„Darauf spekulieren tatsächlich einige Leute.", stimmte der Slytherin zu. „Und dennoch wissen wir beide es besser."

Orion senkte daraufhin zustimmend leicht den Kopf.

„Du hast nicht vor Harry Potter zu töten.", sprach Theo geradeaus.

„Nein, das habe ich nicht.", erwiderte Orion nur.

„Du bist in ihn verliebt."

„Das bin ich." Orions Stabhand zuckte bei diesem Geständnis leicht.

„Und er liebt dich.", schloss Theo.

„Das tut er.", bestätigte Orion mit einem kleinen Lächeln.

„Du arbeitest mit Harry Potter zusammen, um den Dunklen Lord zu zerstören.", sagte Theo. Seine Stimme war sicher. Es war eine Tatsache, kein Zweifel war zu hören. Orion versuchte nicht, es zu leugnen. Theo würde die Lüge sofort erkennen. „Was ich wissen will, Orion Black, ist, ob ihr es schaffen werdet."

Orion drehte seinen Zauberstab zwischen seinen Fingern und dachte darüber nach, wie er darauf antworten sollte. Er wollte nicht versagen; mehr als alles andere, wollte er nicht scheitern. Er wollte Harry in Sicherheit wissen und die Welt von diesem Monster befreien. Allerdings konnte er nichts versprechen. Noch nicht. Nicht, ehe er herausfand -

„Ich werde es heute Abend wissen.", erwiderte er schließlich.

Theos Augenbrauen wanderten neugierig oder auch abfällig nach oben. „Was passiert heute Abend?", wollte er wissen.

Orion atmete langsam aus. „Heute Abend werde ich herausfinden, ob eine Aufgabe erfolgreich erledigt wurde. Falls ja, dann wird Voldemort schon bald tot sein, das kann ich garantieren." Er wusste, er ging ein Risiko ein, indem er so viel verriet, allerdings hätte Theo eine Lüge sowieso erkannt. Und Theo hasste Lügner genauso sehr wie er.

„Also falls heute Abend alles nach Plan verläuft, bist du sicher, dass der Dunkle Lord besiegt wird?", hakte Theo nach.

„Ja.", sagte Orion einfach.

Theo nickte entschlossen. „Falls es wirklich so läuft und du ihn besiegen kannst, werde ich dich unterstützen.", versprach Theo, ehe er sich umdrehte und ging.

Orion sah ihm hinterher und wusste, Theodore Notts Hilfe würde unbezahlbar sein. Theo wäre nützlich, sehr nützlich. Sein gesamter Plan ruhte nun in Peter Pettigrews Händen, der Mann, der sein liebevoller Onkel war und gleichzeitig auch nicht.

Ein leises Geräusch hinter ihm, ließ ihn herumfahren, den Zauberstab erhoben. Sein Blick traf den von Malfoy. Die Augen des Jugen waren erfüllt von Vorsicht und Erschöpfung, sowie Furcht. Draco Malfoy hatte seiner Unterhaltung mit Nott gelauscht. Er verfluchte seine Dummheit. Er hätte einen Stillezauber, eine Privatsphäre-Barriere errichten müssen, irgendwas. Schnell sprach er beide, als er den neugierigen Jungen niederstarrte.

„Malfoy!"

„Meinst du das so?" Malfoys Stimme klang verzweifelt. War es möglich? Konnte jemand den Dunklen Lord besiegen? Würde seine Familie endlich von diesem verrückten Machthungrigen befreit?

Blaue Augen verengten sich. „Ich kann dich das nicht im Gedächtnis behalten lassen." Sein Zauberstab hob sich weiter und er machte sich daran, Malfoys Erinnerungen zu löschen.

„Warte!", rief Malfoy. Seine Hand ergriff Orions Handgelenk und er nutzte all seine Kraft, um den Stab von sich weg zu lenken. „Ist es wahr? Kannst du ihn schlagen?"

„Was kümmert es dich?", schnappte Orion.

„Du kannst meine Familie befreien!", erwiderte Malfoy.

Orion erstarrte. Seine Gedanken wanderten zurück in die Vergangenheit. Er stand auf dem Astronomieturm, gelähmt. Draco Malfoy lehnte über den toten Schulleiter, Hand zitternd, immer wieder flüsternd, er wolle nur seine Familie retten. Der Zauberstab zitternd und gesenkt, sich von Dumbledore entfernend.

„Warum sollte ich?", fragte Orion.

Malfoy blinzelte ihn geschockt an. Warum sollte er? Orion schuldete ihm nichts. Eigentlich hielt Orion wohl sehr wenig von ihm. Er hatte ihn in der Winkelgasse beleidigt und er war bereits seit Jahren ein Arsch zu Potter. Er konnte damit drohen, weiterzuerzählen, was er gerade gehört hatte, aber dann würde er garantiert den Obliviate zu spüren kriegen. Was konnte er diesem Mann anbieten, sodass er seiner Familie half?

„Ich kann helfen.", flüsterte er.

„Was?", fragte Orion.

„Ich kann helfen. Es gibt bestimmt etwas, was ich tun kann.", sprach er weiter. „Ein Handel, wenn du so willst. Ich werde dich bei der Zerstörung des Dunklen Lords unterstützen und du wirst meine Familie befreien."

Orion blickte ihn nachdenklich an, Augenbrauen zusammengezogen. „Du denkst, ich stimme dem zu. Dass ich dich einfach gehen lasse und du deinem Halbblut-Meister berichten kannst, dass ich Harry nicht töten werde."

„Nein.", schüttelte Malfoy den Kopf und ließ seine Slytherin-Masken fallen.

„Und du wärest gewillt, mir zu helfen, Harry zu helfen?", fragte Orion skeptisch.

„Kannst du ihn wirklich besiegen?", forderte Malfoy zu wissen, der kleinste Hauch von Arroganz nun wieder in seiner Stimme, wo Orion sein Angebot doch in Betracht zu ziehen schien.

„Ja.", bestätigte Orion.

„Dann hast du mein Wort.", entschied Draco. Er griff nach seinem Zauberstab und ihm entging dabei nicht, wie vorsichtig Orion ihn im Auge behielt. Er hob den Stab und zielte damit auf Orion. „Legilimens!", rief er.

Draco fand sich in einem Meer aus Blau wieder, in der Luft hängend. „Was?" Er wusste, der Zauber hatte funktioniert, er hatte es gefühlt. Also wo genau war er? So etwas hatte er noch nie gesehen! Ein goldenes Aufblitzen zu seiner Rechten fing seine Aufmerksamkeit und er blinzelte. Ein Schnatz? Quiddtich-Instinkte wurden wach und er hechtete hinterher, durch die Luft fliegend, als der dem goldenen Ball folgte.

Er drehte Kurven und Loopings, fand einen kurzen Moment der Freude an diesem Ort, der keine Ansprüche und Erwartungen an ihn hatte. Er ließ sich fallen und drehte sich herum, streckte die Hand nach vorne, um ihn zu fassen – beinahe hatte er ihn, er war so nah dran! Seine Finger schlossen sich um den Schnatz und er konzentrierte sich darauf, was er wissen wollte. Draco sah einen goldenen Kelch in einem Verließ und dann, wie der Dunkle Lord starb, kurz bevor zwei Klatscher ihn hart erwischten.

Dracos physischer Körper wurde nach hinten gerissen und er fiel zu Boden, Blut hustend. Seine Finger fest um den Zauberstab gekrümmt, keuchte er: „Ich, Draco Lucius Malfoy," Husten „gebe einen Zauberereid, Orion Black und Harry Potter bei der Zerstörung des Dunklen Lords auf jede mir mögliche Art zu unterstützen," Husten „ohne Einschränkungen", flüsterte er matt, „im Gegenzug für den Schutz meiner Familie." In dem Augenblick, als die letzten Worte von seinen Lippen fielen, ließ er den Zauberstab fallen und verlor das Bewusstsein.

Orion starrte den Slytherin geschockt an. „Er meint es ernst.", hauchte er, als er beobachtete, wie die Magie den Eid annahm. „Mobilcorpus.", wisperte er mit seinem Zauberstab auf den bewusstlosen Körper deutend. Malfoy erhob sich in die Luft und Orion wandte sich um, den Körper hinter sich herschwebend, die Schutzzauber gleichzeitig entfernend.

Er schritt durch die Schule, die großen Augen und das Flüstern, welches ihm folgte, als er Draco zum Krankenflügel brachte, ignorierend. Er ging durch die Tür und sofort war Madam Pomfrey bei ihm. „Mr. Black! Was in aller Welt ist mit Mr. Malfoy passiert?"

„Etwas unausweichliches.", erwiderte er.

Sie schnaubte, aber deutete auf das am nächsten gelegene Bett, auf welches er Malfoy schweben ließ. Madam Pomfrey wuselte sofort um ihn herum, einen Haufen Diagnose-Zauber sprechend. „Gebrochene Rippen, gestauchte Halsmuskeln, Gehirnerschütterung.", zählte sie auf. „Merlin, es sieht fast so aus, als wäre er von Klatschern getroffen worden. Allerdings weiß ich, dass um diese Uhrzeit kein Quidditchtraining stattfindet."

Pomfrey sah ihn neugierig an. „Wo haben Sie ihn gefunden, junger Mann?"

„In einem der Korridore.", erwiderte Orion. Er sprach einen schnellen Zeitzauber. „Ich fürchte, ich muss jetzt gehen." Er blieb an der Tür noch einmal stehen und sah zu, wie sie weitere Zauber murmelte und Malfoy einige Tränke einflößte. „Er wird doch wieder, oder?

„Nicht für die nächsten Tag.", antwortete sie abwesend. „Allerdings wird er in einer Woche schon wieder wohlauf sein."

„Gut.", murmelte Orion, ehe er den Raum verließ und wieder Richtung Kerker schritt. Er stoppte außerhalb des Tränke-Klassenzimmers und klopfte an die Tür, trat dann ein. Er ging hindurch und betrat Snapes Büro, ließ sich auf einem Sofa vor dem Kamin nieder. Er seufzte laut. „Deine Slytherins sind nervig, Snape."

Harry gluckste und setzte sich neben ihn, seinen Kopf an Orions Schulter gelehnt. Ein besitzergreifender Arm schlang sich sofort um ihn.

„In der Tat?", fragte Severus, eine Augenbraue erhoben.

„Theodore Nott hat mich abgefangen.", informierte er den Tränkemeister.

„Und was war an Ihrer Unterhaltung mit Mr. Nott so faszinierend?", wollte Snape wissen.

„Er fragte, ob wir Voldemort wirklich besiegen können.", erzählte Orion.

„Und was war Ihre Antwort?"

„Ich hab ihm gesagt, dass wir es heute Abend herausfinden."

„Oh? Was für einen unglaublich genialen Plan hat sich Ihre mickrige Vorstellungskraft denn ausgedacht, dass er das Schicksal der Zaubererwelt heute Abend entscheidet?" Sein Ton war so harsch, dass er beinahe belustigt klang.

„Wir haben meine Lebensschuld eingefordert.", antwortete Harry.

Er verzog das Gesicht, eine Augenbraue ungläubig erhoben. „Und was haben Sie getan, dass Sie eine Lebensschuld einfordern können?"

„Pettigrews Leben gerettet.", murmelte Harry.

„Und es ist gut, dass er das getan hat.", sagte Orion. „Hätte er nicht, würde das meine Aufgabe umso schwieriger machen."

„Ich verstehe. Also, wie hat Mr. Nott auf ihre Aussage reagiert?", schnaubte Snape.

„Er hat uns seine Unterstützung zugesichert, falls heute Abend alles klappen sollte.", erwiderte Orion zufrieden, sehr zu Harrys Freude.

Harry hatte Nott schon immer interessant gefunden. Er hatte ihn nie niedergemacht, wie es so viele andere taten. Er war froh, dass Orion nicht gegen Theo kämpfen würde, wenn alles nach Plan lief.

„Das wäre sehr nützlich.", stellte Snape fest.

„Das ist mir bewusst.", antwortete Orion. „Dieser Abend macht entweder alles um einiges einfacher oder zerstört meine Hoffnungen auf ein baldiges Ende dieses Krieges."

Snape lehnte leicht den Kopf zu Seite, ein nachdenklicher Ausdruck auf seinem Gesicht. „Sie haben behauptet, meine Slytherins seien nervig.", wiederholte er, mit besonderer Betonung auf die Mehrzahl.

„Malfoy hat unsere Unterhaltung belauscht.", gab Orion zu.

„Sie haben die Zerstörung Voldemorts ohne jegliche Schutzzauber besprochen?", hakte Snape hämisch nach. „Es scheint, Ihr Intellekt hat sich nicht soweit gebessert, wie ich gedacht hatte. Sie sind immer noch ein Idiot."

Orion wurde bei dieser Feststellung rot. Er hätte es besser wissen müssen; er wusste es besser. Es war wirklich verdammt dumm von ihm gewesen, keine Vorkehrungen zu treffen. Jeder hätte ihnen zuhören können. Und nicht jeder hätte so positiv reagiert wie Malfoy es getan hatte.

„Was wollte Malfoy?", fragte Harry neugierig. Er mochte den Kerl nicht, er verstand den anderen Jungen nicht wirklich. Sie kamen aus zwei komplett verschiedenen Welten und hatten verschiedene Dinge gelernt.

„Er hat einen Eid geleistet, uns gegen Voldemort zu helfen.", berichtete Orion.

„Was?", forderte Snape. Malfoy hatte versprochen, Harry Potter bei der Zerstörung des Dunklen Lords zu helfen?

„Im Gegenzug für die Sicherheit seiner Familie, versprach er uns zu helfen.", klärte Orion auf.

„Sicherheit seiner Familie?", fragte Harry.

Severus seufzte und rieb sich den Nasenrücken. „Mr. Malfoy wurde vom Dunklen Lord eine Aufgabe zugeteilt. Ich bin noch nicht sicher, was das genau ist; er hat dieses Schuljahr, um es durchzuführen."

„Er wird gezwungen, zu tun, was Voldemort verlangt, oder er tötet seine Eltern.", erklärte Orion.

Harry starrte ihn geschockt an. Malfoys Familie wurde von der Person bedroht, der sie seit Generationen willig folgten? Voldemort wurde jedes Mal, wie er etwas über ihn lernte, noch durchtriebener und böser. Er belohnte Verräter mit dem Tod und seine loyale Gefolgschaft mit Schmerz.

„Und er hat einfach zugestimmt, uns zu helfen?", fragte Harry.

„Nein, er wollte erst sicher gehen, dass ich Voldemort besiegen kann."

„Oh? Und diese Sicherheit hat er gefunden?", hakte Snape nach.

„In der Tat. Unglücklicherweise nahmen es ihm die Klatscher übel, als Malfoy meinen Schnatz fing. Er wird für die nächsten Tage wohl im Krankenflügel bleiben müssen. Zumindest war das Madam Pomfreys Einschätzung.", erzählte Orion.

„Die Klatscher?" Verständnis blinzelte in den Augen von Severus auf und er sprang auf. „Ich fürchte, dieses Meeting ist beendet. Meine Anwesenheit wird, als Mr. Malfoys Hauslehrer, im Krankenflügel erwartet."

„Natürlich, Sir.", erwiderte Orion, als er aufstand und Harrys Hand ergriff. „Nun wissen Sie, was mit jemandem passiert, der es schafft, den Schnatz zu fangen. Ich hoffe, Ihre Neugierde ist damit befriedigt, Sir.", sagte Orion amüsiert, als er sie aus dem Büro führte.

Sie gingen durch die Korridore und zurück zu Ihren Räumen. Orion setzte sich auf die Couch und Harry machte es sich neben ihm bequem, sich an ihn kuschelnd. Er legte seinen Kopf auf seinem Oberkörper ab.

Orions Finger fuhren durch seine wirren Haare, Nervösität machte ihn unruhig. Seine Hand zitterte leicht und Harry griff nach ihr und hielt sie fest, zog sie an seine Lippen. Er drückte einen leichten Kuss auf die Handfläche und rieb dann seine Wange daran. „Es wird alles klappen.", versicherte er seinem Freund.

„Aber was wenn..."

Harry drehte sich und presste seine Lippen auf Orions. „Verlier dich nicht in der Welt der Möglichkeiten. Hab Vertrauen, dass alles gut werden wird, dass Pettigrew es schafft und das Gute über das Böse triumphiert.", wisperte Harry gegen die weichen Lippen.

„Aber falls er nicht..."

Ein weiterer Kuss unterbrach diesen Gedankengang. „Dann werden wir einen anderen Weg finden.", versprach Harry.

Orion blickte ihn intensiv an, ehe er den Kopf neigte und ihn in einen richtigen Kuss verwickelte, seine Lippen mit seiner Zunge verwöhnend. Harry öffnete bereitwillig den Mund und erlaubte der Zunge Einlass. Er seufzte bei diesem unglaublichen Geschmack; das war Orion. Orion schmeckte nach Zimt und Liebe – identisch zu Harrys eigenem Geschmack.

Harry fuhr das Innere von Orions Mund nach, verlor sich im Geschmack und den Empfindungen. Er zitterte leicht und drehte sich nun völlig herum, sodass er praktisch auf Orion lag. Orions Hände verkeilten sich in seinen schwarzen Haaren, hielten Harry still, als er ihn kostete.

Seufzer entfuhren ihnen und wurden vom anderen geschluckt. Harrys Händy lagen um Orions Nacken, während er versuchte, sich noch enger an ihn zu pressen. Er riss seine Lippen von Orion los, als sich ihre Unterleiber berührten und keuchte entzückt auf.

„Orion!"

Orion grinste zufrieden und knabberte an Harrys Wangenknochen. „Harry.", schnurrte er. Er schnappte sanft nach Harrys Ohrläppchen, als seine Hände die Haare verließen und über seinen Rücken führen, die Haut dort massierten. Seine Hände fanden schließlich zu Harrys Hüften und er zog den Jüngeren näher an sich, rieb ihre Erektionen aneinander.

„Oooh", keuchte Harry. Er wand sich, wollte sich noch näher pressen und mehr von diesen wundervollen Gefühlen spüren.

Orion bearbeitete Harrys Hals, leckte und saugte die blasse Haut in seinen Mund, gründlichst diese Stelle markierend. „Liebe dich.", murmelte er, als er nach oben gegen Harry presste.

„Liebe" Keuchen „dich" Stöhnen „auch.", brachte Harry heraus. Er rieb sich weiter an Orion und genoss die Gefühle, die seinen Körper durchfluteten. Er warf den Kopf zurück und fing Orions Lippen erneut zu einem Kuss ein, welcher Harry auf eine Art verschlang, wie er niemals gewagt hatte, zu hoffen.

Ihre Hüften bewegten sich immer schneller, als Ihre Zungen miteinander spielten und rangen, trieben sich mit verzweifelter Entschlossenheit immer weiter. „B...bitte.", keuchte Harry.

„J..ja", stimmte Orion zu. Seine Finger griffen fester zu und er zog Harrys Becken noch näher an seines, rieb sie hart aneinander. Entzücktes Stöhnen entwich ihren Lippen, als sie zitterten und in den Armen des Anderen ihren Höhepunkt fanden.

Harry lag erschöpft auf Orions Brust, japste nach Luft, während sein Körper weiterhin zitterte und zuckte. Orion drückte einen leichten Kuss auf Harrys verschwitztes Haupt und verstärkte seinen Griff, versuchte seine Atmung unter Kontrolle zu kriegen. „Das war..."

„Unglaublich.", sagte Harry schläfrig.

„Ja, das war es.", stimmte Orion zu. Er gähnte und lehnte sich zurück, machte es sich bequem und legte die Arme besser um Harry, sodass dieser nicht von ihm herunterrutschte. Er flüsterte noch einen Reinigungszauber über sie und seufzte erleichtert, als dieser wirkte. Sie kuschelten sich sanft aneinander und schliefen langsam ein, ließen die Ansprüche und Erwartungen der Realität hinter sich.

Ein Klopfen am Portrait, welches Ihre Räume bewachte, weckte sie schließlich auf. Hände rieben verschlafene Augen, wischten die Zeichen des Schlafens fort. Harry rollte zur Seite, runter von Orion und der ältere Zauberer stand auf, packte seinen Zauberstab und öffnete den Portraiteingang. Er blinzelte und deutete Neville und Lavender an, hereinzukommen.

„Was können wir für euch tun?" Seine Stimme war noch rau vom Schlaf.

„Wir haben euch seit heute Morgen nicht mehr gesehen und das Abendessen fängt in ein paar Minuten an.", sagte Neville.

„Ihr solltet wissen, dass die Gerüchteküche behauptet, Malfoy hätte Harry angegriffen und wurde dafür fast umgebraucht.", informierte Lavender sie.

„Malfoy hat mich nicht angegriffen.", erwiderte Harry.

„Oh? Und warum wurde sein blutender und bewusstloser Körper dann durch die Schule in den Krankenflügel levitiert?", fragte sie?

„Mein Fehler.", gestand Orion. „Der Idiot hat einen Zauber auf mich gehetzt und ich hab automatisch reagiert. Madam Pomfrey hat mir versichert, dass er in ein paar Tagen wieder der Alte ist."

„Ich nehme an,", begann Neville: „dass du nicht willst, dass das jemand erfährt."

„Genau.", stimmte Orion zu. „Wenn es sie dazu bringt, es sich zweimal zu überlegen, ob sie Harry angreifen sollen, werde ich sie glauben lassen, was auch immer sie wollen, wahr oder falsch."

„Wir werden das für uns behalten.", versprach Lavender.

„Danke.", sagten Harry und Orion gleichzeitig. Sie wedelten abwesend mit ihren Zauberstäben und richteten ihre Roben sowie ihre Haare. „Lasst uns zum Abendessen gehen." Orion öffnete wieder das Portrait und die vier Freunde verließen den Raum und machten sich auf den Weg. Auf dem Weg zur Großen Halle sprachen sie leise miteinander.

Orions Arm war besitzergreifend um Harry geschlungen, sodass neugierige Blicke noch intensiver wurden. Er hatte keinen Zweifel daran, dass die Schüler sehen würden, wie beschützend er sich verhielt und weiterhin annehmen würden, Malfoy hätte Harry angegriffen. Das machte keinen Unterschied für ihn. Die Slytherins glaubten bereits, er sei auf ihrer Seite und würden genauso annehmen, Malfoy wäre verhext worden, weil er sich in seine Pläne einmischte. Die Meinung der anderen Schüler war egal.

Die Gruppe setzte sich auf ihre üblichen Plätze am Gryffindortisch und sie füllten sich schweigend ihre Teller. Ron und Hermine warfen ihnen neugierige Blicke zu, aber wurden beim Anblick des leckeren Essens ignoriert.

Sie aßen schweigend, Orion und Harry konzentrierten sich auf die Hoffnung für den heutigen Abend; die Unterhaltungen um sie herum wurden zu Hintergrundgeräuschen. Pettigrew musste kommen oder die Aufgabe würde um so vieles erschwert werden – und auch um einiges gefährlicher.

Als das Abendessen fast vorbei war, kamen Ron und Hermine auf Orion zu, warteten still darauf, dass er seine Aufmerksamkeit auf sie richtete. „Kann ich euch helfen?", fragte er tonlos.

Hermine bewegte sich nervös, aber Ron sah ihm direkt in die Augen. „Können wir bitte mit dir sprechen? Allein."

Harry öffnete schon den Mund, um zu widersprechen, aber Orion stand auf. „Ja.", antwortete er. Er drehte sich zu Harry um und sah ihn fest an. „Du wirst in der Gegenwart des Schulleiters bleiben, bis ich wieder zurück bin."

„Okay.", sagte er brav. Sie wussten nicht, ob Pettigrew kam oder nicht und er wusste, dass Orion immer um seine Sicherheit besorgt war.

Orion verließ die Große Halle, deutete den beiden Gryffindors, ihm zu folgen. Er spürte die vielen Augenpaare, welche ihnen neugierig folgten, jeder sich fragend, was passieren würde. Würde es zu einem Duell kommen? Einem Faustkampf? Oder würde eventuell sogar der Streit beigelegt werden?

Er führte sie nach draußen, sodass sie in der kühlen Herbstluft standen, als die Sonne unterging. Er errichtete verschiedene Stillezauber und wartete darauf, dass sie etwas sagten.

„Es tut uns leid.", sagte Ron schließlich nach mehreren Minuten der Stille.

„Ich weiß.", erwiderte Orion.

Hermine seufzte. „Ich habe es nicht von Harrys Sichtweise aus betrachtet. Ich habe nicht darüber nachgedacht, wie meine Taten für ihn wirken würden. Er war mein bester Freund und ich hab ihn im Stich gelassen."

„Das hast du.", stimmte Orion zu.

Ron stöhnte und fuhr mit einer Hand durch seine Haare, leicht daran ziehend. „Ich bin dickköpfig und ich reagiere oft über. Verdammt noch mal, ich weiß, dass ich es vermasselt hab." Er fuhr mit der Hand über sein müdes Gesicht. „Harry ist der beste Kumpel, den man haben könnte und ich hab das einfach weggeworfen." Seine Kehle schnürte sich ihm zu. „Ich weiß... ich weiß, dass ich es nicht verdiene sein Freund zu sein und das ist okay."

Orion starrte ihn ungläubig an.

„Harry... er ist etwas Besonderes und... nun, ich bin immer eifersüchtig auf etwas Besonderes. Ich kenne meine Fehler.", erklärte Ron. „Am Anfang war ich so wütend, dass er ein Geheimnis hat, von dem er mir nie erzählt hat. Dann fühlte ich mich wie ein Idiot, weil ich weiß, dass es Dinge gibt, die ich ihm auch nie erzählt habe. Das war echt dumm von mir."

„Ja, das war es.", sagte Orion.

„Ich denke... ich denke, ich war eifersüchtig auf dich. Er hat dir mehr vertraut als mir. Ich konnte es in seinen Augen sehen; er wusste, dass du immer für ihn da sein würdest. Du würdest in verstehen. Du bist er und nun, das ist etwas, was ich niemals versprechen oder verstehen kann." Er zog wieder an seinen Haaren. „Was ich, was wir, damit sagen wollen ist, dass wir es kapiert haben okay. Wir verstehen, dass wir nicht gut genug für ihn sind. Selbst falls er uns irgendwie vergeben sollte, würden wir ihn in der Zukunft verletzen."

„Nicht mit Absicht.", fügte Hermine hinzu. „Aber es würde so kommen."

„Also bitte... sag ihm, dass es uns leid tut, okay? Kümmer dich um ihn. Neville würde nie tun, was wir getan haben.", murmelte Ron.

Orion starrte sie an, analysierte ihre Worte und Taten. Sie meinten es. Sie sorgten sich um Harry und sie würden sich von ihm fernhalten, weil es für ihn so besser war, weil sie ihn nicht noch einmal verletzen wollten. „Ihr seid wirklich anders, als die Hermine und der Ron, die ich kannte.", stellte er leise fest, womit er wieder ihre Aufmerksamkeit hatte.

Sie blinzelten ihn wortlos an, Münder vor Schock weit offen. Orion entfernte die Stillezauber und drehte sich zum Gehen. Allerdings blieb er noch einmal stehen. „Er hat euch bereits vergeben.", flüsterte er. Er ging wieder zurück in die Schule und ignorierte die leisen Schniefgeräusche hinter sich.

Als er die Große Halle wieder betrat, blickten ihn Schüler und Lehrer gleichermaßen neugierig an, sich fragend, was genau zwischen Harrys festem Freund und seinen zwei ehemaligen Freunden passiert war. Er setzte sich neben Harry und zog den Jungen an seine Seite, vergrub sein Gesicht in den schwarzen Haaren. „Es war richtig, ihnen zu vergeben.", hauchte er.

Harrys Atem stockte und dann lächelte er breit. Ron und Hermine würden niemals wieder seine engen Freunde sein, aber das machte sie nicht zu schlechten Personen. Es machte sie menschlich.

Der Zeitzauber verriet Orion, dass es bereits 23:47 Uhr war. Er drückte Harry einen Kuss auf die Mähne und stand auf.

„Ich wünschte, du würdest mir erlauben, mitzukommen.", rief Harry aus, ein leichtes Stirnrunzeln im Gesicht.

„Ich werde dir nicht erlauben, dich in Gefahr zu begeben.", erwiderte Orion noch einmal. „Ich werde zu dir zurückkehren."

„Versprich es mir.", forderte Harry.

Orion lehnte sich hinunter und umarmte Harry fest. „Ich liebe dich, Harry. Ich verspreche, ich komm zu dir zurück."

Er hasste es, zu warten, aber er würde Orion nicht noch mehr Gefahr ausliefern, indem er nicht gehorchte und ihm folgte. Er wollte seinen Freund nicht in einem wichtigen Augenblick ablenken. Harry küsste seine Wange und ließ ihn zögerlich gehen, blickte ihm hinterher, als er ihre Räume verließ.

Orion ging vorsichtig durch das dunkle Schloss. Er kannte den Weg, aber er war nicht sicher, was er vorfinden würde, wenn er sein Ziel erreichte. Hatte Peter erfolgreich besorgt, was er brauchte? War er überhaupt gekommen? Der einzige Grund, aus dem sie wussten, dass er überhaupt noch lebte, war die Lebensschuld-Magie, welche noch immer in Harrys Aura mitschwang.

Er erreichte die Eingangshalle und lehnte sich an eine Wand, versteckte sich in den Schatten. Er beobachtete intensiv die Schultüren, wissend, dass Peter durch diese eintreten musste, wie im Brief spezifiziert. Er wusste, Dumbledore hatte eine Ahnung, dass heute Nacht etwas Wichtiges passieren würde, aber er hatte dem Schulleiter keine Details gegeben. Das Gift des Ringes verbreitete sich immer weiter im Körper des alten Zauberers, je öfter er Magie nutzte, umso schneller ging es. Orion wollte, dass Dumbledore so lange am Leben blieb, wie möglich.

Seine magischen Sinne prickelten und zitterten unangenehm, irritierten den versteckten Zauberer. Sie warnten ihn vor der Anwesenheit von jemandem, den er noch nicht sehen oder hören konnte. Ein leises Geräusch zog seine Aufmerksamkeit auf sich und er blickte auf den Boden, gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie sich eine kleine Ratte durch einen Spalt in der Tür quetschte.

Um Punkt Mitternacht verwandelte sich die Ratte wieder in Peter Pettigrew. Seine Hände zuckten und er hüpfte auf der Stelle, versuchte, in die Schatten zu sehen. Orion schritt nach vorne, verhakte seinen Blick mit dem des fast glatzköpfigen Zauberers. Er spürte eine plötzliche Welle der Furcht, ausgehend von dem Mann vor ihm und diese seltsame Präsenz, die wieder seine magischen Sinne auftreten ließ.

„Remus!", rief Pettigrew entsetzt aus.

Orion machte in diesem Augenblick einen Fehler. Ein Fehler, der ihn alles kosten könnte, aber dennoch instinktiv war. Diese Reaktion war in sein Wesen integriert, stammte aus langen Kriegsjahren und vielem Leid in seiner Welt.

Er fuhr herum, hob seinen Zauberstab und richtete ihn auf Lupin, den Werwolf, der immer eine Bedrohung gewesen war. Indem er dies tat, ließ er seine Rückseite offen und Peter Pettigrew war derjenige, der hinter im stand.

Apple shining red and proud,
Others you may have cowed,
We'll stay strong, we've vowed,
We'll not be found beneath a shroud.


Kann nix versprechen, aber ich geb mir Mühe, dass ich das nächste Kapitel so in zwei, drei Wochen liefern kann. :)

Review?

GLG

Wölfin