A/N: So, nach ewig langer Pause geht es endlich weiter. Ich hatte in letzter Zeit leider kein Internet zur Verfügung um weitere Kapitel hochzuladen und das tut mir leid. Als Entschuldigung versuche ich in nächster Zeit die Kapitel der vergangenen Wochen nachzuholen und jeden Tag eins reinzustellen. Reviews würden mir meinen Tag versüßen:D
Ort: Quidditchfeld und Gryffindorgemeinschaftsraum
WOCHE 7 des siebten Schuljahres
Ich habe mich selbst in die Klemme gebracht.
Nach der Eskapade als James nach dem Quidditchtraining in meinen Raum kam, mir mit meinem Aufsatz geholfen hat und wir noch gut drei Stunden geredet haben, bin ich zu einer Schlussfolgerung gekommen.
Ich hasste Haley. Ich hasste sie nicht nur ein bisschen, sondern feurige und vollherzige Abscheu für die fast-zu-schön-,-um-natürlich-zu-sein Brünette war in meiner Seele zu sehen. Das war keine allzu schockierende Nachricht. Ich wusste, dass ich sie alleinschon dafür, wie sie James behandelte, nicht ausstehen konnte. Aber das war neu. Ich hasste sie, verabscheute sie, verachtete sie, beklagte sie, nur dafür, dass sie mit James zusammen war. Genau das – das war ungewöhnlich. Es war okay sie zu hassen, weil sie ein verdammter Mensch war. Jeder könnte und würde das sein. Aber das Problem war, dass ich sie nicht nur hasste, weil sie ihn wie Müll behandelte. Ich hasste sie dafür, dass sie die Chance dazu hatte. Ich hasste sie dafür, dass sie seine spezielle Person war. Ich hasste sie dafür, dass sie das Mädchen war, was er jede Nacht küsste. Ich hasste sie dafür, dass sie die eine war um die er seinen Arm legte und mit der er seine Mahlzeiten einnahm. Und so wurde mein Hass durch meine Eifersucht auch noch bestärkt.
Das war keine hilfreiche, willkommene oder überraschende Entdeckung.
Meine Beziehung zu James war schon immer extrem kompliziert. Während der ersten drei Jahre unserer Beziehung, herrschte eine gegenseitige Abneigung zwischen uns beiden. Er war ein Idiot und ich war etwas pompös. Ich dachte berechtigte so von ihm und er hielt mich für hochnäsig. Wir ignorierten uns die meiste Zeit. Im vierten und fünften Jahr wurden die Dinge komplizierter. Seht, ich hasste James nie wirklich. Er war ein arroganter Arsch, was sich in diesen zwei Jahren am meisten zeigte. Aber genau wie seine schlechten Seiten, so glänzten auch seine ehrwürdigen Seiten in diesen zwei Jahren bemerkenswert oft. Denn hinter jedem Streich steckte ein Stück geistreiche, hochkomplizierte, extrem fortgeschrittene Magie dahinter. Ich konnte nicht anders, als beeindruckt zu sein. Mit jedem tyrannischem Slytherin sah man, wie sehr er die Dunklen Künste verabscheute und für die Dinge, die er liebte, kämpfte, was ich sehr bewunderte. Auf jeden rücksichtslosen Stunt folgte eine Tapferkeit, die ich beneidete. Mit jeder Beleidigung, die er und Sirius um sich warfen, kam der Beweis wie nahe sich die beiden waren und wie weit sie gehen würden um den jeweils anderen zu beschützen, was mein Herz immer zum Flattern brachte. Also egal wie sehr sie mich manchmal genervt oder frustriert haben, ich habe nie einen von beiden gehasst. Ich war nur im Konflikt mit ihren Charakteren. Sie waren Leute und komplizierte noch dazu. Ich hasste nur, wenn sie sich wie Idioten verhielten.
Dann kam das sechste Jahr. Insgesamt gesehen hörte James zu der Zeit auf ein Idiot zu sein (Sirius ist immer noch im Prozess dazu). Er ließ die Luft aus seinem Kopf und hörte auf sich aller dreißig Sekunden durch die Haare zu fahren. Alles, was unglaublich bewundernswert an ihm war, kam zum Vorschein und alles Verachtenswerte an seiner Persönlichkeit verschwand. Versteht mich nicht falsch, ich war sehr glücklich über diese Verwandlung. Jedoch war ich auch ein bisschen traurig. Ich wusste, dass ich schon immer auf einer sehr persönlichen, innigen und versteckten Ebene von James beeindruckt war. Ich wusste auch, dass ich ihm gegenüber extrem vorsichtig sein musste, wenn ich wollte, dass es versteckt blieb. Und nun, da alles, was meine Gefühle in Schach hielt, verschwunden war, würde ich alle Gedanken und Gefühle ihm gegenüber mächtig im Zaum halten müssen. Er war der Typ Junge, in den ich mich sofort verlieben würde. Das war aber nie zuvor ein Problem, da ich mich niemals mit Jemandem treffen würde, der diese alles andere als begehrenswerten Eigenschaften besaß. Aber nun hatte er sich verändert und ich würde auf mich selbst aufpassen müssen. Ich würde mich immer wieder daran erinnern müssen, dass das James war.
Nun war aber genau das mein Problem. Er ist James. Ich bewunderte ihn, wenn er jeden verhexte, sich wie ein Arsch benahm und ein absoluter Idiot war. Aber jetzt da er ein bewundernswerter, regelmäßiger Mensch und Freund war, hatte ich keine Chance.
Ich würde ihm verfallen.
Wenn ich ehrlich war, war ich das schon längst.
Es war keine einfache Schwärmerei. Ich habe so etwas sowieso schon immer verabscheut. Es schien sich als ein kurzlebiges Interesse herauszustellen. Aber das war es nicht. Ich liebte James und das schon eine ganze Weile. Ich sorgte mich tief und wirklich um ihn. Ich respektierte ihn und wollte das absolute Beste für ihn. Das war nicht wirklich das Problem an dieser Sache. Ich liebte Mary. Ich liebte meine Eltern. Ich liebte Petunia. Und ich hatte Snape einmal geliebt. Ich kam sogar dazu, Sirius zu lieben. James zu lieben sollte also wirklich kein Problem sein. Aber es war eines, weil es da nicht aufhörte. Diese Liebe ihm gegenüber, die ich seit einiger Zeit verspürte, hatte sich in Schmetterlinge und schwitzige Hände verwandelt. Und weil diese Vorliebe für ihn einer tiefen und wahren Liebe für ihn entstammte, wusste ich, dass ich weg vom Fenster war. Ich würde nicht über ihn hinwegkommen, weil ich ihn zuerst geliebt hatte. Ich würde nie aufhören, mich um ihn zu sorgen. Also, wie um alles in der Welt kann ich verliebt sein von Liebe unterscheiden?
Wenn es einen Weg gibt, so habe ich ihn immer noch nicht gefunden.
Dieses Eingestehen von Eifersucht (und diese als Teil der Liebe) war ziemlich erschreckend. Ich wusste, dass ich keine Chance hatte, weil er eine Freundin hatte, aber ich wusste auch, dass die Gefühle für ihn nicht verschwinde würden. Das einzige, was ich tun konnte, war, weiterhin seine beste Freundin zu sein und zu hoffen, dass er irgendwann zu derselben Schlussfolgerung kam. Und bis dahin, würde ich ihn weiter in all seinen Vorhaben unterstützen, auch wenn das hieß, dass ich seine Freundin tolerieren muss.
Ich entschied mich diese Gedanken in die Tat umzusetzen und zum ersten Quidditchspiel der Saison zu gehen. Es war gegen Slytherin und James hat ohne Punkt und Komma mit mir darüber geredet. Ich wollte ihm zeigen, dass ich mich im Gegensatz zu gewissen anderen Personen um seine Interessen kümmerte und so entschied ich alle meine Sachen anzuziehen. Ich trug ein Gryffindor-Shirt, -Schal, -Hut und Gryffindor-Gesichtsbemalung. Es war ein bisschen viel, aber ich war sicher, er würde es zu schätzen wissen und das war sowieso alles, was für mich zählte. Und so fühlte ich mich etwas lächerlich, als ich mich auf den Weg machte, um mich mit Sirius zu treffen. Er bestand immer darauf eine Stunde früher zu den Spielen zu gehen, um die besten Plätze zu ergattern. Wenn ich allein ging, verließ ich das Schloss nie so früh. Aber mit Sirius machte es mir nicht wirklich etwas aus. Es war immer schön dazusitzen und für eine Weile mit ihm zu sprechen. Als ich zum Gemeinschaftsraum ging, rannte ich genau in James.
„Hey James! Bereit zu gewinnen?", fragte ich lächelnd, als wir i dasselbe Tempo fielen und nebeneinander hergingen.
„Hey Lily. Ja natürlich. Das bin ich doch immer. Warum gehst Du hier lang?"
„Um zu sehen, ob Sirius sich schon auf den Weg zum Spielfeld gemacht hat. Er ist vor Spielen doch immer noch eine Weile im Gemeinschaftsraum, nicht?"
„Ja, er müsste dort sein."
„ Und warum gehst Du hier lang? Solltest Du nicht eher auf dem Weg zum Spielfeld sein o Captain, my Captain?", er lächelte ein wenig.
„ Ich wollte mich zuerst mit Haley treffen."
„Oh", war alles, was ich dazu sagen konnte. Wir gingen für ein paar Sekunden in einvernehmlicher Stille.
„ ich mag deinen Hausstolz.", sagte James schließlich. Ich sah auf, um sein amüsiertes Lächeln zu sehen.
„ Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Du das ernst meinst oder ob du mich auslachst. Ich werde es als Kompliment betrachten."
„ So wie es gemeint war!", sagte James ernst.
„ Na dann: Danke", wir erreichten das Porträtloch, gaben der Fetten Dame das Passwort und gingen hinein.
„ Wirklich Lily, es ist wunderbar." Mein Harz pochte ein bisschen zu schnell für meinen Geschmack. Ich brauchte eine Sekunde, um mich wieder zu sammeln. Als ich schließlich bereit war, ihm zu antworten, sah ich, dass seine Aufmerksamkeit nicht länger auf mir ruhte. Verwirrt schaute ich nach vorne, um zu sehen, was seine Aufmerksamkeit in Anspruch genommen hatte. Unmittelbar darauf, verflog mein Selbstvertrauen und mein Selbstbewusstsein schoss in die Höhe. Denn dort stand Haley. Sie sah gut genug aus, um die Aufmerksamkeit jedes Jungen auf sich zu ziehen. Während meine Haare total unordentlich aussahen, sahen ihre sauber und seidig aus. Während ich eine Gesichtsbemalung hatte, trug sie akribisch genaues, perfekt aufgetragenes Makeup. Und während ich ein ausgebeultes T-Shirt und eine Jeans trug, hatte sie einen Minirock und tief ausgeschnittenes Oberteil an.
James ging zu ihr, während ich am Eingang verharrte. Ich verspürte absolut kein Bedürfnis, ihn mit ihr reden zu hören und wünschte mir nur, das Gelände zu verlassen und keinen der beiden je wiederzusehen.
Als ich da stand und versuchte meine Flucht so unauffällig wie möglich zu planen, kam Sirius zu mir.
„Hey Lil.", begrüßte er mich.
„Sirius.", sagte ich und versuchte normal zu klingen. Ich drehte mich mit dem Versuch eines Lächelns zu ihm. Ich war offensichtlich erfolglos.
„Was ist los?"
„ Nichts, ich würde nur gerne runter zum Feld gehen. Gehst du nicht normalerweise immer sehr zeitig runter zum Spielfeld? Ist das nicht dein Ding? Vielleicht wird das jetzt mein Ding. Oder unser Ding. Was auch immer für dich in Ordnung ist. Möchtest Du gehen? Ich möchte gehen.", schwafelte ich.
„ Ähm, sicher?", sagte er. Ich nahm seinen Arm und zwang ihn physisch durch das Porträtloch. Er stolperte, aber ich zog ihn weiter. „Lily! Entspann dich! Komm runter! Wir haben noch über eine Stunde."
„Genau. Ich möchte nur einen guten Platz haben."
„ Schau, ich hasse sie auch, aber das ist kein Grund mich wegzudrängen.", überraschte er mich, aber ich hielt meinen Gesichtsausdruck unter Kontrolle und starrte entschieden den Gang hinunter.
„Nein, ist es wirklich nicht.", murmelte ich.
Auf Grund unserer frühen Ankunft, ergatterten wir die besten Plätze im Haus, um das Massaker auf Slytherin zu sehen. Wir hatten dreimal so viele Punkte wie sie, was dem zeitlich perfekt gefangenem Schnatz und der Unfähigkeit des Slytherinhhüters zu verdanken war. James machte 40 % der Tore, womit er sich (mit gutem Grund) brüsten würde.
Sirius und ich ging runter aufs Feld um ihm zu gratulieren, aber Haley schlug uns in dem Punkt. Wir beide verdrehten unsere Augen. Sie saß drei Reihen vor uns und hatte kaum auf das Spiel geachtet. Sie redet den größten Teil des Spieles und die restliche Zeit inspizierte sie ihre Kleidung. Ich bezweifelte, dass sie überhaupt wusste, welche Position James besaß. aber das hielt sie nicht davon ab „ Du bist unglaublich!" zu schreien, sich auf ihn zu stürzen und ihn vor gut 300 Zuschauern zu küssen. Sirius und ich entschieden zu warten, bis sie fertig mit ihm geredet hatte, aber sie schien die ganze Nacht an ihm festzukleben. Als sie während der Party die ganze Zeit bei ihm hing, konnte ich nicht anders als mich neidisch zu fühlen. Ich versuchte es runterzuschlucken und mich für ihn zu freuen, aber ich habe es nicht ganz geschafft. Ich vermied es den größten Teil der Nacht hindurch, ihn zu sehen, weil ich bei dem Anblick der beiden zusammen, das Gefühl bekam, etwas schlagen zu müssen (vorzugsweise Haleys Gesicht). Da dieses Gefühl weder gesund noch leicht zu ignorieren war, wartete ich bis sie ins Bett ging (sie verließ Parties immer zeitig, um ihren Schönheitsschlaf zu bekommen), um mit ihm zu reden. Unglücklicherweise blieb sie bis um zwei Uhr früh bei ihm, wo ich es dann aufgab zu warten und ins Bett ging. Als ich allein zu den Schulsprecherräumen ging, fiel mir etwas ein.
Als Ravenclaw letzte Saison das Spiel gegen Gryffindor verlor, verließ sie das Spielfeld ohne zu ihrem damaligen Freund zu gehen. Als sie aber gegen Hufflepuff gewannen, erinnerte ich mich, rannte sie seinen Namen schreiend auf das Feld und sprang in seine Arme. Offensichtlich mochte sie Gewinner und nicht viel mehr. Wenn ich schon so daran dachte, ihre letzten drei Freunde waren Quidditch-Kapitäne. Ich hatte mehr und mehr das Gefühl, dass ihr romantisches Interesse eher weniger mit James an sich und eher mehr mit Gryffindors Siegerstatistik zu tun hatte.
Wenn ich sie davor nicht schon gehasst hätte, dann würde das Gefühl sich spätestens jetzt in mir aufbauen. Ich marschierte wütend in die Schulsprecherräume, riss mir meine hässlichen Klamotten vom Leib und ließ mich auf mein Bett fallen. Ich hatte kaum noch Kraft zu weinen, schaffte es aber dennoch irgendwie.
