A/N:So, ich weiß ich bin total blöd und gemein und böse und sonst noch was, dass ich euch so lange habe warten lassen. Es tut mir auch wirklich total Leid, dass es so extrem lange gedauert hat, aber ich musste mich in den letzten zwei Monaten auf meine Prüfung vorbereiten, dazu kam noch die Schule und noch ein paar andere Probleme. Kurz gesagt: Mein wirkliches Leben hat mich gebraucht. Ich liebe es Geschichten zu übersetzen und mache das total gern in meiner Freizeit, aber das war in letzter Zeit leider nicht möglich. Danke an die Leute, die trotz der langen Wartezeit an der Story dranbleiben und reviewen, ihr seid die Besten! Ich hoffe, es liest überhaupt noch jemand weiter. Im Anschluss noch ein paar Antworten auf ein paar Reviews auf die ich leider nicht sofort reagieren konnte, auch das tut mir Leid und sonst noch vielen Danke an alle Reviewer:

An Kate: Leider konnte ich deine Frage bei den Reviews nicht beantworten, weswegen ich es jetzt hier tue. Nein, die Story geht leider nicht bis zu dem Zeitpunkt, an dem die beiden heiraten, sondern erzählt die Geschichte nochmal von James Standpunkt aus. Ich fand Haley auch bezaubernd, aber es wird noch besser. Danke nochmal für deine Review!

An Tessa04: Ich hatte nie vor diese Story abzubrechen und wollte eigentlich auch schon viel früher wieder zurück sein, aber das hat leider nicht so geklappt wie ich das wollte. Danke für dein Vertrauen in mich und deine Review:)

So, hier beginnt der zweite Part der Geschichte, der James Sicht zu den Geschehnissen zeigt. Sie unterscheiden sich, obwohl es sich um die gleichen Geschehnisse handelt, doch ziemlich von den Kapiteln, in denen Lily´s Sicht zum Ausdruck gebracht wird, weil es nun noch den anderen Part gibt und es kommen zudem auch noch andere Ereignisse hinzu, von denen Lily nichts wusste.

Ort: Gryffindorgemeinschaftsraum

WOCHE FÜNF des siebten Schuljahres

Normalerweise bin ich eine sehr geduldige Person.

Ich versuchte, nicht wegen der winzigen Erstklässler zu explodieren. Ich arbeitete daran, die Zweitklässler, die ihre Klappe scheinbar nie halten konnten, nicht zu verhexen. Selbst meine Duelle mit den Slytherins habe ich auf zwei pro Monat reduziert! Mein Aufwand blieb nicht unbemerkt, zu meiner Verärgerung wurde ich sowohl von Dumbledore als auch von McGonagall für eben diesen gelobt. Es schien als wären meine Tage als ´unglaublicher, böser Rumtreiber´ vorbei. Größtenteils interessierte mich das eigentlich nicht. Je mehr ich über meine jüngeren Jahre nachdachte, desto mehr schämte ich mich auch dafür. Die Intoleranz, der Überheblichkeitskomplex, ich war weder stolz auf das eine noch auf das andere. Um meine unanständige Vergangenheit zu kompensieren, versuchte ich meine gute Elternstube zu zeigen. Und das schloss Geduld mit ein, was normalerweise kein wirkliches Problem war.

Aber an dem speziellen Tag wurde ich fast schwach. Meine Freundin (Haley) saß für ungefähr zwanzig Minuten mir gegenüber und heulte und beschwerte sich über ein Kompliment, das ich ihr gab. Ich kann mich nicht mal genau erinnern, was ich gesagt hatte, aber ich erinnere mich, es auf jeden Fall nicht gesagt zu haben, um sie zu beleidigen. Obwohl sie hübsch war, war Haley auch sehr anspruchsvoll. Ich verstand, dass sie in der Vergangenheit von Jungs, die sie nicht verdient hatten und sich falsche Vorstellungen machten, verletzt worden war, deshalb ließ ich dieses Verhalten auch meistens einfach nur so an mir vorbeiziehen.

Meistens.

Aber MERLIN.

Aber sie fuhr immer weiter fort und fort und fort. Ich hatte mich bereits ungefähr sechs Mal entschuldigt, obwohl ich nicht genau wusste wofür. Sie beschwerte sich weiterhin darüber, wie wenig ich ihre Bemühungen schätzte, indem ich sie verführte und wie sehr ich sie als Person unterschätzte und wie ich ´eine Kluft wegen unserer Unterschiede in unserer Beziehung bringe´. Das Letzte verstand ich definitiv nicht. Wir waren sehr verschieden, das war wahr. Sie war eine Ravenclaw, ich ein Gryffindor. Sie gab der Schule viel mehr Aufmerksamkeit als ich es tat. Sie hatte einen anderen Freundeskreis. Sie nahm Beziehungen auch viel ernster als ich in meiner Vergangenheit. Hiervor, muss ich peinlicherweise gestehen, war ich nie ein guter fester Freund. Ich fand ein Mädchen, das ich irgendwie mochte, und benutzte sie. Ich war nie gedankenvoll oder charmant. Aber ich hasste das Single-Leben, also hatte ich immer irgendwie Freundinnen. Selbst wenn sie mir klar machten, dass sie diese Beziehungen absolut nicht weiterführen wollten, versuchte ich doch ebendiese für mein eigenes Wohl aufrechtzuerhalten. Das war eine schlechte Eigenschaft und ich versuchte sie mit Haley zu revidieren. Ich wollte, dass diese Beziehung funktionierte und ich wollte, dass sie aus den richtigen Gründen weiterlief. Und obwohl wir vielleicht nicht wie ein ganz normales Paar wirkten, so mochte ich uns vor Allem wegen unserer Unterschiede. Sie war komplett anders als ich und das gab uns eigentlich eine einzigartige Perspektive und vielfältige Gesprächsthemen. Sie bekam im Gegensatz zu so vielen anderen meiner ehemaligen Freundinnen meine volle Aufmerksamkeit. Sie sagte mir, wenn ich sie falsch behandelte, was genau das war, was ich brauchte. Ich musste wissen, wie sich ein normaler fester Freund verhielt, sodass ich irgendwann der werden könnte, der ich sein sollte.

Aber heute fühlte ich mich von ihr komplett unfair behandelt. Was ich sagte, war ein Kompliment und sie nahm es viel zu persönlich. Ich versuchte immer mein Bestes um ihr zu gefallen und machte alles, was sie wollte, weil ich dachte, dass das genau das war, was feste Freunde tun sollte. Aber sie verlangte extrem viel von mir und gab mir im Gegensatz dafür nichts zurück. Sie nahm meine gesamte Zeit in Anspruch. Obwohl ich nichts dagegen hatte mit meiner Freundin Zeit zu verbringen, hatte ich nicht gedacht, dass sie mich während der kompletten Schulzeit und während des Mittags von meinen Freunden separieren würde. Das ich während meinem Unterricht keine Zeit mit meinen Freunden verbringen konnte war blöd, aber nicht vollkommen überraschend. Sie wollte in jeder Stunde meine Partnerin sein und kein "Nein" akzeptieren. Also waren Verwandlung mit Sirius, Zauberkunst mit Remus und Zaubertränke mit Lily vorbei. Ich würde einverstanden (nicht glücklich, aber einverstanden) damit sein, wenn es nicht das Mittagessen betreffen würde. Sie drängte mich praktisch dazu nicht mehr bei meinen Freunden zu sitzen. Zugegeben, sie hat es versucht, aber Sirius hat sich ihr gegenüber komplett idiotisch benommen. Ich verstand ihre Einstellung, ich wollte Sirius auch eine reinhauen (Ich meine, ernsthaft Kumpel? Meine erste richtige Beziehung in einem Jahr und Du benimmst Dich als wäre sie ein Todesser oder sowas?). Selbst Remus war manchmal überraschend kalt. Ich erinnere mich an einen speziellen Augenblick, als sie versuchte mit ihm über eine von McGonagalls Stunden zu reden und er ihr sagte, dass ihre Auslegung absolut falsch sei. Sie reagierte darauf ein klein wenig verrückt, aber es war derselbe Tag gewesen an dem sie ein T in Zauberkunst bekommen hatte und ich wusste, dass sie sich sehr leicht aufregte, also ließ ich es sein, später mit ihr darüber zu reden. Aber selbst so hasste ich es, ohne sie zu sitzen. Ich vermisste es wirklich, Lily´s Anekdoten zuzuhören und Remus trockenen Humor und Sirius schlechte Manieren. Sie waren meine Freunde und ich vermisste sie. Es half auch nichts, dass die drei sich immer in Sichtweite an den Tisch setzten. Sie sahen aus, als ob sie grandios so weitermachten wie vorher, während er immer mit Haley rumsaß, die sich immer über die Menge an Sirup bescherte, die die Hauselfen auf ihre Waffeln taten (schließlich hatte sie es auch tatsächlich geschafft, einen Spruch zu erfinden, der die exakte Menge an Sirup auf ihren Waffeln dosierte. Es amüsierte mich sehr, wie viel Aufwand sie in ihre Waffeln steckte, aber auf der anderen Seite war ich auch sehr beeindruckt, dass sie ihren eigenen Spruch erfunden hatte).

Also, Haley und ich hatten bereits einige Hochs und Tiefs. Ich mochte sie wirklich und ich lernte viel wie man sich als richtiger fester Freund verhielt. Sie war (zumindest am Anfang) wirklich, ähm, NETT zu mir. Sie mochte mich tatsächlich so als ob sie mich wirklich mochte. Das war eine nicht endende Quelle des Erstaunens für mich. Mädchen fanden mich normalerweise attraktiv, aber in einer Weise wie sie Stars sahen. Nur wenige mochten mich tatsächlich wegen mir mit mir treffen (worüber ich zurückblickend nicht sagen kann, dass ich überrascht wäre). Aber nachdem ich so viele Male verletzt wurde, mit mir gespielt wurde oder ich… zurückgewiesen wurde, war es extrem schön einmal das Wort "ja" von den Lippen eines Mädchens zu hören. Und sie hatte sehr schöne Lippen. Ich weiß, dass das eigentlich weniger interessieren sollte, aber sie war extrem attraktiv und das tat definitiv nicht weh. Wir kamen miteinander klar und es lief.

Nunja, normalerweise lief es. Jetzt schienen wir uns irgendwie nur noch zu streiten. Sie machte mich fertig. Sie interpretierte alles, was ich sagte, immer auf die schlechteste Weise und verlangte dann von mir, dass ich mich dafür entschuldigte. Es hätte mir nichts ausgemacht, wenn wir eine geringere Anzahl an Streits gehabt hätten. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie einfach nur die Worte "Es tut mir Leid" sehr mochte. Es macht mir nichts aus, es zuzugeben, wenn ich falsch liege, aber wenn ich diese Worte benutze würde ich auch gerne falsch liegen. Sie war durch meine Witze beleidigt, was mich wirklich überraschte. Sie kannte meinen Sinn für Humor als sie anfing mich zu treffen, aber sie schien komplett vergessen zu haben wie ich funktionierte. Sie machte einen Streit aus etwas, was ich gesagt habe und dann fochten wir es aus bis ich mich entschuldigte, wir uns küssten und uns versöhnten.

Diesmal kämpfte sie mit den Tränen als sie mir erklärte wie tief ich sie verwundet hätte. Ich fühlte mich ein wenig wie ein Arschloch als ich meine Gedanken schweifen ließ, aber das hier passierte so oft, ich konnte wirklich nicht anders.

„JAMES! Hörst Du mir überhaupt zu?", schnappte Haley und drängte mich damit zurück in unsere Unterhaltung.

„ Ja, ich höre Dir zu. Und zum hundertsten Mal, Du siehst heute hübsch aus und gestern und jeden anderen Tag. Ich meinte das nicht so."

„Doch, hast Du. Vielleicht weißt Du es ja nicht, aber innerlich, da denkst Du, dass ich nicht attraktiv genug für Dich bin. Was wiederum heißt, dass Du Frauen als Objekte betrachtest. Ich kann mich nicht so behandeln lassen, James. Ich möchte geschätzt werden."

„Ich schätze dich, Haley", sagte ich mit einer nicht sehr subtilen Andeutung von Genervtheit und Langerweile.

„Wenn Du mich nicht ernst nimmst, sehe ich keinen weiteren Grund für mich, diese Unterhaltung fortzusetzen."

„Komm schon, Haley. Du weißt, dass ich dich nicht beleidigen wollte."

„Nein, ich denke nicht, dass Du es wolltest. Aber Du hast es trotzdem getan und Du kannst dich nicht einmal richtig dafür entschuldigen. Du hast mich verletzt und Du kannst dich nicht dazu herablassen, dich zu entschuldigen. Ich gehe zum See. Komm mir nach, wenn Du dich versöhnen willst." Sie erhob sich von ihrem Stuhl und ging aus dem Raum.

„Haley!", rief ich ihr nach. Sie ignorierte mich. Ich seufzte tief. Ich vermute, ich hätte ihr gleich folgen sollen, aber im Moment hatte ich es satt ihr immer wieder nachzulaufen. Ich sah mich im Gemeinschaftsraum um und entdeckte Lily und Sirius in einer lebhaften Diskussion. Ich wunderte mich einen Moment lang, wann die beiden so gute Freunde geworden waren. Ich hatte es nicht wirklich bemerkt. Möglicherweise während all der Mittagspausen, die ich nicht mit ihnen verbrachte.

Mit etwas Selbstmitleid entschied ich mich, mich ihnen anzuschließen. Sie bekamen nicht mit wie ich mich ihnen näherte und ich hörte Sirius sogar meinen Namen sagen.

„James wird was tun?", sagte ich, indem ich Sirius letzten Satz wiederholte. Beide schreckten sichtlich auf bevor sie mich angrinsten. Ich nahm gegenüber von Sirius Platz und wiederholte meine Frage.

„Hey James. Wie geht es Dir?", ich kniff meine Augen bei Lilys offensichtlichem Ausweichen meiner Frage zusammen. Die Leute hassten es beim Tratschen erwischt zu werden. Ich entschied mich, das Thema ihr zu Gunsten fallen zu lassen. Sie hasste unangenehme Situationen.

„Ich kann einfach nicht gewinnen.", sagte ich und überraschte mich selbst mit meinem depressiven Ton. Ich vermute, meine Mitleidsparty hatte sich in die Konversation manifestiert. Das war wahrscheinlich kein gutes Zeichen.

„ Lass dich etwas ablenken. Wie wär´s mit einem Schachspiel? Oder einen Ausflug in die Küche?", sagte Lily. Ich lächelte leicht zu ihr. Egal in welcher Situation man sich befand, Lily würde immer versuchen sie besser erscheinen zu lassen. Wenn die Welt von Hummern überrannt werden würde und wir alle dazu verdammt wären, Sklaven der Krusten zu werden, würde Lily einen Weg finden meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu lenken und die Situation als gut erscheinen lassen.

„Nein, ich sollte ihr lieber folgen. Sie ist wahrscheinlich schon auf dem halben Weg zum See.", ich fühlte mich schon schuldig, weil ich ihr nicht gefolgt war; normalerweise folgte ich ihr gleich und wir versöhnten uns recht schnell wieder. Sie würde vermutlich schon denken, dass ich wütender wäre als ich eigentlich bin, was nicht gut wäre. Sie weinte immer, wenn sie dachte, ich sei wütend auf sie.

„Krone, vielleicht solltest Du sie ein bisschen Dampf ablassen lassen.", sagte Sirius.

„Nein, ich sollte mich entschuldigen.", als würde ich Beziehungstipps von Sirius, dem Möchtegernmörder all meiner potentiellen Beziehungen, annehmen.

„Für was? Was genau hast Du falsch gemacht?", wollte Sirius wissen. Ich wusste, dass er versuchte meine Beziehungen zu kontrollieren, aber das hieß nicht, dass er sie verstand.

„Ich hab sie beleidigt. Sie ist meine Freundin und es ist mein Job sie sich begehrt und nicht verletzt fühlen zu lassen.", das sagte ich, weil es teilweise wahr war und weil ich ihn für sein Eingreifen wollen etwas zurückzahlen wollte. Ich stand auf, nickte Lily zu und ignorierte Sirius. Er war mein bester Freund, versteht mich nicht falsch. Ich liebe diesen Idioten, egal was er zu mir sagt oder mir antut. Aber manchmal war es ein bisschen viel.

Was haltet ihr davon?