Anmerkung des Autors:
Alle Figuren sind Eigentum von J. . Ich verdiene kein Geld mit diesen Erzählungen.
Dies ist meine erste selbst geschriebene Geschichte. Einige weitere Kapitel sind fertig. Freue mich über Rückmeldungen.
01.09.2015, 07.15 Uhr, Flug zwischen Hamburg und London
Der Flug selber verlief unspektakulär, sodass Lucy weiter ihren Gedanken nach hängen konnte. In der Muggelwelt fand sie sich problemlos zurecht, sie war dort aufgewachsen. Erst mit dem Brief ihrer Schule zu ihrem elften Geburtstag hatten Lucy und ihre Eltern erfahren, dass eine verborgene Welt existierte, in der es Zauberei, Drachen, fliegende Besen und noch seltsamere Dinge tatsächlich gab. Zunächst hatten alle an einen Scherz geglaubt, dann jedoch begann Lucys Leben einen unerwarteten Verlauf zu nehmen. Im Nachhinein erkannte sie dass ihre Großmutter von der Neuigkeit seltsam wenig überrascht gewesen war. Lucy bedauerte ihre Oma nie gefragt zu haben, wie das kam. Hatte sie von der magischen Welt gewusst? Einen Zauberer gekannt? Jetzt würde sie es nicht mehr erfahren.
Nach der Landung in Heathrow und nachdem sie ihren Koffer vom Gepäckband gesammelt hatte (mit magischer Hilfe war er als Erstes erschienen) stellte Lucy fest, dass ihr die bisherige Reise als nostalgischer Abschied von der Muggelwelt genügte. Vielleicht hatte sie auch einfach keine Lust, sich mit ihrem Koffer in den Heathrow Express und die Londoner U-Bahnen zu begeben. Sie verließ das Flughafengebäude um unbemerkt zu disapparieren. Sie liebte es in sekundenschnelle von einem Ort zu verschwinden und an einem anderen wieder aufzutauchen. Genau das tat sie jetzt am Bahnhof Kings Cross. Niemand schien ihr plötzliches Erscheinen zu bemerken. Umstehende Muggel redeten sich vermutlich ein, sie müssten die junge Frau, die plötzlich vor ihnen stand, wohl einfach übersehen haben.
Noch wusste Lucy nicht, wie sie vom nicht magischen Teil des Bahnhofs zum Gleis 9 ¾ kam. Sie konnte spüren, dass die solide aussehende Absperrung zwischen den Gleisen 9 und 10 nicht ganz „normal" war. Es war schwer zu beschreiben, es war als strahlte die Magie auf dem Objekt eine Art Strahlung ab, die sie wahrnehmen konnte. Lucy hatte eine Vermutung, wie dieses Tor zum Gleis 9 ¾ funktionieren könnte, denn genau das musste diese magisch veränderte Absperrung sein. Dennoch beschloss die grünhaarige Hexe zunächst abzuwarten und zu beobachten. Sie hatte genug Zeit und sie wollte nicht durch merkwürdiges Verhalten am Muggelbahnhof auffallen. Schon bald müssten weitere Magier den Weg zum Bahnhof und letztlich zum Gleis zwischen 9 und 10 finden. Bis dahin ließ sich Lucy auf einen der ramponierten Plastiksitze plumpsen und zog ein Buch aus ihrer Tasche, ließ die ominöse Absperrung aber nicht aus den Augen.
Schon um 11.25 erschienen die ersten Hogwartsschüler. Eindeutig zu identifizieren dank mitgeführter Besen und Eulen. Lucy betrachtete sie genau, vermutlich ihre zukünftigen Schüler. Zwei ältere Jungen berichteten einander von ihren jeweiligen Quidditch-Heldentaten. Es folgte ein verschüchtertes blondes Mädchen mit ihren Eltern, vermutlich war es ihr erstes Jahr auf Hogwarts. Nur wenig später 2 Jungen und 1 Mädchen. Der kleinere schwarzhaarige trug einen Käfig mit einer auffällig schönen Schneeeule, das Mädchen mit der buschigen Lockenmähne und einem großen roten Kater, schien ihre Begleiter auf fleissigeres Lernen einschwören zu wollen, woraufhin der Dritte, ein schlaksiger Rothaariger genervt mit den Augen rollte. All diese Leute verschwanden nachdem sie sich wie zufällig an die besagte Absperrung gelehnt hatten. Wusst ich's doch, freute sich Lucy leise. Sie stand auf und ging ganz selbstverständlich mit ihrem Gepäck auf die solide Absperrung zu. In dem Moment, in dem es hätte zum Aufprall kommen müssen, schien die Realität umzuklappen. Einen Moment später stand Lucy wieder auf einem Gleis. Allerdings zeigte die Anzeigetafel nicht mehr Gleis 10 an, sondern war mit 9 ¾ beschriftet. Auch machte die gesamte Ausstattung einen altmodischeren Eindruck als zuvor. Gemütlicher. Lucy wurde klar, dass sie dieses magische Gleis mit denselben Augen sah, wie die Erstklässler, die heute zum ersten Mal den Schulzug besteigen würden.
Im Zug hatte Lucy ein Abteil für sich. Die Schüler wussten anscheinend nicht, wie sie die ungewöhnliche Hexe einschätzen sollten und mieden ihre Nähe. Lucy war es recht. Ihre Nervosität war zurückgekehrt und sie war froh, ihre Ruhe zu haben.
