Anmerkung des Autors:

Alle Figuren sind Eigentum von J. . Ich verdiene kein Geld mit diesen Erzählungen.

Dies ist meine erste selbst geschriebene Geschichte. Einige weitere Kapitel sind fertig. Freue mich über Rückmeldungen.

01.09.2015, 21.30 Uhr, Hogwarts Große Halle

„Es ist an der Zeit, die neuen Schüler auf die Häuser zu verteilen.", fuhr Professor Dumbledore in seiner Ansprache fort. Er wedelte mit seinem Zauberstab und ein Stuhl, auf dem ein ramponierter Hut lag, erschien vor dem Lehrertisch. Die Erstklässler wurden gebeten sich hinter dem Stuhl aufzustellen. Daraufhin erhob sich Professor McGonagall, die Frau mit dem strengen Gesichtsausdruck neben Lucy und rief die neuen Schüler in alphabetischer Reihenfolge auf. Der Aufgerufene nahm jeweils auf dem Stuhl platz und setzte den Hut auf den Kopf. Dieser verkündete daraufhin das Haus des Schülers: Griffindor, Ravenclaw, Hufflepuff oder Slytherin. Gebannt verfolgte Lucy die Auswahl. Die Erstklässler versuchten mit unterschiedlichem Erfolg ihre Nervosität zu verbergen, die älteren Schüler freuten sich über jeden Neuen, der ihrem Haus zugeteilt wurde.

Als alle neuen Schüler verteilt waren, schickte der Schulleiter die gesamte Schülerschaft in ihre Betten und bat die Lehrer sich im Lehrerzimmer einzufinden. Professor Lockhardt bot sofort an, Lucy zu zeigen, wie sie dorthin gelangte. Einen Grund dies abzulehnen hatte sie nicht und so ließ sie sich von dem blonden Schönling den Weg zum Lehrerzimmer zeigen. Viel reden brauchte sie nicht, Professor Lockhardt schien vollkommen zufrieden zu sein, wenn Lucy ab und zu nickte, während er von seinen Heldentaten berichtete.

Das Lehrerzimmer stellte sich als gemütlicher Raum mit einem großem Kamin, in dem ein fröhliches Feuer prasselte, heraus. Um den runden Tisch in der Mitte des Raumes saßen bereits einige Lehrer. Diesen nickte Lucy schüchtern zu, bevor sie sich auf einen freien Platz setzte. Lockhardt nahm neben ihr Platz. Als die restlichen Lehrkräfte eintrafen, war Lucy froh, Professor Dumbledore auf ihrer anderen Seite sitzen zu haben. Ihr Mentor, Professor Snape saß ihr schräg gegenüber, der riesenhafte Bärtige daneben. Die meisten ihrer zukünftigen Kollegen musterten sie neugierig, aber bevor jemand sie etwas fragen konnte, ergriff der Schulleiter das Wort: „Liebe Kollegen, bevor ihr alle unsere Neuerwerbung", er deutete eine Verbeugung in Richtung Lucy an, „mit Fragen löchert, möchte ich noch einiges loswerden. Ich bitte Euch, zur Kenntnis zu nehmen, dass unsere junge Kollegin aus Deutschland stammt und deshalb vielleicht nicht mit allen unseren Unsitten und Redewendungen vertraut ist." Er wandte sich an Lucy: „Severus wird ihnen später ihre Räume zeigen und mit ihnen den Unterrichtsablauf besprechen." Lucy blickte zu ihrem Mentor. Dieser nickte, jedoch ohne Lucy anzusehen und mit unverändert finsterem Blick. „Die Hauslehrer möchte ich bitten, ihre jeweiligen Schüler zur Einhaltung der Hausordnung anzuhalten. Insbesondere die Unordnung in den Gemeinschaftsräumen kann ich unseren Hauselfen nicht weiter zumuten." Er räusperte sich. „Achja, Minerva. Sind die Stundenpläne für die Schüler fertig geworden?" Professor McGonagallließ einen großen Stapel Papiere in der Mitte des Tisches erscheinen, was den Schulleiter anscheinend zufriedenstellte. „Gut, dass wärs. Weitere Fragen?" Keiner der Anwesenden äußerte sich. Professor Dumbledore wandte sich nun direkt an Lucy: „Wenn sie möchten, werde ich ihnen morgen nach dem Abendessen das Schloss zeigen. Es wäre angebracht, wenn Sie sich schnell zurechtfinden." „Vielen Dank, ich möchte möglichst schnell das Gebäude kennenlernen.", antwortete sie. Professor Dumledore nickte ihr freundlich zu, wünschte allen einen schönen Abend, und verabschiedete sich, er hätte noch einiges zu erledigen.

Lucy blieb mit den anderen zurück. Es war Professor McGonagall, die sie als Erstes ansprach: „Wo genau haben Sie gelebt in Deutschland?" Lucy gab Auskunft, dass sie in Schleswig-Holstein, nördlich von Kiel zu Hause sei." „Ich habe einige Zeit in Berlin gelebt.", erklärte die Lehrerin ihr Interesse, „eine interessante Stadt. Wie gefällt Ihnen das Vereinigte Königreich?" „Die Landschaft hier oben ist wunderschön. Ich kann es kaum erwarten, die Gegend zu erkunden.", beantwortete Lucy die Frage. Auch die übrigen Lehrer hatten scheinbar endlos viele Fragen an sie. Einerseits war die junge Hexe froh, mit ihren Kollegen ins Gespräch zu kommen, andererseits war sie inzwischen wirklich müde und wäre gerne bald schlafen gegangen. Besonders Professor Lockhardt hörte nicht auf sie zuzutexten. Schließlich kam Hilfe von unerwarteter Seite. „Jetzt ist's genug. Ich erwarte, dass sie zum Unterricht morgen früh ausgeschlafen sind.", blaffte Professor Snape sie an. „Folgen Sie mir." Damit verließ er den Raum. Lucy war zu müde um über die Unverschämtheit, ihr die Schuld daran zu geben, geben, dass es so spät geworden war, verärgert zu sein. Mit verwirrter Miene verabschiedete sie sich von den übrigen Kollegen. Anschließend beeilte sie sich ihrem rätselhaften Mentor zu folgen. Lucy versuchte sich den Weg einzuprägen, verlor aber schnell die Übersicht. Sie liefen durch endlose Korridore bogen scheinbar willkürlich ab, benutzten hinter Wandbehängen verborgene Treppen und waren noch immer nicht am Ziel. Lediglich dass sie sich stetig abwärts bewegten war Lucy klar.

Als sie eine weitere Treppe hinuntereilten, Professor Snape schien keinerlei Rücksicht auf sie nehmen zu wollen, sackte sie plötzlich mit einem Bein in einer Treppenstufe ein, die gar keine war. Sich wieder zu befreien war gar nicht so einfach. „Einen Augenblick bitte.", rief sie dem Zaubertranklehrer zu, der natürlich weitergehastet war. Er drehte sich zu ihr um. Sein Gesichtsausdruck verriet, dass er kein Verständnis für ihre Situation aufbrachte. Nachdem er ihr einige Zeit bei ihren Befreiungsversuchen zugeschaut hatte, Lucy war zu stolz diesen Griesgram um Hilfe zu bitten, kam er auf sie zu um sie herauszuziehen. Er packte ihren Arm und zog ungeduldig daran. Allerdings so heftig, dass er selber den Halt auf den Stufen verlor und auf der Treppe neben Lucy aufschlug. Mit einem Ausdruck der Verwirrung sah er sie an. Seine dunklen Augen erzeugten bei Lucy ein seltsames Gefühl im Magen. Trotzdem war die Situation so komisch, dass sie nur mit Mühe ein Lachen unterdrücken konnte.

„Was müssen sie auch so tolpatschig sein?" gab Professor Snape sofort ihr die Schuld. „Kann ich wissen, dass die Stufe nicht fest ist?", fragte Lucy zurück. „Sind sie eine Hexe oder nicht?" kam prompt die Antwort, während er grob an ihrem Arm zerrte. „Wie soll ich bei ihrem Tempo auch noch jede Stufe prüfen?" wollte Lucy daraufhin wissen und schafft es schließlich ihr eingeklemmtes Bein zu befreien. „Nicht mein Problem." Damit schien für ihn das Thema erledigt zu sein. Schnell ließ er ihren Arm los und eilte weiter. Lucy humpelte hinterher. Die Wände hier unten bestanden aus bloßem Fels, Fackeln erhellten die Korridore wo zuvor Kronleuchter in regelmäßigen Abständen angebracht gewesen waren. Ihr Mentor blieb vor einer groben Eichentür stehen. „Ihre Räume. Ich erwarte sie morgen eine Stunde vor Unterrichtsbeginn im Klassenraum. Dort drüben." Er deutete auf eine Tür schräg gegenüber und verschwand am Ende des Korridors.