Anmerkung des Autors:

Alle Figuren sind Eigentum von J. . Ich verdiene kein Geld mit diesen Erzählungen.

Dies ist meine erste selbst geschriebene Geschichte. Einige weitere Kapitel sind fertig. Freue mich über Rückmeldungen.

01.09.2015, 23.20 Uhr, Lucys Räume

Verdattert stand Lucy im Korridor. Wie zum Teufel sollte ihr Referendariat ablaufen, wenn ihr Mentor sich weigerte mit ihr zu sprechen?

Sie öffnete die Tür zu ihren Räumen: Als erstes ein Arbeitszimmer, hinter der Tür am anderen Ende dieses Raumes Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad. Die Wände bestanden wie der Gang draussen aus blanken Fels. In jedem Zimmer gab es einen Kamin. Die Aufgabe, das Ganze etwas wohnlicher zu gestalten, würde Lucy morgen angehen. Heute war sie erledigt. Schnell legte sie Kleidung für den nächsten Tag zurecht, um anschließend ins Bett zu gehen.

Trotz ihrer Müdigkeit fiel es Lucy schwer einzuschlafen. Zu viel ging ihr durch den Kopf. Was erwartete sie morgen? Konnte sie sich mit ihrem Mentor arrangieren? Würde sie Anschluss an die Kollegen finden? Das war Lucy schon immer schwer gefallen. Sie war nicht direkt schüchtern, aber sie redete nicht gerne. So dauerte es meistens recht lange bis sie Freundschaften schloss. Tausend Gedanken schwirrten ihr durch den Kopf, die sich schließlich in ihren Träumen fortsetzten. Unruhig wälzte sie sich hin und her. Lange bevor ihr Weckzauber sie geweckt hätte, erwachte Lucy. Dieselben Gedanken wie vor dem Einschlafen hielten sie davon ab noch einmal einzuschlummern. Schließlich stand sie auf, ging duschen und kleidete sich sorgfältig an. Haare zusammengebunden und sie war fertig. Fast eine Stunde zu früh. Bis es Zeit war zum Frühstück zu gehen, versuchte Lucy sich mit einem Buch abzulenken: „Die Geschichte von Hogwarts".

Auf dem Weg zur Großen Halle verirrte sie sich allerdings gründlich. Nur durch das Verwenden eines Orientierungszaubers erreichte sie schließlich ihr Ziel. Professor Lockhardt winkte ihr fröhlich zu als sie zum Lehrertisch ging. Seine gute Laune prallte allerdings an Lucy ab und sie hörte gar nicht richtig zu, während er neben ihr unentwegt sprach. „Hm", machte Lucy als sie das Gefühl hatte nach ihrer Meinung gefragt worden zu sein. „Wunderbar, dann hole ich sie heute abend ab." „Wiebitte?", fragte Lucy erschrocken. Verwirrt sah Professor Lockhardt sie an:„Sie haben doch gerade gesagt, dass sie heute abend mit mir etwas trinken gehen?" „Nein! Also heute abend geht wirklich nicht.", versuchte Lucy das Unheil abzuwenden. „Dann morgen?" „Vielleicht. Ich muss sehen, wie ich meine Zeit einteilen kann.", versuchte sie diplomatisch um eine Verabredung mit dem eingebildeten Lehrer herum zu kommen. „Ich muss jetzt auch dringend los." Das war nicht einmal gelogen. Wollte Lucy zur angesagten Zeit im Klassenzimmer sein, blieb ihr tatsächlich nicht mehr viel Zeit.

Etwas außer Atem, kam Lucy wieder in den Kerkern an. Kräftig klopfte sie an die Tür. „Herein", hörte sie von drinnen und trat ein. „Kommen Sie rein und machen sich nützlich anstatt meine Tür einzuschlagen. Und ich erwarte etwas mehr Pünktlichkeit." Professor Snape stand mit dem Rücken zu ihr am Pult. „Kann ich was dafür, dass Lockhardt mich beim Frühstück vollquatscht?" versuchte Lucy sich zu rechtfertigen. Sie war verärgert. Sie hasste es zu spät zu sein, auch wenn es sich nur um lächerliche zwei Minuten handelte. Und dann war es tatsächlich Lockhardts Schuld. Ihr Mentor hatte sich umgewandt und blickte sie abschätzig an: „Regeln sie ihre privaten Angelegeheiten mit dem Schnösel außerhalb ihrer Arbeitszeit. Ich erwarte, dass sie ihren Aufgaben mit höchster Aufmerksamkeit nachkommen. Pünktlichkeit und Fleiß versteht sich von selbst." Lucy schluckte ihren Ärger über die harsche Ansage herunter. „In Ordnung." „Nur damit Sie's wissen: Wenns nach mir gegangen wäre, wären sie nicht hier.", damit ging Professor Snape wieder seiner Tätigkeit nach. Er schien Listen auf seinem Pult zu sortieren und zu vergleichen.

Unerwünscht war sie also, wurde dazu von vornherein als faul und unfähig eingeschätzt. So hatte Lucy sich ihren Start auf Hogwarts nicht vorgestellt. Sie fühlte sich mies. So schnell wollte sie allerdings nicht aufgeben. „Was kann ich tun?", fragte sie stattdessen.

„Zutaten vorbereiten.", kam die wenig nützliche Antwort. „Welcher Trank, wieviel Schüler?", einsilbig konnte Lucy auch. „Trank der lebenden Toten, neun Schüler, siebte Klasse." Wenn das alles an Infos war, musste ihr Mentor damit leben, was sie draus machte, beschloss Lucy. Sie schaute sich im Klassenraum um. Anden Wänden waren verschiedenartige Glasgefäße, gefüllt mit farbigen Flüssigkeiten, in denen die unterschiedlichsten Zauberwesen konserviert waren. Schaurig, und interessant. Aber dafür hatte sie jetzt keine Zeit. Im den hinteren zwei Dritteln standen die Schülertische, jeder Platz mit einer kleinen Feuerstelle für einen Kessel versehen. Vorne stand das Lehrerpult, ein großer dunkler Klotz. Die gesamte Wand dahinter wurde von deckenhohen Schränken eingenommen. Inder Ecke eine weitere Tür. Lucy öffnete die Wandschränke, auf der Suche nach den Zutaten für den genannten Trank und dem Werkzeug, dass sie für die Vorbereitungen brauchen würde. Professor Snape schien sie weiterhin ignorieren zu wollen.

Der erste Schrank enthielt Lehrbücher für die verschiedenen Klassenstufen, sowie weiterführende Fachliteratur. Gerne würde Lucy einmal in das eine oder andere Exemplar reinlesen. Die nächste Tür offenbarte Unmengen von Glasgefäßen, Waagen, Schneidbrettern, Messern und Mörsern. Im dritten fand die angehende Lehrerin schließlich alles was man sich an Zaubertrankzutaten nur wünschen konnte. Rasch ging sie im Kopf die benötigten Zutaten durch und war erleichert als ihr nach und nach alle einfielen. Sie würde das Rezept nicht nachschlagen müssen. Sie überschlug die Mengen im Kopf und stellte alles auf den ersten Schülertisch, da Snape das Lehrerpult mit seinen Papieren vereinnahmte.

Die Baldrian- und Affodilwurzeln schnitt Lucy so zu, dass die Stücke in etwa der benötigten Menge entsprach. Genaues abwiegen, sowie die weitere Verarbeitung der Wurzeln sollte den Schülern überlassen bleiben. Die Schlafbohnen bedurften keiner weiteren Zuwendung ihrerseits, während sie den vorbereiteten Sud aus Wermut langsam auf Temperatur brachte. Zu schnelles Erhitzen würde die Inhaltsstoffe schädigen. Mittels eines pfiffigen Zaubers, den sie aus einem alten Lehrbuchs erlernt hatte, brachte Lucy ihr kleines Feuer unter dem Sud dazu, exakt die korrekte Temperatur zu halten und diese langsam zu steigern. Auch Handwerkszeug von dem Lucy dachte, dass es nicht zur Grundausstattung der Schüler gehörte, legte sie bereit. Schließlich war sie zufrieden mit ihrer Vorbereitung. Ohne ein Wort räumte Professor Snape schließlich seine Papiere fort und öffnete die Klassenraumtür, woraufhin die Schüler hereinströmten.