Hi alle miteinander! Danke für die lieben Kommis, hab mich gefreut. Für die Lateinunkundigen grins die Kapitelüberschriften: Silentium Stille (Ein Buchtitel des Autors Wolf Haas, wurde jetzt auch verfilmt); mea culpa meine Schuld (aus dem lat. Schuldbekenntnis der röm.kat. Kirche); tempus fugit die Zeit flieht (ein lat. Sprichwort) und für das heutige Kapitel: fortuna rota das Schicksalsrad (aus „Carmina Burana" von Carl Orff) – irgendetwas steht immer dahinter...

Doch nun genug gelabert: auf zur Story


fortuna rota

Hermione saß noch immer auf der Couch. Immer noch gefesselt und mit verbundenen Augen. Ihr subjektives Zeitempfinden sagte ihr, dass sie bereits eine Ewigkeit hier saß. In Wirklichkeit waren es kaum fünf Minuten, die sie alleine verbrachte.

Vorsichtig öffnete Severus die Türe. Er setzte sich ihr gegenüber, auf einen Sessel. Dann bereitete er sich auf einen Wirbelsturm vor und murmelte schließlich mit zitternden Händen einen Zauberspruch um die magischen Fesseln und die Augenbinde zu lösen.

Hermione blinzelte erst einmal, um ihre Augen an das Licht zu gewöhnen, dann rieb sie sich ihre Handgelenke, die ihr von den Fesseln doch etwas weh taten. Währenddessen funkelte sie ihr demaskiertes Gegenüber böse an. „Wie können Sie es wagen mich zu entführen, verdammter Todesser? Was bilden Sie sich überhaupt ein! Dumbledore hat ihnen vertraut und sie..." sie zeterte noch eine Weile vor sich hin. Doch plötzlich bemerkte sie, dass Snape noch kein Wort gesprochen hatte. Sie verstummte. „Seltsam", dachte sie, „der ist doch sonst nicht so. Warum ist er demaskiert und wieso bin ich nicht in einem Kerker oder so?"

Nun nutzte Severus die Gelegenheit, um sich endlich rechtfertigen zu können. Er schaute auf seine gefalteten Hände, als er begann.

„Miss Granger, Hermione. Ich weiß, es ist alles seltsam und für mich ist es auch nicht einfach, deshalb bitte ich, dass du einfach zuhörst."

Hermione war viel zu erstaunt über Snapes sanften Ton, als dass sie etwas antworten konnte, also nickte sie nur und wartete ab.

„Ich nehme an, es verwundert dich, warum du nicht in einem Gefängnis bist, oder?"

Wiederum nickte die Gryffindor nur.

„Und auch, dass dir niemand etwas zu leide getan hat, obwohl wir Todesser sind?"

Nicken. „Kommen Sie zum Punkt Professor!" Der Löwe in ihr konnte es nicht lassen.

„Ich ...Du... Du bist meine Tochter."

„Was? Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Das ist nicht witzig!"

„Ich lache auch nicht!" Nein, Severus hatte zwar mit einer negativen Reaktion seitens seiner Tochter gerechnet, aber trotzdem war ihm zum Heulen zu Mute.

„Also ist das Ihr Ernst?"

„Ja Hermione, das ist mein voller Ernst. Denkst du, dass du sonst so unbeschadet aus einem Kampf mit drei Todessern herausgekommen wärst?"

Hermione schaute betreten zu Boden. Sie hatte geahnt, dass die Todesser mit ihr noch etwas vorhatten, hatte aber geglaubt, dass sie als Geisel benutzt werden würde. Doch so etwas war die Höhe. Snape erzählte ihr irgendwelche Märchen um sie einzulullen und ihm zu vertrauen. Nein, ohne Hermione Jane Granger. Sie würde standhaft bleiben und ihm nichts glauben.

Snape hatte sich gedacht, dass sie ihm nicht glauben würde, deshalb hatte er vorgesorgt.

„Deinen Pflegeeltern geht es gut. Du kannst jederzeit mit ihnen Kontakt aufnehmen. Ich habe ihren Kamin am Netzwerk angeschlossen lassen, er kann jedoch nur noch von dir betreten werden. Momentan wäre es aber zu gefährlich, deshalb kannst du mit ihnen via Spiegel kommunizieren." Mit diesen Worten drückte er Hermione einen Zwei-Wege-Spiegel in die Hand und ging zum Fenster.

Hermione betrachtete den Spiegel in ihrer Hand. Kurz entschlossen öffnete sie ihn und sah das Gesicht ihrer Mutter. „Hallo mein Engel! Wie geht es dir?" „Das kommt auf die Sichtweise an." „Hat dich dein Vater gut nach Hause gebracht?" „Ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst, Mutter." „Junge Dame, stell dich nicht dümmer, als du bist! Du weißt so gut wie ich, dass wir nie ein Geheimnis daraus gemacht haben, dass du ein Pflegekind bist. Nie. Und du wusstest auch, dass dein leiblicher Vater irgendwann kommen würde, um dich nach Hause zu holen. Ich dachte zwar, dass dies früher geschehen würde, aber es war zu deiner Sicherheit. Ich kenne deinen leiblichen Vater schon fast 17 Jahre und er hat sich überhaupt nicht verändert. Severus hat schon kurz nach deiner Geburt dafür gesorgt, dass es dir gut geht, auch wenn es ihm das Herz gebrochen hat. Du solltest eine halbwegs ruhige Kindheit erleben und seiner Meinung nach war das nur dann möglich, wenn du fern von allen Konflikten der Zauberwelt bei uns Muggeln aufwächst." Nun sah Hermione auch das Gesicht ihres Vaters im Spiegel. „Kind hör' ihn doch wenigstens an. Gib ihm eine Chance. Jeder Mensch hat eine Chance verdient, egal was er getan hat. Ich hab dich lieb Kleines." „Pass auf dich auf, mein Schatz." Damit beendete Hermiones Mutter das Gespräch, ohne dass sie die Gryffindor noch antworten ließ.

Es war richtig, ihre Eltern hatten ihr von Anfang an klar gemacht, dass sie eines Tages von ihnen weg musste. Sie war nicht adoptiert, sie war nur Pflegekind auf unbestimmte Zeit. Auch von der magischen Welt hatten sie ihr sehr bald erzählt, da sich die außergewöhnlichen Fähigkeiten des jungen Mädchens schwer verstecken ließen. Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn hatte sie mehrmals in Schwierigkeiten gebracht. Doch konnte es wirklich wahr sein, dass sie die Tochter von Severus Snape war? Die Möglichkeit bestünde wohl. Nun gut, sie würde ihn einmal ausreden lassen und dann entscheiden, ob er glaubwürdig war, oder nicht. Nein, sie würde auf Veritas-Serum bestehen, bei einem Zauberer konnte man schließlich ja nie wissen...


ich weiß, kurzes chap, das nächste wird länger und ist schon fast fertig, kommt also bald...

grüße, vic