hallo ihr lieben!
hier ein neues kapitelchen geht online. schade, dass sich niemand gefunden hat, der mir einen kleinen neujahrsgruß dalassen wollte. na egal... vielleicht ja dann dieses mal. ich war zwischen weihnachten und silvester einige zeit offline und hatte genügend zeit weiterzutippen... dabei ist ein monsterkapitel herausgekommen, das ich dann doch in drei kürzere teile geteilt habe... je mehr reviews ich kriege, desto schneller geht der nächste teil online (er wartet schon in den startlöchern)
als dann, ein gutes neues
lg, vic
In medias res
Mitten in die Dinge hinein (Horaz)
Mittlerweile stand Draco vor der Türe und konnte nicht mehr länger warten, also fügte er sich in sein Schicksal, hob die Hand und klopfte an die Zimmertüre.
Hermione bat ihn nicht sofort herein, darum klopfte er nochmals an die Türe. Nun folgte doch die Aufforderung, den Raum zu betreten, welcher er sich beeilte nachzukommen. Hermione stand mit dem Rücken zur Türe und blickte in die Dunkelheit hinaus, die sich mittlerweile über das Land gelegt hatte.
Draco blieb vor Staunen der Mund offen. Er hatte vieles erwartet, aber nicht so eine Schönheit. Hermione war wirklich wunderschön, wie sie da so am Fenster stand. In seine Gedanken versunken bemerkte Draco gar nicht, dass Hermione sich umgedreht hatte und ihn jetzt ansah.
„Bist du jetzt zum Fisch geworden?" Diese Frage holte ihn erst aus seiner Starre.
„Nein, tut mir leid. Ich war etwas überrascht. Ich... ähm habe dir etwas mitgebracht."
Er reichte der jungen Frau vor ihm den Blumenstrauß. Hermione nahm ihn an, roch daran und nickte ihm zu. Draco schnippte mit seinem Finger und eine Hauselfe erschien, sah die Blumen in der Hand der Lady und war eine Sekunde später schon wieder mit einer Kristallvase zurück, die es Hermione darbot. Diese verstand und steckte die Blumen hinein. Die Hauselfe stellte den Blumenstrauß auf den kleinen Tisch, der für derartigen Zierrat vorgesehen war. Mit einem sanften Plopp verschwand die Elfe wieder aus dem Zimmer.
Draco deutete zu der Sitzgruppe am Kamin, an der Hermione kurz zuvor über ihre Vergangenheit aufgeklärt worden war. Als die beiden saßen, räusperte sich Draco und begann vorsichtig: „Ich möchte mich bei dir entschuldigen... für alles, was ich falsch gemacht habe, was in deinem Fall wohl so ziemlich alles wäre, was ich jemals zu dir gesagt oder dir angetan habe. (Draco fährt sich mit den Händen durch die Haare.) Es tut mir aufrichtig leid, dass ich mich nicht besser benommen habe. Ich weiß, ich habe eigentlich nicht das Recht dich um so etwas wie Vergebung zu bitten und doch hoffe ich auf das große Herz, das du gegenüber anderen immer wieder bewiesen hast. Vielleicht schlägt es auch für einen Dummkopf wie mich."
Hermione ließ die Worte auf sich wirken. Sie musste zugeben, berührt hatte sie diese Ansprache schon. Gerade als sie zu einer Antwort ansetzten wollte, hörte sie wie sich die Türe leise wieder schloss. Draußen stand nun ein ziemlich geknickter Draco, der in sein eigenes Zimmer schlich, als ob er die Last des Atlas übernommen hätte. Er hatte gehofft, dass er zumindest ein Zeichen einer Antwort von ihr bekommen würde. Nichts, keine Regung. Sie hatte dagesessen, als ob sie das Ganze nichts angehen würde. Vielleicht war er es auch nicht wert, er hatte sie immer behandelt wie ein Stück Dreck. Wie konnte er da nur einen Funken Verständnis erwarten. Hoffen, ja das war es was er noch konnte. Mit eingezogenem Kopf setzte sich der sonst so stolze Malfoyerbe auf ein Fenstersims in seinem Zimmer. Ein Blick nach draußen zeigte ihm, dass das Wetter genau seinen Gemütszustand wiederspiegelte. Es stürmte, der Regen schlug gegen die Fensterscheiben und dann und wann durchzogen helle Blitze die Dunkelheit. Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner Schulter.
„Ich bin zuerst nicht mehr dazu gekommen, dass ich dir meine Meinung zu dieser ganzen Sache mitteile. Du warst einfach zu schnell verschwunden."
Sie lächelte Draco an. Mit gemischten Gefühlen bedeutete er ihr fortzufahren.
„Tja, Draco. Ich hatte es mit dir niemals leicht, du hast mir immer einen Stein in den Weg gelegt, wenn du nur konntest. Manches Mal war er schwieriger zu beseitigen, manchmal auch leichter. Schmerzvoll war es jedoch meist, vor allem deine verbalen Attacken hatten es immer in sich. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich nie getroffen hat. In meinen ersten Jahren war ich oft außer mir vor Wut und habe dir alles Mögliche an den Hals gewünscht, doch nie wirklich gemeint. Ich bin kein Unmensch, Draco. Jeder hat eine zweite Chance verdient. Ich werde dir verzeihen, doch ob ich es jemals vergessen kann liegt an dir."
Vorsichtig nahm Draco ihre Hand in seine. „Das ist mehr als ich hoffen konnte." Er führte die Hand nun zu seinen Lippen und hauchte ihr einen Kuss auf den Handrücken. Als seine Lippen ihre Hand berührten rannte beiden ein eiskalter Schauer über den Rücken hinunter. Hermines Hand immer noch haltend erhob sich Draco vom Sims und geleitete sie ohne ein weiteres Wort in ihr Zimmer. Erst nachdem die Türe verschlossen war ließ er einen Seufzer über seine Lippen kommen, wobei er nicht zuordnen konnte, ob es Erleichterung, Vorfreude oder Angst war, es war wohl von alledem etwas dabei.
Mit getragenem Schritt machte sich der junge Mann in den Salon auf, in dem die beiden Familienoberhäupter saßen. Draco stand nun das Vergnügen bevor bei seinem Paten um die Hand von Hermione anzuhalten.
„Das hat ja gedauert, mein Sohn."
„Es tut mir leid, Vater. Severus, dürfte ich einige Worte an Sie richten?"
„Worum geht es, Draco?"
„Severus ich möchte Sie um die Hand ihrer Tochter bitten." Lucius, der gerade sein Whiskyglas wieder absetzte musste alle Kraft zusammennehmen, um sich nicht zu verschlucken. Sein Sohn hatte es tatsächlich geschafft mit dem Mädchen zu sprechen und ihre Vergebung zu erreichen. In diesem Fall wohl wirklich Hut ab. Sein Sohn war wohl doch manches Mal zu etwas zu gebrauchen.
