A/N: sorry, dass es so lange gedauert hat... aber irgendwie konnte ich mich nicht dazu überwinden das chap online zu stellen - ich weiß auch nicht warum, aber mir hat einfach der antrieb gefehlt...

egal hier ist es auf jeden fall, habt spaß damit und lasst mich wissen, was ihr davon haltet - ich freue mich immer über ein review!

lg, vic


Alea iacta estis!

Der Würfel ist gefallen (Ausspruch Caesars, als er den Rubikon überquerte und auf Rom marschierte.)

Sein Sohn war wohl doch manches Mal zu etwas zu gebrauchen.

Severus antwortete nicht sofort. Er deutete Draco an sich zu setzen. Erst als sich dieser niedergelassen hatte, begann er zu sprechen. „Ich überlasse dir gerne die Hand meiner Tochter, Draco. Du weißt jedoch, dass meine Antwort dich nur dazu befähigt meine Tochter zu fragen."

„Dessen bin ich mir vollkommen bewusst, Sir."

„Gut Draco."

Lucius bot Draco ein Glas an. Erhob sich aber selbst um mit seiner potentiellen Schwiegertochter noch einige Worte zu wechseln.

Hermione hatte sich inzwischen leger auf das Fensterbrett, hörte dem Regen zu, der an die Fensterscheibe trommelte und ließ ihre Gedanken in die Zukunft schweifen. Vielleicht würde es ja doch nicht so schlimm werden, wie sie anfangs befürchtet hatte. Dracos Art nach zu urteilen, wie er aus dem Zimmer verschwunden war, hatte dieser Eisklotz doch Gefühle. Und der Handkuss war wirklich zärtlich gewesen, so wie sie es ihm eigentlich nicht wirklich zugetraut hatte. Und die Tatsache, dass ihr biologischer Vater ihr eröffnet hatte, dass Draco nicht die nötige Kaltblütigkeit hatte um den tödlichen Fluch auszusprechen, war ein dünner Silberstreifen am Horizont. Außerdem würde sich Draco sehr um sie bemühen, nicht, dass sie ihm das Leben noch zur Hölle machte – bis der Tod euch scheidet war ein ziemlich langer Zeitraum, falls sie beide den Krieg überleben sollten. Ein Grinsen, das einem gewissen Slytherin nicht unähnlich war schlich sich in ihre Züge.

„Du hast also doch auch etwas von deinem Vater geerbt, Hermione." Hermione fuhr erschreckt herum. „Es tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken, aber du warst so in Gedanken versunken, dass du mein Klopfen nicht vernommen hast, deshalb habe ich mich selbst eingelassen."

„Nicht so schlimm, so heftig war der Schreck nicht."

„Gut. Jetzt verstehe ich Severus, was er vorhin gemeint hat. Du siehst wie deine Mutter aus. Sie war genauso schön, wie du es bist."

Hermione senkte den Kopf und ein leichter Roséton erhellte ihre sonst so blassen Wangen.

Lucius hob vorsichtig mit seiner rechten Hand ihren Kopf wieder an und blickte ihr in die Augen.

„Kein Grund den Kopf zu senken. Du hast jedes Recht ihn hoch zu tragen, du bist wunderschön. Mein Sohn kann sich glücklich schätzen eine so hübsche, kluge Frau zu bekommen, falls du ihn willst."

„Dankeschön. Ich hatte solche Worte von Ihnen nicht erwartet Mr. Malfoy."

„Hermione, nenn mich bitte Lucius."

„Gerne, Lucius."

„Klingt sofort besser. Nun will ich aber dazu kommen, weshalb ich dir deine wohlverdiente Nachtruhe noch nicht gönne. Ich möchte dich bitten nachsichtig mit meinem Sohn zu sein. Er ist ein Produkt seiner Erziehung, bei der ich zugegebenermaßen ein nicht sehr glückliches Händchen bewiesen habe. Ich muss mich aufrichtig bei dir entschuldigen, dafür, dass ich und dadurch auch Draco deine vermeintliche Abstammung nicht geschätzt haben. Es ist nicht einfach aus den alten Bahnen auszubrechen, für mich noch schwieriger als für Draco. Narzissa ließ im hinter meinem Rücken und hinter dem meines Vaters doch etwas mehr Freundlichkeit zukommen, als vorgesehen war.

Außerdem ist Draco nicht so kaltblütig, wie er erscheint. In diesem Belang hat er doch mehr von seiner Mutter, als von mir. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er als kleines Kind einmal einen Hauselfen vor einer Bestrafung durch meinen Vater bewahren wollte. Draco war fünf, womöglich auch schon sechs Jahre alt. Er hat ein gutes Herz."

„Was passierte?"

„Das übliche. Mein Vater bestellte mich in sein Büro, ließ Draco und mich dabei zusehen, wie er den Hauselfen bestrafte, dann musste ich vor seinen Augen Draco bestrafen und schließlich bekam auch ich meine Maßregelung, weil ich den Jungen verweichlichen ließ", antwortete Lucius kalt.

„Es tut mir leid."

„Es gibt nichts, was dir leid tun müsste. Ich wünsche mir nur, dass du Draco ein bisschen von deiner Erziehung mitgeben kannst. Sei stark und lasse dich auf keinen Fall unterkriegen. Ich könnte mich heute noch Ohrfeigen, dass Narzissa es zugelassen hat, dass sich Draco dem Dunklen anschließt, während ich in Askaban festsaß. Als dein Vater Dracos Ambitionen mitbekam, war es bereits zu spät. Ich wollte nie so eine Zukunft für Draco. Er sollte es besser haben und nicht vor einem Wahnsinnigen im Staub kriechen müssen und jedes Mal aufs Neue sein Leben und das seiner Familie aufs Spiel setzen müssen. (Lucius senkt den Kopf nur um ihn mit einem Schütteln wieder anzuheben.) Wenn ich ihn doch nur davor bewahren hätte können, ich würde alles tun. Doch es geht nicht."

Hermione legte mitfühlend ihre Hand in die seine und meinte dann: „Ich danke für Ihre Offenheit, Lucius. Ich hoffe, dass ich Sie nicht enttäuschen werde."

Zärtlich strich Lucius der jungen Frau über den Kopf. „Das könntest du nicht, genauso wenig wie deine Mutter oder dein Vater es jemals gekonnt haben. Und nun gute Nacht, meine Liebe. Es war ein anstrengender Tag."

„Das war es wohl. Gute Nacht."

Lucius zog sich zurück und ließ Hermione wieder ihren Gedanken, denen sie jedoch nicht lange frönen konnte, da es wieder an ihre Türe klopfte.