Kapitel 4

Hermine war durch die feste Umarmung so ganz und gar von ihm umringt, daß sich zu der sexuellen Erregung die sie erfüllte, ein anderes Gefühl hinzugesellte, das man am ehesten mit Geborgenheit beschreiben konnte.

Dieses zweite Gefühl half ihr, das erste besser im Zaume zu halten. Sie legte ihre Arme auch um ihn und horchte in dem innigen Kontakt seinem Herzschlag nach, den sie unter seiner Brust fühlen konnte.

„Wenn nicht so", flüsterte sie „wie dann?"

Er ließ sie nicht los, schüttelte nur leicht den Kopf, ohne ihn von ihrem Kopf zu lösen.

„Wir kennen uns nicht einmal, Miss Granger. Und wir würden uns hassen für das, was wir tun könnten."

„Aber wir kennen uns über sieben Jahre."

„Wir kennen uns nicht..."

„Dann ändern wir das doch."

„Das wollen Sie gar nicht."

„Sagen Sie mir nicht, was ich will, Professor. Auf sexueller Ebene scheint meine eigene Entscheidungsfähigkeit etwas begrenzt zu sein, aber der Rest meines Verstandes funktioniert noch ganz gut. Ist das bei Ihnen anders?"

„Warum sollten Sie mich kennenlernen wollen, Miss Granger, wenn Sie morgen die Schule verlassen und sehr, sehr froh sein werden, wenn in dieser Nacht nicht mehr passiert, als daß wir uns geküsst haben?", knurrte er, ging aber erstaunlicherweise nicht auf ihre Provokation ein.

„Weil ich das immer schon wollte."

Seine Umarmung wurde lockerer und dann löste er sich ganz von ihr.

Wenn sie nicht Severus Snape vor sich gehabt hätte, hätte sie geschworen, in seinem Blick unter der schwelenden Wut einen Hauch von Verletztheit zu sehen..

„Die Demütigung durch den Fluch reicht völlig aus, Miss Granger, Sie sollten davon absehen, sich nun auch noch lustig zu machen. Sie werden viel Gelegenheit haben, über diese Situation mit ihren Freunden zu lästern. Aber ersparen Sie mir das hier jetzt."

Hermine stemmte ihre Hände in die Hüften. Für den Moment schienen sie wieder voneinander lassen zu können.

„Weil ich das immer schon wollte." Wiederholte sie – diesmal mit Nachdruck.

„Ich sagte, Sie sollen das lassen!", fauchte er sie an.

„Haben Sie Veritaserum hier?", fragte Hermine nun wieder ebenso zornig wie er.

Seine Augen wurden groß, bevor er sie wieder zu misstrauischen Schlitzen verengte.

„Wieso? Wollen Sie es nehmen, um mir zu beweisen, daß das, was Sie sagen wahr ist?"

Hermine nickte.

„Warum auch nicht? Die Offenbarungen dieser Nacht können kaum extremerer Art sein, oder? Wir werden beide davon absehen, irgendetwas von dem, was hier geschieht, an die Außenwelt zu geben. Dann kann ich durchaus riskieren, Ihnen einmal etwas zu sagen, daß Sie glauben müssen, weil es durch Ihre eigenen Tränke bestätigt wird."

Snape schien zu überlegen.

„Und die Bedingung?"

Hermine überlegte kurz – sehr kurz, bevor sie antwortete: „Es werden keine Fragen zum Thema Sexualität gestellt und es wird nichts über Dritte gefragt – und - Sie nehmen es auch..."

Für einen Moment starrte er sie mit leicht offenem Mund an, als wolle er etwas sagen. Dann schloß er den Mund, schien den Vorschlag einmal ernsthaft zu überdenken, sah sie dann äußerst interessiert an und ergänzte: „Die Fragen werden abwechselnd gestellt."

Hermine nickte.

„Einverstanden."

„Ebenso." Er drehte sich um und ging erneut zu dem Schrank, aus dem er vorhin dein Blocker geholt hatte.

Wenige Sekunden später stand er mit einem kleinen Fläschchen vor ihr, aus dem er den zierlichen Korken entfernte.

„Wer fängt an?", fragte er mit einem süffisanten Lächeln und hielt ihr das Fläschchen hin.

„Wenn ich darauf bestünde, daß Sie anfangen,", stieß Hermine mit giftiger Stimme hervor „dann stehen wir morgen noch hier." Sie griff nach dem Fläschchen und trank einen tiefen Schluck daraus.

Als sie den Gesichtsausdruck des Professors sah, wurden ihre Augen groß. Er sah sie dermaßen fassungslos an, daß ihr sofort klar war, daß er nie im Leben damit gerechnet hatte, daß sie es ernst meinte – geschweige denn, das Serum trinken würde. Er hatte sie nur in eine peinliche Situation bringen wollen.

Hermine lächelte jetzt mindestens ebenso süffisant wie er gerade eben und reichte ihm das Fläschchen zurück.

„Und jetzt Sie, Professor."

Er starrte das Serum an, als sei es pures Gift, aber zu ihrer allergrößten Erleichterung stellte Hermine fest, daß er sich jetzt an die Vereinbarung gebunden sah, die sie getroffen hatten, auch wenn er sie für einen Scherz gehalten hatte.

Langsam setzte er das Fläschchen an und sah Hermine starr in die Augen, während er die zweite Hälfte des Inhaltes trank.

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Zugegebernmaßen ein sehr kurzes Kapitel – aber ich möchte euch die Gelegenheit geben, daß ihr mir verratet, was sie sich gegenseitig fragen – was wolltet IHR schon immer mal von Severus Snape oder von Hermine Granger wissen?

Denkt an die Regeln, die sie vereinbart haben – kein Sex und nichts über Dritte...

Ich bin sehr gespannt, was ihr wissen wollt!