Es geht weiter! Und an dieser Stelle möchte ich noch mal allen danken die mir ein Review geschrieben haben. DANKE!

Ein paar Kapitel folgen noch und die Story ist jetzt fertig geschrieben, also wird es auch zu regelmäßigen Updates kommen, - wenn die Technik nicht streikt.

Bleibt mir nur noch, der lieben Lapislazuli einen dicken Knuddler zu schicken, für ihre hervorragende Betaarbeit.

Und nun, viel Spaß beim Lesen.

Und was jetzt?

Er schloss seine Hose, half ihr dann sich aufzurichten und führte sie hinüber zur Couch.

„Setz dich!" Er ging in einen angrenzenden Raum und kam mit zwei Gläsern und einer Flasche Wein zurück. Nachdem er den Wein geöffnet und in die Gläser gefüllt hatte, reichte er ihr ein Glas, setzte sich zu ihr und sah sie lange an.

„Das kann so nicht weiter gehen, Hermine."

Sie war überrascht über seine Aussage, zum einen, weil er sie beim Vornamen nannte, zum anderen klang er so normal, keine Spur von Sarkasmus oder Kälte lag in seiner Stimme. Hermine dachte, dass jetzt bestimmt die beste Gelegenheit wäre mit ihm zu reden, aber sie hatte eher das Bedürfnis sich an ihn zu kuscheln und ihre erlebten Orgasmen nachzufühlen, deren Nachwehen sie immer noch spüren konnte. „Ich möchte jetzt nicht darüber sprechen. Ich würde viel lieber hier mit dir sitzen, den köstlichen Wein trinken und ins Feuer schauen." Sie rutschte näher an ihn ran, zog ihre Beine an sich und legte ihren Kopf auf seine Schulter.

Snape versteifte sich für einen Augenblick, als Hermine sich so näherte. Er dachte über ihre Worte nach und die für ihn skurrile Vorstellung nach einer solchen Nummer mit seiner Sexpartnerin auf der Couch sitzend ins Feuer zu sehen. Bei näherer Betrachtung fand er dieses Bild aber doch recht reizvoll und nahm genießerisch einen Schluck von seinem Wein.

Hermine bemerkte, dass er sich entspannte und sie ging noch einen Schritt weiter. Sie langte nach ihrem Zauberstab und sah ihn einen Moment fragend an, abwartend, ob er auf ihre Absicht zu zaubern reagieren würde. Er sagte nichts und so zauberte sie ihnen kurzerhand die Kleidung vom Leib und eine Decke herbei, unter der sie sich jetzt Haut an Haut an ihn schmiegte.

„Hermine, was soll das werden?" Er versuchte ruhig zu bleiben, er fühlte sich unbehaglich und das weckte seinen Zorn.

„Gar nichts soll das werden. Ich hatte gerade ziemlich guten Sex und wie ich schon sagte, ich möchte einfach nur hier mit dir liegen und mich entspannen. Versuch es doch einfach zu genießen, oder ist es dir so unangenehm meine Haut an deiner zu spüren?", und wie um ihre Frage zu unterstützen glitt eine Hand über seinen flachen Bauch zu seiner Brust und malte dort mit den Fingern kleine Kreise.

Er fasste nach ihrer Hand und hielt sie fest, ließ sie aber dort wo sie war. „Wenn dein Körper mir unangenehm wäre, hätte ich es nie soweit kommen lassen. Aber das hier ist nicht richtig."

„Und warum nicht?", fragte sie trotzig und sah ihn ebenso an.

„Vielleicht weil du meine Schülerin bist?", stellte er mit einem sarkastischen Unterton die Gegenfrage.

„Als ob dich das stören würde", sie versuchte betont gelangweilt zu klingen und legte ihren Kopf wieder auf seiner Schulter ab

„Ich will einfach nicht, dass du dir irgendwelche Illusionen machst. Ich habe nämlich keinerlei Interesse an irgendwelchen Beziehungsdramen." Er hoffte, dass diese Aussage reichen würde, um Ihr die Augen zu öffnen, doch sie überraschte ihn ein weiteres Mal mit einer vollkommen unerwarteten Reaktion.

„Ich habe nicht von einer Beziehung gesprochen, ich wollte nur das Hier und Jetzt auskosten, das ist alles." Sie ließ ihren Kopf wo er war, er sollte nicht diesen schmerzhaften Stich, den sie in ihrem Herzen spürte, in ihren Augen wieder finden.

„Und warum hast du dann diese kleine Show vorhin in meinem Büro inszeniert?" Neugierig geworden setzte er sich etwas auf, um sie genauer betrachten zu können.

„Sex!"

Er lachte und für den Moment war er wirklich erleichtert. „Also geht es dir tatsächlich nur um Sex, kaum zu glauben. Und warum hast du dann mich ausgesucht, um deine Gelüste zu befriedigen?

„Nun, ich muss gestehen, dass Ginny und ich beim ersten Mal durch eine Art Ausschlussverfahren auf dich gekommen sind. Die anderen beiden Male habe ich nicht forciert, wie du weißt. Und heute, sagen wir mal so, ich bin eben auf den Geschmack gekommen und für die Zukunft wäre es für mich sicher von Vorteil auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen zu können." Sie hoffte diese Erklärung würde ihm fürs erste genügen und wenn es für sie nicht ganz schlecht lief, könnte er sich mit dem Gedanken an weitere Treffen arrangieren.

„Also doch", er musste tatsächlich wieder lachen, „es gibt sie also noch, diese wissbegierige Streberin. Und mich hast du also auserkoren um weiteres Wissen auf diesem Gebiet zu sammeln. Auf welche Versuche, mich zu überzeugen mit dir Sex zu haben, sollte ich mich also innerlich wappnen?"

„Auf keine, wenn du damit einverstanden bist, das wir uns die Zeit bis zu meinem Abschluss so angenehm wie möglich machen." Sie versuchte so abgeklärt zu klingen wie es nur ging und hoffte, er würde diesem Vorschlag nicht abgeneigt sein.

Es dauerte einige Minuten bis sie eine Antwort bekam. „Mal sehen, ich werde darüber nachdenken." Wie sie jetzt so neben ihm lag, war er froh sie doch nicht weggeschickt zu haben. Ihr warmer Körper, der sich so verführerisch an ihn schmiegte, fühlte sich gut an und wirkte nun wieder eindeutig anregend auf ihn. Seine Hand bewegte sich unter der Decke zu ihrem Bauch, um sich von dort aufwärts zu ihren vollen festen Brüsten zu streicheln.

Hermine triumphierte innerlich, über seine Aussage ebenso, wie über seine Zärtlichkeiten, die er ihr nun wieder zukommen ließ. Ihre Hand glitt über seine Brust hinauf zu seinem Hals und schließlich zum Nacken. Er kam ihr entgegen und ihre Lippen verschmolzen zu einem Kuss. Sich Zeit nehmend und erforschend erkundeten sie den Mund des anderen, lockten mit ihren Zungen, stießen fordernd hervor und neckten einander, um ein wildes Spiel zu beginnen.

Die Decke war mittlerweile zu Boden gerutscht und Snape küsste sich an ihrem Hals entlang über ihr Schlüsselbein hinunter zu ihren Brüsten, umkreiste mit seiner Zunge ihre harten Brustwarzen und saugte immer wieder an ihnen. Hermine spürte wie sich wieder Feuchtigkeit einen Weg durch ihre Falten bahnte, fasste in seine schwarzen Haare und ließ die Fingernägel ihrer anderen Hand über seinen Rücken fahren.

Snapes Hände glitten über ihre Seiten und auch sein Mund bewegte sich nun langsam, mal leckend, mal zarte Bisse verteilend, in tiefere Region. Sanft drückte er ihre Schenkel weiter auseinander und streichelte deren Innenseite. Sie spürte seinen warmen Atem an ihrer Scham und dann seine Zunge, die sich zart zu ihrem Kitzler vorarbeitete. Federleicht umkreiste er ihr empfindliches Knötchen, dann wieder umschloss er es mit seinen Lippen, um sanft daran zu saugen. Hermines Atmung wurde schneller, von vereinzelten wimmernden Lauten unterbrochen. Sein Zungenspiel wurde intensiver und er drang mit zwei Fingern in sie ein und nahm zunächst einen langsamen Rhythmus auf.

Schon bald hatte Hermine so den Gipfel erreichte und Snape hörte sie nur noch heiser keuchen, „Sev…, ich…", bevor seine Finger fest umklammert wurden. Er massierte ihre krampfenden Muskeln, mit seiner Zunge strich er jetzt vorsichtiger über ihre Klitoris und verlängerte so ihren Höhepunkt.

Als Snape sich wieder nach oben bewegte und sich zwischen ihre Beine bringen wollte, drängte Hermine ihn zur Seite bis er auf dem Rücken zu liegen kam. Sie küsste ihn und hauchte dann gegen seinen Mund: „Ich will dich auch schmecken, lass mich nur kurz zu Atem kommen." Sie schmiegte sich an ihn und streichelte seine muskulöse Brust und über seinen festen Bauch, mit einem Finger folgte sie den kleinen Haaren die vom Bauchnabel abwärts führten und dort in eine dunkle Schambehaarung übergingen. Küssenderweise folgte sie diesem Weg, während sie seine stattliche Härte mit ihrer Hand umfasste. Langsam begann sie ihn so zu stimulieren und seine Atemzüge wurden tiefer und länger. Mit ihrer Zunge leckte sie über seine Spitze und dann seine gesamte Länge hinab, kitzelte mit ihrer Zungenspitze seine Hoden und fuhr dann auf die gleiche Art wieder zurück zu seiner Eichel. Sie zog die Haut an seinem Penis straff und umschloss ihn mit ihren Lippen, saugend und leckend verwöhnte sie so seine Spitze. Unterbrach dieses Spiel immer wieder, indem sie ihn tief in ihren Mund gleiten ließ und auf und ab führende Bewegungen vollführte, die sie mit ihrer Hand unterstützte.

Sein Stöhnen wurde lauter und sein Atem ging schneller, als seine Hände sich in ihren Haaren vergruben, ohne sie jedoch zu drängen ihn tiefer in sich aufzunehmen. Seine Hüften zuckten zeitweise etwas und Hermine hatte das Gefühl er würde noch härter werden, als er ihren Namen keuchte und versuchte ihren Kopf von sich zu ziehen. Sie fasste nach seiner Hand und verschränkte ihre Finger mit den seinen, wurde gleichzeitig schneller in ihrem Rhythmus und schon schmeckte sie, wie etwas leicht Salziges ihren Mund füllte. Ihre Hand wurde fest gedrückt während sein Penis immer noch in ihrem Mund pulsierte. Als die Anspannung aus seinem Körper wich, legte sie ihren Kopf auf seinem Bauch ab.

Nachdem er wieder zu Atem gekommen war, zog er sie zu sich hoch. „Komm her." Er umschlang sie fest mit seinen Armen und flüsterte in ihr Ohr: „Das war fantastisch, aber du hättest das nicht tun müssen, bis zum Schluss."

„Ich wollte es aber und es hat mir nichts ausgemacht. Im Gegenteil, ich fand es sehr anregend." Sie genoss seine Umarmung, küsste an seinem Hals entlang und spielte neckend mit einer seiner Brustwarzen.

„Du kleines Biest", er packte mit einer Hand fest ihren Po und zog sie an seinen Unterleib, „ein bisschen Zeit wirst du mir schon geben müssen, aber das hast du dir ganz allein zuzuschreiben."

Bevor Hermine, zu Beginn der Morgendämmerung, sich auf den Weg in ihr Zimmer machte, hatten sie noch einmal miteinander geschlafen, die restliche Zeit lagen sie eng umschlungen vor dem Kamin und dösten vor sich hin.

Snape hatte ihr noch einmal bestätigt, dass er über weitere Treffen nachdenken und sie es wissen lassen würde, wie er sich entschied. Dann hatte er sie noch einmal geküsst und sie anschließend energisch an ihren Schultern zur Tür geschoben.

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In den nächsten Tagen hatte er ausreichend Zeit sich über das Angebot Hermines Gedanken zu machen. Und das tat er tatsächlich, wenn auch teilweise recht widerwillig, denn die Bilder, der gemeinsamen Nacht vor seinem Kamin, tauchten immer wieder in seinem Kopf auf, auch zu den unpassendsten Gelegenheiten. Das letzte Mal an diesem Nachmittag, an dem er gelangweilt an der Lehrerkonferenz teilnahm, bei der besprochen wurde, wie die diesjährigen Abschlussprüfungen gehandhabt würden. Es war jedes Jahr das Gleiche und so schweiften seine Gedanken unwillkürlich ab, als er jedoch bemerkte wie sich in seiner Hose wieder einmal etwas regte, sah er schnell zu Trelawney und verabreichte sich so eine imaginäre, kalte Dusche.

Am Abend saß er vor einem lodernden Feuer, in einer Hand hielt er ein Glas Wein, die andere spielte mit dem Slip, den Hermine auch nach ihrem letzten Besuch nicht mitgenommen hatte.

Sie hatte ihn nicht eingefordert und er fragte sich, ob sie es vergessen, oder ob sie ihn absichtlich hier gelassen hatte. Ihr Geruch verflüchtigte sich langsam, aber das bedauerte er nicht, denn die Decke unter der sie sich geliebt hatten, war noch voll gesogen mit ihrem Duft und jedes Mal wenn er an der Stelle vorbeikam, wo sie lag, konnte er die Hexe riechen und das, was sie darunter getan hatten.

Es war eine völlig neue Erfahrung für ihn gewesen und es verwirrte ihn, er wusste nicht wie er es einzuordnen hatte. Noch nie hatte er eine Nacht auf diese Weise mit einer Frau verbracht. Es hatte für ihn zwar nie ein Mangel an Gelegenheiten gegeben mit einer Hexe das Bett zu teilen, aber diese Umarmungen, das Halten und Gehaltenwerden, die Zärtlichkeiten zwischen den eigentlichen Akten, waren neu für ihn. Die eine Seite an ihm hatte Gefallen daran gefunden, doch die andere Seite wollte es nicht zulassen, resultierend aus der Ungewissheit was daraus folgen würde.

Er beschloss die Sache auf sich beruhen zu lassen. Sollte Hermine es dennoch darauf anlegen ihn zu überzeugen, würde er sie kurzerhand rausschmeißen, ohne ihr die Möglichkeit zu geben ihn irgendwie aus der Reserve zu locken. Seufzend stand er auf, ging zu einem der Regale hinüber und legte den Slip, nachdem er ihn noch einmal durch seine Finger gleiten ließ, in eine geschnitzte kleine Holzschatulle, die dort stand.

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Hermine wartete währenddessen auf eine Antwort von ihm. Sie versuchte sich abzulenken, indem sie sich auf ihre Prüfungen vorbereitete und wurde immer stiller, was allerdings niemand von ihren Freunden wirklich wahrnahm. Ron war immer noch sauer auf sie und hatte scheinbar mittlerweile Phase drei erreicht, in der er sie einfach nicht beachtete, was Hermine wiederum nur Recht war. Harry stolzierte durch die Gegend mit vor Stolz geschwellter Brust und schon nerviger guter Laune, was vermutlich mit Ginny zu tun hatte.

Ihre Freundin war die einzige der Hermines weitere Veränderung auffiel und so kam es, dass sie eines Abends wieder vor der Tür der Schulsprecherin stand, in der Absicht ein Gespräch unter Frauen zu führen.

„Hallo Ginny, komm doch rein und setz dich." Sie hätte die Rothaarige überhaupt nicht dazu auffordern brauchen, denn diese betrat ohne zu zögern das Zimmer und ließ sich schwungvoll auf das Bett fallen. „Ich habe allerdings nicht viel Zeit, ich muss noch die Unterlagen für Arithmantik durcharbeiten." Sie wandte sich direkt wieder ihrem kleinen Schreibtisch zu und begann dort Pergamente zu sortieren.

„Hi Mine, danke mir geht es gut und wie geht es Dir?", reagierte Ginny patzig, aufgrund des kühlen Empfangs.

Hermine drehte sich erstaunt um. „Entschuldige Ginny, du weißt, die Prüfungen stehen bald an und ich möchte wirklich gut vorbereitet sein. Also, wie geht es dir?" Sie hatte einen beschwichtigenden Tonfall angenommen und hoffte ihre temperamentvolle Freundin so zu beruhigen.

Diese brauste durch diese Aussage jedoch noch mehr auf. „Ach, hör doch auf mir was vom Lernen zu erzählen. Ich merke doch, dass dich etwas anderes beschäftigt, oder besser gesagt JEMAND anderes. Also, was ist los?"

Resigniert ließ Hermine sich zu ihrer Freundin bäuchlings aufs Bett fallen. „Ich warte."

„Du wartest? Worauf? Das er zu dir kommt und dich fragt, ob du wieder mit ihm vögeln willst? Ich denke, so gut kennen wir unseren Tränkemeister, DAS wird er niemals tun. Du musst schon diejenige sein die die Initiative ergreift, sonst läuft da gar nichts", versuchte sie ihre Freundin zu belehren und verdrehte übertrieben die Augen.

Sie sah Ginny mit zusammen gezogenen Brauen an. „Ob du es glaubst oder nicht, liebste Freundin, dass habe ich getan."

„Und?", überrascht, aufgrund dieser Aussage war Ginnys Wut wie weg gewischt.

„Was denkst du denn? Meinst du ich kriege das nicht auch allein hin?" So von sich überzeugt wie sie jetzt auch klang, vor ein paar Tagen sah es noch ganz anders aus, dachte sie, als sie mit zitternden Knien vor seiner Bürotür stand.

„Erzähl! Wann und wie und vor allem, war es genauso gut wie beim letzten Mal?" Ginnys Augen leuchteten, war sie doch immer an erotischen Geschichten und ihren Details interessiert.

Hermine seufzte. „Letzten Donnerstag, ich war die ganze Nacht bei ihm. Und ja, es war gut, sehr gut sogar."

„Lass dir doch nicht alle Einzelheiten aus der Nase ziehen, ich will mehr wissen", stöhnte Ginny genervt auf.

„Du erzählst mir doch auch nicht, was du wann, wie und wie oft mit Harry getan hast", konterte Hermine.

„Das würde ich aber, wenn du mich fragst", kam zurück.

„Ich bin aber nicht du, Ginny. Ich sage dir nur soviel, ich habe ihn gefragt, ob er sich vorstellen kann, es weiterzuführen bis zu meinem Abschluss, ohne Verpflichtungen von beiden Seiten. Und er hat gesagt, dass er darüber nachdenken wird und ich warte nun auf eine Reaktion von ihm."

„Hat er mich mal erwähnt?"

Hermine war kurzfristig verwirrt über Ginnys Gedankensprung, dann sagte sie entrüstet: „Hast du Harry schon wieder satt? Das willst du ihm doch nicht wirklich antun?"

„Nein, natürlich nicht, schließlich liebe ich Harry und ich bete dafür, dass er nie erfährt was ich mit Snape oder Malfoy getan habe. Er würde total ausrasten. Aber es ist doch schmeichelhaft, auch für eine Frau, wenn man in guter Erinnerung behalten wird." Ginny hatte begriffen, dass es hier nicht um sie ging und wollte ihrer Freundin beistehen.

„Was meinst Du, wird er sich melden und was wirst du machen, wenn er es nicht tut?"

„Ich weiß es nicht, ich will ihn auch nicht drängen, indem ich danach frage, dass wäre bestimmt nicht besonders klug. Ich werde einfach noch ein paar Tage abwarten und sehen was geschieht, dann kann ich mir immer noch Gedanken darum machen, oder es einfach vergessen." Etwas traurig legte Hermine ihren Kopf auf ihre Unterarme und atmete tief durch.

„Mine?"

„Hmm."

„Du magst ihn schon ein bisschen mehr, oder?"

Hermine grübelte über Ginny Frage nach. „Irgendwie schon, aber ich bin auch neugierig, was noch hinter dieser strengen, bissigen und teilweise ungerechten Fassade steckt, denn dessen bin ich mir sicher, da ist noch mehr."

Als Ginny gegangen war, blieb sie auf ihrem Bett liegen. Sie hatte ihrer Freundin nicht die ganze Wahrheit gesagt, aber was war die Wahrheit? In ihrem Innern fochten die verschiedensten Gefühle einen Kampf aus. Sie verabscheute seine Art wie er mit Schülern umging, die unteren Klassen hatten regelrecht Angst vor ihm, auch zu anderen Lehrern schien er nicht besonders freundlich zu sein, soweit sie es beurteilen konnte. Kurzum, er war ein zynischer Mistkerl. Doch sie bewunderte ihn schon lange für seinen Intellekt und seit besagter Nacht, war sie sich sicher, dass es da tatsächlich noch mehr gab, wofür es sich lohnte hinter diese Maske aus Hohn und Gleichgültigkeit zu sehen.

Sie hatte sich so wohl gefühlt bei ihm, geborgen und beschützt. Es war ihr wirklich schwer gefallen ihn am Morgen wieder zu verlassen, nachdem sie meinte zu spüren, wie die Mauer, die ihn umgab Risse bekam. Er hatte sich versteift, als sie sich an ihn schmiegte, er sagte zwar es wäre ihm nicht unangenehm sie zu fühlen, doch was war dann der Grund?

Irgendwann war sie eingeschlafen und als sie am nächsten Morgen aufwachte, lag sie noch immer vollständig bekleidet auf ihrem Bett. Zu ihrem Glück war heute Samstag und sie hatte keinen Unterricht, zu dem sie jetzt mit Sicherheit zu spät gekommen wäre. Sie rollte sich von der Matratze und streckte ihre steifen Glieder, als ihr Blick auf das Zaubertränkebuch auf ihrem Nachtisch fiel. Da waren sie wieder, diese verwirrenden Gedanken, dieses kribbelige Gefühl in ihre Innern und die an ihr nagende Ungeduld, die in Erwartung einer Antwort, keine Ruhe gab. Seufzend ging sie in ihr kleines Bad, um zu duschen und sich für ein verspätetes Frühstück anzuziehen.

Die große Halle war nur spärlich besucht an diesem Morgen und von Ginny, Harry und Ron fehlte jede Spur. Sie setzte sich daher zu Neville und Luna, die Ravenclaw war im letzten Jahr immer häufiger Gast am Tisch der Gryffindors und nach einer gewissen Zeit war es ein gewohntes Bild geworden, worüber niemand sich mehr wunderte. „Guten Morgen ihr zwei."

Neville lächelte Hermine an, doch war ihm deutlich anzumerken, dass er es vorgezogen hätte heute Morgen allein mit Luna hier zu Frühstücken, zudem die Halle auch nur von wenigen Schülern besucht war. Er war jedoch von Natur aus einfach zu freundlich, um Hermine darauf hinzuweisen.

„Guten Morgen Hermine, hast du gut geschlafen?", fragte Luna, redete aber sofort weiter ohne eine Antwort abzuwarten. „Es ist ein wunderschöner Tag heute. Neville hat mich vorhin gefragt, ob ich mit ihm nach Hogsmead gehe, hast du nicht Lust mitzukommen?"

Hermine sah, wie Neville enttäuscht zu der Blonden schaute. Sie hatte in letzter Zeit schon gemerkt, dass er offensichtlich Interesse an der Ravenclaw hatte, jeder hatte es gemerkt, nur Luna scheinbar noch nicht. „Das ist nett von dir Luna, aber ich habe schon etwas anderes vor."

„Schade!" Jetzt wirkte Luna enttäuscht und der Gryffindor lächelte dankbar zu Hermine.

Sie selbst hatte dem Lehrertisch auf dem Podium immer wieder mit Blicken einen Besuch abgestattet, aber ein gewisser Herr ließ sich dort oben nicht sehen. Sie hatte ohnehin keine große Hoffnung gehabt ihn hier zu treffen, an den Wochenenden erschien er fast nie zu den Mahlzeiten in der Halle. Sie fragte sich, ob er überhaupt jedes Wochenende hier auf Hogwarts blieb, oder ob er an seinen freien Tagen das Schloss manchmal verließ. Sie nahm sich vor ihn zu fragen, sollte sich jemals die Gelegenheit ergeben.

Nach ihrem Frühstück verabschiedete sie sich von ihren beiden Mitschülern und beschloss Hagrid einen Besuch abzustatten. Ginny und die beiden Jungs würden ihr noch früh genug über den Weg laufen und gerade auf Ron konnte sie im Moment gut verzichten. Später würde sie noch die Bibliothek aufsuchen, um zu sehen ob das Buch über Arithmantik wieder verfügbar war, auf das sie schon so lange wartete.

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Der Wind rauschte sacht durch die Baumwipfel, die jetzt, zum Ende des Frühjahrs, wieder ihr volles, grünes Blattwerk trugen. Die Stille wurde nur von vereinzelt knackenden Ästen oder raschelndem Unterholz durchbrochen. Die Sonne erreichte nur an wenigen Stellen den Boden und so ging er aufmerksam und mit geschärften Sinnen zwischen den immer lichter werdenden Baumstämmen hindurch. Es war nicht mehr weit bis zum Rand des Verbotenen Waldes und er bedauerte schon jetzt den Verlust der Ruhe und des Friedens den dieser Ort ihm gab.

Kurz hinter Hagrids Hütte, als Snape schon wieder große Teile des strahlend blauen Himmels durch die Baumkronen erkennen konnte, wehte ein helles, klares Lachen zu ihm herüber.

Er blieb stehen und lauschte, ob der Wind noch weitere Töne zu ihm tragen würde. Dann erklang die polternde Stimme des Halbriesen, allerdings so nuschelig wie eh und je und so konnte er kein Wort von dem verstehen, dass dort gesprochen wurde. Jetzt hörte er wieder die helle Frauenstimme und erkannte sie, Hermine. Er ging ein paar Schritte im Schutz der Bäume zur Seite, um freie Sicht auf die Personen vor der Behausung zu bekommen, allerdings war er nun so weit entfernt, das er kein Wort mehr hörte.

Was er dort sah, fühlte sich an, als hätte er gerade einen Schlag in den Magen bekommen, von dem aus sich eine Welle heißen Zorns ausbreitete. Auf den Stufen der Hütte saß der Wildhüter und machte ein wichtiges Gesicht, mit dem er von Zeit zu Zeit zustimmend nickte. Seitlich von Hagrid stand Hermine, den Rücken zu ihm gewandt, trotzdem konnte er an ihrer Körperhaltung und ihren, vor Lachen bebenden Schultern, erkennen, dass sie sich prächtig amüsierte. Und vor Hermine stand der Grund seiner lodernden Wut, gestikulierte wild mit den Armen und ließ seine Hand durch die Luft sausen, als ob er Flugmanöver darstellte. Er trug eine abgewetzte braune Lederhose, das Hemd hing teilweise aus dem Bund und war bis zur Hälfte geöffnet. Rote gekräuselte Haare quollen daraus hervor, ein sehr unappetitlicher Anblick wie er fand, doch Hermine schien er zu gefallen.

Sie hatte also ihren Fokus bereits auf ein anderes Objekt zur Mehrung ihrer Kenntnisse geworfen, dachte er. Dieses kleine Biest! Er stellte fest, dass er noch nicht mit ihr fertig war und sei es auch nur aus dem Grund, ihr den Abend mit diesem Alleinunterhalter zu vermiesen. Er würde bestimmen wann und wie es endete und sich nicht so einfach durch einen unzivilisierten Drachenpfleger ersetzen lassen.

Er entfernte sich vom Ort des Geschehens, um an einer anderen Stelle ungesehen den Wald zu verlassen.

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Das Gespräch mit Charlie Weasley und Hagrid war eine willkommene Abwechslung gewesen für Hermine. Der Drachenhüter war selten in England, um seine Familie zu besuchen, doch wenn er kam, besuchte er auch meist Hagrid, mit dem ihn die besondere Leidenschaft für große und gefährliche magische Wesen verband.

Nach ihrer Rückkehr ins Schloss, machte sie sich auf den Weg in die Bibliothek, um nach dem Buch zu sehen, dass sie schon so lange lesen wollte. Ärgerlich stellte sie fest, dass es wieder nicht verfügbar war und so schlenderte sie durch die Regalreihen und fand natürlich andere Exemplare die ihre Aufmerksamkeit erregten.

Hermine bemerkte gar nicht wie die Zeit verging, bis nach einigen Stunden jemand zaghaft an ihrem Umhang zupfte. Ein Hauself, den sie noch nie gesehen hatte, stand verschüchtert neben ihrem Tisch und hielt einen Umschlag in seiner zittrigen Hand. Er verbeugte sich tief und war auch schon wieder verschwunden, als sie den Brief entgegen genommen hatte.

Die Nachricht konnte nur von einer Person stammen, keiner der Schüler hatte die Befugnis Hauselfen mit der Beförderung von Post zu beauftragen. Nervös öffnete sie den Umschlag und holte einen zusammengefalteten Zettel heraus.

Heute Abend, 20.00 Uh, in meinem Büro. Seien sie pünktlich. SS

Hermine war überrascht und erfreut zugleich, doch sofort machte sie sich wieder Gedanken und begann die wenigen Worte zu analysieren. Sie waren so kühl, so unpersönlich und sie befürchtete, dass die Antwort auf ihre Frage nicht die sein würde, die sie sich erhoffte. Andererseits, warum machte er sich dann überhaupt die Mühe und bestellte sie in sein Büro? So wie sie ihn einschätzte, hätte er sich bei einem negativen Ergebnis seiner Überlegungen, gar nicht mehr gemeldet. Sie würde wohl den Abend abwarten müssen, um Klarheit zu erlangen und grübelte stattdessen darüber nach, wie sie ihm gegenüber treten sollte.

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Ähnliche Gedanken machte sich auch Snape. Er war in seinem Labor, um für Poppy einige Heiltränke herzustellen und ließ seine Wut an einigen Murtlap Tentakeln aus, deren Saft er in einem Mörser mit Hilfe des Stößels herauspresste.

Den Abend würde sie also definitiv bei ihm verbringen, sie würde es nicht wagen sich seiner Anweisung zu widersetzen. Doch war er sich nicht schlüssig über die Art und Weise wie er ihr gegenüber treten sollte. Er könnte ihr eine tatsächliche Strafarbeit geben, wie zum Beispiel eine Inventur der Trankzutaten, die nötige Intelligenz dafür hatte sie ohne Zweifel. Damit wäre auch das Problem beseitigt, dass sie sich mit diesem Weasley treffen konnte.

Trotzdem störte ihn etwas an diesem Plan und wenn er tief in sich hinein horchte, wusste er auch was es war.

TBC

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Habt ihr einen Tipp? Was stört ihn und wie könnte das nächste Treffen aussehen?

Ein kleiner Anreiz mir ein Review da zu lassen. mit Dackelblick schau