Einige Minuten später kam Sasuke wieder in den großen Raum. Nun war auch er verkleidet. Im ganzen Raum wurde es schnell still als sie alle den Jungen sahen. Sasuke trug einen scheinbar alten Anzug. Er trug ein weißes Hemd und darüber ein schwarzes Jackett. Dazu eine lange ebenfalls schwarze Hose mit schwarzem Gürtel. Über den Schultern hing ein Umhang fast bis auf den Boden. Der Umhang war ebenfalls komplett schwarz. Das Gesicht des Jungen war wie immer blass, allerdings schauten zwei Eckzähne an den Mundwinkeln hervor. Es war eindeutig, dass Sasuke in seinem Kostüm einen Vampir darstellt. Niemand konnte es bestreiten: er sah wirklich gut in diesem Aufzug aus.
Sasuke gesellte sich zu den Gästen und alle lobten den Uchiha für die tolle Dekoration und das tolle Kostüm. Er allerdings antwortete immer nur sehr knapp auf Fragen und Belobigungen. Die Zeit verging wie im Fluge und so wurde kurz vor Mitternacht entschieden, dass die Party nun vorbei sei und jeder nach hause gehen solle. Allerdings führte Sasuke sie nicht zu der Tür, an der sie alle ankamen.
"Wohin führst du uns?" wollte Neji wissen.
"Ich habe noch etwas vorbereitet." gab es nur als Antwort.
Der Weg bis zum Ziel war unmöglich. Sasuke stieg Treppen hinauf und hinunter, bog mal nach links ab und mal nach rechts. Dann endlich blieb der Uchiha vor einem schwarzen Stoffvorhang zum stehen. Er wandte sich zu seinen Gästen um und versicherte sich, dass auch noch alle anwesend waren.
"Und was sollen wir hier?" stellte nun Gaara seine Frage.
"Das ist der Abschluss der Party."
"Ein Stoffvorhang, der mitten im Flur hängt?" hakte Kiba nach.
"Ganz Recht. Ihr werdet dort durchgehen. Am Ende des Ganges gelangt ihr ins Freie und könnt nach Hause gehen. Allerdings ist der Weg mit etlichen Überraschungen gespickt."
"Und das heißt?"
"Überall lauern kleine und große gruselige Überraschungen."
"Und was, wenn wir da nicht durch wollen?" fragte Neji.
"Dann könnt ihr die Tür nehmen, an der ich euch hinein gelassen habe. Allerdings müsst ihr den Weg bis dorthin alleine finden." grinste der Schwarzhaarige fies.
Sasuke wusste genau, dass niemand zurück gehen würde. Immerhin hat keiner auf den Weg geachtet und in einem solche großen Haus kann man sich ziemlich schnell verlaufen, wenn man nicht weiß wohin man gehen soll. Die Gäste sahen einander unsicher an. Ihre Gesichter fragten jeden anderen, ob dieser den Weg zurück wüsste. Doch niemand hat sich den Weg eingeprägt und so müssen sie wohl oder übel durch den Flur gehen, den Sasuke vorbereitet hat.
Da niemand sagte, er oder sie ginge zurück, fuhr Sasuke fort.
"Ihr geht immer in 2er Teams durch den Gang. Nur das letzte Team muss zu dritt durchgehen."
"Und warum? Es geht doch auf. Wir können immer zu zweit durch den Gang gehen." meinte Kiba.
"Nein. Ich komme nicht mit."
"Und warum nicht? Hast du Angst?" setzte Kiba fort.
"Nein. Ich kenne nur alles und weiß wo was lauert. Und wenn ich mit einem mitgehe, braucht dieser keine Angst zu haben. Das wäre nicht fair. Findet ihr nicht auch?" grinste er fies.
"Und noch Etwas. Wer sich auf dem Weg zum Ausgang verläuft oder in eine der Fallen stürzt, muss bis Morgen hier bleiben und durch die dunklen Gänge im Keller irren. Jegliche Hilfe von anderen ist verboten!"
Dann teilte Sasuke die Teams ein. Er hatte schon alles genau vorbereitet. Das erste Team bildeten Shikamaru und Temari. Da beide ziemlich locker waren und schon einiges erlebt hatten, klammerte sich auch keiner an den jeweils anderen. Sie gingen ganz gelassen durch den Vorhang und durch den Flur. Nach einigen Metern kam schon der erste Schreck. Shikamaru lief durch eine Laserschranke, die einen Auslöser betätigte. Es kam mit lautem Geraschel ein Gespenst von der Decke gesaust. Ein Schrei hallte durch den Flur. Es war die Stimme von Temari. Sie bekam das Gespenst direkt ins Gesicht. Shikamaru konnte noch rechtzeitig ausweichen. Dafür bekam er es dann aber mit der Angst zu tun. Temari schaute ihn sehr sehr wütend an. Ein lauter Ausruf seines Namens ließ die anderen Gäste vermuten, dass Shikamaru soeben von Temari gefressen wurde. Aber einige Zeit später hörten sie wieder Schreie. Dieses Mal waren es Temari und Shikamaru.
Sasuke hatte am Eingang eine Art Tresen mit etlichen Kameras zu stehen. So konnte er sehen, dass das erste Team gerade das ziel durchlief. Natürlich hatte er an einigen Stellen, an denen es in den Keller geht, ebenfalls Kameras positioniert. So konnte er genau sehen, wer sich alles in den Keller verirren würde.
"Sie sind durch. Als nächstes gehen Tenten und Neji."
Gesagt, getan. Neji ging vor und Tenten klammerte sich an seinen Rücken. Eigentlich hatte sie keine Angst, aber nachdem sie hörte was das vorherige Team für Schreie von sich ließ, hielt sie es für sicherer sich festzuhalten. Kaum einige Schritte nach dem ersten Schrei von Temari sah Tenten einen Kürbis, der beleuchtet war. Aber er hatte nicht wie die anderen im großen Raum, in dem die Party stattfand, eine böse dreinschauende Fratze gezogen, sondern ein lächelndes Gesicht. Tenten ging erfreut darauf zu und rief Neji.
"Sieh mal. Ein lächelnder Kürbis." und zeigte mit dem Finger auf besagten.
Neji griff ihren Arm und zog das Mädchen zu sich. In genau diesem Moment sprangen dutzende Kunai aus dem kleinen Tisch und durchbohrten den Kürbis. Nun war die Fratze, die er zog nicht mehr lächelnd sondern ein Gesicht wie der Teufel. Ein Entsetzensschrei Seitens Tenten ließ nicht lange auf sich warten. Neji stand noch immer bei ihr und hielt ihren Arm. Aber er ließ schnell los und hielt sich seine Ohren zu. Der Schrei war kaum auszuhalten. Die anderen Gäste erschauderten. Sie wussten ja nicht, was dort im Flur soeben passiert war.
"Weiche mir nicht mehr von der Seite, verstanden!?" wandte sich Neji zu Tenten.
Diese nickte und klammerte sich an den rechten Arm von Neji. Dieser benutzte sein Byakugan, um alle Fallen rechtzeitig sehen und ausweichen zu können. Endlich erreichten auch sie das Ziel und warteten nun auf Hinata und ihrer Begleitung.
"Das nächste Team bilden Hinata und Shino."
Beide traten durch den Vorhang und waren verschwunden. Hinata hielt sich krampfhaft an Shino fest. Dieser ging wie selbstverständlich durch den dunklen und Furcht einflößenden Flur entlang. Alle paar Meter leuchtete etwas auf oder glühte oder flackerte vor sich hin. Auch etliche Kürbisköpfe lächelten die beiden finster an. Der Wind, der die Kerzen im Inneren der Kürbisse zum Flackern brachte, wehte nur ganz leicht. Dies aber reichte völlig aus, um den Kürbis und seine eingeschnitzte Visage erleben zu lassen.
Shino störte sich aber nur wenig an de unheimlichen Dinge auf ihrem Weg. Er schickte seine Insekten voraus. Dank ihnen wusste er genau, wo welche Fallen lauerten. Auf diese Weise kamen sie ganz einfach und ohne einen Schrei zum Ziel und Ausgang. Dort warteten schon Neji und Tenten auf sie.
"Warum habt ihr nicht geschrieen? Wart ihr etwa starr oder stumm vor Schreck?" fragte Tenten ohne nachzudenken nach.
"Nein. Meine Insekten haben uns an allen Fallen vorbeigeführt. Ihr scheint aber Angst gehabt zu haben. Zumindest nach dem Schrei zu urteilen."
"Das war ein Versehen. Ich wollte gar nicht schreien, aber es hat mich einfach überkommen." kratzte sich Tenten verlegen am Hinterkopf.
Da nun Hinata im Ziel war und Neji nur ihretwegen dort wartete, gingen die nun Vier Leute nach Hause. Neji war immer sehr fürsorglich zu Hinata und versuchte sie immer und überall zu beschützen. Allein das war auch der Grund, weshalb er zu dieser Party mitkam.
"Als nächstes gehen Lee und Gaara." sprach der Uchiha ohne eine Art von Emotion im Gesicht.
Lee und Gaara folgten dem Befehl. Sie gingen durch den Vorhang und standen nun in dem völlig dunklen Flur. Nur die flackernden Lichter erhellten ihren Weg einigermaßen. Dieses Licht hatte seine Vor- und Nachteile. Ein Vorteil, um genau zu sein der einzige, war, dass man seinen Weg ungefähr erahnen konnten und nicht gleich irgendwo gegen lief. Die Nachteile waren dafür umso auffälliger. Die Beleuchtung machte eine schaurige Stimmung und sorgte für genug Angst, dass die Gäste sich nicht auf ihre unmittelbare Umgebung konzentrierten und so schneller und einfacher in die vorbereiteten Fallen liefen.
Lee sprang mit einem gewaltigen Satz etwa 5 Meter nach vorne. Er schaute sich genau um und wandte sich dann winkend an Gaara.
"Alles sicher. Du kannst kommen."
Dem Angesprochenen gefiel das aber überhaupt nicht. Er wollte nicht von so einem Idioten beschützt werden. Vor allem dann nicht, wenn es keine wirkliche Gefahr gibt. Was soll in diesem Flur denn Bösartiges lauern? Dennoch schlenderte Gaara dem herum springenden Lee hinterher.
Als Lee mal wieder auf dem Fußboden landete, sackte er ein wenig ein. Er war auf einen Schalter getreten. Gaara konnte nur mit den Augen genervt rollen. Plötzlich gab es Zischgeräusche und kleine Spitze Kunai rasten von den wänden auf Gaara zu. Dieser wich mit einem Satz aus. Dabei verhakte er sich in seidenartige Schnüre, die nun gezogen wurden. Und wieder rauschten etliche Kunai auf den Rothaarigen zu. Leider hatte er keine Möglichkeit zum Ausweichen. Die Schnüre, in die er sich vollkommen verheddert hatte, waren einfach zu stark. So sah Lee wie Gaara von den heransausenden Kunai getroffen wurde. Ein lauter Schrei ging durch den Flur und hallte immer weiter durch das große Haus.
Gaara landete auf dem Boden. Schnell lief Lee zu diesem. Als er jedoch kurz vor ihm war, setzte sich Gaara hin. Zuvor lag er auf seinem Rücken, welche genau wie sein Vorderkörper mit den Kunai übersäht waren. Als Gaara so auf dem Boden saß, bemerkten er und Lee, das der Junge nicht blutete. Zwar war es dunkel, dennoch hätten sie Blutspritzer sehen müssen. Wenn schon nicht auf dem dunklen Fußboden, dann wenigstens an seiner Kleidung. Doch die war völlig in Ordnung.
Gaara zog überrascht eines der Kunai heraus. Dabei stellte er fest, dass diese Kunai mit Luft gefüllt sind und an ihrer Spitze Saugnäpfe haben. So konnten sie an dem jungen haften bleiben und es sah so aus als würde er von den scharfen Kunai durchbohrt. Nachdem die beiden Gaara von den unechten Messern befreit hatten, gingen sie weiter.
Kurz vor dem Ziel, den Mond, welcher auf die Bäume und Büsche im Garten schien, tritt Lee auf etwas seltsames. Dieses Ding fing plötzlich an laut und schrill zu quietschen. Wieder entfleuchte dem Ninja ein Entsetzensschrei und wie ein Blitz sprang er in Gaaras Arme und hielt sich krampfhaft an diesem fest. Der andere junge fand das alles aber ganz und gar nicht lustig, und auch nicht gruselig. Das war einfach nur albern. Gaara senkte schlagartig seine Arme und beförderte Lee damit zu Boden. Dieser landete auf seinen Füßen, da er sich noch immer an Gaara´s Pandakostüm festkrallte. Gaara ging also mit dem an sein Kostüm gekrallten Lee durchs Ziel ins Freie.
"Wir sind draußen. Du kannst mich jetzt wieder loslassen." meinte der menschliche Panda nur.
Lee öffnete seine Augen und sah den von Mondlicht durchfluteten Garten.
"Endlich draußen. Ein Glück!" Dann schaute sich der Gaiverschnitt um. "Ich sehe deine Schwester gar nicht."
"Sie ist sicher schon gegangen."
"Dann gehen wir auch. Ich begleite dich in euer Hotel."
Ohne das Gaara die zeit fand ein Widerwort einzulegen, packte Lee ihn am Handgelenk und zerrte ihn vom Uchihagrundstück auf die Straßen ins Hotel, wo Temari schon auf ihren Bruder wartete.
"Jetzt sind Choji und Kiba dran."
Beide Aufgerufenen gingen leicht zitternd durch den Vorhang in den Flur. Sofort blieben sie stehen. Der Anblick des dunklen und kaum beleuchteten Ganges ließ ihre Knie anfangen zu schlottern und sie konnten sich kaum aufrecht halten. Am Liebsten wären sie auf der Stelle wieder umgekehrt. Doch wie würden sie dann dastehen? Alle hatten es bisher geschafft und da wollten sie nicht kneifen. Beide Jungen schauten sich an, ließen ihre Gesichtsausdrücke ernster und entschlossener werden und dann gingen sie los.
Sie hatten schon gut die Hälfte des Weges hinter sich gebracht, danke Akamaru, da roch Choji etwas. Es verleitete ihn dazu, dass er zu dem Geruch ging. Zufälligerweise stand dieser einige Meter vor ihnen am Wegesrand. Kiba hatte ein seltsames und ungutes Gefühl bei der Sache und auch Akamaru knurrte einen Schatten an.
"Sei vorsichtig." warnte ihn der Hundejunge.
Choji kam dem Schatten immer näher. Auch Kiba fasste sich Mut. Er griff nach einem Kerzenständer und beleuchtete den Schatten. Vor ihnen stand ein Clown mit freundlich lächelndem Gesicht und, wie es sich für einen Clown gehört, mit bunten Sachen und Schminke im Gesicht. Vor ihm stand ein großer Kessel aus dem der bezaubernde Duft kam.
Choji, der ein Feinschmecker ist, konnte sich nicht beherrschen und schaute in den Topf. Aber was er dort fand, war alles andere als appetitlich. In der kachelnden Suppe befanden sich abgehakte Finger, Augen, sowie Arme und Füße. Ein Schrei des Ekels erfasste Choji und den kompletten Gang. Dadurch zog er die Aufmerksamkeit des Clowns auf sich und Kiba. Akamaru begann den Clown laut anzubellen.
Das freundliche Lächeln des Clowns verschwand und ein bösartiges und hinterhältiges Lächeln machte sich nun breit. Die Arme erhoben sich und in seinen Händen hielt der Clown zwei gewaltige Messer. Dann erhob er sich und ging auf Choji zu. Voller Angst lief er zu Kiba zurück. Der Clown setzte unterdessen seinen Weg zu den Jungen fort. Auch das immer länglicher werdende Gebell von Aamaru ließ den Clown nicht inne halten. Sein teuflisches Lächeln wurde immer breiter und er begann dann auch noch die Messer zu schwingen. Die zwei Jungen und der Hund bekamen es so sehr mit der Angst zu tun, dass sie ihre Beine in die Hand nahmen und so schnell wie möglich zum Ausgang rannten. Sie lösten einige Fallen aus, die ihnen aber nicht gefährlich werden konnten. Auch hatten sie diese gar nicht bemerkt. Ihre Angst war einfach zu groß und mit lautem angsterfüllten Geschrei rannten die drei in den Garten des Grundstückes. Dort stoppten sie und schnappten japsend nach Luft. Von dem Clown war nichts mehr zu sehen, hören oder gar zu riechen. Erleichtert beschlossen sie nach hause zu gehen. Immerhin hatte auch niemand auf sie gewartet, also konnten die letzten auch alleine nach Hause gehen.
"Nun die drei Letzten. Naruto, Sakura und Ino."
Ino wollte Sasuke zeigen, wie mutig sie war. Also ging sie als erste. Aber eigentlich wollte sie gar nicht in den Gang hinein. Die bisherigen Angstschreie hatten ihr vollkommen gereicht und wissen, was nun sie und die anderen beiden erwarten würde, wollte sie gar nicht.
Lieber würde Ino, und auch Sakura, lieber bei Sasuke bleiben oder mit diesem durch den Gang schreiten. Aber ihnen blieb nur Naruto. Die beiden Mädchen blieben vor dem Vorhang wie angewurzelt stehen. Naruto wollte dem ein Ende machen und drängte die Mädchen etwas zur Seite. Dann ging er mit einem großen Schritt durch den Vorhang in den Flur. Schließlich wollte auch er noch nach Hause kommen.
Ino und Sakura stritten sich während sie durch den Vorhang zu Naruto gingen. Keine konnte sich entscheiden wer hinter Naruto geht und wer die Letzte sein würde. Auch wenn sie sich bei dem Jungen nicht sicher fühlten, wollten sie lieber in der Mitte gehen, denn als Letzte bestünde die Möglichkeit, irgendeinem Grusel zum Opfer zu fallen. Und das wollten beide vermeiden. Naruto begann dann seinen Weg Richtung Ziel zu gehen. Die Mädchen standen noch immer knapp hinter dem Vorhang und stritten sich. Doch dann bemerkten sie, dass der Junge schon vorgegangen war und rannten ihm kreischend hinterher.
"Du kannst doch nicht einfach vor gehen und uns arme schwache Mädchen allein in dieser Finsternis lassen." meckerte Sakura.
"Da muss ich ihr recht geben! Willst du etwa, dass uns die Monster fangen und auffressen?"
"Es gibt keine Monster. Und hier erst recht nicht. Das ist alles nur Show." versuchte Naruto zu erklären. Doch keines der Mädchen hörte ihm zu.
Ohne noch etwas zu sagen ging der Junge den Weg weiter. Er bestaunte die ganzen Accessoires wie etwa die im dunkeln leuchtenden Spinnweben in den Ecken, oder die vom wind flackernden Kürbisgesichter. Auch entdeckte er einige Fallen. So tritt er mit Absicht auf den Auslöser für die falschen Kunai. Kurz vor Ino und Sakura schossen die Kunai aus den Wänden und klebten aneinander. Zwar wurden die Mädchen nicht getroffen, aber jede ließ jeweils einen lauten Schrei von sich. Naruto konnte nicht anders und lachte laut los. Dies führte dazu, dass ihn die Mädchen wutentbrannt anstarrten. Dann schluckte er seine letzten Lacher herunter.
"Nun habt euch doch nicht so. Das soll doch spaßig sein. Also lacht doch mal."
"Das ist alles andere als lustig, du Vollidiot!!" brüllten beide im Chor.
Naruto wandte sich wieder ab, so als hätte er die beiden nicht gehört, und ging weiter. Schnell schlossen die Mädchen auf. Sie wollten lieber nah bei Naruto sein als ganz allein in diesem unheimlichen Flur. Dann schrieen die Mädchen noch einige Male. Aber nicht mehr wegen solch erschreckender Dinge wie die unechten Kunai. Vielmehr schrieen sie wegen der Schatten der Kürbisse, die bei dem flackernden Licht der Kerzen an der Wand tanzten. Und auch einige Plüschfledermäuse blieben in den Haaren der Mädchen hängen. Sogar die Geräusche einer knarrenden Wand oder von Schritten ließen die Mädchen immer wieder aufschreien.
Selbst Sasuke hörte dies. Er befand sich mittlerweile im Keller des Hauses. Hier bereitete er noch einige Dinge vor. Hier war noch nicht dekoriert. Er stellte überall Kerzenständer auf und schaltete das Licht aus. Nun konnte es bald losgehen.
Währenddessen marschierten die drei noch immer den Flur entlang. Naruto war zufrieden als er endlich den Ausgang erblickte. Kein Team vor ihnen hatte so oft so laut gekreischt. Die Mädchen wollten schon losrennen, doch Naruto hielt sie an ihren Oberarmen fest.
"Was ist denn? Da hinten ist doch der Ausgang."
"Ja! Also lass uns los. Wir wollen hier raus." stimmte Ino zu.
"Wir müssen vorsichtig sein. Auf den letzten Metern könnte alles auf uns lauern. Immerhin könnten wir unvorsichtig werden und schnell zum Ziel eilen. Und Unterwegs lösen wir mehrere Fallen aus. Das wollt ihr doch sicher vermeiden, oder?"
"Ja." antworteten die beiden Mädchen im Chor. Sie waren überrascht, dass solche klugen Worte von Naruto kommen. Eher hätten sie erwartet, dass Sakura eine solche Überlegung tätigt. So gingen die drei langsam und äußerst behutsam durch den Gang. Als sie kurz vorm Ziel waren, drängten die beiden Naruto zurück und wurden mit jedem Schritt, dem sie dem Ausgang näher kamen, schneller. Naruto versuchte durch hinterher rennen Schritt zu halten, was ihm auch gelang.
Ein unachtsamer Schritt von Sakura genügte und eine letzte Falle wurde ausgelöst. Die Mädchen blieben stehen und als Naruto sie eingeholt hatte blieb auch er hinter den beiden stehen. Es erklang ein seltsames Geräusch. Es war ein Quietschen, ein ekelhaftes Quietschen, das einem ein Schaudern über den Rücken jagte. In diesem Moment raste ein Gespenst hinunter und genau vor die Mädchen. Diese erschraken fürchterlich, rissen ihre Arme in die Luft und gingen einen gewaltigen Schritt nach hinten. Dabei ignorierten sie Naruto, der nach hinten geschubst wurde. Er rempelte gegen die Wand, welche nachgab und den Ninja verschluckte. Als Ino und Sakura bemerkten, dass es nur ein Lacken war, welches bemalt wurde, drehten sie sich zu Naruto und sahen nur noch wie die Wand, durch die er fallen war, sich schloss.
"Was machen wir nun?" fragte Sakura unsicher.
"Wir lassen ihn dort. Immerhin hat er uns mit den Kunai einen riesigen Schreck eingejagt. Das ist seine Strafe dafür."
"Du hast recht. Und außerdem hat Sasuke gesagt, er muss hier umherirren und wir dürfen ihm nicht helfen."
So hatten sich die Mädchen voreinander gerechtfertigt und gingen seelenruhig nach Hause. Zwar wollten sie noch einmal Sasuke sehen, doch fürchteten sie, er könnte sie wieder durch den gang schicken, wenn sie gehen wollten. Also beschlossen sie doch lieber nach Hause zu gehen.
