Das Geschenk

Das Abendessen ließen Albus und Scorpius ausfallen. Hagrids Pfannkuchen waren nicht nur enorm lecker, sondern auch sehr sättigend. Albus schlug eine Partie Koboldstein vor, doch er scheiterte an Scorpius' Beharrlichkeit, der darauf bestand die Hausaufgaben zu machen. Der Slytherin grinste über die Leidensmiene seines Freundes, der die Aufgaben lieber am Sonntag erledigen wollte. Am Ende saßen sie auf Albus' Bett und schrieben den Aufsatz für Zaubertränke.

Zur selben Zeit machten sich Hagrid und Professor Longbottom auf den Weg nach Hogsmeade. Sie erreichten eine kleine Anhöhe, von der man einen schönen Blick auf das kleine, malerische Städtchen hatte. Es war zwar noch nicht ganz dunkel, dennoch brannten die Lichter und Laternen des Ortes. Neville hing seinen Gedanken nach, als er bemerkte, wie Hagrid ihn ansah.

„Hä?"

„Ich habe gesagt, dass du in dem neuen Jahrgang einige weibliche Fans hast."

Der schlaksige, Mann lachte. Er war überrascht, wie viele schmachtende Augenpaare ihm verliebte Blicke zuwarfen, seit er Professor geworden war und ziemlich schüchtern die ersten Unterrichtsstunden bestritten hatte. Seit dem ist viel Zeit vergangen, doch all das Anhimmeln, Zwinkern und Seufzen ließ nie nach. Und es waren bei weitem nicht nur Mädchen, die ihn anschmachteten, wenn ihn auch dieser Aspekt, selbst heute noch leicht irritierte, wie er schmunzelnd zugab. Doch im Grunde tangierte ihn dies nur sehr wenig. Sein Herz war längst vergeben, leider so vergeben wie die Frau, an die er es verloren hatte.

„Du solltest mal lieber öfters auf'n Swutsch gehen, statt dich in deinen Glashäusern zu verschanzen, hinter Pflanzen und Blumentöpfen."

Neville sah den Großen aus schmalen Augen an. „Rubeus, du und Rosmerta habt doch nicht wieder irgendein Mädchen eingeladen, mit dem ihr mich verkuppeln wollt?"

„Nee, wir doch nicht!"

Neville versetzte Hagrid einen leichten Knuff mit dem Ellenbogen, den der Halbriese gut gelaunt zurückgab. Erschrocken sah dieser, wie der arme Professor im hohen Bogen in die Büsche flog, da Hagrid nicht an seine Kräfte gedacht hatte. Umgehend fischte er den lachenden Neville aus dem Gebüsch und entschuldigte sich verschämt. Nachdem er sich den Staub aus seiner Robe geklopft hatte, gingen Neville und Hagrid weiter.

„Hab ich richtig gesehen, Hagrid? Seidenschnabel ist wieder zurück?"

„Ay! Der Racker! Sollte mich nicht wundern, wenn wir im Frühjahr zwei, drei kleine Hippogreife zur Pflege bekommen."

Amüsiert bemerkte Neville, dieses Glitzern in Hagrids dunklen Augen und schüttelte den Kopf. „Du bist wirklich unverbesserlich, Rubeus. Gab es nicht mal Gerüchte um ein Drachenei, oder einen dreiköpfigen Hund?"

Nach kurzer Zeit betraten sie den Schankraum, des Gasthauses Drei Besen. Madam Rosmerta begrüßte sie freudig und setzte ihnen gleich drei Humpen Butterbier vor. Hagrid grinste und stieß mit Neville an. Während dieser einen großen Schluck nahm, leerte der Halbriese seinen Becher gleich in einem Zug. Er rülpste, nahm sich den zweiten Becher, schaute kurz zu Neville und zuckte entschuldigend mit seinen beeindruckenden Schultern.

„Sorry! S'is wie ich immer sage, besser raus als rein!"

Neville sah sich neugierig um. „Ihr habt diesmal wirklich niemanden sonst eingeladen?"

„Naah! Das letzte Mal hat gereicht."

Hagrid erinnerte sich noch gut an den Abend. Rosmerta hatte die Nichte einer Freundin eingeladen und zusammen mit Hagrid hatte sie versucht, das Mädchen mit dem armen Neville zu verkuppeln. Am Ende des Abends saß Neville schmollend am Tisch, während die Kleine hemmungslos in ihr Butterbier heulte. Nein, so was würde Hagrid nicht mehr versuchen.

„Wenn wir schon beim Thema sind..." Neville schaute Hagrid an. „Hast du schon was Neues von Olympe gehört?"

Der Halbriese schaute etwas betrübt in sein Butterbier. Seine Beziehung zur Schulleiterin der französischen Hexenschule Beauxbaton, zog sich jetzt schon weit über zwanzig Jahre hin, mit all ihren Höhen und Tiefen. Mal waren sie zusammen, mal stritten sie sich wie die Kesselflicker. Er seufzte.

„Nee, sie is noch in Frankreich. Vielleicht im Frühjahr..."

„Meinst du, das renkt sich wieder ein, bei euch?"

„Yep! So sind Riesinnen nun mal. Unstet und flatterhaft. Nimm meine Ma, die war auch eines Tages auf und davon, ließ meinen alten Dad und mich allein."

„Also wenn ihr nur gekommen seit um Trübsal zu blasen, hättet ihr gleich in den Eberkopf gehen können!"

Madam Rosmerta stellte neues Bier und eine Schale Schweinepastetchentaler auf den Tisch, dann setzte sie sich zu ihnen. Neville grinste, sie hatte das Gasthaus schon geführt, als er hier noch zur Schule ging und nicht wenige der jungen Magier waren ein wenig in die lebensfrohe Hexe verknallt gewesen. Sie trug noch immer die, mit glitzernden Pailletten versehenen, Schuhe. Ihr hochgestecktes Haar war mit kräftigen grauen Strähnen durchzogen, die trotzdem ihrem schmalen Gesicht schmeichelten. Sie tätschelte Hagrids gewaltige Hand.

„Deine kleine Olympe wird sich schon wieder beruhigen, keine Angst, mein Großer."

Die Tür wurde aufgerissen und herein trat ein Mann. Er trug eine dunkelblaue Robe und grinste Hagrid und den anderen zu.

„Na, habt ihr noch ein Plätzchen für mich frei?"

Er hatte ingwerrote Haare und seine Wangen waren überzogen mit Sommersprossen. Die Wärme, die in seinen blauen Augen lag, zeugte von der Aufrichtigkeit seiner Freude. Neville sprang auf und umarmte den Neuankömmling.

„Ron! Schön dich zu sehen!"

Hagrid begrüßte Ron Weasley überschwänglich, verzichtete aber auf eine Umarmung, es war ihm immer noch peinlich, dass er eben Neville in die Büsche befördert hatte. Nachdem sich der Rothaarige neben Neville niedergelassen hatte, brüllte Madam Rosmerta los.

„HANK! NOCH'N BUTTERBIER!"

Plötzlich erschien ein Kopf über dem Tresen, so dass man im ersten Augenblick meinen konnte, dahinter würde ein Kind stehen, dass nun auf einen Hocker kletterte. Doch bei genauerem Hinsehen konnte man erkennen, dass es sich um einen Wicht handelte.

„Kommt sofort, Madam Rosmerta!"

„Bring bitte auch noch für alle Goldlackwasser!"

Der quirlige kleine Mann kam umgehend mit einer weiteren Runde Butterbier angewatschelt. Ron griff sich gleich einen der Humpen und stieß mit den anderen an. Nachdem er zwei Pastetchen auf einmal runter geschlungen hatte, atmete er erleichtert auf.

„Puah, jetzt geht's mir gleich besser!" Er stieß kurz auf und schaute dann zu Neville und Hagrid. „Na, wie macht sich meine Kleine?"

„Toll, sie ist genauso schlau wie ihre Mutter, als sie in dem Alter war."

Neville nickte bestätigend. „Gib ihr noch ein Jahr und sie geht allen anderen in ihrem Jahrgang auf den Keks!"

Am Tisch brach allgemeines Gelächter aus und Ron schüttelte seinen Kopf. „Ihre Mutter hat das bereits schon nach einer Woche geschafft." Er schaute sich um, ob jemand in Hörweite war. „Aber ihr habt das nicht von mir!"

Hagrid grinste. „Wie geht's Hugo und Teddy?"

„Och, denen geht's gut. Hugo kann es kaum erwarten nach Hogwarts zu kommen, allerdings treibt er seine Mutter mit seinem Schlendrian noch in den Wahnsinn. Teddy lässt ab und zu was von sich hören. Er zieht sein Ding durch und wenn er grinsend Zuhause mal auftaucht, ist Mione die Erste, die alles stehen und liegen lässt, um ihn um den Hals zu fallen."

„Hört, hört!" Neville verzog kurz das Gesicht. „Ich weiß noch, wie er mit einem alten Rezept von Fred und George versucht hatte, heimlich im Gewächshaus eine Sumpfblase anzulegen. Das war vielleicht ‚ne Sauerei! Teddy hing damals mit diesem Typen ab, aus Deutschland kam der. Wie hieß er noch gleich?"

„Jauw! Du meinst den Typen dessen Onkel, Luna geheiratet hatte. Peter! Peter Tauber!"

Neville schlug mit der flachen Hand auf den Tisch und zeigte auf Hagrid. „STIMMT! PETER TAUBER! Merlin, ich war dankbar, dass ich erst nach der Zeit von Fred und George Professor geworden bin. Aber die Beiden, die waren fast genauso schlimm!"

„Meinst du auch schlimmer als James und Fred jr.?"

„Ohja!" Neville nickte. „Bei weitem schlimmer! James und Fred bekomme ich gut in den Griff." Er zwinkerte Ron schmunzelnd zu. „Ich brauche nur mit ihren Müttern zu drohen und wenn dass nicht hilft, gibt es ja schließlich auch noch Molly."

Ron stimmte brummend zu und trank. „Hermione bringt es halt nicht übers Herz, besonders streng zu Hugo zu sein. Das bleibt immer an mir hängen. Warst du eigentlich nicht auch auf Lunas Hochzeit, Neville?"

„Ja, ich war ihr Trauzeuge!"

„Wie hatten die sich eigentlich kennen gelernt?"

Neville überlegte kurz. „Bei einem von Peters und Teddys Quiddittch-Tunieren. Sein Vater war krank, dafür kam sein Onkel. Luna hatte mich damals besucht, ich hatte sie Rolf vorgestellt."

Er wurde von Hagrid unterbrochen. „Richtig, Rolf Scamander, ich habe ihn noch gut in Erinnerung."

„Luna hatte ihn gleich in ein Gespräch über Nargel und andere Fantasiewesen verwickelt und ehe sich's der arme Kerl versah, hatte sie ihn am Wickel. Lorcan und Lysander, ihre Zwillinge sind jetzt zwei Jahre alt." Sie schwiegen, während sie ihren Erinnerungen nachhingen.

Madam Rosmerta brach dann die Stille. „Wie macht sich eigentlich der kleine Albus?"

Ein fettes Grinsen breitete sich auf Hagrids Gesicht aus. „Ach du solltest ihn sehen! Er sieht genauso wie Harry aus!"

„Ja schon, aber er hat seinen eigenen Kopf."

Ron schaute seinen ehemaligen Klassenkammeraden an. „Was meinst du?" Neville zuckte mit seinen Schultern. „Er ist zwar auch schüchtern, allerdings ist er etwas selbstsicherer als Harry es damals war."

„Und eigensinniger!" Pflichtete Hagrid ihm bei. „Ich hab ihn und Malfoy heute zum Tee bei mir gehabt. Wusstest du, dass die Beiden Freunde geworden sind?"

„Ja, ich weiß!" Ron sah sich unvermittelt von allen zwei angestarrt. „Naja, wir haben Eulen von anderen Eltern bekommen. Ginny auch. Als sie herausgefunden hatte mit wem Al sich angefreundet hat, war sie außer sich. Und dass Harry es wusste und ihr nichts gesagt hat, machte die Sache noch schlimmer. Heute haben sie sich wieder gestritten, da Harry Al nicht die Freundschaft verbieten will." Er druckste herum. „Sie ist jetzt bei uns Zuhause und heult sich bei Hermione aus. Ich hab mich dann lieber vom Acker gemacht."

„Geht es Ginny gut?" Neville wirkte besorgt, doch Ron winkte ab. „Ja, ja! Keine Angst, du weist doch wie sie ist. Sie hat Harry schon immer gegängelt, hat halt Angst ihn wieder zu verlieren, wie am Ende unseres sechsten Schuljahres." Ron seufzte. „Ihr wisst ja selbst, dass Harry sich sehr vereinsamt gefühlt hatte, da Ginny ihn immer mehr von allen abgeschirmt hatte. Mit der Geburt der Kinder wurde es besser, aber so wie jetzt, habe ich sie noch nie gesehen."

Neville hielt kurz mit dem Becher vor seinem Mund inne. „Sie hatte Freds Tod nie ganz verwunden." Ron nickte. „Schon, aber die Malfoys hatten damit nichts zu tun. Versteh mich nicht falsch, ich kann die ganze Bagage nicht ausstehen, aber Malfoys Eltern hatten sich am Kampf nicht beteiligt. Harry hatte gesagt, sie seien krank vor Sorge ums Frettchen, durch Hogwarts geirrt."

„Ginny hat es Harry ziemlich übel genommen, bei der Verhandlung, für die Malfoys ausgesagt zu haben." Ein trauriger Zug spielte um Nevilles Mundwinkel. „Ich kann Harry auf jeden Fall verstehen, dass es ihm lieber ist, wenn man den Kindern nicht die alten Feindschaften aufbürdet."

„Ich wette Malfoys Junior ist genauso ein arrogantes Blag, wie es sein Vater."

Hagrid schüttelte den Kopf. „Hochnäsig ja, aber er ist nicht so fies, wie Draco es war."

„Na, ich hoffe dass meine Rosie sich nicht in ihn verlieben wird."

„Hah!" Hagrid schlug mit der Hand auf den Tisch, so dass die Becher und die Schüssel einen Satz machten und er zwinkerte Neville schelmisch zu. „Keine Bange, sie steht ganz auf ihren Professor für Kräuterkunde."

Tosendes Gelächter drang aus dem hell erleuchteten Schankraum auf die Straße. Einige Hexen und Zauberer, die vorüber eilten, wandten ihre Köpfe und einige schauten neugierig in das Fenster.

Unterdessen saßen Albus und Scorpius im Gryffindor-Turm beisammen und beendeten Ihren Aufsatz. Scorpius hatte noch einige Korrekturen angemerkt, die Albus gerade dabei war, in seinem Aufsatz einzuarbeiten, als Sie von einem Klopfen am Fenster abgelenkt wurden. Albus sprang schnell vom Bett und eilte zum Fenster.

„Oh, schau nur, es ist Trudy!"

Er lies seine Eule ein, sie hatte ein Packet dabei und landete etwas ungeschickt auf dem Bett. Scorpius befreite sie von ihrer Last und streichelte ihr sanftes Gefieder.

„Sie ist wirklich eine Schönheit, Albus!"

„Jaah, pass aber auf, sie ist sehr launisch und lässt nur mich an sich ran. Sie beißt sehr schnell, weißt du..." Doch als er sah, wie seine Schneeeule ihren Kopf, Scorpius Hand entgegen drängte und dabei zufrieden schuhute, sah er sie schmollend an. „Du untreue Seele, du!"

Er ließ sich neben Scorpius auf das Bett plumpsen, mit dem Packet auf seinem Schoß. „Ich bin ganz Stolz auf Trudy, weißt du, mein Paps hatte auch eine Schneeeule, als er zur Schule ging."

Albus werkelte an dem Päckchen herum, während Scorpius Trudy mit Eulenkeksen fütterte. „Weißt du Scorpius, du kannst ganz gut mit Tieren umgehen."

Überrascht schaute der Blonde Albus an. Der nickte bekräftigend. „Doch, doch. Schau nur, sie ist total zutraulich, keinen sonst, außer mir, erlaubt sie es, sie zu streicheln oder zu füttern. Und Schnäbelchen mochte dich auch."

„Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich hatte Angst, dass er mir die Finger abbeißt!"

„Ach was!" Er streichelte seine Eule. „Das hast du fein gemacht Trudy, du bist eine ganz Liebe!" Die klackernden Laute, die Trudy mit dem Schnabel erzeugte, zeigten ihm, dass sie sein Lob genoss. Er schlug das Packpapier zur Seite und eine Karte rutschte heraus. Vorsichtig, um die Eule nicht zu verschrecken, beugte sich Scorpius nach unten und hob die Karte auf. Eine Art Umhang in den Händen haltend, erhob sich Albus und schaute verwirrt zu dem Blonden.

„Merlin, was ist das?"

„Hm, keine Ahnung!" Scorpius wedelte mit der Karte. „Hier ist ein Brief!"

„Lies du ihn bitte vor."

Der Blonde räusperte sich. „Lieber Albus, ich habe mich sehr über deinen Brief gefreut. Gratulation! Wie ich lese, war all deine Sorge wegen Slytherin völlig umsonst. Obwohl, wie ich inzwischen erfahren habe, wäre es dir doch ganz recht gewesen, wenn der Hut dich dorthin eingeteilt hätte!" Scorpius zeigte Albus die Karte und wies mit dem Finger darauf. „Schau nur, er hat hier ein Smily gemalt!"

Albus wurde rot und brummelte. „Das mit Slytherin hat Dad bestimmt von James erfahren!"

Scorpius las weiter. „Ich finde es schön, dass du mit Scorpius Freundschaft geschlossen hast. Ich selbst habe es leider nicht geschafft, dass Malfoy und ich Freunde wurden.

Wie du siehst habe ich dir meinen alten Umhang geschenkt. Behandele ihn bitte pfleglich und lass ihn dir nicht wegnehmen. Denn er hat mir stets gute Dienste geleistet und ist einzigartig. Er war ein Geschenk von meinem Vater.

Sicherlich fragst du dich, mein lieber Al, warum ich ihn ausgerechnet dir und nicht James schenke? Meiner Meinung nach, hat James ihn nicht nötig. Er weiß sich im Leben durchzusetzen, da schlagen halt die Weasley-Gene durch. Du jedoch, mein Kleiner, erinnerst mich daran, wie ich einst war, als ich zum ersten Mal nach Hogwarts kam. Schüchtern, unsicher und ein Talent sich in Schwierigkeiten hineinzureiten. Also, erzähle nur deinen besten Freunden davon und stell nicht all zu viel an. Ich habe dich sehr lieb, Dad.

Ps Damit keine Missverständnisse entstehen, Minerva weiß, dass du meinen alten Tarnumhang hast. Schließlich wusste Dumbledore auch dass ich ihn damals hatte.

PPs Lass dir von Scorpius in Zaubertränke helfen. Ich war immer sehr schlecht in diesem Fach und wenn ich eines gelernt habe, dann das es sehr wichtig ist und dass die Malfoys schon immer ein Händchen dafür hatten."

Beim letzten Absatz musste Scorpius lächeln. „Dein Vater ist sehr nett." Er schaute nach dem Tarnumhang. „Wow! Dies ist also der berühmte Tarnumhang! Mein Vater hat mir schon davon erzählt. Dein Vater hatte meinen damit fast zur Verzweiflung getrieben."

Seine grazilen Finger strichen über den sanften Stoff, während seine grauen Augen richtiggehend aufleuchteten. Dann schaute er Albus an.

„Was übrigens das Schüchterne betrifft, also davon habe ich nichts bemerkt, mein Lieber!"

Albus errötete, grinste aber und ließ sich den Brief geben. Er reichte Scorpius den Umhang.

„Hier, leg ihn mal um!"

„EHRLICH?"

Der Schwarzhaarige nickte, während er das Schreiben überflog. Schnell warf sich Scorpius dem Umhang um die Schultern und bestaunte seinen verschwundenen Körper. Albus betrachte ihn.

Hah! Sieht geil aus!"

Scorpius' schwebender, platinblonder Kopf grinste ihm entgegen. Schließlich zog sich der Slytherin die Kapuze über den Kopf und verschwand ganz vor Albus' Augen. Dann konnte man die Stimme des Blonden vernehmen.

„Heh! Ich kann meinen Körper ja sehen!"

„Na klar du Nase! Du stehst doch unter dem Umhang! Der soll ja auch dich vor Blicken anderer verbergen und nicht vor dir selbst. Du musst doch sehen, wohin du läufst."

Als er darauf hin nichts mehr hörte, wurde Albus unsicher und schaute umher.

„Ähem, Scorpius?" Er erhielt keine Antwort. „Komm schon, das reicht!"

Plötzlich wurde er zu Boden gestoßen und Scorpius setzte sich rittlings auf ihn, beide Arme des Gryffindor zu Boden drückend.

„Hah! Du bist ja ganz schön frech, weißt du das?!"

Albus versuchte ihn abzuwerfen und gab nach einigen Minuten erschöpft auf. Schließlich lachte er, als Scorpius' Kopf über ihm auftauchte, einige der platinblonden Strähnen hingen ihm vorwitzig in die Stirn. Albus sah in an.

„Du bist albern!"

„Also mir macht es Spaß!"

„Dein Haar sieht schöner aus, wenn es dir in die Stirn fällt! Das Gel steht dir nicht!"

Ein Lächeln tänzelte über die Lippen des Slytherin. „Du meinst DIR gefällt es nicht!"

„Stehst du bitte auf?"

„Warum denn?"

„Es sähe doch schon ein wenig komisch aus, wenn jetzt die anderen rein kämen."

Scorpius überlegte ein wenig, dann sprang er auf die Beine und zog Albus zu sich hoch. „Willst du es auch mal versuchen?"

Albus nickte, er bekam von Scorpius den Umhang umgelegt und schloss ihn, dann zog er sich die Kapuze über. Er war zur Gänze verschwunden, kurz darauf tauchte sein Kopf wieder auf. Scorpius schaute ihn an.

„Das sieht schon ein wenig seltsam aus, Albus."

Der Schwarzhaarige stimmte ihm zu und verstaute den Umhang, sicher in seiner Truhe. Dann fütterte er Trudy mit einigen Eulenkeksen und ließ sie aus dem Fenster in die Nacht entschwinden. Sie hatte sich inzwischen im Eulenturm schon ganz gut eingelebt.

„Was ist, Scorpius? Lust auf eine Partie Koboldstein, oder Schnapp explodiert?"

Inzwischen hatte der Blonde sich wieder auf Albus' Bett bequem gemacht. Er saß dort, mit übereinander geschlagenen Beinen und deutete auf ein Pergament.

„Hast du nicht was vergessen? Deine Hausaufgaben vielleicht?"

Albus murrte, doch schließlich kam er dem Drängen nach und beendete seinen Aufsatz. Beide saßen noch eine Weile zusammen. Scorpius überflog ein letztes Mal Albus' Aufzeichnungen und nickte zufrieden. Der Blonde genoss den Augenblick der Stille, während Albus den Brief seines Vaters erneut las.

„Ob mein Dad mit deinem gesprochen hat?"

Scorpius dachte kurz nach, schüttelte dann aber den Kopf. „Ich glaube nicht. Sie haben sich seit neunzehn Jahren nicht mehr gesehen, so viel ich weiß."

„Hast du auch einen Brief von Daheim bekommen?"

„Ja, Vater und Mutter haben mir gratuliert, nach Slytherin gekommen zu sein."

„Sonst nichts?"

Ein wenig verdrehte Scorpius seine Augen. „Naja, er hat es nicht so überschwänglich ausgedrückt wie dein Vater, aber er hatte auch nichts dagegen, dass wir Freunde sind."

Etwas ernüchtert brummte Albus nur. Er schaute den Größeren an. Ihm fiel nichts mehr ein, über dass er sich unterhalten wollte, also lehnte er sich zurück gegen das Kopfende seines Bettes. Albus hatte festgestellt, dass er es auch schön fand, wenn sie beide einfach nur so beieinander waren, ohne was zu tun oder zu reden. Auf irgendeine Art ergänzte ihn der Blonde und Albus spürte, dass Scorpius umgekehrt genauso fühlte. Als sich einige Zeit später die Tür öffnete und Albus' Zimmergenossen eintraten, mussten sie grinsen. Der Gryffindor und der Slytherin waren eingenickt. Beide lehnten aneinander und Albus schnarchte wie ein Bär im Winterschlaf. Vorsichtig beugte sich Yusaku über die Beiden und sah auf das Pergament, auf Albus' Schoß. Er nahm es an sich, überflog es und begann zu lächeln.

„Wer hat seinen Zaubertrankaufsatz noch nicht?"

Alle hoben die Hände und Yusaku nickte. „Dann auf, auf Gentleman, beherzt zu Pergament und Feder gegriffen, denn so eine Gelegenheit kommt nicht so schnell wieder.

Tbc...