Hey, hier ein neues Kapitel von Temptation.

Wir hoffen, dass es euch gefällt.

Entschuldigungen werden überbewertet!

Renesmee PoV

Hm, schön, es war warm, hell und es roch nach Kaffee. Perfekte Zeit aufzustehen. Ich öffnete ein wenig die Augen und musste gegen die Helligkeit anblinzeln. Als ich mich daran gewöhnt hatte, blickte ich in die Augen, die mich die ganze Nacht verfolgt hatten.

„Was machst du denn hier?", murmelte ich, noch etwas verschlafen.

„Dir auch einen guten Morgen. Ich hab dir Kaffee mitgebracht", schmunzelte Dale. Was sollte ich dazu denn sagen?

Ich streckte meinen Arm aus und er drückte den Becher in meine Hand. Um zu trinken, musste ich mich ein wenig aufsetzen.

„Danke", sagte ich nun wacher und sah auf. Dale drehte den Kopf weg und grinste vor sich hin.

„Vielleicht solltest du die Decke etwas hochziehen, bis ich aus dem Zimmer bin."

Wie bitte? Da ich nicht verstand, was er meinte, blickte er demonstrativ an mir herunter. Mir kam die Idee, es ihm nachzutun. Ach du Scheiße! Ich war ja fast nackt! Ok, ich trug Unterwäsche, aber dank Alice zeigte diese mehr, als sie verdeckte. Kurz kam mir der Gedanke, mich wirklich zu bedecken, aber nur kurz. Entgegen seinem Ratschlag schlug ich die Decke zurück und stand auf.

Ein diabolisches Grinsen erschien auf meinem Gesicht.

„Wieso? Gefällt dir nicht, was du siehst?", fragte ich und lief an dem sprachlosen Dale vorbei zu meinen Fischen.

Was war nur mit mir los? Das wurde doch schon zur Gewohnheit, eine Renesmee, die ich nicht kenne, gibt Kommentare ab und ein Dale der sprachlos ist. Ich klopfte an das Glas des Aquariums und die Fische schwammen freudig auf die Stelle zu. Nachdem ich ihnen etwas Futter gegeben hatte, drehte ich mich um. Dale stand immer noch mit dem Rücken zu mir und starrte vor sich hin.

„Alles ok bei dir?", fragte ich unschuldig. Er schüttelte stumm den Kopf. Ich nahm mir den Morgenmantel, den ich zum Glück an die Tür gehangen hatte. Nun kam die alte Ren zurück und ich schämte mich etwas.

„Entschuldige", murmelte ich noch und schlüpfte aus dem Raum.

Ok Ren, atme tief durch, du hast dich gerade nur zum absoluten Volltrottel gemacht! Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, ging ich ins Bad und duschte ausgiebig. Ich band mir die Haare zu einem Zopf zusammen und zog, da ich nichts anderes hier hatte, den Morgenmantel wieder an.

Dann verließ ich das Badezimmer und lief durch den Flur zu meinem Zimmer zurück. Der Fußboden war etwas kühl, aber angenehm. Meine Familie hatte hier Parkett auslegen lassen, so wie fast in jedem Haus, welches wir bewohnt hatten. Ein Vorteil, wenn man so gut wie unbegrenzte Mengen an Geld besaß. Man konnte sich so gut wie alles leisten.

Ich tapste also zurück zu meinem Zimmer und blieb vor der Tür stehen. Mein Herz begann zu rasen und ich spürte, wie sich mein Gesicht erhitzte. Gott verdammter Mist! Still verfluchte ich mich und gab mir einen Arschtritt. Wieso auch hatte ich das getan? Ein leichtes Seufzen entrang sich meinen Lippen und ich verzog das Gesicht zu einer Grimasse. Ich wollte gar nicht so genau wissen, wie Dale reagierte, wenn ich frisch geduscht ins Zimmer trat. Gott … ich wollte nicht mal wissen, was er dachte! Kurz schloss ich die Augen und versuchte mich ein weiteres Mal zu beruhigen.

Verdammter Dreck! Mein Herz raste, als wäre ich einen Marathon gerannt! Ich horchte und wagte nicht einmal zu atmen. Im Inneren meines Zimmers war nichts zu hören. Nichts! Gar nichts! Nicht der leiseste Ton. Abgesehen von dem leises Geräusch, welches meine Fische verursachten. Ich atmete tief durch, öffnete meine Augen wieder und dann schloss meine Hand sich um die Türklinke meiner Zimmertür. Augenblicklich begann mein Herz noch schneller zu rasen. Ich schluckte nervös und schüttelte kurz den Kopf. Warum zum Teufel war ich so nervös, nur in mein Zimmer zu gehen? Nur, weil Dale mich halbnackt gesehen hatte? Ich meine … es ist ja nicht so, als wäre ich hässlich oder so! Im Gegenteil! Ich war verdammt schön, dass wusste ich. Immerhin hatte ich eine komplette Familie, die eigentlich alle als Models hätten arbeiten können.

Ein weiteres Mal atmete ich tief durch und dann öffnete ich die Tür meines Zimmers. Dale stand immer noch genau dort, wo er auch vorhin schon stand. Verwirrung durchflutete mich. Was bitte war mit ihm los?

„Dale?", fragte ich und lief zu ihm. Fragend sah ich ihn an und musterte seine Gesichtszüge. Gott … wieso war er so verdammt heiß und groß? Um ihn richtig ansehen zu können, musste ich meinen Kopf leicht in den Nacken legen.

„Mhh?", brummte er und dann wandte er sich mir zu. Ich musste automatisch grinsen. Er sah ziemlich verwirrt aus.

„Was ist los?"

„Nichts … es … es ist nichts", sagte er und lächelte mich an. Ich grinste. Nichts, ja? Wenn er meinte. Ich kicherte leise, zuckte mit den Schultern und ging dann hinüber zu meinem Schrank.

„Dauert nicht lange", sagte ich und verschwand dann darin.

Dale PoV:

Gott verdammt! Wieso bitte hatte Ren kein normales Nachthemd? Als sie halbnackt durch ihr Zimmer spaziert war, dachte ich schon, mein Herz bleibt stehen. Wie konnte jemand so verdammt heiß sein?

Renesmee war genau richtig proportioniert. Kein Gramm Fett sah man an ihn. Sie hatte eine schmale Hüfte, die perfekten Brüste, lange schlanke Beine und eine milchigweiße Haut. Ich schluckte mühsam und versuchte dem Drang zu widerstehen, ihr in die Dusche zu folgen. Mein Körper schrie mich an und wollte, dass ich dieser Göttin folgte um mit ihr Dinge zu machen, die sie sich nicht einmal vorstellen konnte und mein Verstand schlug regelrecht auf mich ein, dass ich das ja lassen sollte. Gott verdammt … ich schloss die Augen und dachte krampfhaft an Dinge, die nichts mit Renesmee zu tun hatten.

Blaue Augen … rötliche Haare. Meine Gedanken wollten spontan wieder zurück zu Ren, doch ich lenkte sie auf meine Exfreundin. Dieses Weib war extrem … würg …

Keiner konnte ihr Aussehen oder ihren Charakter ändern und mich hatte sie nur in die Finger gekriegt, weil sie mir einen Liebesfluch auferlegt hatte. Damals hatte ich mehr oder weniger meinen Willen und meinen Verstand verloren und als mich ein anderes Mädchen dann praktisch aus ihren Fängen gerettet hatte, war ich entsetzt gewesen, wie jemand einen so ausnutzen konnte, nur weil man ihn angeblich liebte.

Ich war dem Mädchen damals dankbar gewesen, aber sie starb. Kaum ein weibliches Wesen legte sich mit meiner Ex an. Sie war nicht nur dumm, grausam, kalt und ausgesprochen widerwärtig, nein! Sie war auch verdammt kampflustig und scheute nicht davor zurück, jemanden einfach so umzubringen.

Da öffnete sich die Tür und der zarte, verführerische Geruch von Renesmee kam zu mir hinüber. Meine Gedanken lösten sich von den Erinnerungen, welche mich immer sofort mit Ekel füllten. Ich bewegte mich nicht und Renesmee kam auf leisen Sohlen zu mir herüber.

„Dale?", fragte sie. Ich spürte, wie sie mich ansah und offensichtlich musterte. Im Augenwinkel konnte ich sehen, dass sie den Kopf leicht in den Nacken legte. Kurz huschte ein Lächeln über meine Lippen.

„Mh?", brummte ich und wandte mich ihr zu. Renesmee grinste mich an.

„Was ist los?"

„Nichts … es … es ist nichts", sagte ich schnell und lächelte sie an. Renesmee grinste, kicherte dann und lief hinüber zu ihrem Schrank. Mein Blick folgte ihr und ich schluckte mühsam. Sie war so verdammt heiß und allein diese Bewegungen waren … Himmel wie machte sie das? Wusste sie eigentlich, was sie da genau mit mir anstellte? Ich zog die Luft in diesem Raum tief in meine Lungen und schloss kurz die Augen.

„Dauert nicht lange", sagte sie und verschwand dann darin.

Mein Gott … Renesmee hatte verdammt gutes Glück und sie forderte es die ganze Zeit heraus. Ich meine … irgendwann wenn ich es nicht mehr aushalten würde können, dann würde ich unweigerlich über sie herfallen und sie …

STOPP! Dale … beruhig dich! Diese Gedanken führen definitiv in die falsche Richtung! Das kannst du nicht mit ihr machen. Gott verdammter Vogelmist! Sie ist erst seit gestern hier und schon denkst du daran, wie du sie in die Matratze deines Kingsize Bettes drückst und …

Ok … ich sollte sehr schnell damit aufhören, mich selbst zu foltern. Schnell flog mein Blick in die unteren Regionen meines Körpers. Na super … meine bescheuerten Gedanken hatten mir eine gigantische Latte verschafft. Nervosität flackerte in mir auf und ich überlegte fieberhaft, wie ich sie wieder loswerden könnte. Schnell dachte ich an meine Ex. Ich dachte an das, was sie mich hatte tun lassen. Unglücklicher Weise konnte ich mich an verdammt alles erinnern.

Ich stellte mir vor, wie sie nackt aussah und nach einem prüfenden Blick grinste ich. Es wirkte. Keine Latte mehr in Sicht. Ich musste leise lachen. Anscheinend war meine Ex doch zu etwas gut, denn immerhin wollte ich Renesmee nicht verängstigen oder so.

Die Tatsache, dass sie sich wegen ihrem halbnackten Spaziergang bei mir entschuldigt hatte, zeigte mir, dass Renesmee eigentlich eher ein bisschen schüchtern war. Ich hatte also keine Ahnung, wie sie auf eine Latte ihres Gegenüber reagieren würde und wollte auch nicht wissen, wie ihre Familie darauf reagierte, wenn sie sich mal zu ihnen flüchten würde, weil sie Angst vor mir bekam. Ich war ja kein Perverser und wollte auch nicht so rüberkommen. Ich war nur eben ein Mann.

Da öffnete sich die Tür ihres Schrankes wieder und heraus kam eine Renesmee, welche nicht schöner, geschweige denn verführerischer hätte sein können. Ich schluckte leicht.

Sie trug ein kurzes, schwarzes Kleid, welches ihr ca. 10 Zentimeter bis über die Knie reichte. Das Kleid hatte dünne Träger, welche nicht über ihre Schultern sondern um ihren Hals verliefen und sich auf ihrer Brust überkreuzten. Passend zu diesem Kleid trug sie leichte Absatzschuhe.

Wo bitte wollte sie hin? Zu einem Fest? Einem besonderen Anlass? Verwirrung stieg in mir auf und eine Welle des Verlangens rollte über mich hinweg. Mein Körper spannte sich an und schnell konzentrierte ich mich auf den Anblick, wie meine Ex mir einen blies. Schauder überrannen mich und ich musste mich krampfhaft beherrschen, um nicht auf den Boden zu kotzen.

„Gut … können wir dann?", fragte Ren. Ich sah sie kurz verwirrt an. Was bitte meinte sie jetzt? Ok … anscheinend starb mein Hirn langsam und mein Verstand ging in den Urlaub.

„Was?", fragte ich bekloppt. Sie kicherte.

„Na … du bist doch sicher nicht ohne Grund hier, oder?"

Ich runzelte leicht dir Stirn. Weswegen war ich noch mal hier? Krampfhaft versuchte ich an etwas anderes zu denken, als an dieses wunderschöne Geschöpf vor mir. Dann fiel es mir wieder ein. Ich war hergekommen, um ihr den Campus zu zeigen! Gott war ich bereits bescheuert.

Edward PoV

'Tief ein- und ausatmen Edward' versuchte ich mich selbst zu beruhigen. 'Wenn du jetzt da reinplatzt wird sie es dir nie verzeihen.' Aber sie ist doch mein kleines Mädchen, zu klein und unschuldig für so etwas. Was soll ich nur tun? Ich bemerkte den fragenden Blick von Bella auf mich gerichtet. Natürlich hat sie das, was gesprochen wurde auch gehört, aber sie kannte die Gedanken von diesem miesen, dreckigen… Ok ich muss ihm zugute halten, dass er sich beherrscht hat, aber er ist auch nur ein Mann und ich sollte wahrscheinlich mal ein ernstes Wörtchen mit ihm reden. Immerhin ist es MEINE Tochter, von der er träumt. Aber mein Engel würde sich zu viele Sorgen machen, wenn sie es wüsste und die braucht sie ganz sicher nicht. Ich werde es alleine mit ihm klären, unter Männern.

Renesmee PoV

„Was willst du denn zuerst sehen?", fragte mich der Traum meiner schlaflosen Nächte. 'Oh gott bist du schnulzig Ren' schalt ich mich selber. Ich verdrehte die Augen über mich. Oh, er hatte mit mir gesprochen, stimmt ja.

„Ich weiß ja nicht einmal was es hier überhaupt gibt", antwortete ich nur.

„Ok, dann zeige ich dir erstmal alles außerhalb, die Siedlung können wir uns dann nachher ansehen. Ihr habt das Haus genau in der Mitte ergattert, wie habt ihr das geschafft?", fragte er mich.

„Ist das so besonders?"

„Naja schon, es gab Gerüchte, dass die Königsfamilie kommt und dieses Haus für sie vorgesehen war."

„Die Königsfamilie? Sowas gibt es?"

„Wo habt ihr denn bitte vorher gelebt, dass du nichts von der Königsfamilie weißt? Okay ich weiß auch keine Einzelheiten aber das es eine gibt, das weiß ich.", sagte er und sah mich fragend an.

„Wir haben an vielen Orten gelebt, zuletzt in Alaska. Aber ich denke nicht, dass deine Frage ernst gemeint war, stimmt's?", lächelte ich ihn an.

„Ja Blitzmerkerin. Erzähl mir mehr von euch. Ihr seid also neu hier und habt vorher in Alaska gelebt. Und weiter?"

„Solltest du mir nicht die Gegend zeigen?", stichelte ich. Nicht, dass ich mich nicht über sein Interesse freute, aber wenn ich mich verlaufen würde, wäre es allein seine Schuld.

„Keine Angst, mach ich noch. Erstmal müssen wir aus dem Wohnviertel raus und durch den Wald.", antwortete er ruhig.

„Wald?", ich hatte garkeinen Wald auf dem Weg zum Haus bemerkt.

„Ja das Wohnviertel ist vom Wald umgeben. Rundherum liegen dann die anderen Gebäude verteilt. Das Verwaltungsgebäude hast du ja schon von innen gesehen. Dann haben wir noch einen großen Sportplatz, eine Sporthalle, Basketball- und Volleyballfelder, eine riesige Bibliothek, ein Kampfsportzentrum, die Einkaufszentren und für jede Jahrgangsstufe ein eigenes Gebäude und einen Kindergarten.", zählte er auf. Meine Güte, ist ja doch eine ganze Menge.

„Können wir irgendwo einen Plan besorgen?", ich versuchte nicht zu verzweifelt zu klingen, aber natürlich bemerkte er es. Er legte seinen Arm um meine Schultern, wahrscheinlich um mich zu beruhigen und mein Herz vergaß für einen Moment seine Pflichten.

„Du kannst dich auf mich verlassen, wenn du willst. Hast du Angst du wirst dich verlaufen?", lächelte er mit sich eindeutig zufrieden und ich schüttelte nur den Kopf. Meine Haare flogen wild herum und er blieb kurz stehen.

„Alles ok mit dir?", fragte ich. Er sah mich nur an. Fehler, großer Fehler. Wenn er neben mir lief, konnte ich ja normal mit ihm reden, aber nicht wenn er mich SO ansah. Ich schluckte bestimmt so laut, dass er es hören konnte und sein Arm lag immer noch auf meinen Schultern.

„Brauchst du das Atmen sehr?", fragte er mich und kam mit seinem Gesicht meinem noch näher. Ich wollte wieder den Kopf schütteln, aber ich merkte das es sich in meiner Brust schmerzhaft zusammenzog. Ich zog gierig die Luft ein, als ich merkte, dass ich nicht geatmet hatte. Und wieder ein großer Fehler. Mit der Luft durchströmte sein Geruch meine Lunge. Damit hatte sich mein Gehirn verabschiedet. Dadurch bemerkte ich auch erst spät wie sich seine Lippen leicht auf meine legten. Ein Blitz durchfuhr mich bei diesem Gefühl. Leider waren seine Lippen auch gleich darauf wieder von meinen verschwunden. Ich schlug die Augen wieder auf, hatte nicht einmal bemerkt, dass sie zugefallen waren. Er sah mich merkwürdig an.

„Entschuldige bitte", murmelte er so leise, dass ich es kaum verstand. Ich konnte nur Schnauben, da meine Stimme mich im Stich ließ.

„Es tut mir wirklich leid, das wollte ich nicht…also eigentlich schon…aber…oh Gott…ich konnte mich einfach nicht mehr beherrschen", er fuhr sich nervös durch die Haare und mein Blick wurde von dieser Geste angezogen. 'Warum kann das nicht meine Hand sein?' Meine Stimme kam langsam wieder und Dale sah mich immer noch abwartend an, denn außer dem Schnauben hatte ich nichts von mir gegeben seit dem Kuss.

„Ich denke nicht, dass man sich nach einem Kuss entschuldigen sollte…", murmelte ich.