3. Kapitel

„Was bedeutet es?", hakte Dean nach und setzte sich auf das Bett.

„Es ist das Symbol einer Kreatur namens Carpetan."

„Hmm, nie von gehört."

„Das wundert mich nicht, denn auch Bobby dachte, dass die letzten verbliebenen Exemplare von Jägern getötet worden wären. Der Legende nach stammen sie aus Russland, wo sie einst von allen Menschen wegen ihrer Blutlust gefürchtet waren. Angeblich hat einst eine mächtige Hexe einen Bann auf diese Wesen gelegt, um ihnen Einhalt zu gebieten. Dieser Bann sorgte dafür, dass sie nur noch dann Menschen töten konnten, wenn diese sie um den Tod bitten."

„Um den Tod bitten? Wer sollte so blöd sein?", fragte Dean ungläubig nach.

„Denk doch zur Abwechslung mal nach, Dean. Die drei Opfer wurden gefoltert und das über mehrere Tage."

„Du meinst, dieses Mistvieh foltert diese Menschen, damit sie es bitten, sie zu töten?"

„Jipp, nur auf diese Weise wird der Bann durchbrochen", seufzte Sam und klappte seinen Laptop zu.

„Also dann, wie finden wir es?", fragte Dean und stand tatenlustig vom Bett auf.

„Bobby meint, diese Wesen leben meist in verlassenen Höhlen. Ich hab nachgesehen, etwa zehn Minuten außerhalb der Stadt gibt es eine stillgelegte Erzmiene. Ich denke, dort sollten wir als erstes nachsehen."

„Gut, aber wie tötet man diese Viecher?", fragte Dean und fing an, seine Sachen grob zusammenzuräumen.

„Oh das ist kein Problem", antwortete Sam.

„Hö, das wär ja mal was ganz Neues."

„Naja, sie sind sterblich wie Menschen, Kugeln und Messer verletzen sie genauso wie uns. Das Problem ist eher, das sie unglaublich schnell und kräftig sind."

„Dafür bin ich ja bei dir, Sammy", grinste Dean seinen kleinen Bruder an.

Sam sah ungläubig zurück, schnaubte dann und schnappte sich seine Tasche.

Eine knappe halbe Stunde später standen Sam und Dean vor der Miene und sahen sich um. Ein großes Schild stand vor der Öffnung:

VORSICHT! EINSTURZGEFAHR!

„Na dann wollen wir mal", sagte Dean, griff sich eine Schrotflinte aus dem Kofferraum des Impala und warf dann seinem Bruder eine andere zu.

Sie gingen in die Miene hinein und schon nach wenigen Schritten war nur noch ein kleiner Rest an Tageslicht übrig. Sie schalteten ihre Taschenlampen ein und gingen schweigend nebeneinander her, immer dem langen, dunklen Gang entlang, darauf konzentriert, möglichst keine Geräusche zu verursachen und ihrerseits angestrengt darauf lauschend, ob sich etwas in dieser Miene befand.

Nach einer gefühlten Ewigkeit leuchteten ihre Taschenlampen nicht mehr an die Wände des schmalen Ganges, sondern wie es schien auf eine große Höhle, deren Wände von den Strahlen der Taschenlampen nicht mehr erfasst wurden.

Sam ging einige Meter vorwärts, mit der Taschenlampe nach links und rechts zeigend, um sich einen Überblick über den Raum zu verschaffen. So weit er erkennen konnte, war der Raum leer. Dann traf sein Lichtstrahl auf eine Öffnung in der Wand – ein weiterer Gang.

„Dean, hier ist ein weiterer Gang, komm her", flüsterte er.

„Dean?" Stille…

„DEAN?" Sam hatte, ohne zu es merken, geschrieen. Wo war Dean? Er war eben noch keine fünf Meter von ihm entfernt gewesen. Hektisch leuchtete Sam mit der Taschenlampe durch den Raum, doch von seinem Bruder war nichts zu sehen.

„Dean, das ist nicht lustig, Mann, wo bist du?"

Sams Herz raste. Was, wenn der Carpetan Dean erwischt hatte?

Sam drehte sich um, sah gerade noch ein Gesicht mit dunkelbraunen Augen und dann wurde alles schwarz um ihn.

Er spürte nicht mehr, wie er auf dem Boden der Miene aufschlug.