4. Kapitel

„Sam …" –

„Sam … Sammy … Wach auf!"

Die Stimme dröhnte in Sams Kopf und er wünschte sich, sie würde aufhören, ihn zu nerven. Er wollte nicht aufwachen. Sein Kopf fühlte sich an, als würde er in der Mitte zerbersten.

„Sam, verdammt noch mal, wach auf!"

Sam öffnete die Augen einen Spaltbreit. Verschwommen sah er eine Gestalt einige Meter vor sich sitzen, die ihn ansah. Er schloss die Augen wieder und öffnete sie dann zögernd erneut.

Dean saß vor ihm, mit dem Rücken an die Felswand gelehnt.

„Man, ich dachte schon, du wachst gar nicht mehr auf."

Deans Gesicht war blass, an der Stirn hatte er eine Platzwunde, doch das Blut schien schon getrocknet zu sein. Wie lange war der Angriff her?

Deans Hände waren mit großen, dicken Schellen an eine Kette gefesselt, die wiederum direkt in die Wand führte.

„Scheiße…", murmelte Sam und sah nach oben. Er hing, an den Händen gefesselt, in der Mitte des Raumes. Das Seil, mit dem seine Hände aneinander gebunden waren, hing an einem Haken an der Decke.

Sam rüttelte und riss an dem dicken Strick, doch das einzige, was sich dadurch tat, war, dass sich das Seil enger um seine Handgelenke schlang und ihm schmerzhaft in die Haut schnitt.

„Siehst du irgendeine Chance, von den Ketten loszukommen, Dean?"

„Vergiss es", antwortete Dean resignierend, „das hab ich schon während der letzten halben Stunde versucht, als du noch friedlich geschlummert hast. Die sitzen bombenfest und ich habe nichts bei mir, womit ich das Schloss knacken könnte."

„Vielleicht…", doch Sam brach den Satz ab, denn plötzlich waren Schritte zu hören, was nur eins bedeuten konnte:

Der Carpetan kam zu ihnen…