7. Kapitel

„Sammy…. Bitte…"

Sam war erschrocken über den Klang der Stimme. Angst, Besorgnis und Verzweiflung schwangen darin mit.

Er fragte sich, was der Grund dafür war…

Dann mit einem Mal strömten all die Schmerzen zurück in seinen Körper, verbunden mit dem Wissen, wo er war und was mit ihm geschah.

Er schlug die Augen auf.

„Sammy, Gott sei Dank."

Sam versuchte, seine Füße auf den Boden zu setzen, um seine Handgelenke zu entlasten, doch der Schmerz, der weißglühend seine Knochen durchfuhr, ließ ihn diesen Versuch sofort abbrechen.

Jede Faser, jeder Muskel in seinem Körper schmerzte und er wünschte sich, wieder in die Dunkelheit abtauchen zu können, in der er nicht fühlen, nicht denken musste.

„Sam, wie geht es dir?" Deans Stimme, leise und ängstlich, so ungewohnt klingend.

„Mir ging's nie besser, du Scherzkeks", antwortete Sam, wobei ihm das Sprechen wegen seines trockenen Halses schwer fiel.

„Nun stell dich mal nicht so an, du Jammerlappen", sagte Dean, dessen Stimme nach dem Witz seines Bruders sofort kräftiger wirkte.

„Oooh, wir sind ja wieder wach. Na dann auf in Runde 2."

Der Carpetan war zurückgekehrt und grinste Sam an.

„Na wie geht's uns denn? Fängst du an, dir zu wünschen, nie geboren zu sein? Du kannst dem ein Ende setzen, Sammy. Zwei kleine Worte reichen aus, dann ist all das Leid, all der Schmerz vorbei. Du musst es nur sagen, Sammy, sag' einfach töte mich und all das hier hat ein Ende. Er wird schnell gehen, das verspreche ich dir."

„Sam, tu es nicht", Deans Stimme, so vollkommen anders als die des Monsters, hallte zu ihm hinüber, voller Sorge, Mitleid und Liebe.

Sam räusperte sich und sprach dann mit fester Stimme, in die er all die Stärke legte, die er aufbringen konnte: „Ich sag' dir nur eine Sache, Arschloch, ich heiße SAM, und du kannst mich mal kreuzweise."

„Oho, na wollen doch mal sehen, ob du deine Meinung nicht vielleicht noch änderst", antwortete der Carpetan gelassen, ging zum Tisch, griff sich die dünne Eisenstange und legte sie ins Feuer.

„Weißt du, Sammy, am Anfang reden sie alle so, aber mit der Zeit …"

Nach einigen Minuten zog er die Eisenstange aus dem Feuer. Sie glühte an der Spitze in einem hellen Orange.

Langsam und entspannt ging er auf Sam zu.

Er hielt ihm die Spitze der Stange dicht vor das Gesicht. Sam konnte die ungeheure Hitze spüren, die von ihr ausging, und versuchte, seinen Kopf weiter nach hinten zurückzuziehen.

Als nächstes hörte Sam den fürchterlichsten Schrei, den er je gehört hatte. Ein Schrei, der nur von jemandem stammen konnte, der Todesqualen erlitt. Er wollte dieser Person helfen, sie retten…

Entsetzt stellte er nach einigen Sekunden fest, dass er selbst es war, der schrie.

Sein Magen revoltierte, ein Würgereiz überkam ihn und er spürte, wie sein Mageninhalt nach oben drückte. Er übergab sich, keuchte schwer und versuchte, den sauren, stechenden Geschmack durch mehrfaches Schlucken abzulindern.

Deans Gesicht drehte sich vor seinen Augen, flackerte und wurde wieder schärfer.

Dann wieder ein Feuer an Schmerz, er wollte raus aus diesem Körper, nicht mehr fühlen müssen, nicht mehr die verbrannte Haut seiner Brust riechen müssen.

„Gott bitte…", stöhnte er, als der Carpetan ein drittes Mal die glühende Stange aufsetzte.