Ich danke für die Reviews und wünsche euch nun viel Spaß beim lesen ;D
'Es hat keinen Zweck, du kannst nicht vor ihm weglaufen', sagte sie in Gedanken zu sich selbst. Hermine dämmerte es langsam. Jeglicher Fluchtversuch ihrerseits würde zwecklos sein. Doch ihre Beine dachten gar nicht daran stehen zu bleiben. Hermine lief einfach weiter, sie wollte weg. Ihre Angst vor dem was jetzt kommen würde, wurde immer größer. Sie hörte weit, weit weg Snapes Schritte auf dem schneebedeckten Boden, diese schienen immer lauter zu werden. Plötzlich verstummten sie und Hermine blieb wie angewurzelt stehen. Ihre Atmung beschleunigte sich und ihren Herzschlag konnte Hermine deutlich spüren, die Luft anhaltend drehte sie sich langsam herum und sah auf die Spitze von Snapes Zauberstab. Würde er sie jetzt...? Hermine wollte gar nicht darüber nachdenken. Ihren Kopf hatte Hermine demütig gesenkt, der Mut hatte sie verlassen und genau das schien Snape zu spüren. Er packte Hermine ohne ein Wort von sich zu geben am Arm und zog sie mit sich in die Richtung der Hütte. Hermine war klar, dass jeder weitere Fluchtversuch ausgeschlossen war, Snape war ganz und gar nicht dumm. Sie durfte ihn nicht unterschätzen, immerhin hatte er Dumbledore auf dem Gewissen. Der jungen Hexe war durchaus bewusst, das Snape diese Angst spüren konnte und dementsprechend handelte.
Als sie in der Hütte angelangt waren, verschloß Snape diese mit Zauberei. Ein leises Seufzen schlich sich über ihre Lippen. Er würde sie weiter festhalten und einen Ausweg? Den gab es nicht.
Severus ärgerte sich über seine Unachtsamkeit. Er hätte wissen müssen das diese verdammte Gryffindor einen Fluchtversuch unternehmen würde.
Er überzeugte sich noch einmal selbst, dass Hermine keine Möglichkeit mehr hatte, diese Hütte ohne ihn zu verlassen. Der Schwarzhaarige drehte sich langsam zu Hermine herum und warf ihr einen wortlosen Blick zu. Sie hatte durchaus Mut, dass musste er ihr lassen, aber Severus war sich ebenso seiner Sache sehr sicher, dass sie dieser Mut bald verlassen würde.
Potter und Weasley hatten keine Ahnung wohin er Hermine entführt hatte, und wie er die beiden kannte, würden sie eine Ewigkeit benötigen um sie hier zu finden.
Es sah der Gryffindor ähnlich, dass sie versuchte etwas an dieser Situation zu ändern, aber Severus ließ sich nicht auf seiner übergroßen Nase herumtanzen. Schon gar nicht von der elendigen Besserwisserin Granger. 'Pah. Manchmal habe ich das Gefühl, bloß weil die mit Potter befreundet sind, meinen die sie können sich alles mit mir erlauben...', dachte er verärgert und verzog das Gesicht dabei grimmig. Snape zog ein Taschentuch aus seiner Hosentasche und wischte sich den Schweiß vom Gesicht. Wenn Hermine wirklich einen weiteren Fluchtversuch startete, dann würde er Zauberei anwenden, so hatte sie dann überhaupt keine Chance mehr, ihm zu entkommen. Er würde ihr schon noch zeigen, dass mit ihm nicht zu spaßen war. Angespannt ließ Severus sich, nachdem er das Feuer im Kamin wieder entfacht hatte, auf dem Sessel nieder. Seine Hände lagen angespannt auf den Armlehnen, seine Augen hatte er auf Hermine gerichtet. Der Tränkemeister schien sie mit seinen Blicken zu durchbohren.
„Ich laufe nicht mehr weg", flüsterte sie, was von Snape nur mit einem genervten Schnauben kommentiert wurde. Sein starrer Blick, welcher ihr fast die Luft zum atmen nahm, machte ihr Angst. „Es tut mir leid Professor", versuchte Hermine zu erklären und schlang die Arme um ihre Beine. Reichte es ihm nicht, dass sie eine Todesangst hatte. Konnte er es nicht verstehen, dass sie einfach nur weg wollte. Niemand wollte eingesperrt sein. Aber Snape schien das anders zu sehen, was hatte ihn nur so verbittert gemacht? So unendlich kalt und gefühllos. Hermine schossen tausende von Fragen in den Kopf, die Antwort auf diese Fragen kannte nur Snape, aber Hermine wagte aus gutem Grund nicht nach zu fragen.
Nur wage spürte Hermine die angenehme Wärme im Raum, doch sie umgab nur Kälte. Sie wollte sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden, dafür war ihr Kampfwille zu groß.
Die Hexe warf einen scheuen Blick zu ihrem Professor, welcher nun eine starke innere Spannung ausstrahlte. Vielleicht nahm ihn die ganze Situation doch mehr mit, als dieser sich eingestehen wollte.
„Soll ich... auf mein Zimmer gehen?" Snape schnaubte. „Tun Sie mir einen Gefallen Granger und halten einfach ihr loses Mundwerk", entfuhr es ihm hitzig. 'Das sagt gerade der Richtige', dachte Hermine verärgert über seine unhöfliche Art. Diese war sie zwar schon gewohnt, aber er hätte auch einfach sagen können, dass sie in ihr Zimmer gehen und ruhig sein sollte.
„Man kann das auch netter sagen Professor Snape, auch wenn es vielleicht zu viel verlangt ist – ein bisschen Respekt schadet nie." Und sofort bereute Hermine ihre offenen Worte. Snapes Miene verfinsterte sich. „SIE wollen mir etwas von Respekt erzählen Granger? Gerade Sie, die auf mich los gehen wollte? Pah!" Er hatte wirklich recht, sie sollte ihre Worte lieber genauer überdenken und den Mund halten, aber es ging nicht anders, Severus provozierte es grade zu.
„Aber nicht aus irgendeinem Grund Professsor", versuchte sie noch einen respektvollen Ton anzuschlagen, doch lange würde dieser nicht anhalten. „Sie wollten flüchten, nachdem Sie Dumbledore ermordet haben", fauchte Hermine und wich im gleichen Augenblick etwas zurück, nicht das Snape gleich auf sie losging.
„Sie wissen überhaupt nicht, von was Sie da reden Granger. Auch Sie müssen einmal damit leben, nicht alles zu wissen und glauben Sie mir, es ist besser so. Es würde ihre Phantasie grade zu beflügeln." Verächtlich schnaubend nahm Hermine eine abwehrende Haltung ein und verschränkte die Arme. „Ich wüsste nicht, was Sie meine Phantasie anginge Snape, ich will nur Antworten. Nicht mehr als Antworten." Snape rollte übertrieben mit den Augen. „Die werden Sie nicht bekommen Granger, Sie elende Besserwisserin!" fauchte er.
Die Gryffindor spürte dieses Gemisch aus Angst, Wut und Verzweiflung. Diese Situation zerrte sehr an ihren Kräften und Nerven. Ihr Professor weigerte sich ihr die Antworten zu geben, auf die Hermine nach ihrer Meinung ein Recht hatte. Das sie keine Chance gegen ihn hatte, war ihr inzwischen klar. Aber kampflos wollte Hermine auch nicht aufgeben, immerhin war sie in Gryffindor und das wollte schon etwas heißen. Ihr Mut hatte sie dazu getrieben, Snape aufzuhalten, auch wenn dieser Versuch kläglich gescheitert und nach hinten los gegangen war, Hermine würde es ihm alles andere als leicht machen, denn er hatte es nicht anders verdient, als das sie versuchen würde, ihm das Leben zur Hölle zu machen.
„Sie sind verachtenswert Professor, einfach nur ein verachtenswerter feiger Mörder", zischte Hermine provokant. Die Fäuste geballt und ihr Körper zum zereissen gespannt, erwartete sie nun Snapes Reaktion auf ihre Vorwürfe.
Severus hatte seine Finger tief in der Armlehne vergraben und mit wachsender Anspannung Hermines Vorwürfe über sich ergehen lassen, was bildete sich diese verdammte Besserwisserin eigentlich ein, ihm so einen Unsinn an den Kopf zu werfen.
Mit steigender Angst nahm Hermine wahr, wie Snape sich langsam, mit geballten Fäusten aufstand und sich ihr näherte. „Was fällt Ihnen ein?" fragte er gepresst, mit zitternder Stimme. Seine dunklen Augen bohrten sich durch ihre Augen in ihre Seele. „Gar nichts wissen Sie... Granger – absolut nichts." Die Adern auf seiner Stirn pulsierten, ihm rann der Schweiß über die Haut hinab, als wäre er Öl. „Ihr Gryffindors denkt auch, ihr könnt euch alles erlauben. Auf meinen Gefühlen herum zu trampeln, ach nein – Severus Snape hat ja KEINE Gefühle", zischte er kalt. Severus spürte wie eine unglaubliche Wut auf sein zerstörtes Leben aufstieg, dass er sein eigenes Leben für Harry Potter auf das Spiel setzte, das sein Herz schon vor langer Zeit aufgehört hatte zu leben – es war an dem Tag mit Lily gestorben. Das was da in seiner Brust das kalte Blut durch die Adern zu jagen schien, war ein kühler Motor, der die Hülle am Leben hielt, aber die Seele war gestorben und mit dem Herz erloschen. Und was noch da war – war Schmerz und unendliche Trauer.
„ICH BIN NICHT FEIGE, SIE NAIVES DUMMCHEN!"
Nur wage nahm Severus Hermines Hand wahr, welche in Sekundenbruchteilen auf sein Gesicht zuraste, bevor er überhaupt reagieren konnte, spürte er den stechenden Schmerz, welcher von Hermines flacher Hand verursacht worden war.
Verwirrt sah Snape einen Augenblick lang ins Leere, bevor er seinen Blick wieder auf Hermine richtete und diese schluckte hörbar. Hatte jetzt ihr letztes Stündlein geschlagen?
„CHARLET!" rief der hochgewachsene Arzt ungeduldig. Warum ließ die so lange auf sich warten? „Was ist denn?" fragte diese etwas gehetzter als beabsichtigt. „Irgendetwas medizinisches?" setzte sie sofort nach. Dr. Hopkins schüttelte mit dem Kopf. „Nein, aber mir ist ein Knopf abgefallen."
Charlet stieß ein empörtes Schnauben aus. Und deshalb hatte ihr Chef so ungeduldig durch die halbe Praxis gerufen? Kopfschüttelnd lehnte sie sich gegen den Türrahmen und musterte ihn, wie er skeptisch die Stelle an seinem Hemd musterte. „Das kommt davon Chef, Sie sollten weniger Pistazien essen. Davon wird man breit." Sofort schoss sein Kopf nach oben und er zog gleichzeitig seinen kleinen Bauch ein. „Ich bin überhaupt nicht breit!" zeterte er sofort. Sie nickte. „Natürlich nicht Will, Sie doch nicht... und die Pistazien haben auch überhaupt keine Spuren auf ihrem Schreibtisch hinterlassen, dass war der tanzende Irrwicht. Glaube ich Ihnen sofort", grinste sie. Kurzerhand nahm Charlet Nadel, sowie Faden zur Hand und nähte ihrem Chef den Knopf wieder an. „Ganz wie neu", lobte er sie spitzbübisch grinsend. „Ja ich weiß, und jetzt Pistazien her Chef, wir müssen Ihren Pistazienkonsum vermindern."
Wills blaue Augen weiteten sich. Er ließ sich ja so einiges gefallen, aber bei seinen heiligen Pistazien hörte der Spaß auf. „Vergessen Sie das ganz schnell Charlet, ich verstehe bei meinen Pistazien keinen Spaß, Finger weg!" William verschränkte die Arme und sah mit hochgehobener Augenbraue auf sie herab.
Allerdings war Charlet alles andere als beeindruckt. „Will, Sie wissen doch, bald haben wir hier einen rollenden Arzt", bemerkte sie trocken und trat vorsichtshalber einen Schritt zurück. „Sehr witzig Charlet", murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart. „Guten Moooorgen", rief Johnny Strawberry erfreut in die Praxis, er schenkte seinem Chef und seiner besten Freundin ein erfreutes Lächeln. William machte es sich nun auch wieder hinter dem Schreibtisch bequem. „Nun gehen Sie schon Charlet, Johnny kann jetzt gut Hilfe gebrauchen." Er hatte Recht, ihre kleine Diskussion konnten sie auch später weiter fort führen. Gleich würden die ersten Patienten vor der Tür stehen und heute gab es wieder einiges zu tun. Nachdem Charlet das Arztzimmer verlassen hatte, öffnete William einen kleinen Schrank und fischte sich eine Pistazie heraus. Mit einem genüsslichen Grinsen schob er sich diese zwischen die Zähne. Dann klopfte er sich auf sein 'kleines' nicht vorhandenes Bäuchlein. 'Strammes Bäuchlein William – es gibt nichts zu klagen.' Seine Augen richtete er auf das Fenster, irgendwie ließ ihn das Gefühl dieser anderen, neuen Aura nicht los. William konnte nicht zuordnen, was genau das für eine Aura war, diese hatte er hier noch nie gespürt, aber eines stand für den Arzt fest, dies war eine sehr mächtige, starke Aura.
Und genau das gefiel dem Arzt überhaupt nicht. Die Dorfbewohner hatten bewusst der Zauberei entsagt, weil sie in diesen sinnlosen Krieg nicht hineingezogen werden wollten und leugneten genau deshalb ihre magische Herkunft. Voldemort würde sie deshalb vermutlich auch noch zur Strecke zu bringen wollen, aber daran wollte hier niemand denken. William verdrängte diese Gedanken an die Zaubererwelt, er wollte gar nicht an diesen magischen Kram denken, und doch drifteten seine Gedanken immer wieder dorthin ab.
Es gab doch viel wichtigeres - zum Beispiel, dass er endlich jemanden finden musste, der für ihn waschen, kochen und putzen sollte – kurz um eine Frau oder etwas ähnliches.
Vielleicht sollte er Charlet einfach mal um Hilfe fragen, vielleicht kannte die ja eine Frau für alles was in seinem Haushalt, welchen er derzeit allein führte anfiel und etwas Ordnung in sein geordnetes Chaos brachte. Doch dann setzte sein Kopfkino ein, Charlet würde ihm wahrscheinlich, aus reiner Boshaftigkeit einen richtigen Hausdrachen vor die Nase setzen.
Eigentlich lehnte William es zur Zeit ab eine Frau in seinem Haus zu haben, die wollten nur Gassi geführt und gefüttert werden, dann und wann auch gekrault werden. Halt mal, dass wäre ein Hund.
Bevor William auch den nächsten Gedanken an irgendwelche Hausdrachen verschwenden konnte, stand auch schon sein erster Patient im Raum.
Nun war es ja nicht so, dass Charlet ihren Chef nicht mochte, aber der war nun einmal ein Fall für sich. Ein pistaziensüchtiger – rollender – Arzt. Er war nicht wirklich breit, jedoch wusste Charlet auch wie sie ihm am besten ärgern konnte, denn William ärgerte sie ja auch nicht zu knapp. Manchmal hatte die braun – und langhaarige Charlet das Gefühl, er tat dies mit wirklichem Genuss.
Ihre Augen wanderten zu Johnny der sich gerade etwas zu Essen machte. „Charlet was schaust du denn so?" fragte der Blonde mit der schwarzen Strähne vorne. „Er hat mich wieder geärgert", seufzte sie.
„Du hast wieder seinen Pistazienkonsum angesprochen?" Sie nickte grinsend. „Wir sollten lieber unsere Pläne über Bord schmeißen, die mal zu verstecken, du weißt ganz genau was das letzte Mal passiert ist, als er seine Pistazien nicht gefunden hat."
Charlet verzog das Gesicht. Ja das wusste sie noch genau. Für William war das ein halber Weltuntergang gewesen. Ein Tag ohne Pistazie am Morgen – Mittag und Abend. Das ging überhaupt nicht. Es war sein persönliches Pistazien – Ritual.
„Los lass uns über etwas anderes reden, sonst werde ich dieses Kopfkino nie wieder los", sagte Charlet schnell und kniff die Augen zusammen. Sie wollte gar nicht daran denken. Um schnell das Thema zu wechseln, versuchte Charlet krampfhaft ein anderes zu finden. „Was hältst du davon, wenn wir heute Abend wieder mal in den tanzenden Irrwicht gehen?" Eifrig nickte ihr bester Freund Johnny. „Das ist eine sehr gute Idee Charlie, da waren wir schon eine ganze Weile nicht mehr", pflichtete Johnny ihr bei. Und schon war es beschlossene Sache, am Abend sollte es in den „tanzenden Irrwicht" gehen.
Im „tanzenden Irrwicht" kümmerte sich Robin, die Besitzerin der bekannten Dorfbar um die gerade angekommene Lieferung. Jake beobachtete sie dabei durch seine Brillengläser und mit einer Zigarette zwischen seinen Fingern.
Robin hob eine Augenbraue. „Jake wie wäre es mal wenn du mir hilfst und die Lieferung heinein bringst?" Jake zuckte mit den Schultern. „Dazu müsste ich ja meine Zigarette zur Seite legen und du weißt doch, ich bin hochbeschäftigt." Erneut schossen Robins Augenbrauen in die Höhe.
„Hochbeschäftigt also... so beschäftigt wie dein Bruder?" fragte sie mit einem spitzen Unterton in ihrer Stimme. „Moah, fang bloß nicht von Will an, der ist in den letzten Wochen anstrengend geworden, ich soll dies machen, jenes tun und so weiter", stöhnte er genervt auf. Robin konnte sich ein gehässiges Grinsen nicht verkneifen, Will und Jake Hopkins gaben schon ein urkomisches Geschwistergespann ab. Der eine Arzt und der andere Kellner bei ihr in der Bar.
„Komm lieber mal her und tu etwas für dein Geld, außer da einen guten Eindruck zu machen Jake."
Nach einem genervten Schnauben erhob sich Jake nun doch und ging seiner Chefin zur Hand. Es war immerhin besser als die Gedanken an seinen großen erfolgreichen Bruder zu verschwenden. Jake war nicht so ganz hochgewachsen wie sein 'großer' Bruder William Hopkins. Jake hatte im Gegensatz zu William, welcher noch eine volle Haarpracht hatte, auch etwas lichteres Haar, aber schon etwas grau. Weswegen er auch immer ein Opfer von Williams Sticheleien wurde.
Zwischen den beiden lag nicht nur der große Altersunterschied. Die beiden Brüder hatten sich in eine völlig andere Richtung entwickelt.
Jake Hopkins genoß das Leben, sagte auch mal zu einem guten Butterbier nicht nein, William dagegen konnte überhaupt nichts mit solchen Dingen wie Bier oder gar Wein anfangen, er blieb da lieber bei seinen Saftschorlen. Eine Leidenschaft teilten sie jedoch, dass gute Essen. Besonders wenn Robin den Kochlöffel schwang, denn die Chefin des „tanzenden Irrwichts" versorgte ihre Gäste mit dem besten Köstlichkeiten die ihre Küche hergab. Die blonde junge Frau betrieb diese Bar mit Leib und Seele, zu Anfang war es eigentlich noch eine Bar gewesen, aber inzwischen konnte man bei ihr auch gutes Essen bekommen. Auch die Mitarbeiter der Bar hatten der Zauberei eigentlich entsagt, jedoch gab es natürlich auch hier Spezialitäten, die es in der Zaubererwelt auch gab. Jake wollte nämlich auf das gute Butterbier nicht verzichten. Der „tanzende Irrwicht" war im Dorf auch die meistbesuchte Lokalität. Dort konnte man sich auch über die neusten Gerüchte und andere 'hochwichtige' Dinge, wie die Klimakatastrophe oder die Weltwirtschaftskrise austauschen.
Ihre Aufmerksamkeit wanderte zum Fenster, auch sie hatte die neue Aura gespührt. Es war durchaus seltsam was hier vorging, aber sie schenkte der Sache wenig Beachtung. Es gab momentan viel wichtigeres zu tun, als sich mit dieser Aura zu befassen. Sie würden noch dafür sorgen müssen, dass es hier nicht mehr aussah, als hätte eine Bombe eingeschlagen. „Ich sollte dir das feiern bis in die Nacht verbieten Jake", stellte Robin frustriert fest, nachdem es endlich wieder normal in ihrer heimischen Bar aussah.
„Warum, es passiert doch nicht so oft, dass es dann hier etwas explodiert aussieht", versuchte sich Jake heraus zu reden. Doch auf diese Diskussion ließ sich Robin gar nicht ein, denn sie wusste, dass dies endlos werden würde. Deshalb beließ sie es dabei.
Frustriert wischte Harry sich die aufkommenden Tränen von den Wangen. Die ganze Lage schien so aussichtslos und sein bester Freund Ron sorgte auch nicht gerade dafür, dass er mal einen klaren Gedanken fassen konnte. Wieso verstand der Rotschopf nicht, dass sie bis jetzt noch keinen Plan hatten, Hermine aus den Klauen von Dumbledores Mörder zu befreien. Und so sehr Harry Hermine auch helfen wollte, dieser Plan musste gut überlegt sein, aber Ron schien blind vor … Liebe. Anders konnte sich Harry das Verhalten seines besten Freundes nicht erklären. Aber sie mussten einen kühlen Kopf bewahren. Hermine konnte nicht anders gerettet werden, ein überstürztes Handeln würde die Sache wohl noch verschlimmern.
Seine Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf das Fenster vor ihm. Die Regentropfen peitschten hart dagegen, wieder suchten sich die Tränen ihren Weg über sein Gesicht. Er trauerte um Albus Dumbledore, und für ihn war eines sicher, dass Snape alle nur belogen hatte. Harry schlug voller Wut auf sein Kissen, die heißen Tränen bahnten sich nun über die roten Wangen des Gryffindors. Dieser Krieg, dieser verdammte Krieg, wofür? Harry fand keine Gründe für diesen sinnlosen Krieg, er wollte auch keine finden, es gab für sein Herz einfach keinen Grund für dieses sinnlose Sterben.
Der schwarzhaarige Gryffindor erzitterte. Er würde nicht zulassen, dass Voldemort die Macht über die magische Welt bekam und alle die nicht in sein krankes Weltbild passten, ausrottete.
Harry vergrub den Kopf in seinen Kissen, vielleicht war es ganz gut, dass er seine ganzen seelischen Qualen einfach mal heraus weinte. Irgendwie musste er diesen Balast los werden. Und das war genau der richtige Weg.
Die Augen des Rotschopfes fixierten schon seit einigen langen Minuten ein Foto von Hermine. Immer und immer wieder fragte er sich, warum Harry einfach nichts tat, sie mussten Hermine noch befreien. Er wollte einfach nicht, dass Hermine noch länger in Händen dieses Mörders war. Jetzt fiel ihm so vieles ein, was er Hermine noch hätte sagen wollen, aber sie war weg, unerreichbar für ihn und seine Geständnisse. Ron wollte nicht akzeptieren, dass er erst einmal abwarten musste, bevor sie sich an einen Befreiungsplan für Hermine wagen konnten. Außerdem hatte Harry ihm mehrmals gesagt, dass sie keinesfalls überstürzt handeln sollten. Wie kam der auf so einen Unsinn? Es ging immerhin um Hermine, und nicht um irgend wen, um SEINE Hermine. Sein Hass gegen Snape stieg dabei ins unermessliche, was glaubte dieser Bastard, seine zukünftige Freundin einfach als Geisel zu nehmen, Snape steckte doch ohnehin schon knietief im Dreck. Für Ron war klar das Snape dafür mit seinem Leben bezahlen würde. Allein für Dumbledores Mord und Hermines Entführung.
„Hermine, ich werde dich befreien, egal was kommt", sagte er zu sich selbst. Ron wollte einfach nicht aufgeben. Ginnys großer Bruder atmete einmal tief ein und aus. Im Rotschopf stieg ein unglaublicher Siegeswille auf. Nichts und niemand würde ihm Hermine nehmen, und erst recht nicht Severus Snape.
Genau dieser versuchte Hermine in seine Finger zu bekommen. Doch das war schwerer als gedacht. Snapes Atmung ging schnell, Severus' Haare klebten am Gesicht und er wirkte stark angespannt. Was glaubte diese verdammte Gryffindorgöre eigentlich mit wem sie es zu tun hatte. Mit dem unfähigen Weasley oder was? „Granger Sie entkommen mir nicht", fauchte er ihr entgegen. Hermine versuchte sich hinter einer Wand zu verstecken. „Was habe ich Ihnen getan verdammt nochmal?" knurrte sie. Hermine wollte nicht aufgeben, die Angst stieg in ihr auf. Ihr Herz drängte sich hart gegen ihre Rippen. Die Angst schien ihren Körper zu lähmen, doch als sie Snape aus den Augenwinkeln näher kommen sah, gaben ihre Beine dem ersten Impuls in dieser Situation nach, der ihnen in den Sinn zu kommen schien. Flucht!
Sie pirschte sich in Windeseile an Snape vorbei, der sie beinahe zu fassen bekommen hätte. Allerdings hatte er dabei unterschätzt wie flink Hermine sein konnte, wenn sie wollte. Hermine drehte sich nicht mehr zum nun fluchenden Snape herum, sie konnte seine Schritte laut in ihren Ohren hören, jeder Schritt ging ihr ins Mark. Die junge Gryffindor hatte nur noch ein Ziel, die Treppe! Doch dann fühlten sich ihre Beine unendlich schwer an, ihr Blut begann deutlich in ihren Adern zu pulsieren und gleichzeitig glaubte Hermine in ihrem Inneren zu zerbersten. Erst jetzt drang Snapes gezischtes „Imperius" fesselnd durch ihre Ohren tief in ihre Sinne ein.
'Hören Sie auf!' flehte Hermine in Gedanken, die sich langsam aber sicher in Luft auf zu lösen schienen. 'Ich habe sie gewarnt Granger, aber die Gryffindorgöre wollte ja nicht auf mich hören. Und jetzt glaubt sie noch, dass ich einfach so aufhöre', hörte Hermine ihren Professor deutlich in den Ohren. Es war nicht so, dass sie ihn unterschätzt hätte, aber das er einen Unverzeihlichen gegen sie anwendete, damit hätte Hermine nicht gerechnet. Ihr eigener Wille schien wie ausgeschaltet.
Hermine war unfähig die Kontrolle über ihren Körper zurück zu bekommen. 'Kommen Sie zu mir Granger, versuchen Sie erst gar nicht sich dagegen zu wehren', knurrte Snape sie in ihren Ohren an. Am liebsten hätte Hermine ihre Hände auf die Ohren gepresst, damit sie die Stimme irgendwie abhalten und daran hindern konnte, über ihre Ohren tief in die Sinne einzudringen. Ihr Wille dagegen anzukämpfen schrumpfte sogleich bis zum Erdmittelpunkt. Träge bewegte sich ihr Körper wie durch Zauberhand zurück auf zu ihrem verhassten Professor.
Snape legte ihr den Zauberstab unter das Kinn, als sie endlich bei ihm stand. Ihm sahen zwei traurige, doch irgendwie willenlose Augen entgegen. Dann nahm er ein leichtes Glitzern in Hermines Augen wahr, unendlich langsam kullerte eine einzelne Träne aus dem Auge die Wange hinab, am Kinn angekommen tropfte sie achtlos zu auf den staubigen Boden. Snape glaubte diese Träne gehört zu haben, ein unendlich lautes Zusammentreffen der Träne mit dem Holzboden. Snape atmete hörbar ein, er wollte es sich nicht eingestehen, aber Hermines Reaktion berührte ihn irgendeiner Weise. Auch wenn eine Stimme in seinem tiefsten Inneren sagte, er sollte Hermine diese Lektion geben, entschied sich sein kleines, gutes Gewissen anders. Er nahm den Fluch von Hermine und schon sah er mit an, wie die junge Gryffindor in sich zusammen sank und Bekanntschaft mit dem Holzboden machte. Unfähig sich zu bewegen, musterte Snape die am Boden liegende Hermine, die langsam wieder zu sich zurück fand. Auf ihrem Gesicht glitzerten Tränen der Verzweiflung.
Sie schien ihre letzte Kraft zu nehmen, um wieder auf die Beine zu kommen. Hermine wollte nur noch eines, in ihr Zimmer und weg von diesem Wahnsinnigen! Severus sah ihr stumm nach. Seine Hand umklammerte den Zauberstab immer noch fest, als wolle er sich an ihn klammern, um nicht zu ertrinken.
Von diesem Erlebnis an, verweigerte Hermine die Nahrungsaufnahme. Snape hatte ihr zwar keine richtige Lektion erteilt, aber es schien einen bleibenden Eindruck bei Hermine hinterlassen zu haben. Snape hatte diesen Fluch natürlich nicht das erste Mal ausgesprochen, jedoch hatte es ihn bei seinen anderen Opfern weniger interessiert, wie die darauf reagierten. Er hegte nicht einmal Sympathie für Hermine. Severus wollte dieses Bild einfach nur verdrängen – darin war er ja Weltmeister. Doch Snape wusste genau so gut, dass Verdrängen der falsche Weg war, es kam ja doch immer wieder hoch. Automatisch drifteten seine Gedanken wieder zu Lily ab. In seinem Hals bildete sich ein dicker Klos, seine Muskeln spannten sich an und das Luft holen schien von Minute zu Minute schwerer zu werden.
Snape musste sich an der Arbeitsplatte festhalten, weil er das Gefühl hatte gleich mit dem Boden Bekanntschaft zu machen, wenn er sich nicht festhielt. Irgendwie schienen seine Beine nachgeben zu wollen, aber sein Kopf nicht. Lily fehlte ihm, sein Herz schien innerlich zu verbluten, nein – Severus versuchte dieses Gefühl des innerlichen Verblutens zu verdrängen.
Aber das nahm ihm die Kraft, sich weiter fest zu halten, er sank mit den Knien auf den Holzboden und wirbelte dabei den Staub auf. Seine Hände hielten sich noch verkrampft an der Arbeitsplatte fest. Die Tränen bahnten sich heiß ihren Weg über seine Wangen. Er wollte nichts mehr, als diesen Schmerz über Lilys Verlust los zu werden. Immer und immer wieder dieses Gefühl von seinem Herzen, welches zerstört in seiner Brust vor sich hin vegetierte. Schwach ließ Snape sich gegen die Kücheneinrichtung sinken. Das war genau dass, was Snape nicht wollte, schwach sein. Doch immer wenn er einen Gedanken an Lily zuließ, überkamen ihn eine Gefühlswelle, die sein Herz schmerzhaft zusammen drückte. Ein Herz aus Stein, das wäre ihm lieber als dieser erdrückende Schmerz. Gefühle taten nur weh, sie nahmen ihm die Luft zu atmen und die Kraft zum Leben.
'Lily ich liebe dich... er hätte dich verschonen sollen', dachte Snape deprimiert. Er wischte sich die aufkommenden Tränen weg. Severus musste sich nun zusammen reissen, er konnte nicht mit diesen verweinten Augen zu Hermine nach oben gehen. Eigentlich war es ja aussichtslos, die Gryffindor würde so oder so die Nahrung wieder verweigern, was heißen würde – Severus hatte wieder einmal umsonst am Herd gestanden und seiner 'Geisel' etwas zu Essen gemacht. Schwerfällig und angespannt zog Snape sich an der Arbeitsplatte nach oben. Der Tränkemeister hatte eines gelernt in den letzten Jahren, er musste funktionieren. Arbeiten und schlafen. So und nicht anders, hatte Snape sein Dasein gefristet. Der Gedanke an ein glückliches Leben, diesen verdrängte er seid Lilys Tod gekonnt.
Severus rührte gedankenverloren in dem Topf mit der Suppe herum. Nicht das er nicht kochen konnte, aber heute hatte Snape nicht mehr den Willen, ein großes Menü für Hermine zu machen, sie würde es so oder so ablehnen.
Mit der dampfenden Schüssel, einem Tee und etwas Brot trat er den Weg nach oben an.
Hermine wollte nicht mehr essen. Das Erlebnis mit Snape hatte ihr derart auf den Magen geschlagen, dass sie einfach nicht mehr essen wollte. Einen unverzeihlichen Fluch – war dieser Mann eigentlich komplett verrückt geworden? Hermine sah ein, dass sie nicht besonders nett zu ihm gewesen war. Aber das hier in der Hütte war einfach eine Ausnahmesituation mit der sie haltlos überfordert war. Ihre Augen brannten von den vielen Tränen, die sie seit diesem Streit mit Snape geweint hatte. Er war kurz davor gewesen ihren Kampfwillen zu brechen und nicht nur diesen. Dieses Gefühl, welches sie umgeben hatte... Hermine fand keine Worte dafür. Diese unglaubliche Angst und dieses Gefühl Snape vollkommen ausgeliefert gewesen zu sein. Es war derart demütigend gewesen, dass es Hermine in ihrem tiefsten Inneren verletzt hatte. Zitternd zog sie ihre Beine wieder an ihren schwächer werdenden Körper. Sie wusste selbst, dass diese Nahrungsverweigerung ihr nicht gut tat. Aber es ging einfach nicht, ihre Seele weigerte sich zu kämpfen.
Unnatürlich laut hörte die Schritte ihres Professors auf dem Holzboden. Er hatte also wieder etwas zu essen für sie. 'Nein Snape, ich werde nicht essen. Ich weigere mich, Sie können es gleich wieder mitnehmen...' sagte sie zu sich selbst.
Und da stand er wirklich, Snape hatte kurz angeklopft und einige Sekundenbruchteile später stand er mit einer dampfenden Schüssel Suppe in ihrem Zimmer.
„Ich werde das nicht essen", meinte Hermine matt. „Sie haben es doch noch gar nicht probiert", entgegnete er tonlos. „Sie können ihre widerliche Suppe gern wieder mitnehmen. Ich habe meine Meinung nicht geändert Snape", fauchte die Gryffindor aggressiv und drehte ihren Kopf weg, sie wollte Snape nicht sehen. Er seufzte resigniert auf und stellte die Suppe auf ihren Nachttisch, bevor er allerdings das Zimmer verlassen konnte, hörte Snape wie Hermine die Schüssel vom Tablett stieß, die heiße Flüssigkeit verteilte sich auf dem Boden. Ihre Fäuste waren geballt und Hermine zitterte wie Espenlaub.
Snape fuhr herum und betrachtete die am Boden verteilte Flüssigkeit. Ohne einen Ton von sich zu geben nahm er seinen Zauberstab und entsorgte die Flüssigkeit mittels eines Zaubers. Schließlich wollte Severus sie nicht länger mit seiner Anwesenheit belästigen. Warum dachte er eigentlich so? Severus wusste es selber nicht. Der Tränkemeister fand einfach keine Antwort darauf. „Tun Sie wenigstens einen Gefallen Miss Granger und trinken den Tee, sonst verdursten Sie mir bald", bat Snape sie leise. „Vielleicht will ich das ja auch", donnerte Hermine ihm kalt entgegen. „Dann habe ich wenigstens Ruhe vor Ihnen." Snape musste sich sehr zusammen reissen nicht gleich an die Decke zu gehen. Hermine provozierte ihn grade zu. „Dito", sagte er eisig und verließ das Zimmer. Gut, dann sollte die Granger eben verhungern – oder dursten. Es war Severus egal.
Wage nahm Hermine sein Fluchen wahr, aber dann blendete sie es nach einer Weile aus. Snape würde nicht gewinnen, egal wie schlecht es ihr auch gehen würde, wenn die Gryffindor so weitermachte und die Nahrungsaufnahme verweigerte.
Auch die nächsten Tage änderte Hermine ihr Verhalten nicht wirklich, sie verweigerte stets das Essen, welches Severus ihr zu den drei Tageszeiten nach oben brachte. Selbstverständlich ging es gesundheitlich bergab mit Hermine. Die junge Gryffindor verließ das Bett nur noch um ins Bad zu gehen. Die meiste Zeit verbrachte sie entweder im Bett oder auf dem Stuhl vor dem Fenster.
Nach einer Woche wurde es Snape dann zu bunt. Hermine musste endlich etwas essen. Er konnte es einfach nicht zulassen, dass sie sich so gehen ließ.
Also stampfte er am frühen Abend nach oben in Hermines dunkles Zimmer. „Jetzt ist Schluss Granger", fauchte Snape und packte Hermine am Oberarm, um sie aus dem Bett zu zerren, diese versuchte sich natürlich fluchend heraus zu winden. Bei Snape war der Geduldsfaden entgültig gerissen, aber der Schwarzhaarige wusste das Hermine wenigstens den Tee und Wasser zu sich genommen hatte. Sonst wäre sie vermutlich schon tot und genau das wollte Snape nun verhindern.
Es stellte sich als schwierig heraus, Hermine nach unten zum Tisch zu bekommen. Sie weigerte sich, trotz ihrer Schwäche mit zu kommen. „Ich komme nicht mit!" zischte sie geschwächt. Ihr stand der kalte Schweiß auf der Stirn. Snape akzeptierte keine Widerrede. „Schluss jetzt Granger, Sie müssen etwas essen, denn ich glaube nicht wirklich, dass Sie lieber unter die Erde wollen."
Hermine wollte auch nicht unter die Erde, aber Snape würde sie nicht dazu bringen etwas zu essen.
Snape drückte sie, etwas zu hart auf den Stuhl, sodass Hermine vor Schmerz ihr Gesicht verzog. „Ich werde das nicht essen", murmelte sie kraftlos. „Es ist nur eine Suppe Granger, die wird Ihnen schon nicht auf den Magen schlagen, bitte zwingen Sie mich nicht das ich Zauberei anwenden muss, damit Sie endlich etwas essen." Hermine zuckte mit den Schultern. „Machen Sie doch Snape, dass hat Sie das letzte Mal auch nicht interessiert", antwortete Hermine beinahe flüsternd. Das Bild vor ihren Augen schien zu verschwimmen. „Bitte", flehte er beinahe schon, aber Hermine schüttelte mit dem Kopf. Snape würde sie nicht dazu zwingen können. „Ihr Gryffindors und euer verdammter Stolz", bellte er. „Ich will doch nur das sie etwas essen Miss Granger, Sie sehen schon ganz krank aus", presste er über seine bebenden Lippen. Er wollte sich die Verzweiflung nicht anmerken lassen.
„Ich werde ni-..." Hermine konnte ihren Satz nicht vollenden, sie verdrehte ihre Augen und fiel zur Seite vom Stuhl auf den harten Boden. Severus konnte gar nicht so schnell reagieren, er war viel zu geschockt von dem Bild was sich ihm da bot.
„Granger!" entfuhr es ihm hitzig. Einige Minuten lang stand er unfähig sich zu bewegen neben dem Stuhl. Dann erst kam wieder Leben in seinen Körper und er ließ sich neben Hermine auf die Knie fallen.
„Granger, machen Sie die Augen auf, los!" rief er ihr entgegen. Er klopfte leicht auf ihre Wange. Doch Hermine reagierte nicht, gleichzeitig stieg Panik in Severus auf, er hatte zu lange gewartet! Er hätte Hermine vorher dazu zwingen müssen, etwas zu essen. Aber nein, da war man doch mal nett und zwang die junge Gryffindor nicht zum Essen, und schon hatte man den Salat. Er versuchte ihren Puls zu ertasten, dieser war noch schwach. 'Verdammt Snape! Du musst etwas tun!' schrie er sich selbst in Gedanken an. Schnell zog er sich seinen Mantel an und wickelte Hermine in eine warme Decke ein. Behutsam nahm er Hermine auf seine Arme, sie war unendlich leicht und genau das machte Severus irgendwie Angst. „Ich bring Sie jetzt zu einem Arzt", flüsterte er der bewusstlosen Hermine zu. 'Ich hoffe es gibt in diesem Dorf überhaupt einen...', dachte er zweifelnd. Dann apparierte er mit Hermine in das Dorf, allerdings an eine Stelle, an der sie nicht sofort im Mittelpunkt des Dorflebens standen.
Diese Sorge war allerdings unbegründet, denn um diese Zeit, waren eigentlich sehr wenige Dorfbewohner auf den kalten Straßen.
Snape warf einen Blick auf Hermines Gesicht. Sie war immer noch nicht aufgewacht, also musste er schnell einen Arzt finden.
Mit ihr auf seinen Armen lief er durch die nassen Gassen, aber nirgendwo konnte er einen Hinweis auf medizinische Hilfe finden. 'Verflucht, bei Merlins Bart, dass kann doch nicht sein.' Severus hätte beinahe entnervt aufgegeben, aber irgendwo meinte es ein Schutzengel gut mit Hermine und ein Dorfbewohner streifte seinen Weg.
„Hallo!" bellte Snape den jungen Mann, welcher gleich erschrocken die Augen aufriss und einen Satz zurück machte an. „Haben Sie mich vielleicht erschreckt", antwortete dieser schnell. Snape wollte ihn gar nicht mehr zu Wort kommen lassen, deshalb fuhr er gleich fort: „Ich brauche Hilfe, wo ist ein Arzt, gibt es hier irgendwo einen?" Dem jungen Zauberer hatte Hermine gemustert, bevor er den Kopf hob und nickte. „Ja gibt es. Dr. Hopkins, ein paar Straßen weiter, aber - ..." Snape bedankte sich nicht, er ging in die Richtung, in die der junge Zauberer gezeigt hatte.
'Komischer Kauz', dachte der Zauberer und setzte seinen Weg fort.
Charlet und Johnny wollten eigentlich Feierabend machen, sie ahnten jedoch nicht, dass Snape mit Hermine auf seinen Armen, vor der Praxistür stand und entsprechend Radau machte. „Verdammt noch mal, machen Sie endlich auf!" fauchte er panisch.
'Wenn man mal einen Arzt braucht, sind diese verdammten Mediziner nicht da', fluchte er verärgert in seinen Gedanken.
Charlet warf einen skeptischen Blick zu Johnny, welcher nach einigen Minuten die Tür zur Praxis öffnete.
„Na endlich", knurrte Snape. „Sind Sie Dr. Hopkins?" Johnny schüttelte sogleich mit dem Kopf. „Nein, der hat schon Feierabend und ist nicht mehr hier", antwortete er und bat Snape herein. „Dann holen Sie ihn verdammt noch mal, der jungen Dame geht es wirklich nicht gut", forderte Snape ohne ein Nein seines Gegenübers akzeptieren zu wollen. „Charlet, wir müssen sofort Will holen, wir haben einen Notfall!" rief Johnny seiner besten Freundin zu, die schnell aus dem Vorzimmer gelaufen kam und auf das Behandlungszimmer deutete. „Dann übernehm du mal die Erstversorgung. Ich hole Will!" antwortete Charlet, während sie ihre Jacke nahm und aus der Praxis stürmte.
Severus legte Hermine vorsichtig auf die Liege und warf einen Blick zu Johnny, welcher sofort einige Geräte heran schob.
„Was genau ist passiert?" fragte er. „Sie hat seit einer Woche nichts mehr gegessen", gestand Snape zischend. „Sie hat nur Tee und Wasser zu sich genommen", fügte er leise hinzu. „Eine Woche?"
Der junge Mann hielt das für einen schlechten Scherz. „Sie hätten früher kommen müssen … Mr...?"
Snape überlegte kurz ob er einen anderen Namen nennen sollte, entschied sich dann aber dagegen.
„Snape, Severus Snape." Johnny hob die Augenbraue, irgendwo hatte er diesen Namen doch schon einmal gehört. „Mr. Snape, Sie hätten mit der jungen Dame vorher kommen müssen, der Arzt kann sicher noch etwas tun, aber ihr geht es sehr schlecht", fügte Johnny dann zu seinem Satz hinzu.
Snape schluckte seinen Ärger herunter. Johnny nahm Hermines Personalien auf und versorgte sie erst einmal mit dem nötigsten, die Untersuchung würde dann sein Chef vornehmen.
'Pistazien... und es sind alle meine...' träumte William erfreut vor sich hin. Er lag schon eine Stunde im Bett und schlief wie es sich für einen Mann seines Kalibers gehörte. Das es erst 19 Uhr war, ließ er dabei außer Acht, immerhin war er Anfang fünfzig und schon ein reifer Mann und der brauchte nun einmal seinen Schönheitsschlaf. Gerade als es in seinem Traum interessanter wurde, hörte er die Tür. Eigentlich wollte er diese ignorieren, aber es hörte nicht auf. Schläfrig öffnete er ein Auge und tastete verschlafen nach seiner Brille.
Etwas schwerfällig schlurfte William aus seinem Schlafzimmer, zur Haustür.
Kurz sah er durch den Spion und öffnete die Tür dann träge. Gähnend rieb er sich über den Nacken.
„Was ist denn los Charlet?" fragte er müde.
Charlet die noch mit dem Rücken zu William stand, drehte sich bei seiner Frage, nichts ahnend herum, um in nächsten Moment geschockt auf sein T-Shirt auf dem ganz groß „Notarzt: ausziehen - hinlegen" stand, zu starren. William folgte ihrem Blick. „Ach das ist ein Geschenk von meinem Bruder Jake, machen Sie den Mund zu Charlet, was gibt es denn?" fragte er gähnend. „Ähm äh... ein Notfall in der Praxis, eine junge Frau... sie war sehr blass, mehr kann ich auch noch nicht sagen."
Bei ihren Worten war William von einem Augenblick zum nächsten hellwach und er verschwand schnell in seinem Schlafzimmer, um sich etwas anderes anzuziehen.
Snape saß schweigend vor dem Behandlungszimmer. Seine Hände waren ineinander verkrampft. Diese Anspannung und das Warten auf den Arzt brachte ihn beinahe um den Verstand. Er hatte auch eine gewisse Verantwortung für seine Schülerin. Dieser junge Mann hatte Recht gehabt. Früher handeln und nicht einfach zusehen. Das hatte Severus nun davon. An Hermines Zustand hatte sich im Prinzip noch nichts geändert. Johnny hatte nur dafür gesorgt, das Hermine einigermaßen stabil war und etwas Flüssigkeit in Form einer Infusion bekam.
Snape sah auf die Uhr, dieser Arzt und die Sprechstundenhilfe mussten doch bald kommen.
Einige weitere lange Minuten vergingen, als er endlich eine männliche Stimme im Gang hörte und dann auch schon der sehr hochgewachsene Arzt vor ihm stand. Severus hob die Augenbraue. So einen großen Arzt hatte er ja noch nie gesehen.
William schien den anderen Mann auch argwöhnisch zu mustern. „Ist das Alice Cooper und wenn ja, was macht der dann hier?" fragte der Hochgewachsene skeptisch.
Snape glaubte sich verhört zu haben, dieser Arzt hielt ihn für Alice Cooper, hatte der Gurken auf seinen Augen... ach nein, eine Brille.
„Nein Dr. Hopkins, das ist Mr. Snape, er hat seine Begleiterin her gebracht", mischte sich Johnny in das Gespräch ein.
Dr. Hopkins nickte, warf Johnny die Jacke zu und betrat mit Charlet das Behandlungszimmer.
Snape blieb schweigend zurück. Johnny warf ihm einen mitleidigen Blick zu.
William beugte sich über die junge Gryffindor. „Sie ist wirklich sehr blass", murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart. Dann warf er einen Blick auf Johnnys Notizen. 'Eine Woche nichts gegessen?' Das erschreckte sogar William. Er wunderte sich das Hermine überhaupt noch am Leben war. Zumindest hatte sie Flüssigkeit zu sich genommen.
Er nahm behutsam einige Untersuchungen vor, dabei fiel ihm auch dieser leichte blaue Fleck an ihrem Oberarm auf.
Dieser Alice Cooper Verschnitt hatte doch nicht etwa... Sein Blick verfinsterte sich. „Charlet, wir bleiben heute Nacht hier, wir müssen dafür sorgen, dass Miss Granger weiter Flüssigkeit bekommt, und ich werde mir jetzt mal diesen …. was auch immer der auch ist vornehmen."
Nickend deckte Charlet Hermine wieder zu und setzte sich mit einem Buch neben die Liege. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass sie die Nacht hier verbrachte. 'Armes Mädchen', dachte sie.
William verließ mit einem normalen Gesichtsausdruck das Behandlungszimmer, er ließ sich nichts anmerken. Wirklich nicht. „Mr. Snape, auf ein Wort?" fragte er höflich und deutete auf sein Büro. Severus nickte stumm und verschwand mit dem Arzt im Zimmer.
Nachdem die beiden Männer sich gesetzt hatten, war einen Augenblick lang Stille im Zimmer.
„Nun... Mr. Snape, Miss Granger geht es den Umständen entsprechend. Wie meine Sprechstundenhilfe Ihnen schon gesagt hat, Sie hätten früher kommen müssen. Es ist ein Wunder das Miss Granger noch lebt, wenn die junge Dame keine Flüssigkeit zu sich genommen hätte, dann würde sie jetzt in der Leichenhalle liegen", sagte er direkt und ernst. Er rieb sich dabei über das Kinn.
Snape hörte sich die Worte des Arztes still an. Ja, Severus wusste, dass er einen Fehler gemacht hatte, musste ihm das der Arzt jetzt noch unter seine übergroße Nase reiben.
„Wann kann ich sie wieder mitnehmen?" fragte er stattdessen. „Wenn Miss Granger sich erholt hat, Mr. Snape, bis dahin bleibt sie hier."
Severus wusste nicht, was er darauf erwidern sollte, weshalb er nur stumm nickte.
William hatte Snape genau beobachtet, der Mann vor ihm hatte wohl auch nur sehr wenig Schlaf bekommen und irgendwas strahlte er noch aus, nur konnte er sich das nicht erklären.
Severus verließ nach diesem kurzen Wortwechsel das Zimmer und ließ sich draußen wieder nieder. Die ganze Situation schien von Stunde zu Stunde komplizierter zu werden. Er war ein gesuchter Mörder. Potter und Weasley waren sicher schon auf der Suche nach Hermine, und die Todesser würden sich wohl auch bald mit ihm in Verbindung setzen. Letzteres bereitete ihm richtige Kopfschmerzen, denn wenn er Hermine nicht in der Berghütte 'gefangen' hielt, … er wollte gar nicht daran denken. Denn Severus wusste, dass die Todesser sehr wohl von der Entführung Wind bekommen hatten.
Aber diese Nacht gab ihm erst einmal Zeit über das Ganze hier nachzudenken.
Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Irgendwas in ihm sagte das er richtig gehandelt hatte, Hermine zu diesem komischen großen Arzt gebracht zu haben.
Severus war klar, dass diese Nacht unendlich lang werden würde. Er wusste auch nicht, wann er das letzte Mal auf die tickende Wanduhr gesehen hatte. Es interessierte Severus auch gar nicht mehr. Eigentlich hätte er seinem Auftrag nachgehen sollen, Harry Potter beschützen. Doch das war jetzt irgendwie... anders gelaufen. Frustriert stieß er hörbar Luft aus. Er musste schnellstmöglich einen anderen Plan finden. Seine 'Geisel' wieder in Gewahrsam nehmen und seine Maske aufrecht erhalten. Warum ging alles nur so entsetzlich schief.
Severus vergrub sein Gesicht in den Händen und schloss einfach nur die Augen. Ein Bett, der schwarzhaarige Tränkemeister wünschte sich nichts sehnlicher als ein Bett.
Hermine glaubte jahrelang geschlafen zu haben, als sie ganz erschöpft und langsam ihre Augen öffnete. Wage nahm sie ihre Umgebung wahr und etwas grünes... etwas grünes? Sie kniff die Augen zusammen und rieb sich noch einmal darüber. „Pistazie gefällig?" fragte eine fremde Stimme. „Pistazie?" krächzte sie müde. „Ja Pistazie!" antwortete die Stimme. Erst dann nahm sie zwei blaue Augen wahr und dann das spitzbübische Grinsen des älteren Herrn. „Wer sind Sie?" fragte Hermine. „Und wo bin ich?" William schmunzelte. „Sie sind bei mir in der Praxis und ich bin Dr. William Paul Hopkins, der Arzt dem die Frauen vertrauen", antwortete er lachend. Charlet schenkte ihm einen regelrechten Todesblick. Hermine entging das nicht. „Ich glaube eher verhauen", fügte sie grinsend zu. Doch dann erstarb ihr schwaches Grinsen. Snape war in ihr Blickfeld getreten.
Auf einmal wurde es still und die beiden fixierten sich wie zwei wilde Tiere, die sich gleich an die Gurgel gehen wollten.
„Snape", zischte sie. „Ja Granger", fauchte Snape spitz darauf.
„Wir lassen Sie dann mal alleine", sagte Charlet und zog ihren Chef am Kittel aus dem Raum. William spielte einfach zu gerne Streitschlichter. Deshalb meckerte er auch, aber Charlet sorgte dafür das ihr Chef etwas zu arbeiten hatte.
„Wenn Sie wieder fit genug sind, dann werden wir wieder zur Berghütte gehen", sagte Snape ohne Wiederworte zu dulden. „Nein", entfuhr es Hermine hitzig. „Ganz bestimmt nicht."
In Snape kochte wieder alles hoch. Er hatte die Ganze Nacht kein Auge zugemacht und jetzt funkte Hermine ihm auch noch so dazwischen, konnte sie nicht einfach ja und amen sagen? „Granger, keine Widerrede! Sie kommen mit oder muss ich Sie zwingen?" flüsterte er ihr zischend zu.
Hermines Augen verengten sich. „Wenn Sie das tun... dann..."
tbc.
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