Hermine sah, wie sich die messerscharfen Zähne der Schlange in Dracos Oberarm bohrten und dieser vor Schmerz aufschrie. Sofort färbte das rote Blut den Stoff seines Pullovers dunkel.
„Draco! Nein!", rief Hermine. Was sollte sie nur tun. Hektisch riss sie ihre Tasche auf und leerte den gesamten Inhalt auf die Treppen. Die Schlange machte sich zu einem erneuten Angriff bereit.
Wo war nur der verdammte Basiliskenzahn?! Hermines Panik wuchs und als sie aufsah, konnte sie die Schlange ganz nah neben sich erkennen.
Draco lag zusammengekrümmt über drei Stufen und stöhnte leise. Eine Träne lief über Hermines Wange, doch sie durfte die Schlange nicht vergessen. Gerade hatte sie den Basiliskenzahn entdeckt, als die Schlange auf sie zu schoss. Sie hob den Zahn in die Luft, in der Hoffnung, dass sie einfach dagegen knallen und sich selbst aufspießen würde.
Doch nichts dergleichen geschah. Hermine schloss die Augen, aber nichts passierte. Verwirrt öffnete sie die Augen wieder und sah in das breit grinsende Gesicht von Neville. Er hatte Gryffindors Schwert in der Hand und von der Schlange war weit und breit nichts zu sehen. Hermine brauchte nur einen winzigen Moment, um zu verstehen, was er getan hatte. Erleichtert lachte sie auf.
„Danke, Neville", sagte sie lächelnd, doch er hatte sich schon von ihr abgewandt und kniete sich neben Draco. „Er muss zu Madam Pomfrey", stellte er fest.
Neville hob Draco einfach hoch, als wäre er federleicht und trug ihn zur Großen Halle. Hermine folgte ihm.
„Madam Pomfrey!", rief Neville und sofort kam sie eilig auf sie zu gerannt.
„Leg ihn auf den Tisch", sagte sie bestimmend und Neville tat wie ihm geheißen. Hermine hockte sich auf etwas, das mal ein Teil einer der langen Bänke gewesen war und streichelte über Dracos Kopf.
„Wird er.. wird er bleibende Schäden oder so etwas davontragen?", fragte sie.
Madam Pomfrey schüttelte den Kopf. „Nein, nein. Keine Sorge, Kindchen." Sie flößte Draco irgendeinen Trank ein, woraufhin er sich etwas entspannte. Dann tröpfelte sie eine unsichtbare Essenz auf seinen Arm. „So. Das war's." Madam Pomfrey lächelte Hermine zu und ging zu anderen Verletzten. Hermine ließ den Kopf sinken und eine unglaubliche Erleichterung überkam sie. Sie war sich plötzlich sehr sicher, dass alles gut werden würde. Es musste einfach.
Neville setzte sich neben sie und sagte: „Also… du und Malfoy?"
Hermine blickte auf und grinste. „Tja."
Neville erwiderte das Grinsen. „Ich will lieber nicht wissen, wie es dazu gekommen ist, oder? Ich meine… Malfoy?!"
„Hey!" Hermine knuffte ihn in die Seite. Dann seufzte sie. „Meinst du, wir überleben?"
Nevilles Gesicht wurde augenblicklich wieder ernst. „Ich hoffe es", meinte er, dann stand er auf und ging. Ich legte meinen Kopf auf Dracos Brust, die sich gleichmäßig hob und senkte.
Erholungsschlaf, dachte sie und lächelte. Sie nahm seine Hand in ihre und schloss die Augen.
Sie hatte noch nie wirklich darüber nachgedacht, was nach dem Krieg sein würde. Würde sie weiterhin mit Draco zusammen bleiben? Sogar heiraten? Eine Zukunft mit ihm schien ihr absolut nicht mehr abwegig, denn sie war sich sicher, dass Harry Voldemort besiegen würde und sich alles zum Guten wenden würde.
