Darkness/Stars
Ein Stern kann nur in der Dunkelheit wirklich leuchten.
Rogue wusste nicht wer diesen Satz gesagt hatte. Doch während er Yukino betrachte, die neben ihm im Bett friedlich schlief, konnte er dem nur Recht geben.
Sie war sein Stern. Der Stern, der seine Schatten erhellte und ihn aufwärmen konnte. Rogue brauchte nicht viel Licht und Yukino gab ihm die perfekte Dosis.
Draussen war es stockdunkel und Neumond, nur die unzähligen Sterne am Himmel gaben etwas Licht auf die Welt. Alle schliefen sicher, wobei man sich bei Sting und Minerva nie so sicher sein konnte. Bei ihnen konnte es ziemlich heiss werden in der Nacht.
Doch seine Yukino schlief friedlich vor sich hin. Sie lächelte und abermals fragte sich Rogue, warum er sie bloss verdient hatte. Er war schon seit Jahren in sie verliebt, eigentlich seit ihrem allerersten Tag in Sabertooth. Doch bei ihrer Verbannung hatte er gar nichts gemacht. Er war nicht dazwischen gegangen, er war Yukino nicht nachgerannt. Rogue hatte sich wie ein Monster gefühlt. Die Frau, die er liebte, wurde gedemütigt und verbannt, doch er hatte nichts gemacht. Dieses Schuldgefühl hatte ihn nie losgelassen. Selbst als Sting die Stellarmagierin zurück nach Sabertooth gebracht hatte, verschwand dieses Gefühl nicht. Yukino hatte ihnen zwar vergeben, doch Rogue wollte sich selber vergeben können.
Er war so sicher gewesen, dass Yukino jemand besseres als ihn verdient hätte, nachdem er mit seiner Liebe so versagt hatte. Rogue hatte tatsächlich gedacht, dass Sting sie zu seiner Gefährtin machen würde. Schliesslich war sie ein Stern und Rogue hatte gedacht, dass ein Stirn Licht brauchen würde. Doch zu seiner Überraschung – und insgeheim zu seiner Erleichterung – empfand Sting nichts für die Weisshaarige. Sein bester Freund schien viel mehr an Minerva interessiert zu sein und aus der Bettgeschichte der beiden schien sich in letzter Zeit mehr zu entwickeln.
Umso erstaunter war Rogue gewesen, dass Yukino keinen Liebeskummer deswegen hatte. Und noch mehr, dass sie in SEINER Gegenwart öfters rote Wangen bekam. Zuerst dachte er, dass es wegen des Unfalls gewesen war, als er sie unabsichtlich an die Brust gefasst hatte. Doch dies konnte nicht sein, schliesslich hatte Yukino diese rote Wangen auch VOR dem Unfall bekommen.
Mit der Zeit waren sie zu einem Team zusammen gewachsen und Rogue war langsam klar geworden, dass ein Stern nicht noch mehr Licht brauchte. Ein Stern konnte man nur in der Dunkelheit leuchten sehen. Und Rogue hatte doch noch Hoffnung bekommen, dass es zwischen ihm und Yukino vielleicht schon noch mehr werden konnte.
An dem Tag, an dem sie endlich zusammen gekommen waren, war dieses bittere Schuldgefühl auch endlich verschwunden. Wie selig und erleichtert hat er sich gefühlt. Er hatte schon immer gefunden, dass Yukino in den letzten Jahre strahlte wie ein silberner Stern. Doch seit sie ein Paar waren, strahlte sie noch mehr als je zuvor. Da war es sowieso bestätigt.
Ein Stern konnte nur in der Dunkelheit wirklich leuchten. Und die Dunkelheit braucht etwas Licht, um keine finstere Macht zu werden.
Yukino bewegte sich in ihrem Schlaf, flüsterte seinen Namen. Wie hatte Rogue auch nur einen Augenblick denken können, dass er sie nicht verdiente? Schliesslich hatte sie die ganze Zeit, seit dem Anfang niemand anderes als ihn gewollt!
Rogue küsste kurz ihre weiche Stirn und flüsterte verliebt: „Schlaf gut... mein Stern."
