My Lord 6
Hi Leute, ich möchte nur kurz anmerken das in diesem Kapitel wieder viel, viel geredet wird. Und auch OOC- Alarm! Ich hoffe ihr habt auch daran Spaß. Es grüßt Euer Phil.
Bleibt mir gewogen :)
Erklärungen
Der Vortag zum Plan „Ministerium" war gekommen. Voldemort zeigte sich an diesem Tag nicht. Dafür war Severus wieder zurück. Er sollte mit Harry ein letztes Mal die Vorbereitungen durchgehen. Zum Training musst er dafür nicht. Fenrir hatte ihm frei gegeben und der hatte noch etwas Anderes zu tun. Also saß Harry an diesem Morgen, schon kurz nach dem Frühstück im Planungszimmer.
„Potter du bist nicht bei der Sache."
„Entschuldigen Sie. Ich musste über die Sache von Gestern nachdenken. Es verwirrt mich. immer noch."
„Vielleicht solltest Du darüber reden." sagte der Professor nun etwas sanfter.
„Hab ich ja. Aber irgendwie reicht das was mir Fenrir erzählt hat nicht aus um alle Fragen die ich habe zu beantworten."
„Was hat dir Fenrir gesagt?"
Harry erklärte was am Tag zuvor passiert war und was der Werwolf ihm über Voldemort gesagt hatte. Nachdem er zu Ende gesprochen hatte, lehnte sich Snape in seine Stuhl zurück und dachte kurz nach. Zuerst brummte er, dann neigte er sich wieder nach vorn und sah Harry fest in die Augen.
„Ich denke ich kann die Lücken schließen die Fenrir offen gelassen hat.", begann er, „Pass auf, Fenrir hat dir erklärt, dass unser Lord früher anders war als heute. Das stimmt. Was Fenrir nicht weiß, ist warum er sich veränderte. Zu der Zeit als der dunkle Lord noch zur Schule ging wurde ihm etwas Schreckliches angetan. Seine Magie wurde gebunden."
„Ich weiß.", unterbrach ihn Harry, „Voldemort hat es mir erzählt."
„Dann weißt du sicher auch das er, im Laufe der Jahre mehr und mehr unmenschlich, ich würde sogar sagen wahnsinnig geworden ist. Seine enorme magische Kraft hat sehr viele Leuten dazu bewogen seine Anhänger zu werden. Genauso hat es aber auch vielen Angst eingejagt. Darunter auch Dumbledore. Er wusste, dass Voldemort nicht nur einfach so sehr stark war, sondern im schwarzmagischen Bereich schier unaufhaltsam. Weil er sich in den dunklen Künsten immer mehr versenkt hatte, sorgte die Blockade für seinen „Irrsinn".
Er war auf dem Weg ein großartiger Anführer zu werden ist dann jedoch von seinen Zielen Abgewichen und hat auch der Prophezeiung plötzlich glauben geschenkt. Was die Blockade angeht, über die konnte er sich im Laufe der Zeit hinwegsetzten. Nur gänzlich gelöst hat er sie nie."
Harry dachte darüber nach. Ja, zusammen mit dem was Fenrir ihm erzählt hatte ergab das alles viel mehr Sinn.
„Sir, eine Frage habe ich noch. Ich hoffe Sie beantworten sie mir. Ich möchte etwas persönliches von Ihnen wissen.", für einen Augenblick wartete Harry auf das Donnerwetter. „ Ähmm... Warum sind sie sein Anhänger - sie arbeiten doch auch für Professor Dumbledore?"
Für einen Moment schwieg der Meister der Zaubertränke. Harry konnte ganz genau erkennen das er das Für und Wieder abwägte, seinem Schüler etwas derart privates zu erzählen.
Doch dann sah er auf und antwortete: „Ursprünglich hatte es nichts damit zu tun in den Krieg zu ziehen. Als ich in die Kreise Voldemorts eingeführt wurde hatte er zwar schon viel von seiner Menschlichkeit verloren, aber eben noch nicht alles. Krieg kam für mich nicht in Frage. Mich reizte es zu erfahren und ergründen was er alles wusste. Welche Zweige der Magie er erforscht hatte und ich hoffte mit seiner Hilfe großartige Tränke brauen und erfinden zu können. Zum Teil ist mir das auch gelungen. In der Anfangszeit habe ich den Wolfsbanntrank erfunden. Naja, zumindest auf dem Papier. Voldemort wollte die Zauberergesellschaft verändern. Er wollte das mit halbblütigen und muggelgeborenen Kindern anders als bisher umgegangen wird. Magische Kreaturen eine neue Position verschaffen und Graue und Schwarze Magie legalisieren. Das hat mich fasziniert. Ich wollte ein Teil dieses großen Plan sein."
Harry nutze die Sprechpause seines Lehrers um sich etwas bequemer auf seinen Stuhl zu setzen. Es muss Snape wirklich wichtig sein; ich fass´es nicht das er mir das alles erzählt.
Severus schaute jetzt nicht mehr Harry an, sondern starrte nichts sehend auf die Wand hinter dem Jungen.
„Doch dann verlor Voldemort seine Ziele aus den Augen. Gewalt, Angst und Hass traten immer mehr in den Vordergrund. Und als dann diese Prophezeiung aufkam, konnte ihn nichts davon abhalten an den Blödsinn zu glauben. Er musste einfach handeln dass sie sich nicht erfüllt.", Snape sog jetzt einmal tief Luft ein ehe er weitersprach. „Das hat mich wirklich verwundert, denn zuvor war der dunkle Lord nie an Devination oder ähnlichen Künsten interessiert. Er empfand sie als irrational. Aber wie auch immer. Letztlich wandte ich mich von ihm ab und Dumbledore zu...", hier wurde Snapes Stimme kalt und bitter.
„Ich wollte deine Mutter beschützen." Meine Mutter? Besser ich frage jetzt nicht nach warum ihm meine Mutter so wichtig war,nachher erzählt er nicht weiter...
„Ich bat sowohl Voldemort als auch Dumbledore darum alles zu tun, dass sie am Leben bliebe. Voldemort versprach mir ihr eine Chance zu lassen. Dumbledore hingegen versicherte mir das sie leben würde. Er hielt sein Wort nicht. Wie ich später erfahren habe, hat er deinen Vater davon überzeugt Pettigrew als Geheimniswahrer zu nehmen. Durch den Verrat der Ratte sollten deine Eltern gleich beseitigt werden. Er hatte darauf gehofft das sich Lily für dich opfern würde. Dein Vater war kurz davor Chef- Auror zu werden, was ihm eine kapitale Stellung im Ministerium eingebracht hätte. Somit stand er aber Dumbledore im Weg" hier machte Severus wieder eine Pause.
Harry schluckte hart. Das war echt viel was ihm sein Lehrer mit einem Mal da auftischte.
Ausgerechnet Dumbledore!
Severus Erzählung war nun voller Emotionen. Harry hatte seinen Lehrer noch nie so gefühlvoll erlebt. Er konnte es nicht fassen.
„Der alte Narr konnte es nicht zulassen das jemand wie dein Vater derart viel zu sagen hatte. Letztlich bin ich zu Voldemort zurückgekehrt weil ich Dumbledore zu Fall bringen will. Wenn er nicht gewesen wäre, hätte Tom nie zu Voldemort werden müssen. Lily hätte sich nicht für dich opfern müssen bloß weil Voldemort in seinem Wahnsinn an diese Prophezeiung glauben musste...Das hat er ja auch dem Direktor zu verdanken.
Und jetzt, seit er wieder Auferstanden ist verändert er sich. Er wird wieder so wie vorher. Fenrir hat mir einmal erzählt wie einst war.
Dass ich immer noch für Dumbledore arbeite ist purer Eigennutz. Zum einen muss man ja etwas arbeiten um zu Leben und zum anderen gibt es keinen Weg der besser geeignet wäre in Hogwarts zu spionieren als diesen. Ganz besonders solange der Alte mich auf seiner Seite wähnt. "
Dumbledore. Schon wieder Dumbledore. Was soll das alles? Oh man, das ist echt zu viel.
Harry blieb darauf hin lange stumm. Sein Professor legte ihm kurz die Hand auf die Schulter und nickte ihm stumm, verstehend zu.
Nach dem Gespräch wurde Harry ohne weitere Erklärung in seinen Raum geschickt. Nur ein „Ruh dich aus. Du wirst es brauchen" gab es noch als Antwort. Harry ging zu seinem Zimmer. Er kannte die Wege durch das Anwesen nun allein. Doch ab und an, wenn er so durch die Flure ging musst er ein wenig schmunzeln. Das Haus des dunklen Lord Voldemort, war ein Gebäude in dem die Zimmer hohe Fenster und Decken hatten. Viel Licht fiel auf die, meist helle, cremefarbene Tapete. Möbel aus hellem Eichen oder Lindenholz fanden sich in den Zimmern und Korridoren. Überall fanden sich Kunstgegenstände und sogar Vasen mit Blumen darin. Selbst die Gemälde und Wandteppiche vermittelten Herrschaftlichkeit, Ordnung und der Bibliothek gab es etliche Grünpflanzen. Bei einem heimlichen Streifzug durch das Haus hatte er den Weg zum Garten entdeckt und war er an einem Wintergarten mit anschließender Terrasse vorbei gekommen. Ein Haus wie das eines Adligen, nicht das eines schwarzmagischen, fanatischen Massenmörders. Aber auf der anderen Seite war er ja ein Lord - halt der dunkle.
Schon war der Junge in seinem Zimmer angekommen und setzte sich auf sein Bett. Er wollte sich gerade zurückfallen lassen um zu schlafen doch statt dessen dachte er nach.
Über vieles. Das was Voldemort, nein warte Mal, Tom...Tom Riddle...selbst Snape hatte ihn einmal Tom genannt.
Also über das was Tom ihm erzählt hatte. Das was Snape gesagt hatte, und auch Fenrir. Es läuft alles auf eines hinaus. Dumbledore hatte seine Finger im Spiel. Er ist bei genug Ungereimtheiten der Drahtzieher. Es mag nicht so leicht auffallen, aber wenn man so darüber nachdachte, dann ja: War kein anderer dafür verantwortlich als Albus Dumbledore!
Mit einem Ruck sprang Harry auf. Durch die Verbindung zu Voldemort konnte er ihn leicht finden er spurtete los um zu ihm zu gehen.
Er fand seine Lordschaft sehr schnell. In gleichen Flügel des Hauses war das Büro und das Zimmer von Harry untergebracht. Er Klopfte an und gleich öffnete sich die Tür von allein.
Harry trat in dem Raum und sah Voldemort mit dem Rücken zu ihm auf einem großen Ohrensessel sitzen.
„Was willst du?" fragte er kalt und kurz angebunden.
„Ich will mit dir reden - Ich will alles wissen - die ganze Wahrheit."
„Was verstehst du unter: Alles?", kam die Frage monoton zurück.
„Einfach alles. Sag mir , was mit dir passiert ist. Sag mir was deine Ziele waren. Snape und Greyback habe mir schon viel erzählt. Aber ich muss es von dir wissen Tom. Bitte."
Voldemort schreckte kurz auf als er seinen gegebenen Namen hörte. Die dunkle Stimme in seinem inneren schrie auf und er wollte schon aufstehen und denjenigen bestrafen der es wagte ihn mit diesem Namen auszusprechen. Nur, da war etwas anderes in ihm, etwas Neues an ihm, das ihn zurück hielt. Stattdessen stand er von seinem Sessel auf und drehte sich Harry zu. „Gut. Dann komm her. Ich erzähle es dir." Wer hätte das gedacht? Das der Junge wirklich fragen würde. Es muss ihm ernst sein. Ich muss zugeben, er erstaunt mich...
Damit ging Harry zu Voldemort und setzte sich auf den Stuhl der extra für ihn her gezaubert wurde. Und Voldemort erzählte.
Er sprach von seinem Leben im Waisenhaus und seiner Besonderheit nicht wie andere Menschen zu fühlen und auch die Gefühle anderer kaum lesen zu können . Auch von seiner ersten Begegnung mit Dumbledore und seiner Schulzeit. Unter anderem von der Kammer des Schreckens und dem ungewollten Tod des Mädchens dessen Geist, genannt Maulende Myrte, durch das Schloss spukt. Er erzählte von seinem beginnenden Wahnsinn, als er begann Horkruxe herzustellen.
°Was auch immer Horkruxe sein sollen...Egal°
Von seinen weiten Reisen und den vielen Künsten die er erlernte. Darunter das Handwerk eines Heilers und Arztes. Während dieser Zeit schien sich an seinem Geisteszustand nichts weiter verändert zu haben. Doch als er nach England zurückkehrte und er sein Ziel die Zauberergesellschaft zu verändern umsetzten wollte, verschlechterte sich sein Zustand. Seine klaren Zeiten wurden mit den Jahren immer kürzer. Die Blockade habe er nur zum Teil Lösen können, doch leider war es schon zu spät. Erst seit kurzem behalte er die Oberhand.
Voldemort erzählte Harry auch das er stets mitbekam was gerade vor sich ging und selbst wenn er das nicht konnte, so erinnerte er sich doch daran was er getan hatte.
Dann wiederholte er nochmal das er wirklich nicht das geringste Interesse an Wahrsagekünsten hat und das die Prophezeiung für ihn nur deshalb interessant sei weil er sie selbst dazu gemacht hat. Eigentlich wäre der ganze Ärger um das Geschwafel einer Seherin völlig sinnlos.
„Aber warum hast du meine Eltern getötet? Warum hast du versucht mich umzubringen?" rief Harry aufgebracht.
Mit weiterhin monotoner Stimme antwortete Tom: „Ich habe nie gesagt ich hätte deine Eltern umgebracht. Es stimmt das ich in jener Nacht in Godrics Hollow war und ich war auch im Haus deiner Eltern. Mein Wahn die Prophezeiung verhindern zu wollen hat mich dahingetrieben. Außerdem hatte Wurmschwanz deine Eltern verraten und somit war es leicht euch zu finden. Doch als ich in das Haus kam war dein Vater schon tot. Ich hörte deine Mutter schreien.
Da sah ich wieder klar. Für eine kurze, flüchtige Zeit, war mein Geist wieder entsann mich an das Versprechen das ich Snape gegeben hatte."
„Was war das für ein Versprechen?" fragte Harry eindringlich. Er musste es von ihm hören.
„Ich versprach, sogar in meinem Wahn, deiner Mutter eine Chance zu lassen. In meinem Moment der Klarheit , dachte ich daran wie unsinnig es war jemanden nur wegen einer Prophezeiung zu töten. Dass war das erste Mal in meinem Leben das ich einen Mord verhindern wollte. So schnell ich konnte rannte ich die Treppe hinauf in das Zimmer wo die Schreie zu hören waren. Gerade als ich durch dir Tür trat stand Dumbledore vor dir um auch dich zu töten. Dann geschah alles fast so wie es jeder weiß. Ich wollte Dumbledore mit dem Todesfluch treffen. Doch der konnte rechtzeitig ausweichen. Der Fluch prallte an dir ab und traf mich. Der Rest ist Geschichte.", endete der dunkle Lord seine Erzählung.
Völlig perplex von Voldemorts Worten blickte Harry seinen Heiler an. Dann, schließlich, sickerte alles durch was er gehört hatte.
„DUMBLEDORE- Verfluchte Scheiße!- Schon wieder Dumbledore." schrie Harry wütend auf. Warum nur? Er wollte schon vom Stuhl aufstehen und in sein Zimmer rennen doch wurde er von einem stummen Zauber festgehalten.
„Bleib. Beruhige Dich."
Auch wenn es ihm ganz und gar nicht passte fügte er sich und blieb sitzen als der Zauber gelöst wurde.
Für eine Weile saßen sie nun schweigend da. Harry starrte in sich versunken vor sich hin. Bis ihn sein Gegenüber wieder aus den Gedanken riss.
„Aber jetzt beantworte mir eine Frage. Warum wolltest du das alles wissen?"
Nun war es an Harry länger darüber nachzudenken wie und was er genau auf die Frage antworten sollte. Er war aufgewühlt. Er hatte gestern und heute so viel über Voldemort, sein Leben und seine Ziele erfahren, die Wahrheit über den Tot seiner Eltern und noch einiges was sonnst noch zu diesem ganzen Bild gehörte. Seine Gedanken und Gefühle Kreisten in Kopf und Bauch. Die Fragen, was Dumbledore noch alles für Leichen im Keller hatte oder warum sich Tom jetzt wieder zu seinem alten selbst veränderte, schwirrten noch in seinem Geist. Leider musste er noch darauf warten diese Fragen zu stellen.
Das macht nichts, ich habe Zeit; ich komme noch zu meinen Antworten. Aber warum wollte ich das alles wissen?! Eigentlich war es nur aus dem Bauchgefühl heraus. Jetzt ist mir einiges klar geworden. Es ist an der Zeit!
„Ich wollte das wissen, um mich entscheiden zu können."
„Entscheiden?"
„Ja. Ich entscheide mich dafür dich zu unterstützen. Deine Methoden mag nicht. Ganz und gar nicht. Ich frage mich auch ob es nicht einen anderen Weg gibt... Aber jetzt ist nicht die Zeit um danach zu suchen. Bei dem was morgen kommt, werde ich dir, so gut es geht helfen. Freiwillig. Nur eines kannst du mir glauben, wenn ich dir helfe bleibe ich bei dem was ich tue in meiner Grauzone! Doch deine Ziel, kann ich anerkennen. Und ich will das Dumbledore fällt."
Harry hoffte das er damit die richtigen Worte und den richtigen Ton gewählt Herz schlug so fest gegen seine Brust das er Angst hatte Voldemort könnte es sehen oder hören.
Nicht zu fassen, dachte Voldemort. Er ist eben mehr oder weniger ….zu ...mir... übergelaufen... Nicht das er durch irgendetwas diesen Gedanken preisgegeben hätte.
Aber er war wirklich verblüfft über diesen Jungen. Und Stolz. Zum einen auf sich selbst, seine zurück gewonnene Menschlichkeit hatte ihm einen wertvollen Verbündeten beschert. Und zum anderen auf Harry. Er hatte sich in der kurzen Zeit enorm entwickelt. Es war die richtige Entscheidung ihn nicht gleich zu töten.
°Ich bin gespannt was noch kommen wird.°
Dann sagte er : „Du wirst verstehen, das ich dich einem Test unterziehen muss wenn du tatsächlich „grau" sein willst"
Der Junge nickte.
Harry wurde in die Tiefe geführt. Durch viele dunkle Korridore die nur durch das Lumos von Voldemort vor ihm erhellt wurden.
Dann hielten sie vor einer kleinen, aber offensichtlich schweren Tür. Sie öffnete sich bei der Berührung von Voldemorts Zauberstab. Eine einzelne Zelle verbarg sich dahinter. Eine Person befand sich darin. Harry musst zweimal hinschauen ehe er sie erkannte.
„Onkel Vernon" hauchte er erschrocken.
Sein Onkel war abgemagert (auf das Gewicht das ein normalgewichtiger bei seiner Größe haben sollte) das Gesicht eingefallen und seine ganze Erscheinung geschunden und verschmutzt. Als Vernon Dursley aufschaute und seinen ungeliebten Neffen sah und erkannte, sprang er auf. Ungewöhnlich viel Energie schien er für diesen Moment gespeichert zu haben.
Er packte mit den Händen die Gitterstäbe rüttelte daran und schrie: „DU! Du dreckiger kleiner Freak. Was erlaubst du dir mir unter die Augen zu treten. Lass mich gefälligst raus. Dann kann ich dir eine Abreibung verpassen die sich gewaschen hat. Wie kannst du es überhaupt wagen das zuzulassen was deine seltsamen Freunde mit mir gemacht haben?" Fast alles von dem was Vernon von sich gab war geschrien, dabei spuckte und geiferte er wie ein tollwütiges Tier. In seinen Augen stand der Wahnsinn.
Voldemort beendete das Geschrei mit einem einfachen „Silencio". Dann drehte er sich zu Harry.
„Nun, du hast ihn gehört. Selbst nach zwei Wochen Kerkerhaft will er dich noch verprügeln. Dumbledore hat auch seinen Geist getrübt. Ich habe noch niemanden erlebt bei dem diese Art Widerstand nicht zerbrochen wurde. Doch den Zauber lösen unter dem dein Onkel steht kann ich nicht. Es würde viel zu viele Nebenwirkungen verursachen die mir mehr Scherereien bringen als nutzen. Und ihn einfach zu töten erschien mir noch zu früh. Es liegt an dir zu entscheiden was mit ihm geschehen soll."
Harrys Augen verengten sich als er seinen Onkel so sah. Er verfluchte Vernon und das was er ihm angetan hatte, er verfluchte die Zeit die er bei den Dursleys verbringen musste. Aber er verabscheute in erster Linie Albus Dumbledore. Dumbledore hatte den Verrat an seinen Eltern ermöglicht, er hatte sie getötet, er hatte ihn zu den Dursleys gegeben, seinen Onkel verhext (obwohl er nicht glaubte das es ihm wesentlich besser dort ergangen wäre). Und wegen ihm wurde Tom seines Verstandes beraubt. Dumbledore war der Drahtzieher hinter zu vielen Dingen. Und er würde ihn zur Stecke bringen. Auf Slytherin Art.
„Nein", sagte er schließlich. „Ihn zu töten ist unnötig. Lass ihn vergessen. Alles was er hier erlebt hat, und mich. Ich will aus seiner Erinnerung ganz gelöscht sein. Dann setzt ihn aus." Ohne noch ein weiteres mal seinen Onkel anzusehen drehte Harry sich um und verließ den Raum.
Voldemort lächelte. Der Junge war grau! Gar keinen Zweifel. Und er hatte die richtige Seite gefunden. Mit ihm an seiner Seite würde es ihm gelingen. Perfekt.
Jetzt müsste er sich nur noch des Walrosses entledigen. Dann konnte er sich endlich Ruhe gönnen. Der nächste Tag würde viel Aufregung mit sich bringen. Im Stillen gestand er sich ein, dass der Teil von ihm, der gerade die Oberhand hatte, Mitleid mit dem Jungen empfand. Gerade wegen dem, was am Tag zuvor geschehen war. Nur der Umgang mit diesen Gefühlen war schwer. Seine Einstellung dazu blieb: Lord Voldemort, der mächtigste Magier seiner Zeit, würde auch das meistern!
