Mitternacht in Hogwarts, das ganze Schloss schläft. Das ganze Schloss? Nein, mal abgesehen von all den Leuten die wach sein mussten oder nichts besseres zu tun hatten, war nur einer wach. Harry schlich sich durch das Schloss auf den Weg zur Küche. Er hatte seinen Tarnumhang fürsorglich zusammengefaltet und in dem Koffer unter seinem Bett verstaut. Seiner Meinung nach musste er wieder trainieren. Es war doch klar, dass er sich im Schloss bewegen konnte ohne den Umhang. Musste er doch nur das anwenden was Fenrir ihm beigebracht hatte. Immerhin hatte Severus darauf hingewiesen.
Eine fast ein Woche war vergangen Seit dem Abend an dem er mit Felix Felicis an das Geheimnis der Horkruxe gekommen und seine Gruppe von „Dumbledores Armee" in die „Schatten" umgeformt hatte.
Ron hatte sich zwar seit dem kaum mit ihm unterhalten aber immerhin, stritten sie auch nicht – das war doch auch schon was.
Morgen war die Halloweenfeier und Harry hatte sich vorgenommen ein bisschen auszuspannen und Spaß zu haben. Doch jetzt musste er erst einmal seinen Hunger stillen.
Er hatte die ganze Woche nur in seinem neuen Buch gelesen. Es war wirklich interessant. Nicht nur die Themen die darin standen, sondern auch die Art und Weise wie es geschrieben war. Das spannendste war allerdings, dass das Buch zum größten Teil in einer sehr seltsamen Schrift geschrieben war. Doch nachdem Harry einige Minuten auf die fremden Zeichnen gestarrt hatte, in der Hoffnung das er daraus schlau würde, merkte er dass er sie... lesen konnte. Zuerst stockend, doch dann wurde immer klarer und leichter zu erfassen was da geschrieben stand. Nicht nur das Geheimnis der Horkruxe stand darin, auch vergessen geglaubte Zaubertränke, Zauberformeln und Randbemerkungen zur Zauberergesellschaft und deren Entwicklung. Wer auch immer dieses Buch geschrieben hatte, musste einiges drauf gehabt haben.
Heute Abend hatte er, nachdem er mit Hermine Hausaufgaben gemacht hatte, sich wie die letzten Abende zum Lesen in den Schlafraum zurück gezogen. Er las dieses Buch genauso aufmerksam und begeistert wie die Bücher die er im Sommer von Voldemort bekommen hatte. Das war auch der Grund warum er immer noch wach war. Eigentlich hätte er müde sein sollen, statt dessen meldete sich sein Magen. Hunger und Teenager gingen eben Hand in Hand.
Endlich war er bei dem Bild, was den Zugang zur Küche darstellte, angekommen. Niemand hatte ihn bemerkt. Er kitzelte die Birne und schon trat er ein.
Die Hauselfen müssen auch in Schichten arbeiten. Harry hatte angenommen das die Elfen um diese Nachtzeit schliefen, nun offensichtlich taten dies auch die meisten, aber einige schienen noch auf zu sein um in den Nachtstunden allerhand Arbeit zu erledigen.
Hier in der Küche achtete Harry nicht mehr darauf sich so unsichtbar wie möglich zu bewegen. Das und die späte Stunde sorgten dafür das es etwas länger als sonnst dauerte bis man ihn bemerkte. Doch kaum hatten einige der Elfen ihren jungen Gast wahrgenommen kamen sie herbeigewuselt um Harry zu Fragen was er gerne hätte. Sie zwangen ihn schier dazu, auf einem der Stühle platz zu nehmen und in Windeseile war er umgeben von allerhand Leckereien. Harry nutze es heute einmal richtig aus, Sonderwünsche stellen zu können. Vor allem aber, hatten es ihm die Mit Schokosahne gefüllten Windbeutel angetan und die gab es ,oben an den Haustischen, eben nur sehr selten. Die, die er jetzt bekam waren auch für die Halloweenfeier gedacht.
Klar war das Essen der Hauptgrund warum Harry überhaupt in die Küche gekommen war, aber ihm war plötzlich noch etwas anderes eingefallen. ….
Gesättigt und zufrieden kehrte Harry bald in Richtung des Gryffindor-Turms zurück. Er hatte nicht nur ausgezeichnet gegessen(und war mit Vorräten überladen worden) es war auch interessant was die Elfen alles so zu berichten hatten. Jetzt war er wunderbare müde und wollte nichts anderes mehr, als an der Matratze zu horchen
In seinem Freudentaumel darüber wie gut die Nacht bisher gelaufen ist, achtete er aber nicht mehr so sehr darauf wie er sich „unsichtbar" bewegte. Mit einem Schreck wurde ihm Bewusst das sich am Ende des Korridors eine Person auf ihn zubewegte und das sogar recht schnell.
´Scheiße, McGonnagall!´ fluchte Harry stumm und war unglaublich dankbar für sein Training. Seiner Müdigkeit zum Trotz nutzte er eine grauen Zauber den Tom selbst erfunden hatte. Den Lateinischen Namen hatte Harry längst vergessen, doch als er mit einem Mal Kopfüber von der Decke hing war das auch so ziemlich egal.
Damit hatte der Upside-Down-Zauber seine Namen, ein für alle mal weg.
Auf dem eigentlichen Korridorboden fluchte die stellvertretende Rektorin leise vor sich hin "Ich könnte schwören das ich hier jemanden gesehen habe..."
Harry musste sich, als er das hörte, schwer zusammenreißen nicht zu kichern. Er wusste aber auch das er nicht viel Zeit hatte. Der Zauber verlor schnell an Wirkung und er wollte hier nicht auch noch auf seine Lehrerin drauf fallen.
So leise es ging wanderte Harry, von der Decke hängend, weiter. Er hing gerade schon im Treppenhaus des Gryffindor-Turms, als er mit einem dumpfen Aufschlag wieder auf den Stufen landete. Zum Glück war es nicht mehr weit. Und es wurde jetzt wirklich Zeit für ihn ins Bett zu kommen.
Am nächsten Morgen hing Harry, ein wenig übermüdet über seinem Porridge und starrte vor sich hin. Die Nacht war doch zu kurz gewesen, oder er hätte vor dem Schlafen nicht so viel essen sollen.
Seine Gedanken blubberten träge vor sich hin als er versuchte irgendwo in seinem Hinterkopf die Informationen die er er in der letzten Zeit bekommen hatte zu ordnen. Nebenbei hörte er noch einige Gespräche die um ihn herum die Luft füllten.
„Der Dunkle Lord scheint untergetaucht zu sein..."
„Keine Todesser mehr..."
„Der neue Politiker...steht irgendwie dazwischen..."
„Ich habe gehört der will die Gesetzte für Muggelgeborene ändern."
„Quatsch, damit kommt der doch nie durch. Also entweder wird er vom Ministerium abgesägt oder die Todesser erwischen ihn."
„Stimmt und außerdem wenn das Ministerium tatsächlich irgendwelche Gesetzesänderungen zuließe, hätte Dumbledore doch bestimmt auch schon was getan."
`Ha!` dachte Harry, `Wenn Ihr wüsstet. Als ob die langbärtige Mumie, irgendetwas für Muggelgeborene tun würde. Na, auch bei euch kommt der Tag an dem die Fassade bröckelt. Genau der richtige Zeitpunkt um den alten zu Fall zu bringen.`
Mit Vergnügen grinste Harry in sich rein. Oh ja, wenn sein Plan weiter so gut läuft, wird Tom auch leichtes Spiel haben.
Harry wurde Jäh aus seinem „Hoch" gerissen als ein jüngerer Schüler ihn plötzlich antippte „M..Mr. Potter...ein Brief für Sie." Eilig gab der Junge ein Kleine Pergamentrolle an Harry ab und machte sich so schnell wie möglich davon.
Mit endgeisterung las er die kurzen Zeilen die darauf standen.
Wunderbar! Als ob er nicht schon genug zu tun hätte, jetzt will der Alte schon wieder das er zu ihm kommt. Na wenn´s denn sein muss.
Zum Glück hatte er noch eine Woche Zeit, dank der Halloweenfeier.
Halloween, Halloween heute Nacht ist Halloween,
wenn Geister und Gespenster tollen,
Spukgesellen necken, schreien,
dann wirst du deinen Geiz bereuen,
dein schlimmster Traum wird wahr...
Die Halloweenfeier war im vollen Gange. Harry und Draco standen Abseits der Großen Schülermengen und sprachen miteinander. ´Nur das sich keiner der beiden dabei ansahen. Jeder von ihnen schaute in eine andere Richtung. Das Gespräch verlief nur übes hören und reden. Mehr auch nicht.
In einer Hand hielt Harry seinen Teller und verfütterte an sich selbst all die kleinen Häppchen, die fast nicht auf den Teller gepasst hatten. Draco, beben ihm, hielt sich nur an einem Glas, mit einer sonderbar, dampfenden, lila-goldenen Flüssigkeit, fest.
„Meinst Du wirklich das wir eine Chance haben?"
„Was?" Beinahe verschluckte sich Harry an seinem Essen, über die unerwartete Frage.
„Ich meine unsere Rolle im Krieg. Glaubst du das wir eine Chance gegen Dumbledore haben?"
„Wie kommst denn jetzt darauf? Ich esse gerade... Aber ok. Wenn ich wirklich ehrlich bin, Nein. Ich glaube nicht das wie eine Chance haben. Ich glaube..."
„Ja?" fragte Draco ungeduldig und nahm einen Schluck von seinem Drink. `Nicht zu fassen da macht Potter so ein Fass auf mit der neuen Gruppe und hat selbst keinerlei zutrauen..
„Ich glaube das wir den Alten in der Luft zerpflücken werden."
#Klirr#
Vor Schreck schnauzte Harry :„Was soll dass denn? Ich sage dir hier was ich denke und du bewirfst mich mit deinem halbvollen Glas!"
„Ich habe dich nicht beworfen. Das Ding ist mir aus der Hand gefallen. Was musst du auch sowas sagen? - und dann auch noch trocken wie altes Brot." motzte Draco zurück.
Endlich sahen sich beide an. Beide mit Zorn in den Augen.
Harry war der erste der die strenge Miene zu einem schiefen Grinsen verzog. Und auch Draco konnte nicht länger an sich halten und schmunzelte als er sah wie sein ehemaliger Rivale darüber lachte.
Die beiden Freunde wurden jäh gestört als Snape plötzlich hinter ihnen auftauchte.
„Potter, Malfoy wer hätte gedacht das ich sie beide soweit abseits von den anderen Schülern rumlungern sehen würde." sagte Severus mit kalter Stimme. Einen Moment lang standen die beiden Jungs etwas verloren da und schauten ihren Lehrer besorgt an. Sie hatten doch nichts falsches getan. Ist es etwa auch verboten mitten in der Feier am Rande der Großen Halle zu stehen und sich zu unterhalten?
Aber auch Snapes sonst so hartes auftreten hatte Risse bei diesen beiden. Er lies es zu, das seine Augen ihn verrieten.
Sowohl Draco als auch Harry konnten sich denken das Severus nicht ganz Grundlos zu ihnen gekommen war. Ohne weitere Fragen zu stellen ließen sie sich wieder zu der großen Masse an Schülern zurück schieben. Kaum angekommen ließ er sie auch mitten in der Menge stehen, doch nicht ohne Harry noch einmal gebührend anzurempeln, so dass jeder im Umkreis von fünf Metern es mitbekommen musste.
Was sollte das denn? Schon richtig, so ganz offiziel ist der Waffenstillstand zwischen ihm und Snape auch nicht(nicht das irgend wen sonst noch die Wahrheit was anging)aber musste er ihn dann beinahe umstoßen?
Gedankenlos klopfte sich Harry ab und richtete seine Kleidung. Da bemerkte er etwas; etwas das vorher noch nicht da war.
Kurze Zeit später eilte Harry zu den Toiletten um sowohl unauffällig als auch ungestört zu sein. Er hatte eine Nachricht erhalten und Snape hatte sie ihm einfach zugeschustert.
Fast eine Stunde, zwei Gesprächsaufforderungen, fünf Schokowindbeutel und eine Schauspieleinlage später machte sich Harry endlich auf den Weg in den Verbotenen Wald.
Er hatte seine „Missions- Kleidung" angezogen und trug die Maske, die Ihm Tom mitgebracht hatte. Er hoffte er würde den Ort finden zu dem er geschickt wurde.
Aber Wirklich. Ausgerechnet heute musste er in den Wald. Nichts war´s mit Entspannen und Spaß haben. Na wenigstens konnte er sich noch mit ein paar von den Windbeuteln vollstopfen.
Endlich hatte er den Treffpunkt gefunden. Eine große, fast Kreisrunde Lichtung tat sich vor ihm auf. Ein einziger riesiger Baumstumpf war in der Mitte des Kreises. Da Harry nicht genau wusste was er noch tun sollte außer zu der Lichtung zu kommen, machte er sich zu dem Baumstumpf auf, und setzte sich darauf.
Nach einer Weile wurde es Harry seltsam zu Mute. Er fühlte sich beobachtet. Mit unruhigem Blick sah er sich um. Bei der Dunkelheit um ihn konnte er nicht allzu viel erkennen. Allmählich aber, konnte er Bewegung ausmachen. Überall um ihn herum, von allen Richtungen kamen …..Leute.
Sofort sprang Harry in den Stand und hatte den Zauberstab gezogen. Mitten auf dem Baumstumpf stand er und machte sich bereit für seine zwei Optionen: Kampf oder Flucht.
Die Leute kamen immer näher. Inzwischen konnte Harry einzelne ausmachen, es waren Männer und Frauen. Jeder von ihnen wirkte bedrohlich. Harry war fast vollständig eingekesselt, da löste sich ein junger Mann aus der Menge und stürzte auf ihn zu. Er rannte Harry entgegen und versetzte ihm einen wuchtigen Schlag gegen die Schulter. Das aber auch nur weil Harry im letzten Moment einen Schritt von seinem Baumstumpf runter gemacht hat. Dafür hatte Harry seinen Zauberstab Fallen lassen und konnte ihn bei den beschissenen - fast nicht vorhandenen - Lichtverhältnissen, nicht finden. Der Angreifer versuchte Harry wieder zu schlagen, verfehlte aber sein Ziel da Harry sich wegduckte. Noch im Schwung der Bewegung drehte sich Harry zu seinem Gegner und konterte indem er ihm einen Ellenbogenstoss in die Rippen versetzte. Dieser zog scharf die Luft ein und krümmte sich zusammen. Genau das nutzte Harry um den anderen von den Beinen zu holen. Der landete im Gras neben dem Baumstumpf, mit ganzem Körpereinsatz hielt er seinen Angreifer am Boden fest und knurrte durch seine Maske:"Was willst du von Mir? Und wer seid Ihr alle?!"
„Lass ihn los, Welpe." hörte er eine vertraute Stimme hinter sich.
Erschrocken ließ Harry sofort von dem jungen Mann ab und stand auf so schnell er nur konnte.
Fenrir hatte sich vor ihm aufgebaut.
Zugegeben, nur die wenigsten würden sich darüber freuen wenn Sie Fenrir Greyback lächeln sahen, oft sollte das in schlechter Erinnerung bleiben(sofern man überlebt).
Harry aber freute sich. Doch irgendwie war er nicht undankbar dafür das die Maske sein Gesicht verbarg. Der Schreckmoment war überstanden und er begrüßte seinen Trainer auf jene respektvolle Weise,wie es ihm beigebracht wurde.
„Nimm die Maske ab. Wir sind hier unter uns." Harry tat was ihm gesagt wurde und fragte dann :" Wer sind all diese Leute" wobei er mit eine rausladenden Geste auf die Personen um ihn herum zeigte.
„Das ist mein Pack. Mein Rudel. Bis auf die Kinder sind alle heute hier. Ich habe sie gerufen um dich ihnen Vorzustellen."
