„Wie meinen Sie das?" zischte Voldemort und starrte den Mann, ihm gegenüber an. Sein Gesicht war schwer zu deuten. Er konnte auch gerade, selbst nicht sagen was er empfand: Wut über diese Arroganz und Überheblichkeit, Neugier, was der andere damit meinte aber auch eine Spur Unsicherheit.

„Ich meine, das Ich zuversichtlich bin, dass sie den Krieg gewinnen können. Aber mit einem Terrorkrieg kann man kein Land regieren. Sie brauchen ein stabiles System mit dem sie ihre Bevölkerung ruhig halten. Angst und Schrecken alleine reichen nicht."

Voldemort lehnte sich zurück und dachte kurz über die Aussage nach.

Thomson hatte Recht! Mit seinen bisherigen Mittel und den Plänen die noch in der Vorbereitung sind, würde er gewiss die Zaubererwelt von Großbritannien unterwerfen können. Die Bevölkerung selbst würde aber nicht mehr funktionieren. Er würde sich mit seinen Zielen ins eigene Fleisch schneiden. Die Geschichte anderer Länder hat gezeigt das eine Diktatur zwar als Staatsform funktioniert, ein Alleinherrscher sein Volk aber trotzdem „bei Laune" halten musste. Und die Gewünschten Veränderungen für die Gesellschaft ließen sich, dauerhaft, nun mal mit einem freien Volk leichter umsetzten.

„Was bieten sie mir also an Mr. Thomson?"

„Ganz mache so weiter wie bisher, dass ich als dritte Partei in diesem Krieg agiere ohne selber an den Fronten zu kämpfen. Aus dem Schatten heraus, wenn man so will."

` Aus dem Schatten heraus. Wo hatte ich das doch erst gehört?´fragte sich Voldemort im stillen.

„Ich brauche dazu aber ihre Unterstützung. Viele der Leute, die nicht als Todesser oder allgemein ihre Anhänger bekannt sind, haben einen großen Einfluss auf die Gesellschaft und der Regierung. Ich kann meine Gesetzesentwürfe durchbringen wenn Ihre Leute mir zuspielen."

„Sie meinen, das Ich im Endeffekt meinen Willen bekomme. Egal wie. Und mit ihrer Vorarbeit wäre der Krieg nicht nur schneller gewonnen, ich müsste auch hinterher weniger zum Erhalt meiner Macht tun. Richtig?!"

„Richtig!" stimmte Thomson zu.

Damit begann das Gespräch zwischen den dunklen Lord und einen „eigentlich" neutralen Neu- Politiker.

In Hogwarts war Harry guter Laune. Es war Anfang November und er plante sein nächstes „Schatten- Treffen". Nach seinem letzten Gespräch mit Tom und dem Treffen mit Fenrirs Pack hatte Harry ein neues Treffen angesetzt um mit seinen Leuten neue Pläne zu besprechen.

Wie immer beim Frühstück, flogen auch an diesem Morgen die Posteulen zur großen Halle herein. Unerwartet von Harry ließ sich plötzlich, ein großer hellbrauner Uhu vor ihm nieder. Er hielt einen Brief im Schnabel. Harry nahm ihm den Brief ab und belohnte die Eule mir einem Eulenkeks, den er aus der Innentasche seines Umhangs fischte.

Neugierig öffnete er den reichverzierten Umschlag an der Lasche, die mit rotem Siegellack verschlossen war. Er zog ein festes Stück Papier daraus hervor und las die Nachricht die in verschnörkelter Schrift drauf geschrieben stand.

Harry war so in die paar Zeilen vertieft das er nicht bemerkte das jemand hinter ihm stand.

„Hallo Harry. Von wem hast du denn diesen wichtig aussehenden Brief bekommen?"

„Oh, Moin Nev. Das ist..."

„Ist das nicht das Familienwappen der Malfoys auf dem Siegel?"

„Was?" fragte Harry verwirrt und schaute sich den Briefumschlag noch einmal genau an.

Einige andere am Tisch hatten mitbekommen das bei dem Gespräch von Harry und Neville der Name Malfoy in Verbindung mit Harrys Brief gefallen war. Einige der Zuhörer versuchten so unauffällig wie möglich näher heran zu rutschen oder wenigstens leiser zu essen.

Mit dem flachen Ende Einer Gabel öffnete Harry den Umschlag. Gespannt wartete, gefühlt der gesamte Tisch was in dem Brief stand. Harry konnte es nicht fassen. Er las nochmal. Aber es stand wieder genau das gleich drin. Zur Sicherheit sah er im Umschlag nach, ob vielleicht noch irgendwo etwas stand, das dieser Brief nur ein Scherz war.

Nach gründlichem Nachsehen bestand kein Zweifel - der Brief war Echt und der Inhalt musste stimmen.

„Und.. was steht denn nun drin?" ließ Neville sich vernehmen.

„Ähm... es ist eine Einladung. Ja, die Malfoys lade mich ein, die Weihnachtsferien bei ihnen zu verbringen."

Alle Augenpaare am Gryffindorstisch hatten sich jetzt Harry zugewandt.

„Wirf den Schriebs weg. Du kannst Weihnachten auch genauso gut bei uns verbringen."

Ron war neben Neville, unbemerkt erschienen.

Harry sah sich verwirrt um. Zum einen, weil er überrascht war, das Ron plötzlich hinter ihm aufgetaucht war und zum anderen über das was er gesagt hatte.

„Tja, also eigentlich will ich mir ja schon Zeit lassen mein eigene Entscheidung zu treffen. Ron. Aber , Danke das du´s angeboten hast." Harry wollte gerade den Brief wieder zusammenfalten als ihm sein Rothaariger Freund diesen aus den Händen nahm.

„Dann ist ja alles klar. Ich werde mit Mum darüber reden. Dann sind wir unter uns. Und vielleicht kommt Hermine auch für ein paar Tage vorbei. Und den Wisch hier werde ich mal für dich entsorgen." Damit hatte Ron sich schon herumgedreht und war schon am gehen als Harry ihn am Arm festhielt.

„Äh... Ron. Ich dachte ich hatte gesagt, das ich gerne selbst entscheide. Und ich denke schon das ich mir darüber Gedanken machen sollte, ob ich die Malfoys besuche oder nicht." Bei diesen Worten verzog Harry keine Miene, er streckte lediglich die Hand aus. In Ron´s schnell wechselnden Gesichtszügen konnte man klar sehen das er alles andere als erfreut darüber war, wasHarry da tat. Das Schauspiel enthielt alles: Verwirrung, Sorge, Wut, Enttäuschung und schließlich Zorn. Mit der Miene ist er schließlich auch abgerauscht nachdem er Harry einen mehr oder weniger zerknüllten Zettel in die Hand gedrückt hatte.

´Ok!´dachte Harry `Das könnte noch interessant werden. Und nervig..`

Am Freitagabend, der nachfolgenden Woche versammelten sich Harry´s „Schatten" wieder im Raum der Wünsche.

Dieses Mal wollte er mit seinen Leute noch ein paar Trainigseinheiten durchgehen. Alles Wiederholen was er ihnen letztes Jahr bei gebracht hatte und ein bisschen was nützliches zeigen, was er bei Tom gelernt hatte.

In den letzten Wochen war Harry klar geworden, dass sein Plan Hogwarts zu infiltrieren zwar aufging, aber mit Worten allein war es nicht getan. Die Worte waren zwar Stark und zeigten auch schon Wirkung, aber damit auch nichts schief geht, sollte es zum Äußersten kommen, mussten seine Schatten vorbereitet sein. Und da half nur üben!

Ron war nicht zu dem Treffen gekommen. Was aber nur recht war. So konnte er bei den Übungen die Paarweise gemacht werden, die Slytherins und Gryffindors besser mischen.

Zuerst wurde ein wenig gemault, letztlich konnte aber keiner etwas dagegen sagen als Harry erklärte:" Leute, wir haben doch darüber gesprochen, das unsere Häuser besser zusammenarbeiten müssen. Ich weiß, das hört sich bescheuert an aber es ist nun mal so das sich gerade Gryffindor uns Slytherin Spinnefeind sind. Gerade deshalb müssen sie lernen zusammen zu arbeiten um ihre Stärken zu kombinieren und die Schwächen auszugleichen. Erst wenn das geschafft ist, können sie jeweils auch besser mit jemandem aus einem anderen Haus zusammen arbeiten. Vergesst nicht was Wir erreichen wollen und dass Ihr die Schatten seid und damit eine eigenes, neues Haus."

Zu beginn seiner „Lehrstunde" ließ Harry alle zeigen was sie konnten und sagen woran sie üben wollten. Dann Teilte er, per Auslosung alle in Paare auf. Jeder sollte seinem Partner helfen und nach Lösungen suchen sich zu verbessern.

Bei seinen Paarungen kam es zustande das Hermine und Draco zusammenarbeiten mussten. Beide wirkten nicht wirklich Begeistert darüber, haben es aber irgendwie geschafft gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Aus den Augenwinkeln heraus beobachtete Harry sie. Und wurde überrascht. Denn, auch wenn sie bisher kaum ein Wort miteinander gesprochen hatten. Mal von Malfoys Beleidigungen abgesehen, waren sie bei der Übung echt gute Partner.

Im zweiten Teil seines Unterrichts brachte Harry ihnen zwei neue Zauber bei, die sie bis zum nächsten Treffen üben konnten.

Bevor er seine Stunde beendete, schärfte er ihnen noch einmal ein, wie wichtig es war, dies hier, geheim zu halten. Und Dumbledore dürfe auf keinen Fall etwas erfahren.

So schnell der Dezember kam, so schnell gingen auch die Wochen bis zu den Ferien vorüber.

In der Zwischenzeit hatte sich etwas getan. Unauffällig veränderten sich die Schüler. Nur diejenigen, die es wussten sahen die Zeichen. In der Großen Halle und in den Gängen fiel es fast nicht auf. Auf dem Quidditch- Platz ind der Bibliothek, der Eulerei und anderen weniger gut einsehbaren Orten war es schon eher zu sehen.

Schüler aus unterschiedlichen Häusern, die sich immer Mal trafen, zusammen lernten oder einfach nur erzählten, fanden sich immer wieder. Selbst gegenüber den Lehrern schien nichts anders zu sein als Vorher. Oder?

Severus wusste es. Ihm brauchte auch niemand etwas zu sagen. Plötzlich waren seine Schüler, die nicht seinem Haus unterstellt waren, aufmerksamer, stiller und höflicher. Ihm stach es auch ins Auge das Schüler, aus allen Häusern, die bisweilen den Direktor immer sehr fröhlich gegrüßt hatten, nun zwar immer noch so grüßten, aber etwas an Ihrem Gesicht hatte sich verändert – verhärtet.

In dem Vorweihnachtsrausch wurde aus Tagespropheten das reiste Klatschblatt. Nur weihnachtliches Gedusel, und Friede-Freude- Eierkuchen-Stimmung schien die Zeitung verbreiten zu wollen. Ganz nach dem Motto:"Du-weist-schon-wer" ist zwar zurück. Aber er hat sich seit Monaten nicht gezuckt also lasst uns feiern". In einer Randbemerkung, die Harry auf einer der hintersten Seite entdeckt hatte stand, das zum Jahreswechsel ein neues Gesetzt in Kraft treten soll. Der junge, parteilose Politiker, H. Thomson hatte in einer Eilsitzung das anwesende Gremium davon überzeugen können. Worauf anscheinend niemand so Recht achtete, war das es dabei die Gleichstellung von Zauberern und magischen Wesen regelt. Wobei diese magischen Wesen, muggelgeborene sind.

Harry hatte nach seinem Streit mit Ron, in der Großen Halle, noch fast eine Woche zu tun seinem Freund begreiflich zu machen das er die Malfoys besuchen werde. Einige Tage später hatte es Ron soweit akzeptieren können, aber darüber hinweg war er nicht. Das schlimmste für Ron war, auch das nicht nur, sein bester Freund sich von ihm abwandte, sondern jetzt auch noch seine Freundin Hermine. Er konnte es nicht begreifen. Erst neulich hatte er er sie zusammen mit Malfoy in der Bibliothek gesehen.

Im Gryffindorgemeinschaftsraum hatte er sie darauf angesprochen und sie fauchte ihn blos an:"Wirklich Ronald, ich habe nur Hausaufgaben gemacht und da er zufällig da war, habe ich mich mit ihm unterhalten. Ist das etwa verboten? Ich dachte wir hätten das damals bei dem Treffen geklärt." Zornig klappte sie ihre Bücher zusammen und lief in den Mädchenschlafsaal.

´Die werden alle Verrückt! Harry hat bei seiner Gefangenschaft den Verstand verloren und Hermine hat sich jetzt angesteckt. Aber auch die anderen benehmen sich seltsam. Ich versteh nicht was die eigentlich wollen.´ dachte Ron verbittert.

´Ich muss wohl doch noch einmal mit Dumbledore sprechen.`

Zu gleichen Zeit im Lehrerzimmer.

„Ich verstehe das nicht. Findest Du nicht auch das die Schüler sich anders benehmen Fillius?" fragte Minerva McGonagall ihren, zu kurz geratenen Kollegen, der auf dem Stuhl neben Ihr saß. „Kann ich nicht sagen. Meiner Meinung nach ist alles wie gehabt."

„Also, ich kann auch nichts besonderes ausmachen" sagte Pomona Sprout.

Minerva schaute sich genervt ihr Kollegen an. Sind die denn alle Blind- oder spielen Ihr ihre Sinne einen Streich. Ihr Löwinienblick streifte durch den Raum und blieb an Severus hängen. Sein stilles, sonnst so ausdrucksloses Gesicht wirkte weniger ernst als zuvor. Ihre Blicke trafen sich und für einen Moment schienen Severus´schwarze Augen zu glänzen.

„Severus?" fragte McGonagall, „ darf Ich Sie nacher einmal unter vier Augen sprechen?"

Für einen Moment blieb es Still zwischen Ihnen, obwohl die anderen Lehrer um sie herum in eifriges geschnatter vertieft waren.

„Ja, Nach dem Abendessen in meinem Büro." Antwortete er schließlich.

Wiederum im Büro des Direktors: Albus Percival Wulfrik Brian Dumbledore lief rastlos in dem Zimmer auf und ab. Er hielt eine schon ziemlich abgegriffene Zeitung in der Hand. Seid ein Paar Tagen hatte er das Papier und immer wieder quälte er sich damit diesen einen Artikel zu lesen. Jedes Mal wenn er es tat, packte ihn solch eine Wut das er nicht anders konnte als die Faust zu ballen und im Zimmer hin-und-her zu laufen.

`Meine schöne saubere Welt! Meine schöne Welt zerfällt. Erst kommt Voldemort, wie gewünscht zurück und jetzt geht seit Monaten alles schief. Erst wird Harry entführt und seid er wieder da ist lässt er sich nicht mehr steuern. Dann hält Voldemort sich im Dunkeln und macht nichts mehr und jetzt auch noch dieses Gesetzt. Meine schöne weise, saubere Welt wird Zunichte, wenn ich die Ereignisse nicht bald auf den richtigen Kurs lenke. Wenn alles wieder richtig ist, kann ich endlich meine Weise Weltordnung schaffen. Ohne irgendwie magische Muggel, ohne vorlaute magische Kreaturen,ohne Voldemort und auch ohne Potter! Gellert hatte Recht- er hat es nur falsch herum angepackt.´

Mit diesen Gedanken drehte der Direktor von Hogwarts noch weitere Runden.

Ein Tag vor Ferienbeginn

Das ganze Schloss glich einem einzigen Ameisenhaufen. Alle Schüler waren mehr oder weniger in Weihnachtsstimmung und überall wuselte es in Vorbereitung auf das Fest. Egal, oder diejenigen, die über die Feiertage im Schloss bleiben würden, oder die, die nach Hause(oder anderswo hin) fahren.

Auch Harry packte seinen Koffer und fühlte so langsam die erste Nervosität in sich aufkeimen. Er würde schon Morgen in den Zug nach London sitzen.

Die ersten Ferientage, dass wusste er, würde er Tatsächlich in Malfoy Manor verbringen. Dann sollte er in das Haus zurückkehren, in das er „entführt" worden war.

So an dieser Stelle beende ich dieses Zwischenkapietel.

WARNUNG: Die Zeit bei den Malfoys überlasse ich ganz Eurer Phantasie, aber wenn ihr es wollt und ihr ein paar Ideen beifügt schreibe ich gerne noch ein kurzes Kapitelchen dazu. Auch dieses hier ist nur so kurz um überzuleiten. Ich hoffe Ihr hattet trotzdem Spaß. Bis zum nächsten Mal bleibt mir gewogen, Euer Phil