(Disclaimer etc. siehe Kapitel 1. )

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Ina, Olaf, Coco, Allandra: Danke für die reviews!

Ina: Ich weiß nicht... das Haus ist doch schon fast Standart, oder?

Coco, Allandra, ihr macht mir Angst- immer noch... Wo ich doch auch so wenig Verstand habe... ; )

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Für meine Beta und alle anderen Draco-fans: Heute ein kleiner Einblick in den Alltag eines gewissen blonden 'Todessers'...

(dieses Kapitel ist jetzt endlich nicht mehr in beta-Kommentar-verzierter Version... sagt mir doch bitte, wenn ich das falsche Dokument hochlade!!! ) -knallroten Kopf hinter Stirnfransen verberg-

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3. Kapitel - Letzte Besorgungen

"Mat, warte!"

Voldemort hörte Draco laut hinter sich lachen, als er dem Elfjährigen folgte. Er war außer Atem. Der Kleine verschwand gerade in Qualität für Quidditch, als der blonde junge Mann zu Voldemort aufschloss. Spöttisch sagte der junge Malfoy: "Nun, Vorlost, bist du dir immer noch sicher, dass dieser Ausflug eine gute Idee war?"

Voldemort kniff die Lippen fest zusammen und unterdrückte einige sehr unschöne Worte. Trotz Täuschungs- und Beachte- mich- nicht- Zauber würde es vermutlich einige Aufmerksamkeit erregen, wenn er seine Lieblingsflüche an Draco ausprobierte.

"Ich konnte ja nicht ahnen, dass Mathew bei seinem ersten Ausflug in die Winkelgasse vollkommen seine gute Erziehung vergessen würde..."

Malfoy besaß die Frechheit, noch lauter zu lachen.

"Vorlost, Mat hat deine Erziehung bestimmt nicht vergessen. Ich vermute eher, dass er sich entschieden hat, zugunsten dringenderer Anliegen, nun, sagen wir, seine Prioritäten neu zu ordnen."

"Und welches Anliegen könnte so wichtig sein, dass ein Slytherin sich die Blöße gibt, zu rennen?"

"Wir wissen noch nicht, ob er nach Slytherin sortiert wird. Und was wichtiger ist als verstaubte Etikette? Natürlich der neueste Rennbesen!"

Er deutete belustigt auf die polierte Schönheit, die zur Zeit auf dem Ehrenplatz im Schaufenster des Quidditch-Ladens ausgestellt wurde. Feuerfeger01, stand da in roten Lettern.

Voldemort musste zugeben, dass der Besen sehr elegant wirkte. Weniger elegant dagegen sah der kleine Junge mit den Straßenköter-blonden Haaren aus, der seine Nase am Schaufenster platt drückte.

"Vorlost, können wir in den Laden gehen? Bitte, bitte, bitte?"

Voldemort warf Draco einen leidenden Blick zu, bevor er seufzte und kurz mit den Schultern zuckte.

"Nun gut, ich denke, dafür sollte die Zeit reichen."

Mat stürmte mit einem freudigen Jauchzen in den Laden. Voldemort folgte etwas gemäßigteren Schrittes. "Draco, sag mir noch mal, warum ich dich nicht einfach alleine mit Mat losgeschickt habe, um seine Schulsachen zu kaufen."

Malfoy hatte noch immer dieses verdammte ich-hab's-dir-doch-gesagt- Grinsen im Gesicht und Voldemort hätte schwören können, dass er mit seiner Antwort besonders viel Freude hatte.

"Du hast mich nicht nur nicht alleine losgeschickt, du warst sogar höchst erfreut bei dem Gedanken, unter Leute zu kommen. Ich erinnere mich, einen gewissen Jemand sagen gehört zu haben, dass er seinen ersten freien Tag in zwei Jahren genießen wolle..."

Voldemort warf ihm einen düsteren Blick zu, der seine Todesser in früheren Tagen zu angsterfüllten, zitternden Bündeln reduziert hätte. Der junge Mann grinste ihn nur weiter schadenfroh an.

"Ich weiß nicht, wie du ernsthaft annehmen konntest, Einkaufen mit einem Elfjährigen sei entspannend."

"Ich... ich dachte nur..." Weshalb hatte er sich eigentlich auf diesen Unsinn eingelassen?

Abwesend strich er mit einer Hand über einen Sauberwisch7.

Harry.

Harry hatte ihm gesagt, wenn er nicht mehr einsam sein wollte, dann müsse er unter Leute kommen. Er hatte beschlossen, dem Rat zu folgen und die sich bietende Gelegenheit zu nutzen, als Mat in die Winkelgasse musste. So hatte er endlich mal eine Ausrede, um seinen Pflichten als Ersatz-Waisenhausleiter einen Tag lang zu entfliehen.

Er hatte gedacht, alles müsse nach zwei Jahren ständiger Aufsicht und Verantwortung für drei Dutzend Kinder eine Erholung sein. Er hatte nicht mit Mats Entdeckerfreude gerechnet.

Der Junge hatte von dem Moment an, als die Wand hinter dem Tropfenden Kessel den Blick auf die Winkelgasse freigegeben hatte, scheinbar völlig den Verstand verloren.

Voldemort und Draco hatten ihre liebe Mühe gehabt, ihn nicht völlig aus den Augen zu verlieren, als der Kleine wie ein tanzender Derwisch von einem Geschäft zum nächsten gewirbelt war.

Und obgleich Voldemort sich darüber beschwerte, wusste er auch in einem Winkel seines Hirns, dass ein Teil seines Wesens sich über die Unbeschwertheit des Jungen freute.

Das war es schließlich gewesen, was er im Sinn gehabt hatte, als er die Kinder bei sich aufgenommen hatte. Sie sollten keine so tragische Kindheit haben wie er. Ein spöttischer Zug legte sich auf seine Lippen, als ihm auffiel, wie bedauernswert selbstmitleidig er war.

"Ach ja, das waren noch Zeiten, was?"

Die laute Stimme, die plötzlich an Voldemorts Ohr erklang, riss ihn aus seinen Gedanken. Erschrocken wirbelte er herum- und fand sich Auge in Auge mit einer kurzhaarigen Frau, die ihn mit stechendem Blick musterte.

"Entschuldigung?"

"Ich sagte, das waren noch Zeiten, nicht wahr?", wiederholte die Frau und deutete auf den Sauberwisch, auf dem noch immer Voldemorts Hand ruhte.

"Oh, ...äh...ja. Ich schätze, seitdem haben sich die Besen sehr geändert, nicht wahr?"

Er wusste nichts darüber. Der Sauberwisch war in Wahrheit der letzte Besen, den er von Nahem gesehen hatte. Kaum dass er seine Lizenz zum Apparieren bekommen hatte, war Fliegen für ihn ein Relikt der Vergangenheit geworden. Es war eines Dunklen Lords nicht würdig.

Doch er war kein Dunkler Lord mehr.

Jetzt mit etwas weniger zerstreutem Blick schenkte er der vielleicht vierzigjährigen Frau vor ihm seine volle Aufmerksamkeit. Wenn ihre Kleidung ein Indiz war, dann schien sie in diesem Laden zu arbeiten.

"Sagen Sie... welchen Besen könnten Sie mir empfehlen? Ich bin seit Jahren nicht geflogen und weiß nichts über die neuen Modelle. Gibt es einen, der dem Sauberwisch zumindest ein Bisschen ähnelt?"

Die eben noch so streng aussehende Frau lächelte. Ein freundliches warmes Licht schien ihr ganzes Gesicht zu erhellen, als sie ihn sanft am Arm packte und zu einem Regal voll unterschiedlichster Besen führte. Voldemort beobachtete die Veränderung erstaunt, Besen bereits halb vergessen.

"Ich habe schon immer gesagt, der Sauberwisch war einer der besten Besen, die es je gab. Es freut mich, jemanden kennen zu lernen, der das noch zu schätzen weiß..."

Voldemort hing an den Lippen der energiegeladenen Frau, als diese ihn über die Feinheiten jedes einzelnen Besens in ihrem Geschäft aufklärte.

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Draco wandte sich mit einem Grinsen ab. Schien, als wäre Vorlost für die nächsten paar Stunden beschäftigt.

Draco hatte seine alte Fluglehrerin, Madame Hooch, gleich beim Eintreten wieder erkannt. Es schien, dass sie den Laden übernommen hatte, nachdem der ehemalige Besitzer sich zurückgezogen hatte.

Müßig überlegte er, wer wohl jetzt den Flugunterricht in Hogwarts hielt.

"Onkel Draco?"

Mat stand vor ihm und sah ihn aus groooooßen Hundeaugen an. Draco wusste genau was das bedeutete. Schicksalsergeben bereitete er sich auf ein Duell mit seinem Vater vor, wenn er ihm erklären musste, warum schon wieder etliche Galleonen aus dem Familienverließ fehlten.

Draco war für gewöhnlich kein gutmütiger oder weichherziger Mensch. Doch der viele Kontakt mit Kindern in Voldemorts Schloss hatte ihn nicht kalt gelassen. Wenn er den ehemals furchteinflößenden Dunklen Lord mit der kleinen Marie beim Schwarzer Peter- Spielen beobachtete, oder sah, wie er unter fachkundiger Anleitung von Mrs. Parkinson ein Baby fütterte, dann spürte Draco, dass der Lord vollkommen in seiner Beschäftigung aufging.

Wenn der mächtigste - nun gut, vielleicht zweitmächtigste, sollte Potter seine Erinnerungen zurückbekommen- Magier seiner Zeit seinen Kampf um reines Blut so leicht zugunsten anderer Ziele aufgeben konnte, was galten all seine früheren Werte und Überzeugungen dann noch?

Anfangs hatte es Draco sehr verwirrt. Er hatte es nicht glauben wollen und war enttäuscht gewesen, dass der Lord seine treuen Anhänger derartig im Stich ließ.

Doch mit der Zeit hatte er begriffen, dass die neuen Ziele seines Lords vielleicht sogar viel versprechender waren als die alten.

Draco war seinem Vater gleich nach seinem Schulabschluss in die Reihen der Todesser gefolgt.

Voldemorts Raserei, die etwa zur selben Zeit ihren Anfang nahm, hatte ihn verängstigt. Er hatte begonnen sich zu fragen, ob er nicht einen gewaltigen Fehler gemacht hatte.

Doch dann war alles anders geworden.

Auf einmal waren die Kinder da. Draco, der sich fast zwei Jahre lang bemüht hatte, seine kühle Fassade zu kultivieren und sich selbst gegen den Schrecken um sich, die scheinbar willkürlichen Folter- und Todesflüche, so gut es ging abzuhärten, musste jetzt hinnehmen, dass der Lord ihn für sein unnahbares Aussehen schalt. Er musste sich anhören, dass er zu grimmig wirkte und die Kinder verschreckte- und ob er nicht hin und wieder lächeln könnte?

Seine Welt bröckelte jeden Tag etwas mehr, bis er schließlich erkannte, dass nichts mehr von ihr übrig war. Wütend verfluchte er Voldemort, seinen Vater und überhaupt alle, die sein Leben so unerträglich bedeutungslos gemacht hatten.

Doch dann hatte sein Vater ihm erklärt, was die Veränderungen in ihrem Lord bewirkt hatte. Lucius Malfoy war kein leicht zu beeinflussender Mann. Doch die Begegnung mit Potter hatte ihn tief beeindruckt. Er hatte jedes Wort des Jungen später abgewägt und schließlich befunden, dass mehr als nur ein Körnchen Wahrheit an dem war, was der Gryffindor von sich gegeben hatte.

Es gab wesentlich mehr Muggel und Schlammblüter als reinblütige Zauberer auf der Welt. Man konnte sie nicht auf Dauer erfolgreich unterdrücken. Und wenn man sie in einem riesigen Blutbad allesamt abmetzelte, blieben zu wenige Menschen übrig, um ohne Inzucht und deren Folgen (wie Behinderungen an Körper und Magie) weiter zu bestehen. Es wäre das Ende ihrer Art.

Draco hatte es nicht glauben wollen. Wie konnte das zuvor niemandem aufgefallen sein? Waren sie tatsächlich einem Wahnsinnigen gefolgt?

Er hatte begonnen, Voldemorts Handlungen aufmerksam zu verfolgen. Über die Wochen und Monate war er zu der Überzeugung gekommen, dass durchaus die Möglichkeit bestand, dass Voldemort einst verrückt gewesen war. Ebenso überzeugt war er aber, dass der Mann jetzt geistig wach genug war, um eine intelligente Entscheidung zu treffen. Nicht Reinblüter- Erben waren die Zukunft der Zaubererwelt; sondern alle Kinder.

Die Entscheidung, sich allgemein für ihre Rechte und konkret für das Wohlergehen einer ganzen Horde von Waisenkindern einzusetzen, hatte Voldemort verändert.

Wo Draco anfangs enttäuscht gewesen war, da all seine Ziele in Nichts zerflossen, da fand er später eine stille Bewunderung für die Kraft des Mannes, der sich aus seinem Wahnsinn gerissen und die Zukunft ins Auge gefasst hatte.

Erst widerstrebend, doch dann immer mehr aus eigenem Willen hatte er seinem Vater geholfen, im Ministerium die neuen Ziele ihres Lords zu erreichen.

Immer wieder war es dabei notwendig gewesen, dass er Schloss Slytherin betrat und sich den lärmenden und ungezogenen Kindern aussetzte.

Amüsiert dachte er jetzt an seinen Widerwillen der ersten Wochen zurück. Irgendwann hatte Voldemort ihm aufgetragen, mit seiner Mutter Weihnachtsgeschenke für die Kinder auszusuchen. Es war eine sehr erhellende Erfahrung für ihn gewesen. Erstaunlich genug, dass seine gestrenge und reservierte Mutter plötzlich große Augen bekam und kicherte wie ein kleines Mädchen, als sie in einem Laden einige Spielzeuge entdeckte, die sie damals gekauft hatte, als Draco klein gewesen war; nein, er hatte auch entsetzt festgestellt, dass auch er sich an diese Spielzeuge erinnerte und sich ein wenig nach seiner Kindheit zurück sehnte. Damals hatte er noch nichts von schwarzer Magie, vom Ministerium, von Intrigen und Verantwortung gewusst.

Selbstverständlich hatte er seine Gefühle für sich behalten, streng versteckt hinter der unnahbaren Maske, die er nun schon seit so vielen Jahren trug. Doch er hatte sich nicht weiter gegen seine Aufgabe gesträubt.

Am Weihnachtsabend hatte Voldemort darauf bestanden, alle Kinder, die schon groß genug waren um zu wissen, dass es keinen Weihnachtsmann gab, wissen zu lassen, wer ihre Geschenke ausgesucht hatte. Dann hatte er sie aufgefordert, sich zu bedanken.

Draco fand sich auf einmal von scheinbar Hunderten kleiner Hände umarmt. Um sich ein Meer von fröhlichen Gesichtern, hatte er die Panik heruntergekämpft und sich in sein Schicksal ergeben. Und festgestellt, dass es ihm Spaß machte.

Danach war er öfter ins Schloss gekommen. Auch wenn er sich weiterhin strikt weigerte, seiner Mutter und ihren Freundinnen bei der Kleinkinderpflege zu helfen, fand er sich immer wieder in ein Schachspiel oder eine Runde Poker mit den Älteren vertieft. Wenn es ihm bewusst wurde, dass er gerade lachend und spielend mit einer Gruppe Muggel zusammen saß, die noch dazu gut fünf Jahre jünger waren als er, fragte er sich manchmal, wann er aus diesem absurden Traum wieder aufwachen würde. Doch jeden Morgen stand er auf und fand die Welt noch immer in demselben unglaublichen Zustand vor.

Er war ein Malfoy. Er ging nie unter, sondern immer mit der Zeit. Wenn Voldemort entschied, sich als Vater einer fast vierzigköpfigen Großfamilie zu versuchen, und all seine Todesser zu Onkeln und Tanten ehrenhalber beförderte, dann würde Draco eben ein weiterer Onkel für die Kinder sein. Flexibilität war in der heutigen wandelbaren Zeit alles.

Draco war sich nicht sicher, ob es wirklich nur seiner Anpassungsfähigkeit zu verdanken war, dass er heute zum wer weiß wievielten Male dem flehenden Blick aus Mats großen Augen nachgab. Alles, was er wusste, war, dass er sich nicht leisten konnte, den Jungen zu enttäuschen. Vorlost würde ihm nicht lange böse sein; doch Draco war zu stolz um sich einzugestehen, dass er selbst den enttäuschten Blick des fröhlichen kleinen Jungen nicht ertragen könnte.

Keine zwanzig Minuten später verabschiedeten sich die beiden von Vorlost, der sich noch ein wenig weiter 'über Besen unterhalten' wollte.

Jaja, wer's glaubt..., dachte Draco, behielt seinen Spott aber ausnahmsweise für sich.

Wie könnte er über die Menschlichkeit seines Lords spotten, wenn er selbst das Geschäft mit einem langen Paket mit rotem Aufdruck und einem geradezu vor Stolz platzenden Jungen im Schlepptau verließ?

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Nächstes Mal dann Harrys Rückkehr nach Hogwarts und seine Auswahl. : )