(Dislaimer und Beta haben sich immer noch nicht geändert...)
So, es geht weiter...
Danke für die reviews zum letzen Kapitel, ich bin ja froh, dass ihr es trotz Versagen der alerts gefunden habt! (ich habe schon laaaange keine alerts mehr von bekommen... -seufz-)
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7. Quidditch
"...und Silverstone hält! Was für ein Spiel!", dröhnte die magisch verstärkte Stimme einer Fünftklässlerin über das Feld.
Harry beobachtete aus der Mitte der Ravenclaw- Kurve, wie der Quaffel in Windeseile von einer Hand zur anderen ging, und gab der Kommentatorin Recht: es war ein aufregendes Spiel.
Gryffindor gegen Ravenclaw. Momentan stand es 100:40 für Gryffindor, Tendenz steigend. Gryffindor war wirklich gut in diesem Jahr.
Doch auch Ravenclaws Mannschaft war nicht zu verachten.
Seit Mme Hooch die Position der Fluglehrerin aufgegeben hatte, waren einige Veränderungen vorgenommen worden. Ihre Nachfolgerin hatte beschlossen, mit unfairen Vorteilen aufzuräumen, und einen kompletten Satz Feuerblitze im Ausverkauf erstanden (bei Mme Hooch selbst, versteht sich), damit beide Teams auf gleichwertigen Besen starten konnten. Außerdem erlaubte sie es auch Erstklässlern, sich für eines der Hausteams zu qualifizieren.
So kam es, dass heute Harrys Freund Mat hoch über dem Spielfeld kreiste und Ausschau nach dem Schnatz hielt.
Harry betrachtete den Kleinen mit wohlwollendem Blick.
Er selbst hatte sich nicht für seine Hausmannschaft beworben- sehr zum Bedauern seiner Mitschüler, die zu gerne den 'legendären Potter' spielen gesehen hätten.
Doch Quidditch faszinierte ihn nicht mehr im selben Maß wie vier Jahre zuvor. Vielleicht waren es seine Träume vom Fliegen mit eigenen Flügeln, als Falke, Fledermaus oder auch als Babydrache; vielleicht lag es auch daran, dass das Training ihn vom Lernen und von seiner persönlichen kleinen Recherche abgehalten hätte.
Da er ohnehin schon Angst hatte, bald über die tiefen Ringe unter seinen Augen zu stolpern, kam eine Verkürzung seiner Recherchezeit nicht in Frage.
Mat dagegen tat sich mit seinen Hausaufgaben und überhaupt mit dem Erlernen der Magie an sich so leicht, als habe er schon seit Jahren einen eigenen Zauberstab. Er konnte sich die Zeit auf dem Feld gut leisten. Und es war offensichtlich, dass er das Spiel genoss.
Harry beobachtete vergnügt, wie der kleine Junge sich tief auf seinen Besen legte und in einen steilen Sinkflug ging.
Hatte er den Schnatz entdeckt?
Nein, stellte Harry fest, der Schnatz war nirgends zu sehen. Doch der Sucher der Gryffindors folgte Mat so schnell er nur konnte. Erst als der kleine Ravenclaw im letzten Moment seinen Besen herumriss, erkannte sein größerer - und infolge dessen auch schwerfälligerer - Verfolger seinen Fehler. Harry zog unwillkürlich die Schultern schützend nach oben.
Der Boden sah in diesem Jahr besonders hart aus.
Na so was... Eine Wronski- Finte in seinem ersten Schuljahr? Mat war auf Zack, das musste man ihm lassen.
Während der Gryffindor-Sucher vom Platz geführt wurde, beratschlagten sich die beiden Mannschaften kurz auf dem Feld. Der neue Sucher wurde ins Spiel gebracht, dann ging es weiter.
Gryffindor verfolgte jetzt einen unbarmherzigen und gefährlichen Kurs. Es war deutlich, dass die Löwen Mats Aktion als unfair betrachteten und sich nun rächen wollten.
"Mat, pass auf!!!", schrie Harry, als ein Klatscher den kleinen dunkelblonden Jungen nur knapp verfehlte. Natürlich hörte der Kleine ihn nicht, wich aber dennoch gekonnt aus.
Waren das verkappte Slytherins oder tatsächlich Gryffindors, welche da die Schläger schwangen?
Harry war wütend. Mat hielt sich tapfer, aber es war klar zu sehen, dass ihn die halsbrecherischen Manöver, zu denen ihn die Gryffindors zwangen, zunehmend erschöpften.
"War Gryffindor nicht immer für seine Ehrbarkeit berühmt?", hörte Harry eine verträumte Stimme. Überrascht wandte er sich um. Vorhin waren die Plätze neben ihm doch noch frei gewesen?
Tatsächlich war es kein verschüchterter Mitschüler, welcher jetzt neben ihm auf der Bank saß.
Sondern Loony Lovegood.
"Luna?!", rief Harry erstaunt.
"Hallo Harry." Luna schenkte ihm ihr verträumtes Lächeln, an das er sich noch so gut erinnerte.
"Ich komme manchmal zu den Spielen. Ist ein bisschen wie in alten Zeiten, weißt du?"
"Äh... sicher", antwortete Harry verdutzt.
Er hatte nicht damit gerechnet, einen seiner ehemaligen Mitschüler hier zu treffen, doch er konnte nicht behaupten, dass ihm das Treffen unrecht wäre.
Dass es gerade Luna war, welche neben ihm so fehlplaziert aussah wie eh und je, störte ihn noch viel weniger.
"Luna, sag mal... erinnerst du dich noch, was du damals wegen des Vorhanges im Ministerium zu mir gesagt hast? Dass die Leute auf der anderen Seite nicht ganz verschwunden seien, da man sie doch noch hörte?"
Das Mädchen sah ihn nur weiter verträumt an, antwortete jedoch nicht.
"Nun... ähm... Meinst du... siehst du das immer noch so? Hast du jemals wieder darüber nachgedacht?"
Nun reagierte Luna endlich.
"Ich habe immer wieder darüber nachgedacht. Mit Vaters Hilfe habe ich sogar eine Theorie aufgestellt, wohin der Vorhang führt, was dahinter liegt. Um sie zu überprüfen, müsste ich jedoch noch einmal in die Mysterienabteilung gehen... schade."
"Wie lautet deine Theorie?", fragte Harry aufgeregt.
"A-ah", schalt Luna mit wackelndem Zeigefinger, "Betriebsgeheimnis." Ihre Augen schienen derweil mit großem Interesse einen der leeren Plätze zu Harrys anderer Seite zu mustern.
"Och, komm schon! Ich verspreche auch, dir bei der Überprüfung deiner Theorie zu helfen, wenn du sie mir verrätst", bettelte Harry.
Doch Luna blieb hart.
Schließlich gab Harry sich geschlagen und wandte sich wieder dem Spiel zu.
Gryffindor führte inzwischen 140-60 und es wurde immer klarer, dass nur noch Mat seine Mannschaft retten konnte.
Endlich tauchte der Schnatz auf.
Der Gryffindor-Sucher sah ihn zuerst, doch da er wenig Übung hatte, machte er einen entscheidenden Fehler: Er raste mit voller Geschwindigkeit auf den Schnatz zu, als dieser sich noch näher bei Mat als bei ihm befand.
Mat begab sich daraufhin ebenfalls in einen steilen Aufstieg in Richtung des Schnatzes, der gute hundert Meter über dem Feld kreiste.
Harry klammerte sich an die Lehne der Sitzreihe vor ihm. Würde Mat es rechtzeitig schaffen?
Das alte, fast vergessene Quidditchfieber hatte ihn gepackt.
Mat war schon so nahe am Schnatz... doch der Andere war direkt hinter ihm...
Noch ein kleines Stück, dann hatte er den Schnatz...
RUMMS.
Mat hatte den Schnatz gepackt; im selben Moment traf ihn ein Klatscher. Mat trudelte, sein Besen blieb an dem seines Verfolgers hängen- und Mat fiel.
Wie ein abgeschossener Vogel strebte der kleine Körper mit flatterndem Umhang dem Boden zu.
Harry sah mit panischen Blicken zur mittleren Tribüne hinüber. Dumbledore, der ihn in einer ähnlichen Situation gerettet hatte, war nicht da. Die wenigen Lehrer, die sich entschieden hatten, trotz leichten Nieselregens dem Spiel beizuwohnen, sahen nur schreckensstarr zu, wie der Junge fiel, und rührten keinen Finger.
Noch fünfzig Meter...
Vierzig...
Harry fiel.
Er hatte sich verschätzt- Eichhörnchen konnten zwar weit springen, aber SO weit dann doch wieder nicht. Seine Pfoten glitten millimeterweit an dem rettenden Ast vorbei. Ein panisches Quieken entrang sich seinem kleinen Mäulchen, als er dem gelben, trockenen Boden entgegenstürzte.
Dann schlug Harry auf dem Boden auf.
Oder vielmehr... er versank im Boden.
Die Dunkle Magie seiner australischen Mentorin hatte den lehmigen Erdboden an der Stelle seines Aufpralls in ein nachgiebiges, beinahe flüssiges Material verwandelt.
Verwirrt krabbelte Harry an der Böschung des plötzlich entstandenen Tümpels aus sonderbarer Flüssigkeit empor. Noch während er damit begann, sein Fell zu putzen, kehrte der Erdboden hinter ihm wieder in seinen normalen Zustand zurück...
Noch zwanzig Meter...
Ohne recht zu wissen, was er tat, stand Harry in einer fließenden Bewegung auf und sammelte die Dunkelheit um sich. Da war wieder diese Barriere...
Es fühlte sich beinahe an wie ein Imperius, eine leise Stimme, die ihm sagte, dass es nicht weitermachen sollte, dass es ihm nichts als Schmerzen und Trauer bringen würde...
Was soll der Müll?! Es geht um Mats Leben!!!
Mit einem mentalen Kinnhaken fegte er die Stimme beiseite.
Die Dunkelheit empfing ihn und zog ihn in ihre Arme wie einen verlorenen Sohn.
Vage nahm Harry wahr, wie Mat in Kontakt mit dem Boden trat und einfach weiter zu fallen schien.
Der Erdboden verformte sich wie ein riesiges Trampolin.
Dann schnellte er in einer langsamen Bewegung wieder nach oben und Mat schlug in der Luft einen Salto. Wieder versank er im Boden, wieder warf dieser ihn zurück.
Mat federte noch ein paar Mal, dann kam er endlich zur Ruhe.
Verdutzt betrachtete der kleine Ravenclaw den Rasen, auf dem er saß; seine Hand berührte den Boden. Er war so hart und unnachgiebig wie immer.
Harry derweil stand auf der Tribüne und versank in der warmen Umarmung von Mutter Erde.
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Vielen Dank an: Ina, Suriel, goldentree, coco, Amylin!
Hermines Reaktion kommt erst im nächsten bzw. übernächsten Kapitel. Sorry, dass meine updates jetzt immer so lange dauern.
tree- danke für die Geduld, ich weiß es zu schätzen und werde mir Mühe geben. : ) Jaja, Trelawney leistet sich eben doch immer wieder einen Ausrutscher. Ich wette, wenn ihr jemand erzählen würde, in welcher Form sie echte Prophezeiungen abgibt, würde sie alles bestreiten. -g-
coco- Hoffe, du bist nicht mehr deprimiert. ;D
amy- mhm, ich bin auch etwas angenervt von neustem Versagen. Nya, das muss wohl so sein, bei der riesigen Seite... Vielleicht mach' ich mir doch irgendwann die Mühe und poste auf ff.de oder so - das ist kleiner, nicht? ; )
Ah, genau: Demnächst werde ich mich mit meinen fanfics auch auf Jens Forum einnisten. Kommt doch alle mal vorbei! Es ist brandneu, aber ich denke, es wird echt gut:
http / www . jendeluxe . proboards83 . com / index . cgi
