Der Schluckauf (lat. singultus Schluchzen, Schlucken) ist eine reflektorische Einatmungsbewegung (Kontraktion) des Zwerchfells, wobei die Einatmung durch plötzlichen Stimmritzenverschluss unterbrochen wird. Dadurch entsteht ein hörbares Geräusch.
Schluckauf Part Two
„Das bringt doch alles nichts", stöhnte Harry frustriert „Der Schluckauf hat sich an mich –hicks- gewöhnt..."
Draco zückte seinen Zauberstab „Soll ich ihn dir vielleicht wegzaubern?", fragte er skeptisch.
Harry zuckte zusammen und wich einen Schritt zurück „Lieber nicht", antwortete er leicht zögernd. Er wollte Draco lieber nichts mit seinem Körper machen lassen...
Sofort steckte er seinen Zauberstab wieder in seine Hosentasche „Ist sowieso nicht erlaubt", versicherte Draco ihm schulterzuckend „Pomfrey hat's verboten"
Seufzend wollte Harry sich gerade auf der Tischkante niederlassen, als eine Hand seinen Arm packte und ihn wegzog.
„Komm mit!", befahl Draco und zog ihn hinter sich her, von der Arbeit weg und hinaus aus der Bücherei.
„Verdammt!", zischte Harry verärgert „Was zum Henker -hicks- machst du eigentlich und wo zum Henker ziehst du mich hin?! Wir müssen zufälligerweise -hicks- noch einen Aufsatz schreiben!"
„Den habe ich schon geschrieben", gab Draco zurück, als er in rasender Geschwindigkeit in einen Gang einbog.
Harry hatte es gerade noch geschafft, um die Ecke zu biegen, ohne an ihr hängen zu bleiben „Du hast—Was?", fragte er perplex „Warum?!"
„Ich habe den Aufsatz schon geschrieben", wiederholte Draco ungeduldig „Oder hast du wirklich geglaubt, dass ich MEINE Bewertung in DEINE Hände gebe?! Deine Unterrichtsbeiträge sind grottenschlecht! Davon lasse ich mir meine Note nicht versauen!", sagte er sauer „Du bist eine Niete in Zaubertränke!"
„So schlecht bin ich nicht", versuchte sich Harry zu verteidigen „Ich -hicks- bin besser als Neville"
„Jeder ist besser als Neville", erwiderte Draco und hob eine Augenbraue „Das ist keine Kunst"
Grummelnd wurde Harry um sechs weitere Ecken gezogen, ehe Draco vor einer Holztüre stoppte, die Harry noch nie gesehen hatte, obwohl er eigentlich schon lange an der Schule war „Wo sind wir?!", zischte er gleichzeitig verwundert und verärgert „Und was -hicks- machen wir hier?"
Draco ließ seinen Arm los und klopfte drei Mal an „Wir starten ein Schluckaufexekutionsmanöver!", sagte er energisch „Auf das der Schluckauf vernichtet werde!"
Fassungslos sah er den blonden Jungen an. War Malfoy verrückt geworden?
Dann ging die Türe auf und ein kleiner Hauself mit pinkfarbenen Socken und einem quietschgelben T-Shirt stand vor ihnen. Mit tennisballgroßen Augen sah es auf Harry und dann auf Draco „Master Malfoy", quietschte sie vergnügt „Schön, dass Sie uns mal wieder besuchen"
„Tag auch, Ally, können wir reinkommen?", fragte Draco höflich und Harry fegte es fast von den Füßen. Malfoy war freundlich zu einem Hauselfen?! Freundlich? Und höflich? War er krank? Hatte er Fieber?
Fieberhaft grübelte Harry über eine sinnvolle und einleuchtende Erklärung für dieses total unnormale Verhalten von Draco. Er war wohl wirklich verrückt geworden...
„Wir würden uns freuen", sagte die Elfe glücklich und ging einen Schritt zur Seite „Will Master Malfoy nicht eintreten? Hat Master Malfoy Hunger? Kann Ally Master Malfoy helfen?", erkundigte sie sich begierig, nachdem Draco und Harry Platz genommen hatten. Sie saßen auf Hockern an einem großen Holztisch an dem die Elfen wohl das Essen zubereiten mussten.
Draco überlegte kurz „Wir bräuchten Würfelzucker, ein kleines Glas Apfelessig, eine Scheibe trockenes Brot", sagte er „Und etwas Speiseeis wäre nicht schlecht, möglichst Schokolade", fügte er nach einer Minute hinzu, als die Hauselfen schon fleißig dabei waren alles zusammenzutragen.
Staunend sah er den Elfen zu. Aus allen möglichen Schränken und Kühlschränken zogen sie die Sachen hervor, um die Draco sie gebeten hatten. Aus Schränken, in denen fremde Obstbäume blühten, aus einer riesigen Gefriertruhe, die, als Harry einen zweiten Blick hineinwarf, wie der Nordpol aussah, ein kleiner Hauself musste aus dem Hogwartsgarten kommen, da er frische Äpfel bei sich hatte und es gab einen breiten Schrank mit Gewürzen, Ölen und Essigen.
Fünf Minuten war alles vor Draco drapiert worden. Er bedankte sich bei ihnen und bat sie wieder an die Arbeit zu gehen, um das Abendessen vorzubereiten „Sie werden sonst immer so aufdringlich, wenn sie nichts zu tun haben", erklärte Draco und erstaunte Harry noch mehr, als der aufstand und zu einem der Glasschränke spazierte.
„Du darfst dir doch nicht -hicks- einfach so etwas nehmen", sagte Harry entsetzt.
„Doch, das darf ich", erwiderte Draco trotzig und machte demonstrativ die Türen auf „Nicht war Ally?"
Die kleine Elfe tauchte neben Harry auf und nickte begeistert „Master Malfoy ist Stammgast und Ally und die anderen freuen sich immer riesig, wenn Master Malfoy sie besucht und Ally Master Malfoy bedienen kann"
Harry starrte die Elfe mit den pinkfarbenen Socken fassungslos an.
„Master Malfoy besucht uns oft", erzählte die Elfe aufgeregt „Er kann machen was er will"
Draco kam mit einem zwei Gläsern Wasser zurück „Da hörst du es, Potter"
„Es hören und -hicks- es glauben", sagte Harry vorsichtig, nachdem Ally wieder verschwunden war „Sind zwei paar Schu-hicks-he"
„Denk' von mir aus, was du willst", sagte Draco und schob Harry das Glas Apfelessig hin „Aber trink das hier, wenn du denkst"
Harry blickte das Glas skeptisch an „Warum?"
„Damit ich sehe, wie du dich ekelst!", zischte Draco ungeduldig.
„Warum?!"
„Ich wusste schon immer, dass du begriffsstutzig bist", stöhnte er „Aber so blöd bist auch nur du!" Er hielt ihm das Glas unter die Nase „Du sollst trinken, damit der Schluckauf vielleicht endlich weggeht!"
Widerwillig nahm Harry das Glas mit der hellgelben Flüssigkeit in die Hand, betrachtete es skeptisch und nach reichlicher Überlegung und einem schmerzhaften Fußtritt von Draco, trank er das Glas mit einem Schluck auf.
„Uäääh", brach es aus ihm heraus, als ihn ein Schauer überkam.
Draco musste sich ein Grinsen verkneifen „So widerlich, hm?", erkundigte er sich mit gespieltem Ernst.
„Ja, so widerlich...", grummelte Harry und versuchte gleichmäßig zu atmen, vielleicht ging dieser verdammte Schluckauf ja mit Essig endlich weg.
Doch dem war nicht so. Er hickste keine zehn Sekunden nachdem er das leere Glas abgestellt hatte. Draco musste sich schrecklich zusammenreisen, dass er Harry den Mund nicht einfach zuzauberte, wie sein Vater es bei seiner Mutter immer gemacht hatte, wenn sie ihn ohne jeglichen Grund anschrie.
Draco schnappte sich eine trockene Scheibe Weißbrot und überreichte sie Harry.
„Was soll ich damit?", fragte Harry verwirrt und starrte das Stückchen Weißbrot überrascht an „Vögel füttern?"
Verärgert warf Draco ihm einen Blick zu der sagte „Iss oder stirb und stell keine so doofen Fragen"
Missmutig schnappte sich Harry die Scheibe Weißbrot und kaute an dieser herum. Er konnte sich nicht helfen, aber dieses Verhalten von Draco machte ihn nervös. Zuerst zog er Harry aus, dann musste er die Aufgaben nicht mehr machen und jetzt sorgte sich Draco darum, dass Harry diesen Schluckauf loswurde. Es war alles ziemlich ungewöhnlich. Und diese Scheibe Weißbrot schmeckte nach gar nichts.
„Hilft's?", erkundigte sich Draco. Mit großen Augen starrte er Harry an und wartete gespannt darauf, dass er Schluckauf aufhören würde.
Aber der Schluckauf ließ Harry nicht los. Der war wie ein Blutegel, wenn er sich einmal festgesetzt hatte, würde er so schnell nicht weggehen „Nein", sagte Harry langsam „Ich glaube –hicks- der Schluckauf hat sich in mir festge-hick-setzt"
Draco war der Verzweiflung ziemlich nahe, als er Harry hicksen hörte. Dieser verfluchte Schluckauf! Das durfte doch nicht wahr sein, wieso war der denn so hartnäckig? Er hatte doch fast alles versucht, was sonst immer geholfen hatte. Essig, Ablenkung, Erschrecken, sogar die Anspannung der Bauchmuskulatur. Nichts half. Er würde zu härteren Mitteln greifen müssen.
Wortlos schob er Harry, der nun einem Häuflein Elend glich, ein Stück Würfelzucker zu.
Kritisch beäugte er das weiße Würfelchen, wagte es aber nicht etwas zu sagen, in der Angst, er könnte Draco noch weiter verärgern und schob das Stückchen Zucker auf seine Zunge. Draco wollte ihm eigentlich nur helfen, was allein eigentlich schon Anlass zur Sorge geben müsste, aber wenn dieser Schluckauf endlich aufhören würde, würde er sogar Dracos Hilfe beanspruchen.
„Spürst du die Wirkung?", fragte Draco und beobachtete den lutschenden Harry mit argwöhnischem Augen „Fühlt es sich ruhiger an?"
Harry schüttelte seinen Kopf.
„Lutsch weiter...", grummelte Draco und warf sich mit dem Oberkörper auf den Tisch „Und um Himmels willen", fügte er ungehalten hinzu, als er seinen Kopf hob, um Harry in die Augen zu sehen „Hör endlich auf, mich so anzustarren, als würde ich mich jeden Moment in ein Frettchen verwandeln, das werde ich nämlich nicht"
Harry wandte seinen Blick von dem Jungen mit den nebelgrauen Augen ab und versuchte sich auf etwas anderes zu konzentrieren, um nicht immer wieder daran denken zu müssen, warum Draco ihm half und warum zum Henker er plötzlich so nervös in dessen Gegenwart wurde.
Harry spürte, wie sich der Zucker langsam in seinem Mund verteilte und wie sich die Kristalle auf seiner Zunge auflösten. Doch der Schluckauf war selbst, nachdem er schon keinen Zucker mehr schmecken konnte, noch da.
„Du bist der erste Mensch, Potter", zischte Draco und warf seine Arme verärgert in die Luft „Bei dem sich der Schluckauf so festgesetzt hat!" Er schüttelte seinen Kopf „Man könnte glatt meinen, dass er sich in dich verknallt hat, weil er gar nicht mehr weggehen will"
Erstaunt sah er ihn an „Schluckauf kann sich nicht verknallen", schmunzelte Harry und wunderte sich, wie Draco auf so etwas Absurdes kommen konnte. Schluckauf soll sich verknallen... Also wirklich.
„Das sagt man doch nur so!", schrie Draco sauer „Bist du denn nur blöd?!"
Harrys Mund formte sich zu einem „Oh" als ob er verstanden hätte, was Draco meinte, doch nachdem er die Stirn in Falten legte, wusste Draco, dass es nicht so war.
„Schon gut", sagte er erschöpft „Lass gut sein..."
„Ich bin nicht –hicks- blöd", murmelte Harry schmollend „Und Schluckauf verknallt sich –hicks- nicht einfach so in mich"
Draco hatte Mühe sich zu beherrschen und ihm nicht eine zu knallen. Er war sich zwar sicher, dass Harry es verdiente, aber ob der Schluckauf davon weggehen würde, da war er sich nicht sicher. Und schließlich wollte er es nicht mit dem „Wehe du krümmst Harry auch nur ein einziges Haar" Club aufnehmen müssen.
Er stand auf und holte das Eis aus der Gefriertruhe, wo Ally es für ihn bereitgestellt hatte, damit es nicht schmolz, und schob es zu Harry, der die Schüssel mit Eis überrascht ansah.
„Frag nicht", raunzte Draco und löffelte ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren sein Schokoladeneis.
Harry schnappte sich seinen Löffel und begann sein Eis, das nach Erdbeere schmeckte, zu lutschen. Er traute sich erst gar nicht zu Draco zu sehen, wie der sein Eis aß. Es war ja wohl wirklich nichts außergewöhnliches, wenn ein Junge an seinem Löffel lutschte, als ob es--- Nein, es war wirklich nichts besonderes... Aber die Art und Weise, wie Draco seine Zunge über den Löffel gleiten ließ--- und seine Lippen--- Es war doch nur MALFOY!
Überrascht, dass seine Hormone für einen Moment die Oberhand gewannen, blieb Harry sein Eis im Hals stecken und er begann zu husten. Dracos Kopf schnellte nach oben und als er Harry husten hörte, war er im nächsten Moment neben ihm, um diesem auf den Rücken zu klopfen.
„Geht's wieder?", fragte er leise und ließ seine Hand auf Harrys Schulter liegen.
Harry konnte aus den Augenwinkeln sehen, wie besorgt Draco aussah und richtete sich augenblicklich auf „Mir geht's schon besser", brachte Harry hustend heraus.
Mit wachsamen Augen setzte sich Draco zurück auf seinen Platz. Harry war schon hellblau angelaufen, das war gar nicht gut, dachte Draco sich. Wenn Harry nun keine Luft mehr bekommen hätte? Und er wäre Schuld gewesen... Sicher, er hatte es sich schon oft vorgestellt, wie es wäre, Harry Potter umzubringen, vor allem, weil der Kerl ihn wirklich den letzten Nerv raubte, aber als Harry ihn letztes Jahr so furchtbar verwundet hatte, hatte er viel nachdenken müssen und war zu dem Entschluss gelangt, dass es schrecklich langweilig sein würde, ohne so eine elende Nervbacke, wie Potter. Es wäre nicht mehr das Gleiche.
„Danke", keuchte Harry dankbar und sah auf sein Eis „Willst du meines noch?", erkundigte er sich und verblüffte Draco mit diesem Vorschlag, dass dieser ihm mit großen Augen und offenem Mund anstarrte „Was hast du denn?"
Draco brachte kein Wort heraus. Das einzige was er machen konnte, war zu nicken und ein „Danke", herauszubringen, als Harry ihm sein Eis überließ.
Stillschweigend löffelte Draco sein Schokoeis und das Eis von Harry, der demonstrativ in alle anderen Richtungen sah, um ihm nicht beim Eisessen zusehen zu müssen. Es würde keinen Guten Eindruck machen, wenn er den Jungen, den er am Meisten verabscheute, mit sehnsüchtigem Blicken ansah und dabei aufpassen musste nicht zu sabbern.
„Und?", fragte Draco nach einer Weile „Wie geht's dem Schluckauf?"
Harry horchte in sich hinein und wartete.
Doch ein einziges „Hicks" zerstörte alle Hoffnungen.
TBC
Winnie
evilgrin: Hormone, die die Oberhand gewinnen... Daraus lässt
sich noch viel machen...
Harry starrt sie verängstigt an:
Was hast du denn vor?
Winnie guckt ihn unschuldig an: Wieso? Was
sollte ich den vorhaben, Harry?
Harry runzelt die Stirn: Ich
seh's dir doch an!
Draco lugt über Harrys Schulter und
nickt: Sie hat schon wieder diesen Gesichtsausdruck
Winnie
grinst: Welchen Gesichtsausdruck?
Harry zuckt zusammen: SLASH!
Das ist der Slashgesichtsausdruck!!!
Draco stöhnt: WAS?
Nicht schon wieder.
Winnie zuckt die Schultern: Was wollt ihr
schon dagegen machen?
Harry und Draco sehen sich an und nicken.
Winnie verwirrt: Jungs? Hallo? Was habt ihr denn vor? Nein!
Lasst mich runter! Nicht! Ich will nicht in den Schrank unter die
Treppe! Bitte nicht...
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