So, da bin ich wieder, frisch zurück aus dem Urlaub. Hier kommt auch schon das zweite Kapitel. Nochmals Danke an alle, die gereviewt haben!
Das letzte Mal vergessen: Disclaimer: Alles irgendwie bekannte aus dem Harry Potter-Universum gehört JKR und/oder Warner Bros. Inc. Mir gehören nur der Plot und unwichtige OC's.
Chapter 2: Der erste Besuch in der Höhle des Löwen
Die beiden Freundinnen hatten den Tag so gut es ging totgeschlagen und Rachel hatte auch noch bei den Evans zu Abend gegessen, was das Verhältnis der Familie bei Tisch sehr gelockert hatte. Sonst wäre Lily wohl nichtmal zum Abendessen heruntergekommen, auch wenn sie jetzt es nicht lassen konnte, ihre Eltern böse anzufunkeln.
Später standen die beiden Mädchen vor dem Kamin und verabschiedeten sich. „Die nächsten Tage können wir uns nicht sehn, Lil. Meine Oma kommt zu Besuch. Aber am Samstag geht's, soll ich dann vorbeiflohen?"
Lily wollte gerade antworten, als ihre Mutter aus der Küche rief: „Am Samstag kann Lily nicht, da fahren wir alle zum Abendessen nach Godric's Hollow zu den Potters."
Lily traf der Schlag. „Was?", donnerte sie zurück. „Wann habt ihr das denn beschlossen?"
„Heute Nachmittag. Ganz kurzfristig."
„Das könnt ihr vergessen! Ich fahre da nicht hin!" schrie sie und rannte aus dem Raum „In meinem ganzen Leben nicht!"
Ohne sich weiter um ihre Eltern oder auch um Rachel, die ihr mitleidig nachsah, zu kümmern, lief Lily hoch in ihr Zimmer.
Sie weinte nicht mehr. Diese Verzweiflung war gewichen. Sie konnte es einzig und allein nicht mehr verstehen, dass ihre Eltern ihr so etwas antaten. Unverstanden von der ganzen Welt verkroch sie sich die nächsten Tage in ihrem Zimmer, nur in der Gesellschaft ihres kleinen Katers. Ihre Eltern ignorierte sie geflissentlich, egal was sie taten und sagten.
Sie war unzufrieden. Die ganzen Tage lang. Bald war es Samstag. Da sie nicht mehr mit ihren Eltern sprach, wusste sie nicht ob diese vielleicht schon von dem Gedanken zu den Potters zu fahren, Abstand genommen hatten. Sie warf einen Blick aus dem Fenster. Die Sonne schien, der Himmel war blau. Das waren wirklich herrliche Osterferien. Beinahe schon Frühsommerwetter. Sie ließ den Blick über den Garten schweifen, den Ort an dem sie früher so viel Spaß gehabt hatte. Sie hatte dort als kleines Mädchen mit ihrer Schwester gespielt, mit dem Hund der Nachbarn getobt, mit ihrer Familie Geburtstage gefeiert. Bei diesen Erinnerungen wurde ihr ganz anders. Sollte das alles vorbei sein? Sie liebte ihre Eltern. Sie würde auch alles für sie tun, aber was sie von ihr erwarteten war unglaublich. Sie wollten sie verheiraten. Ja, hatten sie schon versprochen. An jemanden, den sie einfach nicht ausstehen konnte. Unfassbar!
Da sie nicht wusste wie ihre Eltern heute drauf waren, ob sie immer noch wegfahren wollten oder ob sie diesen Plan schon verworfen hatten, blieb sie den ganzen Tag in ihrem Zimmer. Ihre Zimmertür hatte sie verschlossen. Die letzten paar Tage hatte sie ihr Zimmer praktisch nicht verlassen, heute blieb sie die ganze Zeit drin.
Am gegen Abend drückte plötzlich jemand die Türklinke ihrer Tür hinunter. Lily, recht erschrocken, da sie gerade in einem Buch gelesen hatte, dabei aber so in Gedanken versunken war, dass sie eh kein Wort verstand, blickte auf. Das hatte sie schon immer gehasst! Dass ihre Eltern seit jeher ihr Zimmer ohne Anzuklopfen betraten, im Klartext: aus heiterem Himmel plötzlich die Tür aufrissen! Aber nun war die Tür abgeschlossen. Sie atmete erleichtert aus. Niemand konnte sie nach Godric's Hollow, zum Anwesen der Potters, zwingen!
Etwas später klopfte es. „Lily?"
Es war ihre Mutter. Eigentlich wollte Lily gar nicht reagieren, grummelte dann aber doch: „Was?"
„Ich habe dir was zum Anziehen mitgebracht und dann machst du dich bitte hübsch, wir wollen um sieben los!"
Lily dachte nicht im Traum daran. Sollten sie doch alleine gehen. Bald darauf hörte sie wieder die Stimme ihrer Mutter. „Lily! Jetzt benimm dich bitte und zieh dich um!"
Lily seufzte. Vielleicht sollte sie die Geduld ihrer Eltern nicht überstrapazieren. Sie wartete, bis es wieder still wurde, öffnete dann ihre Tür durch die Monty auch gleich hinaus schlüpfte. Ihre Mutter hatte ihr eigentlich sehr schöne Sachen mitgebracht. Einen langen weißen Rock und ein grünes T-Shirt. Wenigstens etwas Positives. Seufzend nahm sie die Sachen mit in ihre Zimmer, zog sich um und verschwand dann im Bad.
Schließlich ging sie fertig die Treppe hinunter und in die Küche. Ihre Eltern und Petunia warteten schon.
„Lily, setz dich bitte", wies ihr Vater sie an. „Wir werden dort hingehen und du wirst dich von deiner besten Seite zeigen. Du wirst höflich und freundlich sein."
Lily zog einen Schmollmund.
„Lily, wir wollen nur das beste für dich. Versteh uns doch! Das ist so eine gute Partie für dich!" sagte ihre Mutter dazwischen.
„Also, jetzt flohen wir nach Godrics Hollow. Ich kann dich wirklich vor den Traualtar zerren, also mach es uns allen einfach. Marie, geh du doch mit Lily vor."
Ihre Mutter packte Lily wie ein Kleinkind an der Hand. Als ob sie sich jetzt so daneben benehmen würde…
Gemeinsam flohten sie zum Anwesen der Potters.
Als sie mit ihrer Mutter aus dem Kamin in stieg, erwartete sie schon eine Frau mit roten Haaren in einem hübschen Kleid und strahlte die Gäste an.
„Lilian! Wie schön dich kennen zu lernen! Ich bin Elisabeth Potter. Mein Mann heißt Harold, er wird auch gleich kommen."
Sie wollte nicht wirklich antworten, sondern einfach so unhöflich sein, dass seine Eltern es sich vielleicht noch mal überlegten. Die Hand ihrer Mutter umfasste ihr Handgelenk immer noch so fest, dass sie sich zu einem schwachen Lächeln zwang. Ihren Sprechstreik würde sie aber nicht aufgeben.
Hinter ihnen traten noch ihr Vater und Petunia aus dem Kamin.
„Kommt doch bitte mit in den Salon", sagte Mrs. Potter als sie ihn auch begrüßt hatte und ging voran durch die Eingangshalle bis in einen großen Raum. Der ‚Salon' war freundlich und großzügig eingerichtet, darin stand auch ein riesiger Esstisch.
„Setzt euch doch schon, das Essen wird bald aufgetragen." Ihre Eltern gingen sofort zu dem Tisch und setzten sich. Lily war noch zu geschockt von dem ganzen Ausmaß des Anwesens. Bei einem flüchtigen Blick aus dem Fenster hatte sie gesehen wie weit sich das Grundstück noch erstreckte und wie hoch das unglaublich große Haus war. Sie hatte nicht gewusst, dass James Potter quasi in einem Schloss lebte! Außerdem war sie sich noch nicht ganz so sicher wie sie sich nun hier verhalten sollte.
Eine Tür ging auf und nun betrat Mr. Potter das Zimmer. Ein großer, recht gut aussehender, dunkelhaariger Mann. Eigentlich sah er James sehr ähnlich. Lily konnte sich gut vorstellen, dass sein Haar früher mal genauso wirr war wie das seines Sohnes. Gekleidet war er mit einem feinen Anzug. Er nickte Lily zu. „Hallo, Lilian." Dann ging er hinüber zum Tisch. Lily glaubte ihren Eltern nun wirklich, dass sie sich mit den Potters angefreundet hatten, so herzlich wie sie miteinander umgingen. Nur Petunia saß genauso dumm da wie immer, und funkelte den Hauselfen, der ihr etwas zu trinken einschenkte böse und angewidert an.
Jetzt hörte sie wieder Schritte und wandte sich um. James und Sirius kamen nun auch noch in den Raum. Lily und James starrten sich an. Beide wohl recht unglücklich.
Mrs. Potter rief zu ihnen rüber: „Nun kommt schon her und setzt euch! Wie lange wir uns doch schon auf dieses Ereignis freuen, dass wir uns mal alle sehen!"
Lily blickte sie wie vom Donner gerührt an.
Schließlich sagte Sirius: „Hallo Evans. Jaaah… wie lange wir dich doch schon erwarten." Belustigt wackelte er mit den Augenbrauen.
Das brachte Lilys Schweigen zum brechen. „Das du das witzig findest war ja klar, Black. Erfreust dich an dem Pech anderer Leute!"
„Du weißt doch, Lilyflower, ich bin ein fröhlicher Mensch."
„Kommt ihr drei?" rief Mr. Potter nun auch.
Sie nahmen nun auch am Tisch Platz. Lily wählte das kleinere Übel und setzte sich neben ihre Schwester. Die Eltern begannen sich sofort über irgendwelche unwichtigen Dinge zu unterhalten und Lily war ganz froh, dass sie nicht direkt angesprochen wurde. Wahrscheinlich hatte ihre Mutter seine Eltern instruiert nicht direkt die Hochzeit anzusprechen, damit die Situation nicht eskalierte. Sie saß nun James gegenüber, und spürte seinen Blick auf ihr. Ihren Blick hielt sie gesengt. Nicht, dass doch jemand auf die Idee kam sie anzusprechen. Ihre Haare versteckten teilweise ihr Gesicht. Sie hatte so das Gefühl sich darunter verstecken zu können. Sie wollte James nicht ansehen. Und dann der Gedanke ihn zu heiraten! Sie mochte ihn doch nicht mal! Warum geschah ihr das? Es gab so viele Mädchen, die sich die Finger danach lecken würden, James Potter heiraten zu können. Warum also gerade sie?
Sie würde einfach die Zeit hier absitzen, kein Wort sagen und beten, dass es bald zu Ende war. Darüber, wie sie den Kelch an sich vorübergehen lassen könnte, konnte sie sich auch später noch Gedanken machen.
Sie studierte die Maserung des Holztisches und versuchte die frohen Stimmen ihrer Eltern zu verdrängen. Wenigstens sagte James nichts. Vielleicht hätte sie ihn sonst erwürgt. Aber er schien ja auch nicht ganz zu wissen, was hier vor sich ging.
„Lily!" hörte sie nun die ungeduldige Stimme ihrer Mutter.
Sie schaute auf und funkelte sie an. „Ja?"
„Antworte bitte wenn du gefragt wirst."
Schämte sie sich für ihre Tochter und versuchte das mit Wut zu überspielen? Lily seufzte. Hier hatte sie eh keine Chance sich zu widersetzen, dass ließ ihre gute Erziehung nicht zu.
„Ähm, ja, bitte?" fragte sie also.
„Ich hatte dich nur gefragt wie es so in der Schule bei dir läuft", sagte Mrs. Potter freundlich. Lily konnte nicht anders als sie anzulächeln. Irgendwie war ihr diese Frau sympathisch, auch wenn sie mit daran schuld war, dass sie in dieser Misere war, aber sie hatte so ein Glänzen in den Augen.
„Oh, ganz gut soweit. Bald sind ja die UTZe, dafür werden wir wohl viel lernen müssen. Die Schulsprecherarbeit ist eigentlich auch machbar."
Mrs. Potter nickte. „James, warum erzählst du immer, du würdest so viel für dein Schulsprecheramt extra machen müssen?"
James rang sich zu einem schiefen Lächeln durch. „Weißt du, Mum, jeder versteht anders was ‚viel' ist. Aber es geht eigentlich."
„Und könnt ihr gut zusammen arbeiten?"
Lily und James sahen sich wieder an. Keiner wusste was zu antworten. Sie hatten es geschafft sich irgendwie zu arrangieren. Sie kratzen sich zumindest bei der Arbeit nicht die Augen aus. Auch wenn sie sich sonst ja oft stritten.
Sirius räusperte sich. „So, da die beiden sich nur anstarren. Also ich denke, sie vertragen sich grade so einigermaßen."
Mittlerweile war das Essen gekommen und Lily rettete sich vor weiteren Fragen, während das Tischgespräch wieder gänzlich unter den Erwachsenen geführt wurde.
TBC
