Jetzt hätt' ich doch fast vergessen, das neue Kapitel hochzuladen... aber hier kommt es ;-) Viel Spaß!


Chapter 3: Das Badezimmer

Oder: Eingesperrt

Nach etwa zwei Stunden, sobald alle Gänge durch waren, baten die Potters ihre Gäste ins Wohnzimmer. Ein schöner Kamin in dem Feuer prasselte wärmte den Raum. Viele Bilder von bekannten Zauberern schmückten die Wände.

Sie setzten sich auf die rote Couchgarnitur. Mr. Evans räusperte sich. „Also, vielen Dank nochmals für das schöne Essen. Ich denke wir könnten nun langsam mal", er warf seiner Tochter einen warnenden Blick zu, „weitere Details der nahenden Vermählung besprechen."

Lily blickte zu Boden und versuchte sich zu bändigen. Sie hoffte inständig bald nach Hause zu können. Mittlerweile hatte es draußen angefangen zu regnen. Dies passte hervorragend zu Lilys aktueller Stimmung.

Mrs. Potter sprach schon einige Zeit über Sachen wegen der Hochzeit, wobei Lily nicht zuhörte, der bloße Gedanke war für sie schlimm genug, als dass sie mehr darüber wissen wollte, da klopfte es an der Tür. Ein kleiner Hauself steckte den Kopf zur Tür rein. „Sir, Goggy entschuldigt sich tausendmal wegen der Störung, aber es ist wichtig, Sir."

Mr. Potter erhob sich. „Ich komme." Damit ging er aus dem Zimmer.

„Also, ja. Die Hochzeit soll am besten direkt nach dem Ende des Schuljahres stattfinden. Wir haben das wichtigste schon alles vereinbart. Man müsste nur noch einen Vertrag aufsetzen und dann -"

Die Tür sprang auf. „Schatz! Es gab einen Angriff. Ist aber wohl nicht ganz so schlimm. Ich muss noch mal weg! Aus Sicherheitsgründen wird gleich das Flohnetzwerk überall gesperrt! Ich habe keine Zeit mehr!" Damit war Mr. Potter schon wieder aus dem Wohnzimmer entschwunden.

James und Sirius sprangen auf und eilten ihm nach. Lily sah ihnen erschrocken nach.

Mrs. Potter schien ebenso erschrocken, stand auf und ging zur Tür. Bevor sie sie erreichte kam Sirius schon wieder. „Er ist schon weg. Und gleich nach ihm hat sich der Kamin verschlossen." Sein Blick huschte zu den Evans.

Dann kam auch James wieder ins Wohnzimmer. „Ich habe Goggy gefragt. Anscheinend gab es einen Angriff von Todessern in der Winkelgasse. Aber es ist wohl niemand zu Schaden gekommen und sie konnten größtenteils gefasst werden. Dad musste jetzt noch mal ins Büro." Als er Lilys fragenden Blick sah, fügte er hinzu. „Mein Vater ist der stellvertretende Zaubererminister."

Mrs. Potter nickte. „Nun, ich glaub wirklich, dass es nicht so schlimm ist. Allerdings könnt ihr jetzt nicht mehr nach Hause, wenn das Flohnetzwerk vorsichtshalber gesperrt wurde. Und das Wetter ist jetzt so schlecht, da könnt ihr auch nicht anders fahren. Ihr werdet wohl hier übernachten müssen."

Lily stöhnte leise. Das durfte doch nicht wahr sein… jetzt musste sie noch länger hier bleiben. Ihr Vater, der ihr Aufstöhnen gehört hatte, warf ihr auch sogleich einen bösen Blick zu. Ihre Mutter bedankte sich für die Gastfreundschaft von Elisabeth Potter.

„Wir haben leider nur ein Gästezimmer. Petunia kann mit dort auf dem Sofa schlafen. Ich denke Lily kann sich auch mit bei James im Zimmer arrangieren."

„WAS?" tönte es aus zwei verschiedenen Richtungen. Im Gegensatz zu Lily verstummte James aber gleich wieder. Als Sohn eines in der Politik so wichtigen Mannes musste er sich halt zurückhalten.

Lily hingegen platze nun endgültig der Kragen. „Verdammt noch mal! Ich will Potter nicht heiraten, versteht ihr das denn nicht?! Ich will einfach nicht! Und ich werde ganz bestimmt nicht mit in seinem Zimmer übernachten! Wo sind wir denn hier? Ich fass es einfach nicht!" Sie rannte aus dem Raum. Und einfach immer weiter. Dieses Haus hatte ja unglaublich viele Flure. Sie war irgendwo falsch abgebogen, aber mit einigen Umwegen fand sie zurück zur Eingangshalle. Sie warf einen sehnsüchtigen Blick auf den Kamin, aber sie wusste ja, dass das Netzwerk zurzeit nicht ging. Minutenlang stand sie einfach nur da, lauschte und versuchte sich zu beruhigen.

Und schon hörte sie wieder Schritte. Ihr Vater kam. Sie wappnete sich innerlich schon mal dagegen, was sie jetzt wieder zu hören bekommen würde.

„Lily! Willst du uns blamieren? Das du sich so aufführst! Unglaublich! Deine Schwester würde sich niemals so aufführen!" sagte ihr Vater scharf, als er auf sie zukam.

„Dann verkauf doch sie an Potter!" schrie Lily verzweifelt.

Ihr Vater packte sie am Arm und zerrte sie hinter sich her. „Wie witzig! Du wirst ihn heiraten, keine Widerrede." Während Lily sich noch wehrte und wand hatten sie schon zwei Treppen und einen weiteren langen Flur passiert.

„Ich kann nicht fassen, dass ihr mir so was antut!"

„Reiß dich zusammen, geh da rein und denk mal darüber nach was du uns schuldig bist!" Er hatte eine Tür geöffnet und stieß sie nun in das Zimmer. „Gute Nacht!" Damit schloss es die Tür und man hörte einen Schlüssel im Schloss drehen.

Lily saß wie erschlagen auf dem Boden, Tränen rannen ihre Wangen hinab. Als sie hörte, dass offenbar abgeschlossen wurde, sprang sie auf, hängte sich mit ihrer letzten Kraft an die Klinke und versuchte die Türe zu öffnen. Aber sie ging nicht auf und Lily ließ sich an der Tür auf den Boden sinken und schluchzte.


James Potter, der bis dahin schweigend auf seinem Bett gesessen hatte, immerhin war dies sein Zimmer, richtete sich auf. Nachdem Lily aus dem Wohnzimmer gerannt war, hatte seine Mutter Sirius und ihn auf ihre Zimmer geschickt und war selber gegangen um Marie Evans das Gästezimmer zu zeigen.

„Lily?"

Erschrocken wirbelte sie herum und sah ihn an. Bevor er etwas Weiteres sagen konnte, fragte sie: „Hast du ein Bad?"

Er nickte und deutete mit dem Kopf in Richtung einer anderen Tür. Schnell stand sie auf und ging, sich die Tränen aus den Augen wischend, ins Badezimmer. Verzweifelt stützte sie sich auf dem Waschbecken ab, klatschte sich kaltes Wasser ins Gesicht und betrachtete ihr Gesicht im Spiegel.

Das konnte doch alles einfach nicht wahr sein! Warum bloß? Sie konnte die Situation nicht verstehen. Warum taten ihre Eltern ihr so etwas an?

Sie atmete tief durch und sah sich erstmal im Bad um. Es war weißgefliest mit blauen Bordüren und Applikationen. Das Mondlicht schien durch das Fenster und erhellte einen Teil des kleinen Raumes obwohl es getrübt war durch den anhaltenden Regen. Vorsichtig tastete Lily sich im Dunkeln vor zum Lichtschalter.

Nun im Hellen setzte sie sich auf den ebenfalls blauweißen Badezimmerteppich. Eine weitere Träne bahnte sich den Weg über ihre Wange. Sie wischte sie weg. Warum weinte sie so sehr? Das war es gar nicht wert. Niemand konnte sie zwingen jemanden zu heiraten, den sie beim besten Willen nicht wollte. Es war bestimmt nur alles ein böser Traum.

Ihr Blick fiel auf eine rote Stelle auf ihrem Handgelenk, an der ihr Vater sie gepackt hatte um sie hierher, in James Zimmer, zu zerren. Warum überhaupt sein Zimmer? Es konnte ja wohl nicht sein, dass in so einem großen Herrenhaus kein weiteres Gästezimmer war! Sie sah wieder zum Fenster. Konnte sie vielleicht rausklettern? Nein, es war der zweite Stock und es waren auch keine Bäume in der Nähe über die sie hätte klettern können. Ihr Zauberstab? Verflucht! Den hatte sie in der kleinen Tasche, die sie mitgenommen hatte, und die hatte sie an der Garderobe in der Eingangshalle der Potters stehen gelassen.

„Lily?" James klopfte an die Tür. „Alles in Ordnung?"

Sie antwortete nicht. Sie wollte nicht mit ihm sprechen. Ihn nicht sehen.

Langsam öffnete er die Tür und guckte vorsichtig ins Bad. Sie saß immer noch genau so auf dem kleinen Teppich. „Alles okay?" fragte er besorgt.

Sie starrte auf den gefliesten Boden und nickte langsam.

„Gut. Ich dachte schon…"

„Was?" fragte sie müde. „Dass ich mir die Pulsadern aufschneide?" Sie guckte traurig.

„Nun, ja, irgendwas in die Richtung." Er lächelte schief, unsicher, auch nicht wissend was man in so einer Situation sagen konnte. „Bleibst du die ganze Nacht dort sitzen, oder…"

Wieder glitzerte eine Träne in ihren Augen. Er machte einen Schritt auf sie zu, aber sie rutschte nur ein Stück weiter weg. Dann hob sie den Blick und sah ihn an. „Nein, ich komme auch wieder heraus aus dem Bad." Sie stand langsam auf und ging an ihm vorbei, während er ihr die Tür aufhielt. In seinem Zimmer ließ sie sich gleich wieder auf den Boden sinken. Es lag ein weicher, weißer Teppich auf dem Parkett.

„Möchtest du ein Taschentuch?" Sie so zu sehen tat ihm in der Seele weh.

Lily nickte. Er reichte ihr ein paar Taschentücher und setzte sich wieder auf sein Bett, das Gesicht in den Händen verborgen. Nichts rührte sich. Die Stille war fast unerträglich. Draußen blitze es. Sie stand auf und ging hinüber zum Fenster. Der Mond war noch höher gestiegen. Trotz der Wolken und dem Regen konnte sie viel erkennen. Sie sah auf die Terrasse und den Garten. Die Potters hatten wirklich ein großes Anwesen. Dann wandte sie sich um und ging wieder durch das Zimmer. James hatte den Kopf auf den Armen abgestützt und beobachtete jeden ihrer Schritte, aber sie achtete nicht darauf. Als sie an der Tür war drückte sie ein weiteres Mal kraftlos die Klinke hinunter. Natürlich war sie immer noch verschlossen. Lily wusste das auch. Aber deprimierte und verzweifelte Menschen klammern sich auch an auswegslose Gedanken, wie dass die Tür doch plötzlich aufginge. Dann könnte sie das Haus verlassen, irgendwohin verschwinden. Oder einfach nur in die Schule. Sie fühlte sich verletzt von ihren Eltern. Seufzend wandte sie sich von der Tür ab und wanderte wie ein eingesperrtes Tier im Zimmer hin und her.

Sie spürte seinen Blick auf sich und fragte: „Warum sagst du nichts?"

„Was soll ich denn schon sagen. Ich weiß doch auch nicht weiter."

Lily setzte sich kurzerhand auf seinen Schreibtisch. „Du könntest zum Beispiel eine Idee haben wie wir hier rauskommen. Und überhaupt – wie es jetzt weitergehen soll. Das kann doch alles nicht wahr sein." Ihr kam ein Gedanke. „Das war doch bestimmt sowieso alles deine Idee!", ihre Stimme wurde immer lauter, „Na klar, jahrelang habe ich dich abgewiesen, ich wollte halt nicht dein Flittchen werden und jetzt willst du es mir heimzahlen!"

Er schüttelte den Kopf und sagte ruhig: „So denkst du also von mir?", er klang etwas enttäuscht, „das würde ich doch niemals tun… Ich habe es selber erst Anfang der Ferien erfahren. Deshalb habe ich dir doch auch den Brief geschrieben!"

„Welchen Brief denn?"

„Na, dieser Brief, in dem ich geschrieben habe, dass ich nicht Schuld bin."

Sie erinnerte sich an den Brief, natürlich, schließlich hatte er sie sehr gewundert. Sagte er die Wahrheit? „Und was sagst du zu dem Ganzen einverstanden?" fragte sie entgeistert.

„Ich kann nichts machen."

„Aber du bist ein Zauberer und volljährig!"

„Du doch auch."

„Aber nur halb, in der Muggelwelt ist man das erst mit 18. Deshalb können meine Eltern mich zwingen." Der Gedanke schauerte sie.

James seufzte. „Ich darf mich nicht widersetzen. Hier wäre der Teufel los – grade wegen der Position meines Vaters."

Lily ließ die Schultern hängen. „Warum tun sie uns das an?"

„Soweit ich weiß wollen meine Eltern nicht, dass ich irgendwen anschleppe der ihnen politisch oder was weiß ich nicht in den Kram passt…", dabei warf er ihr einen durchdringen Blick zu, der sie weggucken ließ. „Und deine wohl weil sie Geld brauchen."

„Wenn sie ihnen helfen wollen sollen sie ihnen halt was schenken! Außerdem glaube ich das eh nicht wirklich, ich würde doch wissen wenn wir so große Schwierigkeiten hätten, nein, da verkaufen sie erstmal schnell ihre Tochter!"

Sie verfielen in Schweigen. Ihr Blick huschte wieder zur Tür. „Kannst du nicht wenigstens die Tür öffnen?"

„Leider nein, die Türen in diesem Haus lassen sich nicht einfach durch einen Zauberspruch öffnen, wenn sie verschlossen sind…"

Draußen blitzte es. Kurz darauf donnerte es. Trotzdem umhüllte die beiden wieder Stille. Sie hörten die große Uhr auf dem Flur schlagen. Zwölf mal.

James fuhr sich mit der Hand durchs Haar, gähnte, legte die Brille ab und rieb sich die Augen. „Ich schlage vor, wir überlegen morgen weiter was wir machen."


tbc...


Ich hasse es auch wenn Autoren um Reviews betteln und ich will das auch gar nicht machen, ihr braucht euch auch keine große Mühe damit zu machen (schrecklich finde ich wie in einem deutschen Harry Potter Forum vorgegangen wird: 'schreibt sinnvolle reviews sonst werden die als Spam gelöscht!...'), es reicht vollkommen wenn ihr nur ein Wort dalasst ;-) Bei mir darf man das! :D