Here we go again! Danke an alle Reviewer ;-) Und hier ist schon das nächste Kapitel:
Chapter 7 : Briefe
In ihren Schlafsaal, der glücklicherweise noch leer war, warf sie sich aufs Bett und vergrub ihr Gesicht in den Kissen. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen, in ihrem Kopf war ein furchtbares durcheinander. Was sollte das? Sie verfluchte sich selbst für ihre Dummheit. Sie… nein, das durfte alles nicht wahr sein! Merlin, was machte er mit ihr? Nein, nein, nein. Sie zwang sich ruhig durchzuatmen. Sie wusste nicht, was sie nun fühlte. Immerhin… hasste sie ihn doch. Na gut, nein, sie hasste ihn nicht. Das wusste sie auch schon. Aber sie mochte ihn nicht. Sie mochte ihn nicht weil er sie immer nervte. Oder besser: genervt hatte. Denn das tat er gar nicht mehr. Es verwirrte sie. Warum hatte sie sich küssen lassen? Warum hatte sie den Kuss erwidert? Was empfand sie für ihn? Sie wollte schreien da sei nichts. Aber belog sie sich dann selber? Verdammt, sie wollte nichts für James Potter fühlen! Wollte sich nicht auch noch zu ihm hingezogen fühlen! Zumal sie ihn heiraten sollte. Sie wollte nicht ihr ganzes Leben mit ihm verbringen und erst recht wollte sie ihren Eltern nicht die Genugtuung geben, dass sie damit leben konnte. Freiwillig würde sie dort nicht das Jawort geben. Dem war sie sich sicher. Oh, wie sie ihr Leben doch manchmal hasste. Vielleicht sollte sie sich lieber Gedanken machen, wo sie nach der Schule unterkam. Sie bezweifelte, dass ihre Eltern sie noch Zuhause haben wollten wenn sie ihnen ihren Willen verweigerte. Vielleicht kam sie erstmal ein paar Wochen bei Rachel unter bis sie was Eigenes gefunden hatte. Aber sie hatte ja auch kaum Geld. Also müsste sie erst so schnell wie möglich Geld verdienen.
Etwas klopfte ans Fenster. Sie setzte sich auf und spähte hinüber. Vorm Fenster saß ihre Eule Meelyn. Schnell stand sie auf, ließ sie hinein und nahm ihr den Brief ab. Sie erkannte sofort die Handschrift als sie ihn entfaltete.
Lily,
Mum and Dad wollen, dass ich dir das schreibe. Denken, wenn sie dir schreiben würdest du es nicht lesen oder so. Nicht, dass ich ihnen nicht gesagt hätte, dass du meinen Brief höchstwahrscheinlich auch nicht lesen wirst und dass ich keine Lust habe dir zu schreiben, aber sie hören halt nicht. Sie lassen dir ausrichten, dass du am Samstag, direkt nachdem dein Zug dich aus der Beklopptenschule zurückgebracht hat, hier auftauchst. Da du es ja anscheinend in den Ferien auch alleine dorthin geschafft hast, müssen wir dich ja nicht aus London abholen. Am Sonntag um 11 Uhr ist deine Hochzeit in Godric's Hollow. Komm bloß pünktlich. Wenn wir dann endlich geldliche Unterstützung bekommen kann ich mir was Neues zum Anziehen kaufen. Außerdem sagen Mum und Dad, solltest du nicht hier am Samstag erscheinen, wirst du, da sie ja irgendeinen dummen Vertrag für dich aufgesetzt haben, dein blaues Wunder erleben.. Und dann wird's erst recht schlimm für dich. Weglaufen von der Kirche soll auch nicht möglich sein, genau weiß ich aber nicht was sie sich da beklopptes ausgedacht haben.
Wir sehen uns dann, ich muss leider zu deiner Hochzeit kommen. Aber ich erfülle Mum und Dad halt den Wunsch, wenn sie mich bitten mich auf der Hochzeit meiner Schwester blicken zu lassen, auch wenn sie ein Freak ist.
Petunia
Nur Petunia konnte so viele Gemeinheiten in einen einzigen Brief einbauen. Schon spürte Lily wieder heiße Tränen ihr Wangen hinunterlaufen. Erschlagen ließ sie sich wieder auf ihr Bett sinken. Nur noch drei Tage. Morgen gab es die Ergebnisse der UTZe und abends fand wie üblich das Abschlussfestessen statt und sie bekamen ihre Abschlusszeugnisse feierlich ausgehändigt. Samstag früh fuhr der Hogwartsexpress. Er fuhr all diese Kinder hier in die Ferien oder in den Beginn des richtigen Lebens, aber Lily sollte er in Ketten zurück nach Hause befördern. Sie hatte es sich verboten wegen dieser Sache zu weinen, aber jetzt ließ die Verzweiflung ihr keinen anderen Ausweg mehr.
Es dauerte nicht lange bis Rachel hoch in den Gemeinschaftsraum kam. Lily hielt ihr nur stumm den Brief hin.
„Klar ist es für sie einfach da aufzutauchen, sie soll ja auch nicht heiraten", murmelte Rachel, dann schloss sie ihre Freundin in die Arme. „Lils, vielleicht solltest du echt mal mit Gonni reden. Das geht doch einfach nicht so."
„Ich will da keinen mit reinziehen…" sagte Lily leise.
„Soll ich mal meinen Dad fragen, ob und wie man aus so einem Vertrag rauskommt? Er müsste so was wissen, er arbeitet doch in einer Abteilung wo sie hin und wieder mit magischen Verträgen und ähnlichem zu tun haben." Ja, Rachels Vater arbeitete im Ministerium. Aber da James Vater stellvertretender Zauberereiminister war ging das doch auch nicht.
„Nein, nachher bekommt er noch Ärger. Aber… wenn ich's irgendwie schaffe da rauszukommen, kann ich dann ein paar Tage bei euch wohnen?"
Rachel nickte: „Natürlich."
Am nächsten Morgen hatte Lily keinerlei Lust aufzustehen. Sie wusste, dass schon beim Frühstück ihre Ergebnisse auf sie warteten. Jede vergangene Minute brachte sie dem Augenblick näher, an dem sie das Schloss verlassen musste. Schließlich ging sie erst ganz spät. So, dass sie grade noch Frühstück bekommen würde, alleine hinunter. Rachel hatte sich nur schwer überreden lassen sie allein zu lassen, war aber dann doch schon vorgegangen. Der Gemeinschaftsraum war komplett leer. Sie stieg durch das Portraitloch, ignorierte die Fette Dame, die meckerte: „Spät dran, Miss Schulsprecherin, was macht das denn für einen Eindruck?" und wanderte weiter. Es war ihr egal, was sie für einen Eindruck machte. Sie hatte wirklich wichtigere Probleme.
Vor den Türen der großen Halle stand Remus. Ein Stein fiel ihr vom Herzen. Sie ging auf ihn zu. „Hast du schon gefrühstückt?" fragte sie.
Er schüttelte den Kopf. „Ich hab auf dich gewartet."
Sie blickte ihn dankbar an. Es kam nicht oft vor, dass die beiden zusammen frühstückten, da Remus meist bei seinen Freunden und Lily bei Rachel war. Sie setzten sich gemeinsam an ein Ende des Gryffindortisches, weit weg von den wenigen übrigen Schülern, die noch aßen.
Lily seufzte. Dann zog sie den Brief von Petunia aus der Tasche und reichte ihn Remus. „Kann ich irgendwas tun?" fragte sie. „Gibt es irgendeinen Ausweg?"
Er überflog rasch das Schreiben. „Ich wusste ja, dass deine Schwester gemein ist, aber so ein Brief ist eine Frechheit!" Auch er seufzte. „Ich wünschte ja, ich wüsste was dir… euch… hilft. Weißt du, James ist auch nicht glücklich."
Lily senkte den Blick. „Ich weiß."
Da landeten zwei Eulen vor ihnen. Beide sahen sie verärgert aus, dass sie so lange hatten warten müssen bis sie die Ergebnisse hatten überbringen können und hackten nach allem was sie von den Empfängern treffen konnten. Lily schaffte es irgendwie den Brief abzubekommen und überließ der grantigen Eule ihren Toast, da sie eh keinen Appetit hatte. Sie hatte in allen Fächern bestanden und natürlich sehr gut abgeschnitten. Ihre schlechten Fächer wie Wahrsagen hatte sie ja auch nach den ZAGs schon abgewählt. Früher war Lily sehr ehrgeizig gewesen. Sie hätte sich vielleicht gefreut wie eine Schneekönigin, dass ein kleiner Satz unten auf dem Pergament sie als ‚Jahrgangsbeste' nannte. Jetzt zauberte es ihr nur noch ein kleines Lächeln aufs Gesicht, wenigstens hatte sich die viele Arbeit die ganzen Jahre über gelohnt. Aber viel Interesse in ihre UTZe hatte sie nicht mehr wirklich. Sie spähte hinüber zu Remus Blatt. „Und, wie hast du abgeschnitten?"
„Alles super, meine Eltern werden sich freuen." Er strahlte.
Neben ihr ließen sich noch zwei Leute auf der Bank nieder. Sie wandte sich um. James Potter lächelte sie an, während sein Freund Sirius Black sich gleich noch mal an dem Frühstück gütlich tat.
Ihr Herz tat einen Hüpfer als James sich neben sie setzte. Am liebsten hätte sie es festgehalten oder geschlagen – das war jetzt einfach nicht mehr die Wirklichkeit. Sie grummelte: „Was macht ihr denn hier?"
„Pads wollte noch ein zweites Frühstück haben. Und als wir die Halle kamen und euch hier sahen, da dachten wir uns wir könnten uns doch zu euch setzen."
Sie senkte ihren Blick und starrte einfach nur ihren Teller an, auf dessen Rand noch immer die Eule saß und auf ihrem Toast rumpickte. Sie konnte es kaum aushalten hier neben ihm zu sitzen. Sie wehrte sich gegen alle Gedanken über ihn. Aus dem Augenwinkel sah sie wie Remus irgendeinen Zettel an James gab. Sie dachte erst es seien nur seine UTZ-Ergebnisse, aber dann wurde ihr bewusst, dass es ihr Brief war. Sie fuhr herum und wollte den Brief aus James' Hand reißen. „Gib das wieder her! Das ist meins!"
„Nun… ich weiß, du begreifst es nicht, aber so was betrifft mich auch, Lilyflower", sagte er ruhig.
Er hielt den Brief so hoch, dass sie ihn nicht erreichen konnte und überflog ihn rasch.
Dann seufzte er. „So geht das wirklich nicht weiter. Wir müssen uns jetzt an einen Tisch setzen und überlegen was wir tun."
„Wie sitzen doch schon an einem Tisch", warf Sirius wenig geistreich und mit vollem Mund ein.
„Danke, Padfoot."
„Wollte ja nur die Stimmung etwas auflockern…"
James sah Remus bittend an, der gedankenverloren nickte und sagte: „In Ordnung. Lasst uns mal in Ruhe miteinander sprechen."
Lily runzelte die Stirn. „Ich will aber jetzt nicht mehr mit euch sprechen." Sie war im Begriff aufzustehen und zu gehen.
„Ich weiß, du verdrängst alles, Lils", sagte James vorsichtig, „aber es wird jetzt wirklich ernst. Sonst sitzt du morgen nach Ankunft des Zuges in London allein auf der Straße und Sonntag wirst du heiraten müssen."
Nein, nein, nein! Sie wollte das nicht hören! Aber irgendwo hatte er ja Recht. Sie seufzte. „Okay, dann lasst uns raus auf die Ländereien gehen, hier drin haben die Wände Ohren…"
Wieder etwas kurz, ich weiß... Unter der Woche hab ich aber keine Zeit... also, müsst ihr euch trotz allem eine Woche gedulden bis zum nächsten... ist das aushaltbar? :-)
