Wohoo... schon Kapitel 10! Hätt' ich das je geahnt... Ach, Qutasch beiseite! Dankeschön euch allen, dass ihr mich bis hierher begleitet habt!


Chapter 10: Bettgeflüster, die zweite

Schnell wurde es wieder lockerer. Wieder mal, zu Lilys Überraschung, verstand sie sich recht gut mit den Maraudern. Die Zeit flog dahin. Sie machten sich einen schönen Abend und niemand dachte noch an morgen. Lily hatte sogar etwas von Ogdens Altem Feuerwhisky getrunken, nur um nach wenigen Schlucken zu beschließen, dass es ihr überhaupt nicht schmeckte. Sie lachten und machten Witze.

Irgendwann startete Lily eine Kitzelattacke auf Sirius, da er ihr immer wieder diesen unsäglichen Feuerwhisky anbot.

„Willst du, dass ich ganz betrunken werde?" lachte sie. Nicht zu erwähnen, dass sie das Kitzelduell ganz schnell verloren hatte, auf dem Boden lag und um Gnade winselte.

„Ausnahmsweise verschone ich dich mal."

Lily rappelte sich außer Atmen auf. James packte ihren Arm und zog sie auf seinen Schoß.

„Das will ich auch hoffen, Pads. Mach sie bloß nicht kaputt!"

Es kam für sie ziemlich überraschend, plötzlich wieder so eine Nähe. Ihr Magen überschlug sich. Weswegen jetzt genau konnte sie nicht sagen. So stand sie lieber schnell auf um sich dann neben ihm auf dem Sofa niederzulassen.

Langsam wurde es auch ruhiger. Es war auch schon tiefe Nacht. Aber weder Lily noch James wollten gehen. So würde der nächste Tag nur noch schneller kommen. Und sie würden vorher noch reden müssen.

Schließlich fielen Lily die Augen zu, ihr Kopf sank auf James' Schulter.


Kurze Zeit später wurde sie wieder wach und schreckte hoch. Nur, um sich sofort wieder runtersinken zu lassen. Schnelles Aufschrecken bekam ihr nicht so gut. Sie blickte sie um. James hatte die letzten leeren Butterbierflaschen in der Hand und war anscheinend am Aufräumen.

„Wie lange habe ich geschlafen?" fragte sie matt.

„Nicht lange. Pads und Moony sind grade gegangen. Ich wollte noch kurz aufräumen und mir dann überlegen was ich mit dir anstelle. Wie würde das aussehen wenn morgen früh die Verwandten hier reinkommen und dich hier schlafend vorfinden?"

„Hm… und wie spät ist es?"

„Gleich halb vier."

Sie nickte. In Ordnung. So weit so gut. Um elf Uhr sollte die Trauung stattfinden, also hatte sie noch ein paar Stunden Zeit. Bloß nicht wieder einschlafen! Da verging die Zeit so schnell…

James brachte kurz ein paar Sachen in die Küche, dann kam er wieder und setzte sich wieder zu ihr aufs Sofa.

„Okay. Was hat meine Mutter gemacht? Ich habe versucht mit ihr zu sprechen, aber sie meinte nur irgendwas von wegen ‚morgen wird geheiratet' und dass du deine Ruhe haben willst. Sie hat mich nicht mal ausreden lassen."

„Sie… sie hat… nun ja, Klartext gesprochen."

Er runzelte die Stirn. „Das bedeutet?"

„Ich weiß es nicht", seufzte sie und verbarg das Gesicht in den Händen. „Sicher habe ich mir Gedanken gemacht… anscheinend gibt es keinen Ausweg." Sie flüsterte nur noch.

Er stand auf, auch für ihn war alles nicht so einfach, nur dachte wohl sehr selten jemand, auch seine Mutter nicht, an seine Gefühle. „Lass uns morgen weitersehen", sagte er schließlich. „Komm, ich bringe dich in dein Zimmer."

Sie rührte sich nicht. „Ich gehe nicht schlafen. Ich werde die ganze Nacht wachbleiben."

Er lächelte. „Das ist doch nicht dein Ernst. Würdest du hier bleiben wärest du in spätestens fünf Minuten eingeschlafen."

„Bestimmt nicht. Hier ist alles so groß und… ungewohnt. Hier könnte ich noch weniger schlafen als in dem Zimmer. Ich bleibe einfach hier sitzen, ja? Und keine Sorge ich verschwinde bevor alle aufstehen. Dann schließe ich mich nämlich ein."

„Wenn du meinst", sagte James ergeben. Er ging zu Tür. Mit der Hand am Türgriff drehte er sich noch einmal um. „Dann komm halt mit mir mit hoch."

„Bitte?"

„Komm schon. Wir können die ganze restliche Nacht, die eh nicht mehr lange dauert, wachbleiben. Außerdem sitzen wir doch im gleichen Boot."

Sie guckte zweifelnd, aber irgendwas in ihr, was sie am liebsten erwürgt hätte, schrie: ‚Geh schon'. Schließlich erhob sie sich und nahm die von ihm angebotene Hand. Gemeinsam gingen sie die langen Flure entlang, bis sie bei seinem Zimmer ankamen.

„Letztes Mal hätte ich nicht gedacht, dass ich hier noch mal freiwillig mit hinkomme", sagte sie, als sie den Raum betraten.

Er lachte. „Ich wünschte es wäre irgendwann mal unter anderen Umständen als wegen so einem Quatsch."

Lily atmete durch. So unwohl sie sich heute hier in diesem Haus gefühlt hatte und so unangenehm ihr zuerst wieder seine Nähe gewesen war, so froh war sie jetzt doch, dass er da war. Er war ihr nie böse wenn sie sich schlecht benahm, auch obwohl sie früher immer so gemein zu ihm gewesen war. Aber Menschen änderten sich. Lily war der Meinung, dass sie sich beide verändert hatten. Sie kamen jetzt sogar richtig gut miteinander aus. Und wenn er lächelte… Beim Merlin, nein, diese Schmetterlinge gab es doch gar nicht wirklich! Sie war immer der Meinung gewesen, dass sei nur ein Sprichwort oder etwas in der Art. Konnte man das nicht abstellen?

„Was machst du da?" fragte James.

„Nichts", sagte sie schnell und bemerkte erst, dass sie eine Hand in ihren Bauch gekrallt hatte. Blöde Gedanken und unbemerkte Handlungen! Gähnend setzte sie sich auf sein Bett.

„Ha, ich hab's gesehen! Du hast gegähnt. Dabei willst du doch auf keinen Fall schlafen."

„Will ich ja auch gar nicht, ich bin nur etwas müde."

Kopfschüttelnd, aber grinsend, ging er in sein Badezimmer. Das nutze Lily um sich das Kopfkissen und die Decke zu sichern. Sollte er doch selber sehen, dass er nicht erfror. Aber das war ihr auch egal, schließlich war jetzt Sommer. Trotz der Bettdecke war ihr irgendwie kalt. Und schon war sie in einen Dämmerschlaf gesunken.

Als James wieder sein Zimmer betrat, lächelte er beim Anblick Lilys, die komplett angezogen in seinem Bett lag und natürlich eingeschlafen war. Leise legt er sich hinzu, wobei sie aus dem leichten Schlaf erwachte.

„Schlaf weiter", flüsterte er.

„Weißt du, dass man die Nacht vor der Hochzeit nicht zusammen verbringt? Vielleicht bringt das Unglück", nuschelte Lily, gar nicht richtig wach.

„Was kann uns schon noch Schlimmes passieren?"

„James? Ich habe Angst vor morgen…"

Er zog sich ein Stückchen Decke zu sich und drückte ihr einen Kuss aufs Haar. „Ich bin doch da. Schlaf schön, Flower."


Sie wachte, geweckt durch Sonnenstrahlen, die durchs Fenster fielen und sie kitzelten, auf. Sie lag in einer Umarmung und fühlte sich das erste Mal seit langem wieder richtig wohl. Richtig gemütlich war es in seinem Bett. Irgendwie hatte sie ein Déja-vu-Erlebnis. Nur, dass sie diesmal nicht unorientiert war, sondern genau wusste, mit wem sie hier lag. Und sie war sich dessen sehr bewusst, als sie mehr Nähe suchte.

„Guten Morgen", flüsterte er ihr ins Ohr.

„Morgen…" Sie gähnte und drehte sich zu ihm um. „Wie spät haben wir es?"

„Schon neun durch. Ich wundere mich, dass meine Mutter noch nicht einen Suchtrupp losgeschickt hat. Zumindest nach dir."

Sie grinste. „Da kann sie aber lange suche, hier erwartet mich doch keiner… Denkst du wir können das Frühstück ausfallen lassen?"

„Sicher. Aber ich habe schon Hunger…"

„Aber deine Verwandten frühstücken doch jetzt bestimmt auch. Ich kann dieses Zimmer nie wieder verlassen ohne auf die Menschenmassen treffen zu müssen…", sagte sie und machte ein nachdenkliches Gesicht.

„Dann bleib halt für immer hier, das stört mich nicht im Geringsten. Und guck nicht so süß, das gehört ja verboten." Er grinste schief

Flirteten sie jetzt? Bei Merlin, ja, es gefiel ihr sogar. Alles, seine Nähe, seine Art, seine Fürsorge gestern… „Ich muss verrückt sein.", meinte sie. „Ihr habt mir was ins Bier getan oder so!"

„Ich mag es wenn du verrückt bist", feixte er.

„Oh, du bist ja so schlimm", lachte sie und piekste ihn in die Brust.

Er spielte mit einer ihrer roten Haarsträhnen und sagte abwesend: „Wir hätten es doch so schön haben können. Wer weiß…"

„Tja, es kommt immer anders als man denkt…"

„Wie kommt es nun eigentlich zu diesem Sinneswandel? Immerhin bleibst du hier, fängst keinen Streit an oder noch schlimmer: läuft wieder davon", sagte er schließlich.

„Ich weiß es nicht… obwohl, doch! Ihr habt mir doch was gegeben! Nein, ernsthaft, ich bin verrückt. Auch wenn ich mein Schicksal so nicht akzeptieren wollte, manchmal muss man halt nachgeben, wenn man einer Übermacht gegenübersteht. Vielleicht sollte ich alles auf eine Karte setzen."

„Sehr vernünftig", sagte er. Und dann beugte er sich zu ihr und küsste sie einfach.

Wenigstens er wollte ihr zeigen, wie er für sie empfand.


Sie musste träumen. Sie lag in einem Bett mit James Potter. Verdammt, ja! Schon wieder! Irgendwas war da. Sie hatte Gefühle für ihn, die sich nie hatte eingestehen wollen und auch jetzt nicht glauben konnte. Das war aber auch nicht so einfach. So etwas musste wachsen. Wer wusste schon was die Zukunft brachte oder gebracht hätte? Sie hätten vielleicht, aber nur vielleicht, da Lily wirklich sehr stur war, irgendwann mal zueinander gefunden. Und dann hätte daraus so viel werden könne… aber so…? Sie hatte Angst vor der Hochzeit. Was wenn sie das ins Unglück stürzte? Aber sie hatte ja keine Wahl. Auch wenn sie das ihren Eltern nie verzeihen würde. Denen würde sie noch ein paar Takte erzählen, sollten sie hier auftauchen. Aber das würden sie bestimmt. Schließlich verkauften sie ihre Tochter ja nur, damit sie wieder Geld hatten. Hallo? Viele Leute hatten wenig Geld – verkaufen die alle ihre Töchter? Vielleicht machten das Leute wo anders, aber doch nicht in Großbritannien!

Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als James plötzlich sagte: „Und was machen wir jetzt?"

Ihr fiel keine bessere Antwort ein, also seufzte sie und flüsterte: „Wir kommen wohl nicht ums heiraten drum rum…"


Man darf gespannt sein.

tbc ... !