Ich weiß, ich bin zu spät, tut mir leid! Aber jetzt geht's weiter! Mein "größter Fan" hat gesagt, das Kapitel wäre perfekt so, ich vertrau ihr da mal ;-) Here we go:


Chapter 11: Die Hochzeit

„James! Lily ist nicht mehr-" Mrs. Potter stürmte in James Zimmer, ziemlich aufgelöst und aufgeregt, dann erstarrte sie. „… da." Sie sah Lily und James einträchtig nebeneinander auf dem Bett sitzen. „Na. So. Was.", sagte sie dann. „Nun ja, egal. Wisst ihr eigentlich wie spät es ist? In zwei Stunden wird geheiratet. So, nun keine Widerworte. Lily, komm bitte mit mir, deine Mutter ist auch schon gekommen. Und die Verwandten wollen dich auch noch kennen lernen! So eine Aufregung aber auch."

Seufzend stand Lily auf und folgte Elisabeth durch die Korridore bis in ihr kleines Zimmer. Darauf, ihre Mutter zu treffen, hatte sie ja nun gar keine Lust. Sie würde sich bestimmt nicht gut benehmen. Das wäre wirklich zu viel verlangt. Nun gut, eigentlich war alles hier zu viel verlangt. Sie betrat nach Mrs Potter den Raum und sogleich stürmte ihre Mutter auf sie zu und umarmte sie. Lily erwiderte die Umarmung nicht. Irgendetwas in der Beziehung zwischen ihr und ihren Eltern war zerbrochen. Irritiert ließ ihre Mutter sie los, fing sich aber schnell wieder und sagte: „Ich bin ja so froh, dass alles so gut geklappt hat! Wir sind ja so stolz auf dich, dein Vater und ich! Heute heiratet unsere kleine Tochter. Was für ein freudiger Tag!"

Lily sah sie argwöhnisch an. Das war doch jetzt nicht ihr Ernst, oder? Wie konnte sie noch so was sagen, nachdem sie ihrer ach so kleinen Tochter doch das hier alles erst angetan hatte? Unglaublich… Sie beachtete ihre Mutter nicht weiter, sondern blickte Elisabeth Potter an, die sie zunächst einfach mal in Richtung Bad schob.

„So, wir wollen doch, dass heute alles perfekt ist. Du duscht jetzt erstmal schnell und dann sehen wir weiter", sagte sie fröhlich, als würde sie die angespannte Stimmung gar nicht bemerken. Tat sie vielleicht ja auch nicht.


Und viel zu schnell war die letzte Schonfrist vorbei. Sie war von den „Müttern" geschminkt worden und hatte die Haare gemacht bekommen. Normalerweise konnte Lily es auf dem Tod nicht leiden, ihre langen Haare hochgesteckt zu tragen. Genau das machten sie aber. Überhaupt zog irgendwie alles wie in einem (Alp-)Traum an ihr vorbei. Eigentlich war es auch egal. Wenn man etwas aufgab, den Widerstand, dann musste man es auch ganz tun. Sie wollte es nur noch überstehen. Augen zu und durch. Sie hatte sich lange genug gewehrt und es hatte nichts gebracht. Ganz so schlecht war es wirklich nicht, da musste sie James Recht geben. Wenn sie bedachte, was da sonst noch an Typen rumlief… Gut, sie wäre nie Gefahr gelaufen einen Slytherin heiraten zu müssen, aber trotzdem. Es hätte schlimmer kommen können. Wer hätte gedacht, dass sie, wenn sie James Potter heiraten muss, denken würde: ‚Es hätte schlimmer kommen können?'. Merkwürdig wie schnell sich doch so die Einstellung ändern kann.

Nun saß sie fertig in ihrem Zimmer und harrte der Dinge die da, unweigerlich, kommen würden. Naja, sie würde schon noch sehen, was sie erwartete. Vor allen Dingen heute. Was sie für den Rest ihres Lebens, ein Leben mit James Potter, erwartete, konnte sie sich schon in etwa denken. Es würde auf keinen Fall einfach werden.

Gut, sie hatte auch festgestellt, dass sie sich irgendwie zu ihm hingezogen fühlte, aber so ganz traute sie dem nicht und so einfach war es nicht. Das hatte sie ihm ja auch schon gesagt. Und überhaupt, was erwarteten die Eltern? Elisabeth war mit ihrem Mann glücklich geworden, dass musste mit Lily und James längst nicht gut laufen. Und wegen ein paar blöden Umständen um Geld und Zukunft wurde ihr so was angetan? Erwarteten sie, dass sie von einem Tag zum anderen das perfekte, verliebte Ehepaar waren? Und übermorgen sollten schon die ersten Kinder ins Haus stehen, ja? Hust! Daran hatte sie bisher gar nicht gedacht. Und er sollte sich auch lieber nichts von einer Art „Hochzeitsnacht" heute ausmalen! Das wäre ja noch schöner. Davon stand auch bestimmt nichts im Ehevertrag. Vielleicht sollte sie sich den eh mal durchlesen, damit sie auch wusste wozu sie da, nicht mal selbst, zugestimmt hat. Es musste ja nicht mehr sein als nötig. Ob man im Nachhinein noch Punkte streichen konnte? Und wo sollte sie eigentlich nach der Hochzeit hin? Bestimmt nicht nach Hause. Aber mit Potter hier bei seinen Eltern zu wohnen kam ja auf die Dauer auch nicht in Frage. Wenn sie Geld hätte könnte sie sich ja ein Hotelzimmer, oder vielleicht dann eine kleine Wohnung nehmen. Bei ihrem Glück hatte der Hochzeitsvertrag aber sowieso ne Klausel, dass sie zusammen wohnen mussten. Also: wirklich Zeit sich den Vertrag mal unter den Nagel zu reißen. Aber bestimmt bewachte den jemand mit Argusaugen. Ihr kam da so ihr Vater in den Sinn…


Der schönste Tag in ihrem Leben? Das sie nicht lachte. Gut, manchmal ist das Leben halt ungerecht. Pech gehabt? Schicksal? Kosmische Verschwörung? Nun ja, vielleicht wird's im nächsten Leben anders.

Und es klopfte an die Tür. Seid wann klopfen Henker? Es war abr nur ihre Mutter, die herein kam, mit Merlin auf dem Arm. „Hier, der Kleine hatte es sich im Wohnzimmer gemütlich gemacht. Ich dachte hier sei er besser aufgehoben." Sogleich war der Kater auch schon von ihrem Arm gesprungen und hüpfte neben Lily aufs Bett.

„Danke", murmelte sie abwesend und fuhr mit einer Hand durch sein warmes, weiches Fell.

„Können wir dann jetzt? Es ist soweit."

Ohne sie eines Blickes zu würdigen nickte Lily und stand auf. Gemeinsam verließen sie das Zimmer und gingen durch die langen Flure des Anwesens. Die Hochzeit sollte in der kleinen Kapelle im Ort stattfinden. Da das Haus wie ausgestorben war, vermutete Lily, dass schon alle Hochzeitsgäste dort waren. In der Eingangshalle warteten ihr Vater und James' Mutter.

Ihr Vater klatschte in die Hände. „So, jetzt aber los!"

Von seiner Mutter bekam sie den Brautstrauß in die Hand gedrückt, dann verschwand sie schnell, wohl um ihren Platz in der ersten Reihe zu belegen. Lily konnte beim Gedanken daran, was für ein Tamtam um die blöde Hochzeit gemacht wurde, nur seufzen. Sie warteten einige Augenblicke lang still. Dann hörten sie Musik spielen. Ihr Vater bot ihr seinen Arm und da es jetzt eh egal war, sparte Lily sich jegliche Äußerung, sondern hakte sich einfach nur bei ihm unter. Gemeinsam schritten sie aus dem Haus und in den Garten. Sie konnten schon die Gäste dort sitzen sehen. Der Ort für die kleine Zeremonie war wirklich sehr schön aufgebaut wurden. Mehrere Stuhlreihen, dazwischen lag ein roter Teppich. Sie seufzte noch mal tief.

Als sie näher kamen flüstere ihr Vater ihr zu: „Lily, ich weiß, dass es nicht einfach für dich ist. Aber ich möchte dir danken, dass du das für uns tust. Deine Mutter und ich könnten gar nicht stolzer sein. Also jetzt mach uns vollkommen glücklich, ja?"

Indirekter konnte die Aufforderung jetzt bloß nicht „nein" zu sagen ja kaum mehr sein. Sie sah ihren Vater nicht an, sondern blickte starr geradeaus. Sie schritten jetzt durch den Mittelgang zwischen den Stühlen auf den ‚Altar' zu. Sie merkte wie sie zitterte und ihr Magen verkrampfte sich schmerzhaft. Sie krallte sich unwillentlich am Arm ihres Vaters fest. Immer näher kamen sie. Sie sah dort vorne James stehen. Er sah auch ziemlich nervös aus. Dann standen da noch Sirius und, Lily verzog das Gesicht, ihre Schwester Petunia als Trauzeugen.

Sie konnte sich jetzt nicht mehr selbst helfen. Sie schluckte schwer, als sie die von James dargebotene Hand nahm und ihr Vater zurücktrat um seinen Sitzplatz einzunehmen. Sie würde das jetzt einfach nur durchstehen.

Sie hatte den Blick gesenkt während er Zauberer, der die Trauung abhielt, ein kleiner untersetzter Mann mit grauem Bart, sprach. Die Wörter drangen eh nicht bis zu ihr durch. Sie versuchte nur krampfhaft das Zittern zu unterdrücken und den Brautstrauß nicht fallen zu lassen. Es war dieses Zittern, das von unterdrückter Furcht und Aufregung kam. Man konnte nicht dagegen tun, es war einfach da. Niemand anders bemerkte es, man konnte es kaum sehen, aber das Zittern ließ den ganzen Körper beben. Und dann hörte sie gerade noch rechtzeitig wie der Zauberer sagte: „… so antwortet mit ‚Ja, ich will'."

Ihr Kopf fuhr herum zu James und ihre Blicke trafen sich. Er sah ihr tief in die Augen, als er antwortete: „Ja, ich will."

Lily schluckte. Ihr Denken schaltete sich gerade aus. Sie versank geradezu in diesen haselnussbraunen Augen. Und als sie dann gefragt wurde, schloss sie kurz die Augen, atmete tief durch und sagte leise und nicht sonderlich fest: „Ja, ich will."

Natürlich waren da diese ganzen Zweifel, aber sie tat es nun einfach. Es brachte nichts mehr jetzt einen Aufstand zu proben. Und dann dieses Gefühl, dass sie immer erfüllte wenn sie in seinen Augen versank…

Der ‚Pfarrer' sprach noch ein paar Worte, während Lily und James einfach nur dastanden und sich anblickten. Dann reichte Sirius ihnen die Ringe. Ein Wunder, dass jemand wie er das nicht vergessen hatte. James steckte seiner Lily einen schlichten, aber dennoch hübsch verzierten, goldenen Ring an den Finger. Sie sah, dass auch seine Hand zitterte. Dann war sie an der Reihe ihm einen ebensolchen Ring anzustecken.

Und mit den folgendes Worten schloss der alte Zauberer die Zeremonie: „Eine magische Verbindung wird niemals gebrochen. Somit erkläre ich euch zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut nun küssen."


Sie wusste nicht wie ihr geschah. Der ganze Tag kam ihr so unwirklich vor als erlebe sie es gar nicht selbst. Irgendwie hatte sie es alles durchlebt, alles war ganz klar und deutlich gewesen, und dennoch kam es ihr vor als ob sie es nicht wahrnahm. Irgendwie hatte sie es bis zum großen Abendessen im Anwesen der Potters durchgehalten. Sie hatte sich die ganze Zeit über höflich mit den Verwandten unterhalten und dann den Brautstrauß geworfen, den eine junge Dame gefangen hat, die Lily noch nie zuvor gesehen hatte, wohl jemand aus James Verwandten- und Bekanntenkreis.

Auch wenn es ihr sehr schwer fiel, schaffte sie es irgendwie immerzu zu lächeln und glücklich zu gucken. Hin und wieder sah sie sich nach einem Fluchtweg um, aber kaum hatte sie eine Idee wurde sie wieder abgelenkt. Anscheinend wollte man auch nicht, dass sie zu viel Möglichkeit fand sich schlecht zu benehmen. Wenigstens war James immer an ihrer Seite. Sie war froh darüber. Das wunderte sie. War er nicht der Grund für diese ganze Sache? Und dennoch war er hier der einzige, der ihr den Tag erträglich machte. Auch in der Nacht zuvor war es ja so gewesen. Nur bei ihm konnte sie sich beruhigen…

Sie starrte auf das Abendessen, das fast das Ausmaß eines Festmahls hatte und ihr so gar nicht schmeckte. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als jemand sie von hinten ansprach.

Sie wandte sich um. Ihre Eltern standen dort vor ihr.

Ihr Mutter guckte schon wieder so gespielt strahlend: „Lily, wir müssen jetzt schon gehen. Also, ich danke dir. Ich weiß, dass es nicht leicht für dich ist. Aber ihr scheint euch doch sehr gut zu arrangieren. Du packst das schon. Wir werden uns bestimmt bald wiedersehen."

Lily nickte nur schwach, denn darauf konnten sie lange warten, nach dem was sie ihr angetan hatten wollte sie sie nicht so schnell wieder sehen.

„Wir sind ja so stolz auf dich, Lily…", begann ihr Vater.

Du wiederholst dich' , dachte sie.

„… also, lass es dir gut gehen. Bis bald."

Ja, geht ihr nur. Überlasst mich halt meinem Schicksal. Viel Spaß mit dem Geld von James Eltern. Hoffentlich erfreut euch der Gedanke, dass ihr eure Tochter verkauft habt. Hat es sich wenigstens gelohnt? Bezahlen sie genug?!'

Ihre Mutter wollte sie umarmen, aber Lily blieb einfach trotzig auf ihrem Stuhl sitzen und verspannte sich so, dass sie den Versuch schnell wieder sein ließ. Lily wandte sich wieder ihrem, immer noch unangerührten, Essen und ihren Gedanken zu. Aus den Augenwinkeln beobachtete sie, wie seine Mr. und Mrs. Potter ihre Eltern und ihre Schwester hinausbegleiteten.

Sie hoffte nur noch, dass dieses Fest bald um war. Ihr war ja nicht im Mindesten nach feiern zu Mute.


... und?

tbc...

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