Here we go ;-) Dankeschön nochmal für eure Reviews! Hinweis zu diesem Kapitel: Kauft euch doch nen Keks wenn es zu weit hergeholt ist - was ist das hier nicht? xD
Chapter 13: Ein Hochzeitsgeschenk
Bald darauf ging Lily hinunter in die Eingangshalle. James und seine Freunde warteten dort. Sie lächelte schwach.
„Na, da ist ja die Frischverheiratete. Lange Nacht gehabt, was?" sagte Sirius unpassender Weise, worauf er von James vors Schienbein getreten wurde.
„Zu liebenswürdig, Black", erwiderte Lily unbeeindruckt. James hielt ihr seine Hand hin, die sie nach kurzem Zögern ergriff.
„Na gut, dann wollen wir mal." Die anderen Marauder gingen voran ins Esszimmer.
James flüsterte Lily ins Ohr: „Also… die Verwandten sollen denken wir wären… nun ja… glücklich verheiratet. Meine Eltern liegen mir schon in den Ohren."
„Ich habe ja wohl gestern mitgespielt. Außerdem dachte ich es ist üblich einfach so Kinder zu verheiraten."
„Hm… ja, aber… ach, ich weiß doch auch nicht…" Er seufzte.
„Ich glaube, deine Mutter mag mich eh nicht mehr…", meinte Lily.
„Ach, sie nimmt nichts so ernst. Hauptsache die Gäste sind alle bedient und zufrieden." Sie betraten den Raum als Letzte, Hand in Hand.
Sie gab sich alle Mühe ein Lächeln auf dem Gesicht zu haben, als sie allen Anwesenden ‚Guten Morgen' wünschten. Sicherlich fielen ihr die neugierigen Blicke der ganzen Leute auf, aber sie achtete nicht besonders darauf. Die fünf setzten sich an den immer noch wie für eine große Festtafel ausgezogenen Tisch. Lily war vor allem darauf bedacht nur auf dem Tisch zu starren. Während die Gespräche rund um sie herum auf und abklangen hoffte sie inständig, dass niemand sie ansprach, das hatte ja unglaublicherweise auch am vorigen Tag schon geklappt. Diese ganze reinblütige Gesellschaft schien halt doch ganz anders und merkwürdiger zu sein, als Lily es erwartet hätte. Fast war sie froh, dass James und Sirius relativ normale Menschen waren. Mit Betonung auf relativ. Aber wenigstens konnte sie mit denen umgehen, wohingegen diese Familienmitglieder die noch zu Gast waren ihr zutiefst suspekt vorkamen. Alle höflich und freundlich, auf jeden Fall gute Menschen, aber wahrscheinlich war Lily einfach doch zu sehr eine Muggel als mit dieser geballten Ladung ‚adliger' Hexen und Zauberer klarzukommen. Waren diese Leute hier eigentlich nur noch Familie? Es waren noch ungefähr zwanzig, ihr immer noch größtenteils unbekannte, Gäste anwesend. Am Tag zuvor waren es bedeutend mehr gewesen, da waren wahrscheinlich auch viele Leute vom Ministerium da gewesen, bei Harold Potters Amt dort auch kein allzu großes Wunder…
Lily, die das Frühstück mehr anstarrte als aß, wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Elisabeth Potter in die Hände klatschte und alle ihren Blick auf sie richteten.
„So, da gestern vor Lauter fröhlichem feiern keine Zeit war und wir außerdem die wertvolle Zeit mit allen Gästen nicht verschwenden wollten, kommen wir jetzt zu dem großen Hochzeitsgeschenk. Dazu bitte ich euch alle in fünf Minuten vor das Haus zu kommen."
Sofort waren alle Gäste geschäftig dabei ihre Sachen zusammenzusuchen oder eilten noch mal weg um sich etwas überzuziehen, was Lilys Meinung nach an diesem sonnigen Sommermorgen absolut überflüssig war. Sie blieb einfach nur am Tisch sitzen und atmete durch. Schlimmer konnte es ja wohl kaum kommen. Sie warf ihrem ‚Ehemann', der Gedanke an James als diesen übte plötzlich wieder so merkwürdigen Druck auf ihren Magen aus, einen fragenden Blick zu, aber er wusste ja auch nicht, was diese Überraschung war und zuckte nur sie Schultern.
Schließlich zwang Lily sich wieder das Lächeln auf die Lippen und wartete mit den Maraudern vor dem Anwesen der Potters.
„Und ihr habt alle keine Ahnung was uns nun erwartet?" fragte sie in die Runde, aber sie erhielt schon keine Antwort mehr, da in diesem Augenblick Mrs. Potter aus dem Haus getreten war und wieder das Wort erhob. „So, der Weg ist nicht weit. Folgt uns bitte einfach." Sie und ihr Mann führten die Gruppen von Menschen an, eine Straße durch Godric's Hollow entlang.
Lily seufzte. So hatte sie sich ihr Leben nach der Schule nicht vorgestellt.
Die kleine Menschenkarawane hielt vor einem hübschen kleinen Häuschen an. „Lily, James, würdet ihr mal hierher kommen?" bat Harold Potter. Wie gerne hätte sich Lily endlich mal widersetzt, als James schon wieder ihre Hand nahm und sie mit nach vorne zog.
„Vielleicht habt ihr euch gefragt warum wir euch noch kein großes Hochzeitsgeschenk gemacht haben", begann Mrs. Potter, „wir dachten uns, dass ihr nun, da ihr verheiratet seid, auch ein eigenes Heim benötigt."
„Das ist nun euer Haus", sagte James' Vater als er einen Schlüssel zückte und ihm seinem Sohn überreichte. Er strahlte ihn und seine Schwiegertochter an.
„Wir haben uns auch die Freiheit genommen, das ganze Haus einzurichten. Lily, deine Eltern haben sogar deine alten Möbel vorbeigebracht." Mrs. Potter klatschte in die Hände. „So, und nun gehen wir mal alle das Häuschen besichtigen. James, schließt du auf?"
Lilys Kehle fühlte sich sehr trocken an. Irgendwie kam es ihr jetzt so endgültig vor. Ihr Ehemann, der gerade unter den Argusaugen ihrer Schwiegereltern die Haustür ihres gemeinsamen Hauses aufschloss und irgendwo darin auch noch ihre Einrichtung, die ihre Eltern anscheinend auch noch loswerden wollten. Trotzdem machte sie gute Miene zum bösen Spiel und trat über die Schwelle, nahezu froh, dass niemand darauf bestand, dass sie darüber getragen werden müsste.
Mrs. Potter tratschte fröhlich vor sich hin mit den Gästen und zeigte die Vorzüge des Hauses, während Lily es schaffte sich von der Menge abzuspalten und sich etwas verträumt auf eigene Faust umzusehen. Hier sollte sie nun also leben – mit James Potter. Merkwürdiges Schicksal.
Und plötzlich würde ihr bewusst, dass dieses Haus auch bestimmt von nicht beachtlichem Wert war. Wie konnten sie so was nur annehmen? Sie hatte sich anscheinend auch in seinen Eltern geirrt. Dass sie ihnen gleich ein ganzes Haus schenkten… so ein Geschenk, das man kaum annehmen konnte.
Sie sah sich grade oben im Haus um, betrachte wehmütig ihren alten Schreibtisch, der eine Art Arbeitszimmer zierte. Sie strich über das kalte Holz und schreckte nahezu auf, als die Tür aufging. Sie drehte sich um, schon wieder das gekünstelte Lächeln auf den Lippen, dass sie sich angewöhnt hatte um niemanden vor den Kopf zu stoßen und sah, dass es James war. Sofort wurde ihr Ausdruck wieder trübsinnig. Beim ihm sah sie keine Notwendigkeit sich zu verstellen. Schließlich war ihr schmerzlich bewusst, dass er sie erschreckend gut kannte und so oder so hinter ihre Fassade schauen konnte. Sie seufzte und räusperte sich dann.
James fuhr sich unbeholfen durch seine in alle Richtungen abstehenden Haare. „Meine Mutter hat jetzt allen das Haus gezeigt, sie werden jetzt gleich alle gehen. Ähm, du müsstest mit hinunter kommen und dich von allen verabschieden, ich weiß ja, dass du das nicht gerne magst, aber -"
„Es ist schon in Ordnung", unterbrach sie ihn. Er nickte dankbar. Gemeinsam gingen sie wieder hinunter in das Wohnzimmer.
Lily atmete tief durch, verabschiedete alle Gäste und bedankte sich bei seinen Eltern. Sie war ziemlich sicher, dass sie herzlich herübergekommen war, langsam wurde sie besser in diesem Spiel. James' Eltern wollten alle Gäste noch begleiten, die meisten reisten durch dem Kamin im Anwesen der Potters ab. „Wir lassen euch dann erstmal allein, damit ihr hier heimisch werden könnt."
Elisabeth Potter drückte Lily an sich und flüsterte ihr ins Ohr: „Danke, Lily. Mach meinen Sohn bitte nicht unglücklich." Sie drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
Kurz darauf fiel die Tür hinter allen ins Schloss. „Wo sind deine Freunde?" fragte Lily.
„Die sind kurz nach Hause, also, zurück zu meinen Eltern und kommen gleich wieder. Das… ist dir doch Recht?"
„Sicher. Ich brauch mal eben ein bisschen Ruhe." Damit verschwand sie im Garten.
Es dauerte nicht lange, da waren die Marauder auch schon wieder da. Remus trat hinaus in den Garten und sah sich nach Lily um. „Lily? Kommst du mal eben? Wir haben dir was mitgebracht."
Lily, die mittlerweile Angst vor Überraschungen hatte, da sie nie so waren wie sie es erwartete, tapste trotzdem barfuß über den Rasen auf Remus, der in der Terrassentür auf die wartete, zu. Im Wohnzimmer erwartete sie ein ungewöhnlicher Anblick und musste zum ersten Mal seit langem Lachen. Merlin saß auf Sirius Kopf und krallte sich dort fest, Sirius versuchte ächzend die Katze von sich herunterzubekommen und seine langen Haare zu retten. James und Peter saßen lachend auf dem Sofa.
„Sirius, was machst du mit meiner Katze?!"
„Die Frage ist ja wohl eher was sie mit mir macht! Jetzt hilf mir endlich!" rief er mit schmerzerfüllter Stimme.
Lily trat auf ihn zu und Merlin ließ sich ohne Widerstand von ihr herunterheben.
„Da will man dir eine Freude machen, und dann geht das Viech auf mich los…" meckerte Sirius weiter.
„Er mag vielleicht einfach keine Hunde, Pads", lachte James.
Lily lächelte. „Trotzdem vielen Dank, dass du Merlin hierher geholt hast, Sirius, unter Einsatz deines Lebens."
„Ist ein Danke alles was ich kriege?" Er wackelte mit den Augenbrauen und grinste sie an.
„Du bist schlimm!" Sie schlug ihn spielerisch.
Sirius rieb sich den Arm. „Prongsie, jetzt schlägt mich deine Frau schon!"
Es fiel Lily leicht Maraudern im Wohnzimmer zu sitzen. Sie vertrieben ihre schlechte Laune und ließen sie für einen Moment all ihre Sorgen vergessen. Es war so einfach als säßen nur fünf Freunde zusammen, ähnlich wie zwei Abende zuvor, als sie einen sehr unüblichen und ruhigen Junggesellenabschied gefeiert hatten und als ob es zwischen all diesen jungen Leuten, ja Jugendlichen, keine Probleme gab wie arrangierte Ehen oder Streitigkeiten aus der Schulzeit. Den ganzen Nachmittag verbrachten sie so. Gegen Abend brachen Remus und Peter nach Hause auf. Sirius blieb noch zum Abendessen. James' Eltern hatten wirklich an alles gedacht, sogar der Kühlschrank war gefüllt. Lily war darauf aus, dass Sirius so lange wie möglich blieb, sie wollte nicht alleine mit James sein…
Aber Sirius bestand bald auch darauf nach Hause zu gehen, da er am nächsten Morgen früh in die Winkelgasse aufbrechen wollte um sich nach einer eigenen Wohnung umzusehen. Er war der Meinung, die Gastfreundschaft der Potters, die ihn wie einen Sohn aufgenommen hatten, jetzt lange genug beansprucht zu haben. Und gerade jetzt, da sein bester Freund überraschend von Zuhause ausgezogen war, hielt ihn dort nicht mehr viel. Trotzdem schlug er dankend Lilys Angebot aus, doch auch im neuen Haus zu übernachten, zumal es so ein schönes Gästezimmer gab.
„Nein, wirklich, Lily, ich will morgen früh raus. Ein andermal gerne, dann machen wir die Nacht zum Tage!", sagte er grinsend, als er sich verabschiedete. James begleitete ihn noch zur Tür, denn auch auf dem neuen Haus lag ein Apparierschutz.
Dann kam er wieder zurück ins Wohnzimmer. Lily starrte in die Flammen im Kamin und sah nicht auf als er sich wieder in einem der Sessel niederließ. „Okay. Wir haben also einen weiteren Tag überstanden", sagte er.
tbc...
Rechtschreibfehler... genau. xD
