Seite 7


"Usagi!", ruft Rei. "Alles in Ordnung?"

Usagi schaut auf und nickt Rei zu, "Sie befragen gerade noch Ami. Mako haben sie gestern noch befragt, da sie den Notarzt gerufen hat."

Ami? Mako? Sind das noch zwei meiner Freunde? Sind es überhaupt meine Freunde? Es ist schwer, wenn man sich an niemanden erinnern kann. Doch die Idee, dass ich dennoch ein paar Freunde habe gefällt mir. Aber wie werden sie es auffassen, dass ich mich nicht mehr an sie erinnere? Unsicherheit überkommt mich.

"Könnt ihr mir sagen, was passiert ist?", versuche ich erneut etwas über meine Vergangenheit herauszufinden.

Rei steht auf und geht zum Fenster, während Usagi langsam zu mir ans Bett kommt.

"Mamoru.", beginnt Usagi erneut. Die gleiche gebrochene Stimme, wie vorhin. Ich schaue ihr erneut in die Augen, doch sie hält ihren Blick nach unten auf ihre gefalteten Hände. Ich kann trotzdem sehen, wie ihr Tränen in den Augen stehen. Warum weint sie? Diese Mako hat den Notarzt geholt. Ich nehme also an, dass sie alle da waren, als der Unfall passiert ist. Ist es wirklich nur der Unfall, der sie zum weinen bringt? Meine Gedanken werden unterbrochen, als etwas piept. Usagis Kopf springt nach oben und schaut zu Rei. Rei hingegen starrt nur auf ihr Armband. Ich frage mich, was es ist. Für ein gewöhnliches Armband ist es zu eigenartig. Außerdem, seit wann piept ein Armband? Mein Blick rastet wieder bei Usagi, während sie scheinbar Angst überkommt. An dem Blick in ihren Augen könnte man schwören, sie fürchtet sich.

"Rei.", flüstert sie, während sie aufsteht.

Doch Rei ist sofort bei ihr und drückt sie wieder zurück in Sitzposition, "Du bleibst hier, Usagi. Wir schaffen das schon. Kümmer du dich erst mal um Mamoru." Es ist immer wieder schön, wenn über einen geredet wird, während man selbst da ist. Aber wahrscheinlich wäre das nicht halb so schlimm für mich, wenn ich mich wenigstens erinnern könnte.

"Aber Rei!", protestiert Usagi.

"Kein Aber!", setzt Rei entgegen.

"Versprich mir, dass ihr bescheid gebt, wenn ihr meine Hilfe braucht!", versucht Usagi noch auf Rei einzureden. Sie hat aufgegeben Rei von ihrer Meinung zu überzeugen. Zugegeben, so wie sich diese Rei gibt, lässt sie in dieser Angelegenheit offensichtlich auch in keinster Weise mit sich reden.

"Versprochen." Und mit diesen Worten verlässt Rei mein Zimmer. Eigenartige Person. Sind alle meine Freunde so seltsam? Oder ist mein ganzes Leben so seltsam? Eine komische Art von Humor muss ich haben, denn bei dieser Frage bricht ein leichtes Schmunzeln über mein Gesicht herein. Es ist gut zu wissen, Freunde zu haben, die mich zum Lachen bringen können. Selbst in einer solchen Situation.

Aber meine Gedanken trifften schnell wieder zu genau jeder Situation in die Ernsthaftigkeit zurück.

"Warum will mir niemand sagen, was passiert ist?", frage ich, inzwischen leicht wütend über die Tatsache, dass man mir immer ausweicht.

Allerdings bereue ich es sofort wieder, da Usagi in Tränen ausbricht, "Es tut mir leid Mamoru. Es ist alles meine Schuld."

Ihre Schuld? "Wieso ist es deine Schuld?", frage ich sie skeptisch.

Langsam schaut sie hoch, um mir in die Augen zu sehen. Doch sofort senkt sich ihr Blick wieder, als weitere Tränen ihre Wange herunter laufen. Erneut steigt in mir dieser Beschützerinstinkt auf und ich habe den komischen Drang sie in meine Arme zu nehmen. Doch widerstehe ich diesem Drang. Ich weiß nicht, wo ich mit diesem Mädchen gestanden habe. Und falls wir gute Freunde waren kann jeder falsche Schritt alles kaputt machen. Das heißt, welcher falsche Schritt eigentlich? Oh, ich bin so verwirrt über meine Gedanken!

- tbc -