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"Usagi!", rufe ich instinktiv und eile zu ihr. Die anderen Senshi sind auch da. Während ich Usagi in meine Arme nehme beginnt Sailor Merkur wie wild auf ihrem Minicomputer zu tippen. Sailor Mars, Venus und Jupiter stehen neben ihr.
Ich erkenne nun auch sie, jedenfalls Merkur, Mars und Jupiter. Sie sind Ami Mizuno, Rei Hino und Makoto Kino. Ich fand es schon immer komisch wie sich Usagis Freundeskreis auf mysteriöse Weise erweiterte.
Sailor Venus habe ich jedoch noch nicht getroffen. Doch diese Gedanken interessieren mich jetzt auch nicht.
Alles um was sich meine Gedanken kreisen, ist meine Usagi. Wahrscheinlich hat sie zu viel Energie in ihr Mondzepter fokusiert und hat den Energieverlust nicht verkraftet. Ich erinnere mich! Ja, ich realisiere, wie erschöpft Usagi von der Nutzung des Silberkristalls sein muss!
Alle Erinnerungen sind über mich herein gebrochen. Mein Leben als Mamoru, als Tuxedo Kamen, als Prinz Endymion. Meine Einsamkeit als Kind, meine Liebe zu Usagi. Es verwirrt mich unheimlich, denn ich bin es nicht gewohnt zu lieben. Aber für Verwirrung ist jetzt keine Zeit. Verwirrt sein kann ich später noch, jetzt muss ich mich zusammen reißen, Usagi retten!
Ich merke, wie sich Tränen in meinen Augen bilden. "Usagi! Bitte, wach auf!", rufe ich erneut. Als würde sie allein durch meine Willenskraft wieder zu Kräften kommen.
Sailor Mars ist erstaunt, "Mamoru! Woher weißt du dass sie Usagi ist?"
Durch den Blurr meiner immer mehr werdenden Tränen schaue ich sie an. Ich stelle für sie einfach nur fest, "Ich erinnere mich."
Meine Aufmerksamkeit geht zurück zu Usagi in meinen Armen und die erste Träne verlässt meine Augen, kullert meine Wangen herunter und beginnt zu fallen. Sie findet ihren Weg direkt auf die Brosche von Sailor Moon und für einen kurzen Moment wird sie von einem rosa Schimmer umgeben. Doch er ist genauso schnell wieder weg, wie er gekommen ist. Aber die Wirkung stellt sich sofort ein. Usagi beginnt sich in meinen Armen zu rühren. Sie öffnet langsam ihre Augen und ist scheinbar erschrocken in mein Gesicht zu schauen.
Doch innerhalb Sekunden weicht die Erschrockenheit einem sanften Lächeln. Ein Lächeln, welches ich schon vor Tausend Jahren geliebt habe und ich noch heute liebe.
Ich drücke sie fest an mich, während ich immer und immer wieder ihren Namen schluchze. Ich bin so erleichtert. Für einen kurzen Augenblick hatte ich befürchtet, sie vielleicht doch verloren zu haben - ich hätte es nicht ertragen. Ich kann nicht beschreiben, was sie mir bedeutet. Ich kann gar nicht beginnen in Worte zu fassen wie ich sie liebe! Es erscheint selbst mir so unrealistisch, so surreal, dass ich dieses Mädchen tatsächlich so unendlich liebe. Aber all die Emotionen die sich über die Tausend Jahre angestaut haben, all der Schmerz, all die Hoffnung, all das Leid, all die Liebe. Ich gebe zu, ich habe Angst etwas über zu reagieren. Jetzt sind meine Erinnerungen frisch, und mein derzeitiges Leben fremd. Ich frage mich wie ich auf Usagi im Alltag reagiere. So wie schon einmal? Mit Neckereien? Aber heißt es nicht, was sich neckt, das liebt sich? Nun, in genau diesem Augenblick kann ich dieses Sprichwort nur bestätigen.
- tbc -
