In den kommenden Tagen verbrachte Wolfram viel Zeit bei Yuuri. Er hatte es sich vorgenommen den Maou abzulenken und dazu würde er alles in seiner Macht stehende tun. „Yuuri, lass uns doch mal an die frische Luft gehen ich denke das könnte dir recht gut tun" schlug er schließlich vor. Yuuri hatte immerhin wenigstens wieder etwas Farbe angenommen und verweigerte auch das essen nicht mehr. Dennoch sah es in seinem Inneren ganz anders aus. „Mmh..." antwortete er nur halbherzig. Eigentlich war ihm unwohl bei dem Gedanken nach draußen zu gehen. Er wollte nicht das ihn jemand sah, er wollte für sich bleiben. Es war ihm schon schwer gefallen überhaupt zu akzeptieren das nun Wolfram immer bei ihm war. Dennoch war ihm klar das es ein Ding der Unmöglichkeit war den Blonden Fortzuschicken. Das Verzogene Prinzchen machte eben immer was es wollte, so war es schon immer gewesen und es würde sich wahrscheinlich auch nicht so bald ändern. Der Blonde sah den Jungen mit der schwarzen Zweifaltigkeit nach wie vor erwartungsvoll an.

Es klopfte auf einmal an der Tür, die beiden Jungen wandten ihre Blicke in die Richtung und ohne das sie etwas sagten ging sie auf und ein kleines Mädchen lugte hinein. Greta. Sie war die Adoptivtochter der beiden und schaute Yuuri nun besorgt an. Sie hatte sich die ganzen letzten Tage zusammen gerissen um nicht zu ihren Adoptivvater zu gehen den sie so sehr liebte, da man ihr sagte das er ein wenig Zeit für sich brauchte, aber dennoch hatte sie es nun nicht mehr ausgehalten. „Yuuri..." begann sie mit leiser piepsender Stimme zu sprechen und man konnte sehen das ihre Lippen ein wenig Bebten. Dieser Anblick versetzte Yuuri einen Stich in seinem Herzen. Er liebte die kleine als wenn sie sein eigenes Kind war und es tat furchtbar weh sie mit dieser Sorge in ihren Augen zu sehen. Er senkte den Blick ein wenig und holte einmal tief Luft. Dieser Anblick hatte ihm gezeigt das er sich zusammen reißen musste. Es war nicht seine Art das er anderen Sorgen machen wollte, im Gegenteil, meist war es sogar so das er das Glück anderer noch über sein eigenes stellte. Das war für ihn selbstverständlich. Langsam hob er den Kopf wieder und seine Lippen verzogen sich zu einem kleinen lächeln. Langsam breitete er seine Arme aus um dem Mädchen zu signalisieren das sie zu ihm kommen solle. „Komm her Greta" sagte er dann noch sanft. Diese Worte bewirkten das bei dem Mädchen ein Damm brach. Schluchzend rannte sie auf ihren Vater zu und sprang dann regelrecht zu ihm ins Bett und in seine Arme. Behutsam strich der Maou über die Braunen Locken des Kindes, nun bekam er auch noch ein schlechtes Gewissen. Wie hatte er die kleine nur so leiden lassen können?

Wolfram hatte die ganze Zeit schweigend daneben gestanden, sein Herz hatte einen kurzen Aussetzer gemacht als er sah das Yuuri doch noch zu so etwas wie einem lächeln im Stande war, auch wenn dieses ein wenig unecht ausgesehen hatte, so war es dennoch ein Anfang. „Okay... Lass uns Rausgehen Wolf... zusammen mit Greta" sagte der Maou schließlich und wandte sich das erste mal seit langen von sich aus an den Blonden.

„Majestäääät" Die Stimme von Lord von Kleist hallte regelrecht in den Fluren wieder als er seinen über alles Geliebten König sah. Nicht zuletzt war er verwundert da dieser in den letzten Tagen immer nur abweisend gewesen war und nun sah er ihn draußen im Garten, zusammen mit Greta und Lord von Bielefeld. Yuuri sah auf, doch in diesem Moment spürte er auch schon das Gewicht auf seinen Schultern. „Ist doch gut Gunter..." versuchte er den aufgebrachten Lord zu beruhigen. Man konnte schon sehen das die Schläfen des von Bielefelds wieder gefährlich pochten. Er hasste es wenn jemand SEINEN Yuuri zu nahe kam und dann auch noch in dieser Verfassung. Seine Smaragdgrünen Augen funkelten den anderen Lord Bedrohlich an. „Lass Ihn los Gunter" sagte er in einer bedrohlichen und gepressten Tonlage. Wolfram fragte sich sowieso immer warum Lord von Kleist immer so einen extremen Wirbel um Yuuri machte. Sicher er sah gut aus und war verdammt niedlich aber dennoch musste er ihn nicht immer gleich ersticken. Gunter machte nach wie vor keine Anstalten von Yuuri abzulassen, er hatte es sich angewöhnt die Einwände Wolframs zu ignorieren. Immer wieder konnte man ein schniefen von dem Langhaarigen Schönling hören. Wolfram wurde es zu viel und und so beschloss er dazwischen zu gehen und seinen Verlobten zu 'retten'.

„Wir werden das Schloß des Blutigen Eides Bald erreichen" die Stimme von Darkus hallte über den Gesamten Hügel, welche die Rebellen nun eingenommen hatten um eine Wohlverdiente Mittagspause einzulegen. Von den Männern welche ihm folgten kamen Zahlreiche Jubelrufe. Niemand bekam etwas mit, der Grund war ganz einfach. Sie waren mehrere Kilometer vom nächsten Dorf entfernt und in diese Gegend verirrte sich nur äußerst selten jemand. Viele der Menschen und Mazoku die hier lebten fürchteten den Ort. Warum das so war? Nun dies war ein Ort an welchen einst eine brutale Schlacht zwischen ihnen stattgefunden hatte, aus welcher kein klarer Sieger hervorgegangen war. Es hatte damals auf beiden Seiten kaum Überlebende gegeben. Seit dieser Zeit galt dieser Hügel als Verflucht. Darkus hatte das natürlich gewusst und hat diesen Ort dann als Idealen Standpunkt zum rasten auserkoren. Immerhin würde niemand auf die Idee kommen hierher zukommen, denn selbst die nähere Umgebung und der angrenzende Wald sahen zum fürchten aus und den meisten lief schon ein bloßer Schauer über den Rücken wenn sie nur an diesen Ort dachten. Darkus freute sich über die Reaktion seiner Männer. „Ab heute Nacht wird es keinen Maou mehr geben" verkündete er und hob seine Arme, was ihn noch weiterer Jubelrufe einbrachte. Esmeralda hatte die ganze Zeit neben ihm gestanden. Sie wartete bis sich die Männer beruhigt hatten und wieder ihren eigenen Beschäftigungen nachgingen ehe sie ihr Wort an ihren Kindheitsfreund richtete. „Ich denke du übertreibst Darkus, jeder hier weiß was unser Ziel ist. Mach doch nicht immer so ein Aufhebens darum" tadelte sie ihn etwas und verschränkte die Arme etwas vor der Brust. Darkus wandte sich grinsend zu ihr. „Aber ich bitte dich Esmeralda, das motiviert sie" ein leichtes lächeln huschte über sein Gesicht aber nach kurzer Zeit wurde er wieder ernst. „Du musst das nicht machen... Ich denke immer noch das ein Anschlag auf den Maou nichts für dich ist" sagte er offen. Esmeralda verzog ein wenig das Gesicht. „Nur weil du meinst, weil ich eine Frau bin, könne ich nicht kämpfen, heißt das nicht das ich zurückbleiben werde Darkus" ein genervtes seufzen entwich ihren Lippen. „Wir hatten diese Diskussion die letzten Tage schon wie oft?" hackte sie noch einmal nach. Darkus schaute sie an und lächelte sanft, sein lächeln war bezaubernd, das hatte sie schon immer gefunden, aber keiner der beiden erwähnte je wirklich was er eigentlich für den anderen Empfand. „Ich mache mir nur Sorgen..." sagte er sanft. Diese Worte entlockten Esmeralda ein Glockenhelles lachen. „Du weißt das brauchst du nicht, Ich bin dir bisher überall hin gefolgt, ich werde auch das mit dir durchstehen" sagte sie bestimmend und damit war das Thema, zumindest für sie erledigt.

Es stand außer Frage das Darkus, wenn der Maou erst einmal aus dem Weg geschafft war, seinen Platz einnehmen wollte. Dies war alles in ihren Plan inbegriffen und er hatte sich auch schon vorgenommen das er Esmeralda dabei an seiner Seite haben wollte. Sie sollte seine Königin werden, auch wenn sie davon noch nichts wusste. Natürlich würde er sie nicht zwingen, auf so einen Gedanken würde er niemals kommen. Er würde sie Fragen sobald er den Thron eingenommen hatte. Dennoch wollte er sie eigentlich nicht bei dem Mord an dem aktuellen Maou dabei haben, denn er sah kämpfen als Männersache. Eine Frau hatte da nichts zu suchen, aber dennoch konnte er Esmeralda nichts abschlagen. Aber seine Meinung was die Rollenverteilung von Mann und Frau anging würde er wohl niemals ändern und zugegebenermaßen wollte er es auch gar nicht.

Erst als es zu Abend dämmerte und Greta bereits müde wurde gingen die Drei wieder in das Schloß zurück. Wolfram hatte immer wieder besorgt zu Yuuri geschaut im Laufe des Nachmittags, aber Greta zuliebe hatte er eine fast Perfekte Maske aufgelegt gehabt. Nur seinen Augen hatte man ansehen können das es in seinem Inneren immer noch tobte. Nach dem gemeinsamen Abendessen brachte Yuuri Greta noch in ihr Zimmer wo sich die Kleine Prinzessin auch zufrieden in ihr Bett legte. Sie schaute Yuuri noch einen Moment an. „Ich hab dich lieb, Yuuri" wisperte sie leise. Yuuri lächelte schwach. „ich hab dich auch lieb, Greta" erwiderte er sanft und hauchte der kleinen noch einen Kuss auf die Stirn. Die Kleien wusste das es ihrem Vater nicht gut ging, Kinder spürten so etwas, aber dennoch sprach sie ihn nicht darauf an. Sie wusste das er sich alle Mühe gab dies zu verstecken und sie hatte Angst das wenn sie es ansprechen würde, er dann sich dann wieder distanzieren würde und das wollte sie auf jedenfall vermeiden. Sie wollte Yuuri helfen, genauso wie es alle anderen wollten. Vielleicht konnte sie seinen Schmerz auch zum Teil nachvollziehen, da ja auch sie ihre Familie verloren hatte.

Wolfram hatte vor Gretas Zimmer auf seinen Verlobten gewartet. Er hatte gemerkt das es dem Maou gut tat Zeit mit der gemeinsamen Tochter zu verbringen und so wollte er den beiden eben auch diesen kurzen Moment für sich alleine gönnen. Unbewegt stand er da und rührte sich erst wieder als Yuuri das Zimmer verließ und leise die Tür hinter sich schloss. Schweigend gingen sie zusammen in die Richtung des Gemaches welches sie sich teilten und erst als sie es betraten brach der Blonde die Stille. „Yuuri... wie geht es dir?" fragte er vorsichtig, denn auch er wusste das Yuuri noch immer nicht er selbst war. Sein Lachen war unecht und sein Fröhlichkeit nur aufgesetzt gewesen. Es hatte keine Wärme ausgestrahlt, nicht so wie es sonst der Fall gewesen war, sondern es war tatsächlich so das es Wolfram ab und an einen kalten Schauer über den Rücken hat laufen lassen. Yuuri drehte sich zu ihm und schaute ihn aus trüben Augen an. Es erschien wieder eines dieser kalten lächeln auf seinen Lippen und der Blonde merkte auch sofort wie er innerlich erstarrte. Es tat so furchtbar weh den anderen so zu sehen und er konnte in dieser Situation einfach nicht normal mit ihm umgehen. Wie sollte er auch? „Was meinst du?" war die Gegenfrage von Yuuri. Der Blonde Biss sich etwas auf die Unterlippe und wandte den Blick ab. „Ich denke das weißt du..." wisperte er fast. Ja, Yuuri wusste es, aber was sollte er darauf antworten? Ein seufzen verließ seine Lippen und er senkte den Blick. „Ich denke ich werde es überleben" antwortete er schlicht, da ihm einfach nichts besseres einfiel. Anschließend wandte er sich ganz um. Er wollte den anderen jetzt nicht ansehen. Er wollte nicht das dieser seinen Schmerz und seine Trauer sah. Niemand sollte das, dennoch wusste er das es ein Ding der Unmöglichkeit war. „Ich bin müde, ich werde jetzt schlafen" sagte er nur noch und legte sich auch schon ins Bett, nur um die Augen zu schließen und seinen eigenen Gedanken nachzuhängen. Wolfram bereute es schon das er überhaupt gefragt hatte. Keiner der beiden ahnte von der Gefahr die bereits gefährlich nah lauerte.

Erst als die Dunkelheit hereingebrochen war machten sich die Rebellen auf den Weg, fort von dem Hügel an welchen sie ihren Tag verbracht hatten. Es würde vielleicht eine Stunde dauern, vielleicht auch etwas mehr bis sie das Schloß des Blutigen Eides erreichten und dort würde es dann endlich soweit sein. Allerdings mussten sie erst einmal unbemerkt dort hinkommen, da dies nicht unbedingt das leichteste Unterfangen war, aber auch das hatten sie lange geplant. Sie hatten selbst vor einigen Tagen Spione zum Schloß geschickt, welche die Lage prüfen sollten und der Plan war Perfekt. Von seinen Spionen, welche nun im Schloß als Wachen arbeiteten, hatte Darkus erfahren, das der Maou gerade in keiner all zu guten Verfassung war, auch wenn er die Gründe weshalb dies so war nicht wusste, aber das war auch Unwichtig. Wichtig war nur eins: Allein die Tatsache das der Maou derzeit ein wenig labil war, bedeutete das es noch einfacher sein würde ihn zu stürzen.

Kurz vor der Stadt hielten sie Inne. Hier war es an der Zeit sich aufzuteilen. Es wäre zu auffällig wenn auf einmal ein so großer Trupp auf einmal sich auf den Weg machen würde und der Plan durfte nicht schief gehen. Eine zweite Chance würden sie immerhin so schnell nicht bekommen. Sie hatten vereinbart das sie sich am Rande der Schloßmauern treffen würden. Ihre Reittiere ließen sie allerdings zurück, denn solche würden einfach zu viel Lärm machen.

Darkus und Esmeralda waren die letzten die am vereinbarten Treffpunkt ankam. Bisher war alles gut gegangen. Niemand hatte sie bemerkt und niemand konnte so Alarm schlagen. Darkus Stimme war leise, aber deutlich. „Ihr wisst wie es abläuft Männer... Esmeralda und ich kümmern uns um den Maou... Ihr sorgt für ordentliches aufsehen. Damit sollten die Soldaten abgelenkt sein. Ich wünsche euch viel Glück" ein grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab, man konnte ihm regelrecht ansehen das er sich auf das Bevorstehende Ereignis freute.

Wolfram hatte sich mittlerweile von der Tür gelöst und war zu Yuuri ans Bett getreten. Er wusste nicht wie lange er vor der Tür gestanden hatte und einfach nur mit einem besorgten Blick auf den Regungslosen Yuuri gestarrt hatte. Es musste aber schon eine Weile vergangen sein denn mittlerweile war der andere tief und fest eingeschlafen was man seiner ruhigen Atmung entnehmen konnte. Leise setzte sich der Blonde auf den Bettrand, in seinen Augen noch immer die Besorgnis um seinen Verlobten. Wie konnte er ihm helfen? Immer wieder stellte er sich diese Frage, doch fand er einfach keine Antwort. Langsam hob er seine Hand und strich einmal über Yuuris Wange, doch bekam er keine Regung von diesem. „Du bist echt ein Weichei..." murmelte er leise, doch auch auf die Worte reagierte der Doppelschwarze nicht, was wohl auch gut so war, denn immerhin war es im Moment sicherlich nicht Förderlich auch noch als 'Weichei' beschimpft zu werden, auch wenn es der Blonde nun nicht böswillig meinte. Manchmal musste er sich sogar eingestehen das er Yuuri ein wenig beneidete. Er kam immer schnell mit jedem gut aus und schaffte es auch meist das Herz sogar von seinen Feinden zu berühren. Wie sonst hätte er es schaffen können das nun endlich Frieden herrschte? Wolfram senkte ein wenig den Blick. Yuuri hatte es auch geschafft sein Herz zu berühren. Nie hatte er jemanden als 'gut genug' empfunden. Niemand hatte es je mit ihm aufnehmen können und doch hatte ihm immer etwas gefehlt ohne das er sich dessen überhaupt je bewusst gewesen war. Erst durch Yuuri hatte er es gelernt. Er konnte sogar nicht mal mehr den Hass auf Menschen empfinden welchen er dich früher immer gehegt hatte und zudem gestand er sich nun endlich ein das ihm doch etwas an seinem Bruder Conrad lag, welchen er noch vor Yuuris Ankunft nie als seinen Bruder anerkannt hatte, nun tat er es, auch wenn er es nie laut Aussprach. Yuuri hatte ihn verändert... oder vielmehr die Gefühle die er für Yuuri hegte. Nur leider nahm der Maou diese nie richtig war. Noch immer sah er ihre Verlobung als einen Unfall an. Auch das schmerzte den Blonden, doch auch das würde er nie zugeben. Denn das war eine Schwäche und so etwas konnte er nicht gebrauchen. Dazu war er einfach viel zu Stolz. Langsam legte er sich neben den anderen, achtete dabei aber darauf diesen nicht zu wecken. Dennoch sehnte er sich selbst etwas nach Ruhe, da er in den letzten Tagen vor Sorge kaum ein Auge zugetan hatte und sich meist eher in einer Art Dämmerzustand befunden hatte. Es war eben seine Pflicht als Yuuris Verlobter nun für ihn da zu sein. Selbstverständlich tat er dies nicht nur aufgrund dieser Tatsache sondern weil er ihn aufrichtig liebte und sogar sein Leben für ihn geben würde wenn es sein musste.

Langsam hatten sich die Rebellen aus dem Hinterhalt an die zwei Patrouillierenden Wachen, welche den Eingang zum Schloß bewachten, herangeschlichen und diese überwältigt. Damit stand ihnen nun der Weg auf den Hof frei. Bisher war alles einfach gewesen. Vielleicht zu einfach, so das es Darkus nicht einmal im Traum einfallen würde seine Vorsicht fallen zu lassen. Erneut nickte er seinen Männern zu, welche sofort verstanden und sich in kleine Truppen aufteilten. Darkus und Esmeralda unterdessen versteckten sich hinter einem Busch. Sie würden die Aufkommende Panik nutzen um sich zu dem Gemächern des Maous zu schleichen. Denn dank ihren, im Schloß Eingeschleusten, Verbündeten hatten sie einen Plan des Aufbaus bekommen. Nicht umsonst hatte Darkus seinen Denker hierher geschickt. Erneut grinste er und schaute Esmeralda an. „Du kannst noch immer..." begann er wurde aber schon mitten im Satz von ihr unterbrochen. „Ich werde das mit dir durchziehen Darkus und jetzt hör auf schon wieder damit anzufangen" sagte sie streng. Manchmal ging es ihr wirklich auf die Nerven wie sehr er sich doch um sie sorgte. Immerhin war sie kein kleines Kind mehr. Sie lächelte ihn dann allerdings an. „Außerdem weißt du doch das meine Fähigkeit dir hier recht nützlich sein kann oder?" fragte sie dann noch leise wispernd. Darkus senkte den Blick ein wenig und nickte schließlich. Sie hatte ja recht.

Endlich hörten die beiden einen Knall, das war das Startsignal. Ihre Männer hatten die Rauchbombe hochgehen lassen und das bedeutete das es wohl keine Fünf Minuten mehr dauern würde bis endlich das erwünschte Chaos herrschte welches die Wachen ablenken sollte und nicht zuletzt auch die Werten Lords, die immer an der Seite des Maous waren. Als der Trubel endlich groß genug war und er auch schon zwei von vier der Lords, zumindest hielt er sie für diese, erkennen konnte nickte er Esmeralda zu. „Ich denke es wird Zeit" grinste er und bekam nur ein lächeln erwidert. Langsam erhoben sie sich aus ihrem Versteck und schlichen sich unbemerkt in das innere des Gemäuers.

Yuuri saß auf einmal Kerzengerade im Bett, ebenso wie Wolfram. Verwirrt schauten sich die beiden an. „Was war das für ein Lärm?" krächzte Yuuri etwas. Seine Stimme klang als hätte er sie seit Wochen nicht benutzt, was wohl daran lag das er gerade doch recht Unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde. Ratlos sah Wolfram ihn an. „Ich weiß es nicht... eigentlich ist es bereits zu Spät für Anissinas Experimente" murmelte der Blonde. Auch er war ein wenig verwirrt, dennoch gewann er seine Fassung wesentlich schneller wieder als Yuuri, was wohl daran lag das er ein Krieger war. Er hatte gelernt immer auf der Hut zu sein und mit allem zu rechnen und das war eben in sein Fleisch und Blut übergegangen. Er stand langsam auf und spannte seinen Körper an.

Plötzlich flog die Tür des Gemaches auf und ein ziemlich aufgelöster Gunter platze hinein. „Majestät, ist bei ihnen alles in Ordnung?" fragte er aufgebracht. Er erntete nur einen verwirrten Blick des Maous. „uhm... ja... aber... was ist eigentlich los?" Auch Yuuri rappelte sich langsam auf, sah aber Gunter weiter fragend an. Gunter sah abwechselnd zu Yuuri und Wolfram ehe er antwortete. Anders als sonst war sein Gesichtsausdruck ernst. „Unbekannte sind in das Schloß eingedrungen... wir wissen nicht worauf sie aus sind." erklärte er. Wolfram hörte zu. „Diebe können es nicht sein... die würden nicht so einen Lärm machen und eher leise agieren" sagte er nachdenklich ehe sein Blick zu Yuuri wanderte. Der Blonde riss ein wenig die Augen auf. Im selben Moment war wohl auch Gunter klar was der Blonde dachte. So agierten nur Personen die hinter dem Maou her waren. Nur warum? Immerhin herrschte Frieden. Wolfram war hin und her gerissen. Einerseits wollte er seinen Brüdern helfen die wahrscheinlich draußen kämpften, aber er wollte auch nicht von Yuuris Seite weichen. Gunter sah wohl seinen inneren Konflikt, auch ihm ging es ähnlich, dennoch war der Blonde derjenige der zuerst eine Entscheidung traf. „Ich werde bei Yuuri bleiben, kümmere du dich um alles weitere Gunter" sagte er ein wenig barsch, so das Gunter gar nicht anders konnte als zuzustimmen. Wolfram ergriff die Hand seines Verlobten. Irgendwo mussten sie hin, wo man sie nicht erwartete und wo er Yuuri gut verstecken konnte. Immerhin wollte er ihn nicht in Gefahr wissen. „Aber... Wolf, wir können doch versuchen mit ihnen zu reden" protestierte der Doppelschwarze etwas als er merkte das er aus dem Zimmer gezogen wurde. „Weichei, wir werden Angegriffen wenn es dir nicht auffällt, ich glaube kaum das sie jetzt groß zuhören werden" fuhr Wolfram den anderen an. Wieso hatte er eigentlich nichts anderes von ihm erwartet als gerade so eine Aussage. Irgendwo freute es ihn auch, denn das zeigte ihm das Sein Yuuri immer noch irgendwo da war. „Und was ist mit den anderen? Wir können sie nicht im Stich lassen" protestierte Yuuri jetzt lauter. Doch Wolfram blieb Gnadenlos. „Sie sind erfahrene Krieger, Vertrau ihnen einfach" fauchte er nur. Langsam merkte Yuuri das er nicht gegen Wolfram ankam, dennoch wollte er helfen, er musste doch irgendwas tun können.

Wolfram hatte sich entschieden erst einmal in die Königliche Schatzkammer zu fliehen. Dort gab es zumindest für das erste genug Verstecke, auch wenn er nicht wusste wie lange sie da bleiben konnten. Irgendwie hatte der Blonde ein verdammt mulmiges Gefühl. Fast so als wenn sie beobachtet werden würden.

Darkus und Esmeralda drangen immer weiter ins Schloß vor. Einmal wären sie beinahe von jemanden gesehen worden, aber dank Esmeralda konnten sie eben das verhindern. Sie beherrschte die Kunst der Illusion und mit dieser waren die beiden für andere fast unsichtbar, aber meistens konnte sie das nicht all zu lange halten, da es einfach zu viel Kraft verbrauchte. Aber es sollte reichen. Immerhin musste sie es ja nur verwenden wenn sie in einem recht belebten Gang waren und da gab es im Moment nicht so viele von da sich die meisten Personen mittlerweile wohl draußen aufhielten und gegen ihre Männer kämpften. „Eigentlich sind sie ganz schön Unachtsam" murmelte Esmeralda. Darkus sah sie daraufhin nur an. „Ja das sind sie, aber wer rechnet denn schon mit einer Illusionistin" grinste er zurück. Tatsächlich war das eine nicht sonderlich verbreitete Fähigkeit unter den Mazoku und sie war auch recht unbekannt. Die beiden stoppten auf einmal und versteckten sich hinter einer Ecke. „Da ist er" raunte Darkus, als er den Jungen mit der Schwarzen Zweifaltigkeit erkannte. Das konnte nur der Maou sein. Er hatte ihn zwar nie persönlich gesehen, aber es bestand kein Zweifel. Er sah wie Eben dieser zusammen mit einem Blonden durch eine Tür verschwand. Esmeralda nickte. „Dann kümmern wir uns mal um ihn..." sagte sie leise zurück.

Wolfram hatte Yuuri in eine dunkle Ecke gestoßen. Dort konnten sie zumindest nicht von hinten angegriffen werden, außerdem war er dort aufgrund seiner Schwarzen Kleidung schlecht zu sehen. „Bleib, da egal was passiert" raunte der Blonde ihm zu nahm aber selber in dessen nähe Haltung an um ihn Notfalls zu Beschützen. Sein Körper war angespannt und er hielt auch die ganze Zeit sein Schwert griffbereit. „Wolf... wir sollten wirklich versuchen..." „Ssh..." Unterbrach ihn der Blonde aber als er wieder protestieren wollte. Hatte er sich das nur eingebildet oder hatte er da gerade die Tür gehört? So schnell konnten sie doch nicht gefunden werden. Das war unmöglich. Oder hatte er sich etwa geirrt und es handelte sich nur um ein paar gewöhnliche Diebe? „Majestät, wir wissen das ihr hier seid, also kommt raus und zeigt euch, dann bringen wir es auch schnell zu ende" trällerte Darkus. Langsam Schritt er mit Esmeralda in den Raum die nur ein leises glucksen von sich gab. Also waren sie doch hinter Yuuri her... Wolfram bemerkte das Yuuri hinter ihnen zusammen zuckte. Er konnte förmlich den Impuls des anderen spüren aufzustehen und zu versuchen mit diesen Unbekannten zu Verhandeln, aber dies wusste der Blonde zu verhindern. Ruckartig beugte er sich zu seinem Verlobten hinunter und schlug diesen die Hand vor den Mund. Er wollte nicht das er sich diesen Unbekannten stellte. Immerhin wussten sie nicht zu was diese Fähig waren. „Ich kümmere mich darum..." wisperte er Yuuri ins Ohr, woraufhin dieser nur die Augen weitete und den Blonden ein wenig entsetzt anstarrte. Was hatte Wolfram denn nun schon wieder vor? Alles in allem war es wohl keine Gute Idee gewesen hierher zu fliehen denn hier saßen die beiden ganz offensichtlich in der Falle. Wolfram biss sich auf die Unterlippe und erhob sich. Er schenkte Yuuri noch ein sanftes lächeln ehe er mit erhobenen Schwert nach vorne trat um sich den beiden zu stellen.

Mit giftigen Blick sah er Darkus an, welchen er als den Anführer dieser Truppe ausmachte. „Was wollt ihr" fauchte er diesen an. Darkus legte den Kopf schief und grinste nur. „Nicht dich" war seine schlichte Antwort. Der Blonde knurrte leise. Wie redete dieser Kerl eigentlich mit ihm?

„Geh aus dem Weg Blondschopf... Oder wir müssen leider auch mit dir kurzen Prozess machen" sagte Darkus kalt und starrte ihn an. Okay das war ein Fehler gewesen. Jetzt wurde der Kerl auch noch respektlos. „Ihr bekommt Yuuri nicht" fauchte er erneut und stürmte auch schon auf den anderen zu. Darkus aber lachte nur. Er mochte vielleicht unbewaffnet aussehen aber wozu sollte er eine Waffe mit sich führen wenn er sein Maryoku hatte? Er leckte sich einmal über die Lippe. „Wie du willst" wisperte er nur. In seiner Hand erschien so etwas wie eine klinge aus Eis. Damit hatte der Blonde nicht gerechnet. Er riss die Augen einen Moment auf und dann spürte er auch schon einen stechenden Schmerz in der Magengegend. Langsam taumelte er zurück. Entsetzt schaute Yuuri dem zu. Das durfte nicht war sein. Nicht Wolfram. „WOLF!" schrie er entsetzt auf und sprang auch schon aus seinem Versteck um den Blonden Mazoku aufzufangen der gerade im Begriff war nach hinten zu kippen.

Seine Uniform war bereits von seinem Blut getränkt und mit trüben Augen sah er zu Yuuri auf. „Weichei... ich sagte... du sollst... im... Versteck...bleiben..." seine Stimme klang schwach und brüchig. Yuuri schaute den Blonden der nun in seinen Armen lag nur aus Schreck geweiteten Augen kann. „Hör auf zu reden... bitte..." wimmerte er leise. Er schaute in die Smaragdgrünen Augen die Langsam ihren Glanz verloren. „. …flieh... Yuuri..." war das letzte was er hervorbringen konnte ehe er husten musste und sich damit ein Blutschwall aus seiner Kehle ergoss. Plötzlich lag er reglos in Yuuris Armen, die Augen geschlossen. „Wie Rührselig... treu bis zum Schluss" höhnte Darkus und sah nun den Maou kalt an. „Aber keine Sorge Majestät, Ihr werdet euch schon recht bald wieder sehen" Nun legte sich ein Wahnsinniges grinsen auf sein Gesicht.

Yuuris Körper erzitterte. „Du..." seine Stimme kam einem Knurren gleich. Um ihn herum sammelte sich sein Maryoku in einem Blauen Schimmer. Noch Immer hatte er den Leblosen Körper seines Verlobten in den Armen. Sein Kopf schnellte in die Höhe und seine Augen waren wie Katzenähnliche Schlitze. Seine Haare waren gewachsen. Vor Darkus erhob sich nun der Waschechte Maou und Yuuri konnte sich nicht einmal erinnern wann er das letzte mal solch eine Wut verspürt hatte.