Wolfram blinzelte. Erst einmal, dann noch einmal doch das Bild änderte sich immer noch nicht. Sein Verlobter war einfach nicht mehr der, der er noch gestern Abend gewesen war, das war offensichtlich. Doch wie sollte der Blonde nun mit dieser Tatsache umgehen? Und vor allem wieso war er nun der Maou? Sonst hatte Yuuri die Gestalt des wahren Dämonenkönigs doch immer nur dann angenommen wenn er wütend war, wenn er etwas beschützen wollte, eben wenn er seine Magie gebrauchte, aber Wolfram konnte sich nicht daran erinnern das es irgendetwas gab was den Schwarzhaarigen hätte wütend machen sollen. Es war doch nichts gewesen... naja gut fast nichts, aber es war doch nichts was diese Veränderung hätte ausmachen können. Sie waren sich näher gekommen, aber am Ende war es wieder so gewesen das Yuuri ihn von sich sich geschoben hatte. Sicher das hatte den Blonden verletzt aber dennoch war das doch kein Grund für so eine Veränderung oder etwa doch? „Yuuri... Wie...?" man merkte das Wolfram einfach die Worte fehlten... oder eben vielmehr das er einfach nicht wusste was er machen sollte. Es war auch nicht so das er Angst vor Yuuri hätte, aber dennoch war das nicht sein Yuuri.

Yuuri brachte ein schwaches lächeln zustande welches er dem Blonden schenkte. Langsam hob er seine Hand und berührte diesen leicht an der Wange. „Es ist alles in Ordnung... Mach dir keine Sorgen" sagte er. Seine Stimme klang tiefer als sie es für gewöhnlich tat, es war eben die Stimme des Maous... nicht mehr die von Yuuri. Yuuri war gegangen, er hatte sich zurück gezogen, zumindest das Schwache Ich welches er bis zum gestrigen Abend noch besessen hatte. Dennoch fühlte er sich nun besser... freier... Es gab nichts mehr worum man sich Sorgen machen musste. Nichts mehr was ihn belastete. Seine Sorgen waren in weite Ferne gerückt. Der Gedanke an seine Familie zuhause Schmerzte nicht mehr. Mittlerweile war alles wie es sein sollte... Nun konnte er diesem Land ein guter König sein und er würde auch niemanden mehr verletzen, denn noch einmal wollte er das enttäuschte Gesicht des Blonden nicht sehen. Es hatte ihm doch ziemlich zugesetzt, aber auch der Gedanke tat nicht mehr weh.

Unter der Berührung war Wolfram ein wenig zusammen gezuckt. Er senkte etwas die Augenlider, hatte aber auf die Worte Yuuris nichts mehr erwidern können. Er hätte einfach nicht gewusste was.

Im Schloß des Blutigen Eides herrschte schon reges treiben. Von der Veränderung Yuuris hatte noch niemand etwas mitbekommen. Aber dies würde sich schon bald ändern. Immerhin würde sich der Schwarzhaarige ja nun nicht mehr in seinem Gemach zurückziehen. Er wollte einfach nur noch seinen Pflichten nachgehen und das würde er nun machen. Langsam erhob er sich und schritt zu seinem Schrank. Seine Bewegungen waren nun um einiges Anmutiger, eben wie die Bewegungen des Maous sein sollten. Nicht mehr die Tollpatschigen Bewegungen des Weicheis welches er gewesen war. Wolfram hatte immer recht gehabt. Yuuri war ein Weichei, aber das musste sich nun ändern. Immerhin war das nicht wirklich eine große Hilfe wenn es um die Führung eines Landes ging. Sicher er würde jetzt nicht die Todesstrafe einführen, denn ein Pazifist war er trotz und allem noch, aber er würde überlegter an die Sachen ran gehen. Vor allem würde er nicht mehr den ganzen Papierkram auf Gwendal abwälzen und er würde sich nicht mehr nur von seinen Gefühlen leiten lassen. All das hatte er bisher getan und wohin hatte es geführt? Sicher, es herrschte nun Frieden, mehr oder weniger, denn nach wie vor hatte der Schwarzhaarige den Vorfall mit den Rebellen nicht vergessen, aber der Frieden der nun herrschte war eigentlich mehr oder weniger nur Glück gewesen. Nichts weiter. Yuuri war eben einfach ein Glückspilz, aber in den letzten Tagen hatte er gemerkt das er sich darauf nicht mehr verlassen konnte. Er musste eben handeln und er musste dafür sorgen das der Frieden der nun herrschte auch beibehalten wurde. Immerhin wäre nichts schrecklicher als wenn alles umsonst gewesen wäre und genau genommen war da ja auch noch immer das Problem mit Dai Shimaron... Mit diesem menschlichen Gebiet hatte der Schwarzhaarige nie Frieden schließen können, aber wie er das Problem lösen sollte wusste er nun auch noch nicht. Erst einmal musste er sich auch um das Dorf kümmern von welchem die Rebellen gesprochen hatten. Es war nur ein kleiner Schritt, aber dieser Schritt musste gemacht werden. Es bestand ja auch noch durchaus die Möglichkeit das es noch mehr solcher Dörfer gab. Wie sollte er versuchen Frieden mit Dai Shimaron zu schließen wenn es immer noch gewisse Ungereimtheiten in seinem eigenen Land gab? Diese musste er erst einmal beseitigen bevor er das Projekt Dai Shimaron wieder aufnehmen würde.

Wolfram schluckte noch einmal. Nachdem auch er sich von dem ersten Schock erholt hatte und auch endlich mal aus dem Bett gekrochen war, folgte er Yuuri doch schließlich in einem Gewissen Abstand. Er konnte ihn nun einfach nicht behandeln wie immer. Immerhin war die Situation auch eine ganz andere... es fühlte sich einfach nicht Richtig an. Es war vollkommen falsch. Schon jetzt wusste der Blonde das er den anderen Yuuri wieder haben wollte. Doch wie sollte er das machen? Denn immerhin wusste er nicht einmal wie es überhaupt zu dieser Situation gekommen war, das Yuuri nun eine andere Gestalt hatte. Auch hatte der Blonde durchaus bemerkt das sich eigentlich nicht nur der Körper Yuuris geändert hatte, auch sein Wesen war anders. Er wirkte Irgendwie kalt... anders konnte man es nicht ausdrücken. Der Schwarzhaarige hatte ihn zwar angelächelt doch es war nicht mehr das gleiche warme lächeln welches Yuuri sonst immer gehabt hatte. Es hatte einfach kein Gefühl gehabt... Es war einfach nur wie als wenn jemand das Gesicht verzogen hätte... Schlichtweg Gefühlslos. Zumindest war es so rüber gekommen.

Yuuri bemerkte zwar wie ihm immer wieder verwunderte Blicke trafen, dennoch beachtete er sie nicht. Er hatte ja damit gerechnet und es war auch nicht verwunderlich, aber die Soldaten und Bediensteten würden sich schon noch daran gewöhnen. Immerhin brauchte jede Veränderung erst seine Zeit und wenn sich so plötzlich etwas veränderte sorgte das eben im ersten Moment für Verwirrung. Deswegen nahm er es ihnen auch nicht übel. Im Gegenteil, er versuchte sich möglichst wie immer zu geben, dennoch erregte er doch einiges an Aufsehen.

Nach kurzer Zeit kamen die beidem im Speisesaal an, wo Yuuri noch mehr verwunderte Blicke erntete. Selbst Gwendal, der heute morgen wieder im Schloß angekommen war, schaute einen Moment lang verwundert, ließ sich aber ansonsten nichts weiter anmerken. Auch Conrad wirkte im ersten Moment perplex, lächelte dann aber doch nach kurzer Zeit wieder schwach. Die Auffälligste Reaktion war wohl die von Gunter. Nach einem entsetzten Ausdruck in den Augen rief er doch laut aus: „Majestät, geht es ihnen gut?" Anschließend stiegen ihm die Tränen in die Augen und das entsetzten wich einen ziemlich besorgten Ausdruck.

Yuuri nahm das alles hin und setzte sich erst einmal an den Tisch. „Mir geht es gut... Keine Sorge" sagte er nur leise und nahm sich eines der Brötchen welches er sich nun fertig machte und dann begann zu essen. Er hatte zwar nicht gewollt das Irgendjemand so ein Aufsehen darum machte aber es war einfach nicht mehr zu ändern und er wollte es auch nicht mehr ändern. Immerhin fühlte er sich nun wohl.

Wolfram zögerte noch einen Moment ehe er sich auf seinen Platz neben Yuuri setzte, aber er empfand nicht das geringste Hungergefühl weswegen er auch gar nicht erst zugriff sondern einfach nur schweigend da saß. So etwas war eigentlich gar nicht seine Art, aber heute morgen war sowieso alles nicht wirklich normal. Im Gegenteil...

Yuuri hielt diese Stille einfach nicht aus. Konnten die anderen seine 'kleine Veränderung' nicht einfach als eine Tatsache hinnehmen und sich Verhalten wie immer? Immerhin war er ja immer noch Yuuri niemand anderes. Er seufzte leise und wandte sich nun direkt an Gwendal. „Wie ich sehe bist du wieder angekommen... Ist alles in dem Dorf geklärt?" fragte er nach, klang dabei aber ein wenig monoton, so dass man merkte das er lediglich ein Gesprächsthema suchte um endlich die Stille zu durchbrechen. „Die Bewohner sind mit Nahrungsmitteln versorgt. Aber dennoch konnten wir noch nichts genaues in Erfahrung bringen" Antwortete Gwendal in seiner schlichten Art, woraufhin Yuuri nur ein wenig mit der Zunge schnalzte. „Ich werde in den kommenden Tagen selber dorthin aufbrechen, Ich halte mich an meine Versprechen. Außerdem muss ich wissen ob es noch mehr Dörfer dieser Art gibt... Immerhin ist es ja meine Aufgabe als König dafür zu sorgen das sich die Bewohner des Landes wohl fühlen" sagte er leise. Anders als sonst bekam er keine Wiederworte, niemand schien es sich, in Anbetracht seiner Erscheinung, zu wagen irgendwie das Wort gegen ihn zu erheben und ihn von diesem Unterfangen abhalten zu wollen. Gunter war der einzige von dem man mal wieder etwas hören konnte. Er brach in seine Typischen Lobeshymnen aus und musste sich schließlich eine Serviette vor die Nase halten da diese mal wieder zu bluten begonnen hatte. Yuuri schenkte dem keine Beachtung.

Nach einer Weile stand der Schwarzhaarige auf und verließ mit den Worten 'Er würde sich jetzt ein wenig um den Papierkram kümmern' den Raum, woraufhin er nur noch mehr verwirrte Blicke erntete. Wolfram hatte den Blick immer noch gesenkt und sagte kein Wort. Nun aber wandte sich Conrad an den Blonden. „Was ist passiert?" fragte er sachlich, woraufhin sein Bruder etwas aufsah. Es war immerhin ein offenes Geheimnis das die beiden in einen Zimmer nächtigten und auch wussten sie das Yuuri gestern noch nicht so gewesen war. „Ich... weiß es auch nicht..." gestand der Blonde und schaute wieder ein wenig zur Seite. „Als ich heute morgen aufgewacht bin war er auf einmal so" murmelte er noch und schaute noch mal zur Tür, aus welcher Yuuri eben noch verschwunden war. Conrad runzelte fragend die Stirn. Wolframs Verhalten zeigte eindeutig das er etwas verschwieg aber er wollte nicht einfach in diesen dringen und ihn ausfragen. Viel wichtiger war doch das sie eine Lösung fanden. Immerhin war es doch eine Sache die man nicht einfach übergehen konnte. Es war doch offensichtlich das etwas ganz und gar nicht in Ordnung war. Jedem war aufgefallen das Yuuri Gefühlslos gewirkt hatte. Sein Sprechen... oder vielmehr seine ganze Haltung während des Frühstückes hatten das klar gemacht. Besonders Conrad war das aufgefallen, denn immerhin war der Schwarzhaarige ja nicht nur sein König sondern auch in gewisser Weise sein Schützling.

Noch eine Weile hatten sich die vier Mazoku in dem Raum befunden und einfach eine Weile darüber gesprochen wie sie nun vorgehen sollten. Schließlich aber war Wolfram aufgestanden. „Ich werde mit ihm reden..." sagte er nur stolz und schritt auch schon aus dem Zimmer. Er musste jetzt einfach wissen was passiert war und warum Yuuri einfach nicht mehr Yuuri war. Er würde dafür sorgen das Yuuri wieder der Alte würde, koste es was es wolle.

Wenn er den früheren Worten Yuuris glauben schenken durfte dann befand dieser sich jetzt in seinem Büro. Vor der Tür blieb der Blonde noch einmal kurz stehen, atmete tief ein und klopfte ausnahmsweise sogar bevor er die Tür öffnete und einfach hinein ging.

Yuuri saß tatsächlich hinter dem großen Schreibtisch und sah auf. Ein wenig runzelte er die Stirn als er den ernsten Gesichtsausdruck des Blonden sah, dennoch lächelte er wieder. Schon wieder war es dieses kalte lächeln, so das Wolfram ein eisiger Schauer über den Rücken lief der ihn frösteln ließ. Dennoch musste er nun seinen Mut zusammenfassen. „Yuuri... Wir müssen reden" sagte er dann auch. Noch immer sagte der Schwarzhaarige nichts, stand aber auf um hinter seinem Schreibtisch hervorzugehen. Dicht vor dem Blonden kam er wieder zum stehen und nickte ihm einmal zu um ihm zu signalisieren das er sprechen sollte. Wolfram schluckte ein wenig. „Was ist passiert? Wieso bist du..." er stoppte da er nicht genau wusste wie er seine Gedanken in eine Frage umwandeln sollte. Yuuri seufzt leise. „Ich habe dir weh getan..." antwortete er. Er wusste genau was der Blonde fragen wollte, immerhin kannte er diesen schon eine Weile und es war eigentlich wenn man es genau betrachtete doch recht einfach ihn zu durchschauen. Ungläubig sah Wolfram den anderen an. „Bitte? Ich...Du hast mir nicht weh getan, womit denn?" fragte er. Immerhin hatte er mit allem gerechnet nur nicht damit. Yuuri senkte ein wenig den Blick. „Nun... gestern Abend. Ich hätte das nicht machen sollen. Ich meine, es war nicht wirklich angenehm für dich und ich habe dich immer nur zurück gewiesen. Nun ist aber alles in Ordnung. Ich werde dir nicht mehr weh tun Wolf. Außerdem... Ist es so einfacher... Ich kann mich um mein Land kümmern und muss nicht immer an die anderen Sachen denken..." Erneut blinzelte Wolfram. Er glaubte kaum was er da hörte. Er wusste nicht ob er nun wütend werden sollte oder ob er lachen sollte. Das klang gerade einfach alles nur schrecklich... albern? Feige? Er wusste es nicht. Aber dennoch wusste er das er den alten Yuuri wieder haben wollte. Schließlich entschied er sich für die erste Wahl die er hatte. Er ballte die Hände zu Fäusten und verengte seine Augen wütend. „Und du glaubst damit ist uns geholfen ja?" fauchte er. Yuuri zuckte doch ein wenig zurück. Mit so einer Reaktion des anderen hatte er nun einfach nicht gerechnet. Nun gut, vielleicht war Wolfram doch nicht so leicht zu durchschauen. „Du bist echt ein Weichei! Was soll denn das? Im Endeffekt machst du nichts anderes als weglaufen!" wütete der Blonde weiter. Wenn man es genau Betrachtete passte weglaufen ja zu einem Weichei wie Yuuri. Wolfram schnaubte noch einmal und verließ dann auch schon wütend den Raum. Natürlich machte er das nicht leise. Fast wie zur Demonstration ließ er die Tür regelrecht hinter sich zuknallen.

Wolfram konnte sich nicht erinnern wann er das letzte mal so wütend gewesen war. Sicher er rastete oft aus, aber dennoch war es nie so wie jetzt. Er wusste einfach nicht was er noch machen sollte und noch weniger wusste er wen er um Rat fragen konnte. Gwendal? Gunter? Conrad? Er hatte einfach keine Antwort auf diese Frage. Wütend stapfte er einfach durch die Gänge des Schloßes, als ihm auch plötzlich schon ein Einfall kam. Shinou! Wenn jemand einen Rat wusste dann doch sicher der Urkönig oder der Daikenja. Kurzerhand machte sich Wolfram auf den Weg Richtung Ställe um sein Pferd fertig zu machen und zum Tempel des Urkönigs zu reiten.

Der Weg war nicht lang und da der Blonde es ziemlich eilig hatte war er auch innerhalb weniger Minuten angekommen. Natürlich wurde er am Tempeleingang erst einmal aufgehalten. Männern war es eben nicht gestattet den Tempel ohne weitere Erlaubnis zu Betreten. Sofern es noch möglich war wurde er noch wütender und er versuchte die beiden Wächterinnen die Wache hielten mit wüsten Beschimpfungen davon zu überzeugen ihn einzulassen, doch die beiden Frauen zeigten keine Gnade. Zum Glück des Blonden kam in eben jenen Moment der Daikenja aus den Toren. Scheinbar war er durch das Geschrei Wolframs angelockt worden. Skeptisch blickte er das Bild an und nickte den beiden Frauen, die den Blonden noch immer mit Speeren davon abhielten den Tempel zu betreten, zu, um ihnen zu signalisieren das es in Ordnung war. Sofort ließen sie ihre Waffen sinken und mit einem wütenden Schnauben und einen vernichtendem Blick ging der Blonde an den beiden vorbei. „Was ist passiert?" fragte Murata sofort, denn immerhin musste es ja einen Grund geben das Wolfram hierher kam und meistens hatte es, zumindest wenn der Blonde sich so verhielt wie jetzt mit Yuuri zu tun. Wolfram sah den Daikenja ernst an ehe er Luft holte und die Situation schilderte. Natürlich ließ er die Teile aus die auch ihn betrafen, denn das war einfach zu Privat und ging genau genommen niemanden etwas an. Murata lauschte den Worten des anderen und senkte nachdenklich die Augenlider. „Nun... Shibuya wird mit der ganzen Sache was seine Rückkehr betrifft scheinbar nicht so wirklich gut fertig... Also denke ich mir mal das seine Veränderung rein Psychisch bedingt ist..." sagte er nachdenklich. „Aber ich stimme dir zu das dass nicht wirklich gut ist... Wir müssen etwas unternehmen... Nicht das er sich hinterher noch selbst verliert" Murata nickte dem Blonden zu, der nun ein leises Seufzen von sich gab. Er hatte sich doch etwas mehr Informationen erwünscht, stattdessen aber hatte Murata nur etwas gesagt was er schon wusste. „Nun... Ich denke ihr solltet das erst einmal im Auge behalten... Ich werde mit Shinou darüber sprechen und euch sofort darüber Informieren wenn wir etwas wissen" sagte er noch und wandte sich dann zum gehen. Super! Wieso ließ eigentlich jeder Wolfram dumm da stehen? Er wollte doch nur endlich eine Antwort wissen. Aber so eine Situation war eben bisher noch nie gewesen und somit konnte ihm auch der Daikenja noch keine Antwort geben. Dennoch war der Tempel seine letzte Hoffnung gewesen so das er sich doch etwas enttäuscht auf den Rückweg machen musste. Wenn ihm niemand helfen konnte dann musste er eben selber eine Lösung finden und wenn er dazu gegen Yuuri kämpfen musste, allerdings wollte er das nicht. Schon alleine der Gedanke daran versetzte ihm einen Schmerzenden Stich im Brustbereich.

Yuuri hatte nach dem Gespräch mit Wolfram noch weiter versucht sich auf den Papierkram zu konzentrieren. Doch aus irgendwelchen Gründen hatte er sich nicht mehr richtig darauf Konzentrieren können. Ihm spukten immer wieder die Worte des Blonden in seinem Kopf herum. Lief er wirklich einfach nur davon? Eigentlich empfand er es nicht so. Genau genommen empfand er fast gar nichts mehr. Er hatte diese Gefühle doch einfach nicht mehr ertragen und immerhin hatte er sie so nicht mehr. Er hatte diesen Schmerz nicht mehr der immer wieder von ihm Besitz ergriffen hatte wenn er an seine Familie gedacht hatte und das er Wolfram gestern Abend so verletzt hatte, hatte ihm einfach den Rest gegeben. Das hielt doch keine normale Person aus. Sicher, er hatte fliehen wollen... vor allem. Aber nun konnte er doch ein guter König sein, wo also lag da das Problem? Außerdem hatte sich Wolfram doch auch immer beschwert das Yuuri so ein Weichei war, das war er doch jetzt nicht mehr... Aber dennoch war er doch noch immer er selbst oder etwa nicht? Der Schwarzhaarige hielt es nun einfach nicht mehr in dem Arbeitszimmer aus. Er brauchte einfach mal ein wenig frische Luft, außerdem war eine Pause auch nicht unbedingt das schlechteste. Immerhin brauchte so etwas auch ein König mal.

Kurz entschlossen erhob er sich von seinem Stuhl und verließ den Raum um Richtung Garten zu gehen. Auf dem Gang lief ihm seine kleine Tochter über den Weg, die erst die Augen vor entsetzen Aufriss als sie ihren Vater in diesem Zustand sah. Yuuri verzog das Gesicht ein wenig als er diesen Ausdruck auf Gretas Gesicht sah. Es tat ihm leid das er ihr scheinbar Sorgen bereitete so das er sich zu ihr runter beugte und ihr einmal über den Kopf strich. Dabei lächelte er ein wenig. Greta schien sich ein wenig zu beruhigen. „Yuuri... Was ist mit dir passiert?" fragte das kleine Mädchen vorsichtig. Sie hatte in den letzten Tagen ja geglaubt das es ihrem Vater besser ging doch dem war scheinbar nicht so. Sie verstand einfach seine Erscheinung nicht. „Es ist alles in Ordnung, Greta... Es ist nichts passiert. Mir geht es gut" sagte der Schwarzhaarige ruhig. Es war nicht mal unbedingt eine Lüge, vielmehr so etwas wie eine Art Ausrede. Wie oft hatte das Yuuri eigentlich schon an diesem Morgen gesagt? Dennoch schien er jeden Beruhigen zu müssen, doch besonders bei seiner Tochter fiel es ihm nicht gerade leicht. Greta schluckte ein wenig. Sie wollte ihren Vater nicht noch mehr belasten und sie wusste das sie genau das machen würde wenn sie ihm nun nicht glaubte. „Ich... Also...Ich wunder mich nur... Du siehst so anders aus" fiepte sie fast. Yuuri zog das Mädchen in seine Arme und drückte sie an sich. „Glaub mir Greta... Es ist wirklich alles in Ordnung..." murmelte er sanft. Greta entspannte sich langsam in seinem Arm und schloss die Augen. Sie liebte Yuuri als wenn es ihr richtiger Vater wäre. „In Ordnung" wisperte sie nur zur Antwort. Sie verstand es nur eben nicht, aber wenn Yuuri sagte das alles in Ordnung war dann war es das auch. Immerhin würde er sie ja nie anlügen und außerdem... was machte das Aussehen denn schon aus? Immerhin roch Yuuri immer noch nach nach Yuuri und die Umarmung fühlte sich auch an wie die ihres Vaters. Dennoch merkte auch das Mädchen das irgendetwas zu fehlen schien, doch das würde sie nicht sagen.

Nach einigen Momenten löste sich die Umarmung und Greta lächelte ihn etwas an. „Wo willst du denn gerade hin Greta?" fragte Yuuri und streichelte ihr noch einmal über ihre braunen Haare. Gretas lächeln wurde breiter „Ich wollte gerade zu Anicina. Sie hat eine Neue Geschichte geschrieben und hat mir Versprochen das sie mir die heute vorlesen will und außerdem wollte sie mir auch noch irgendwas beibringen, aber sie sagte das dass eine Überraschung sei" plapperte sie fröhlich drauf los. Man merkte doch gleich das Greta noch ein Kind war wenn man sie so erzählen hörte. Gerade war sie noch besorgt gewesen und nun schien sie wieder vollkommen die Alte zu sein. Yuuri musste doch ein wenig schmunzeln. Es erleichterte ihn doch das er scheinbar wenigstens seiner Tochter keine Sorgen bereitete. „Ist das so? Na dann wünsche ich dir dabei viel Spaß" sagte er und erhob sich wieder richtig. „Den werde ich haben. Mit Anicina habe ich immer Spaß und ihre Geschichten sind einfach nur toll" strahlte das Mädchen und rannte dann auch schon los „Wir sehen uns dann später Yuuri!" rief sie noch und war dann auch schon um die nächste Ecke verschwunden. Yuuri schüttelte einmal kurz seinen Kopf, lächelte aber immer noch, ehe er seinen Weg in den Garten fortsetzte. Das Gespräch mit Greta hatte ihn wohl kurzzeitig von seinen Gedanken abgelenkt doch nachdem das Mädchen verschwunden war, waren sie auch schon wieder zurück gekehrt.

Langsam ließ er sich unter einem Baum nieder und schloss die Augen. Wieso kreisten seine Gedanken nun immer wieder um das Verhalten von Wolfram? Und wieso hatten ihn diese Worte doch so getroffen?

Wolfram hatte den Rückweg doch recht langsam zurück gelegt. Er hatte sich zwar was seine Wut betraf ein wenig beruhigt, aber dennoch war seine Wut der Verzweiflung gewichen die sich nun unweigerlich in in ausbreitete. Er wollte doch nur den Alten Yuuri zurück, aber wie sollte er diesen nur zurück gewinnen? Immerhin hatte er sich ja sozusagen zurück gezogen. Wieso war das nur so verdammt kompliziert? Als er auf den Schlosshof riet hielt er sein Pferd an und stieg ab. Er drückte die Zügel einfach einem Soldaten in die Hand und sagte diesem das er sich um das Tier kümmern sollte ehe er sich wieder auf den Weg durch die Gänge machte. Er musste noch einmal mit Yuuri reden. Irgendwie musste er ihn doch überzeugen wieder 'normal' zu werden. Als erstes versuchte er es nochmal bei Yuuris Büro, doch musste er feststellen das der Schwarzhaarige nicht mehr dort zu finden war. Wo war dieses Weichei denn jetzt schon wieder? Wolfram schaute sich etwas um. Als er aus einem Fenster schaute welches zum Garten führte sah er eine Gestalt unter einem Baum sitzen. Das musste er sein. Zielstrebig machte er sich auf den Weg. Er würde sich jetzt seinen alten Yuuri zurück holen, koste es was es wolle. Er würde gar nichts anderes zulassen.

Yuuri öffnete die Augen erst als sich ein Schatten über ihn legte und schaute auf. Wolfram hatte sich vor ihm aufgebaut und sah in irgendeiner Weise wild entschlossen aus, auch wenn ihn dieser Gesichtsausdruck doch ein wenig verwirrte. „Werde wieder normal" forderte der Blonde dann auch schon mit einem leicht ärgerlichen Unterton und verzog das Gesicht etwas. Yuuri schaute etwas perplex und wusste im ersten Moment gar nicht was er darauf erwidern sollte. „Ich... Bin doch normal. Was ist eigentlich das Problem?" fragte er ruhig und schaute den Blonden durchdringend an. Wolfram musste doch tatsächlich ein wenig nach Luft schnappen vor Empörung. Was das Problem war? Wie konnte sein Verlobter so etwas nun auch noch fragen? Das war doch vollkommen offensichtlich. Irgendwie schaffte es der Schwarzhaarige doch immer den Blonden an den Rand des Wahnsinns zu treiben, egal in welcher Form. Wolframs Körper bebte schon wieder vor Wut. Er spannte sich etwas an und zog schließlich sein Schwert aus der Scheide, welches er nun auf den Schwarzhaarigen richtete. „Werde wieder normal oder kämpfe gegen mich" fauchte er. Yuuris Verwunderung wurde nur noch etwas größer. Er schob die Klinge ein wenig an die Seite und stellte sich hin. „Lass den Schwachsinn Wolf. Du weißt das ich nicht gegen dich kämpfen will und außerdem weißt du doch was es bedeuten würde wenn du mich dabei dann eventuell sogar töten würdest" noch immer klang Yuuris Stimme ruhig. Ja, wenn man den König tötete oder auch nur einen Anschlag auf ihn ausübte, stand darauf die Todesstrafe. Yuuri hatte das bisher immer abwenden können, aber dennoch sah die Sache doch ein wenig anders aus wenn er WIRKLICH umkommen sollte. Denn dann gab es ja niemanden mehr der das abwenden könnte. „DAS IST MIR VOLLKOMMEN EGAL! WENN DU NICHT WIEDER NORMAL WIRST DANN WILL ICH GAR NICHT MEHR LEBEN!" schrie der Blonde regelrecht los ohne weiter darüber nachzudenken. Aber genau das waren auch seine wahren Gefühle. Er wollte nicht diese Gefühlslose Hülle die Yuuri jetzt nun war. Er wollte doch einfach nur den alten, warmherzigen Yuuri zurück... War das denn zu viel verlangt?

Yuuris bisher noch Perplexer Gesichtsausdruck wandelte sich nun um in einen Regelrecht entsetztem Ausdruck. Wie konnte Wolfram nur so etwas sagen? Bisher hatte er ihm doch immer nur weh getan. Wieso also sagte er das er lieber sterben wollen würde als das Yuuri so blieb wie er jetzt war? Yuuri musste schwer schlucken. Diese Worte lösten doch etwas in ihm aus. Er wollte nicht mal im Traum daran denken das der Blonde irgendwann starb. Das war einfach undenkbar und noch weniger wollte er daran die Schuld tragen.

Noch immer hielt Wolfram das Schwert erhoben, doch es zitterte ein wenig. Yuuri wusste nicht ob es Wut war, aber das war gerade auch vollkommen gleich. Wie von selbst trugen ihn seine Beine in die Richtung des Blonden. Dieser war doch ein wenig überrumpelt von dieser Handlung so das sich seine Haltung entspannte. Yuuris Schritte beschleunigten sich und schließlich schlang er doch recht wild die Arme um den Hals des Blonden was dazu führte das diesem das Schwert aus der Hand fiel und da er mit so etwas auch nicht gerechnet hatte geriet er auch ein wenig ins Schwanken und fiel hinten rüber so das Yuuri auf ihm drauf landete. Einmal kurz atmete Wolfram zischend Luft ein, da er einen kurzen stechenden Schmerz verspürte, immerhin hatte er noch immer die Verletzung welche noch nicht ganz abgeheilt war. „Sag das nie wieder..." murmelte Yuuri. Seine Stimme klang wieder sanfter, so das Wolfram nun zu seinen Verlobten Blickte. Es waren wieder die sanften Augen welche er so liebte die er sah. Er blinzelte etwas. Yuuri war zurück und dieser presste sich gerade regelrecht an den Blonden. „Yuuri..." sagte er nur leise.

Yuuri löste sich ein wenig von Wolfram. „Sag nie wieder das du sterben willst verdammt" wisperte er. Sein Herz schlug gerade ziemlich unregelmäßig. Die Worte Wolframs hatten nicht nur bewirkt das er sich wieder in sein altes Ich zurück verwandelte, sie hatten dem Schwarzhaarigem auch klar gemacht was er eigentlich für ihn fühlte. Yuuri schluckte ein wenig. Er musste es erst mal selbst registrieren aber es bestand kein Zweifel mehr daran. Alleine der Gedanke das Wolfram etwas passieren konnte schnürte ihm regelrecht die Luft ab. Er liebte den Blonden...es war nicht nur Freundschaft. Es war mehr... viel mehr. Ein Gefühl was man eigentlich nicht in Worte ausdrücken konnte.

Wolfram war noch immer ein wenig überrumpelt, dennoch war er auch mehr als nur froh das er es geschafft hatte Yuuri zurück zu holen, auch wenn er nicht wusste wie er es geschafft hatte, aber das war auch unwichtig. „Ich... Yuuri..." Wolfram wollte sich eigentlich dafür rechtfertigen was er da gesagt hatte aber Yuuri legte ihm einen Finger auf die Lippen und schüttelte den Kopf. Den Finger zog er allerdings schnell zurück und nur zögerlich hauchte er ihm einen Kuss auf. Der Blonde wusste gar nicht recht wie ihm geschah und wusste auch nicht wie er reagieren sollte. Dieser Kuss dauerte nicht lange und man konnte es nicht mal wirklich als Kuss bezeichnen, aber dennoch hatten ihre Lippen sich berührt. „Ich... liebe dich... Wolf..." wisperte Yuuri leise. „Ich.. weiß das ich lange gebraucht habe es zu erkennen... aber... es ist so..." nun doch etwas verlegen wandte Yuuri den Blick ein wenig zur Seite.

Für Wolfram war das gerade einfach ein wenig zu viel des guten. Er konnte sein Glück kaum fassen und drückte nun seinerseits seinen Verlobten mehr an sich. „Du weißt gar nicht wie glücklich du mich gerade machst..." hauchte er leise und vergrub sein Gesicht an der Halsbeuge des Schwarzhaarigen.