Hoffnung
Die letzte Zeit des Schuljahres verging wie im Flug. Ginny und Harry hatten leider nicht viel Zeit für einander, da Harry noch oft nachsitzen musste und Ginny ihre OWL's hatte.
Am Ende des Jahres wurde der Schulleiter Albus Dumbledore getötet. Harry war dabei.
Bald darauf wurde er beerdigt und Ginny wusste, was Harry in Zukunft vorhatte. Sie war sich sicher, er würde Voldemort jagen. Auf der Beerdigung nahm Harry Ginny zur Seite und ging mit ihr zum See. Obwohl Ginny vorbereitet war, trafen sie Harrys Worte ziemlich hart, als er sagte, er dürfe sie nicht mehr treffen. Ginny weinte nicht.
In den darauffolgenden Sommerferien fand Ginny sich damit ab, dass Harry und sie erst einmal getrennte Wege gehen sollten.
Doch Harry kam auch wieder in den Fuchsbau zu ihnen.
Die ganze Zeit über wünschte sich Ginny schon mit Harry allein zu sein, doch sie waren es nie. Schließlich schaffte sie es, ihn einmal an seinem Geburtstag in ihr Zimmer zu kriegen. Er war noch nie dort gewesen und es war ihr ein wenig peinlich. Außerdem wusste sie nicht genau, was sie sagen sollte. Irgendwie kam es während ihres Gesprächs dazu, dass sie sich küssten. Es war, als hätte sich nichts geändert, wie früher.
Doch plötzlich platzte ihr Bruder Ron herein. Er wollte Harry mitnehmen, doch Ginny wusste, es war nur ein Vorwand, damit sie nicht weitermachten. Ron würde gleich einen Wutausbruch bekommen. Da Ginny spürte, wie Tränen in ihr aufstiegen, drehte sie sich weg von ihnen.
Nach den Ferien musste Ginny zurück nach Hogwarts. Es war völlig absurd noch auf die Schule zu gehen, doch um die neu eingeführte Schulpflicht kam sie nicht herum.
Die Schule war nicht mehr Hogwarts. Es war alles kalt und still. Zusammen mit einigen anderen der DA begangen sie in Hogwarts Widerstand zu leisten. Oft dachte sie an Harry, wo er wohl war, was er gerade tat. Sie wusste nichts über Harrys Mission. Harry meinte es sei zu gefährlich, wenn sie Bescheid wisse.
An Weihnachten fuhr sie wie gewöhnlich nach Hause zu ihrer Familie. Es war das trübste Weihnachten, dass sie je erlebt hatte.
Nach den Ferien fuhr sie wieder zurück nach Hogwarts. Doch dort war schon bald nichts mehr sicher und die meisten DA-Mitglieder verzogen sich in den Raum der Wünsche, als Versteck. Sie bauten einen Gang der nach Hogsmead in den Eberkopf führte, wodurch sie sich Essen beschaffen konnten. Hier ging es einzig und allein noch darum zu überleben.
Ginny war noch einige der wenigen, die es sich erlauben konnten im Schloss weiter zu wohnen. Über Ostern fuhr sie nach Hause, doch schon bald tauchten Misteriumsangestellte auf, die herausfanden, dass Ron mit Harry auf seiner Mission war und nicht wie vorgegeben krank im bett mit Grieselkrätze lag.
Ale Weasleys wurden ins Haus ihrer Großtante Muriel einquartiert, doch Ginny beschloss schon bald, wieder nach Hogwarts zurückzukehren. Dort würde sie eben im Raum der Wünsche leben, denn sie wusste, Harry würde zurückkommen.
Es war nur ein halber Monat, doch es kam ihr vor wie eine Ewigkeit, darauf zu warten, dass sie zurückkehrten.
Mitten in der Nacht stand Harry auf einmal dort. Nun war ihr klar, heute würde die große Schlacht kommen.
Später tauchten eine Menge Leute aus dem Orden des Phönix auf. Ginny wollte mitkämpfen, doch ihre Mutter meinte, es wäre besser sie würde sich während der Schlacht im Raum der Wünsche aufhalten. Wie konnten sie ihr das antun? Alle kämpften und sie sollte warten?
Sogar Harry war der Meinung.
Schließlich gab Ginny nach und blieb wütend und verzweifelt zurück. Es vergingen ein paar Minuten, doch es kam ihr vor wie eine Ewigkeit, bis Harry schließlich zurückkam und sie bat den Raum für kurze Zeit zu verlassen. Ginny war froh und nutzte die Gelegenheit, um am Kampfgeschehen teilzuhaben.
Irgendwann hörte sie eine Stimme. Es war die von Lord Voldemort. Eine Stunde hatten sie nun Zeit, um ihre Toten zu bergen, dann würde das Gemetzel von vorn losgehen.
Ihr Bruder Fred war Tod. Ginny hatte so etwas erwartet, doch trotz allem liefen ihr Tränen über die Wange. Warum er?
Die Zeit verging. Draußen lagen noch Leute, denen geholfen werden musste. Also ging Ginny hinaus. Der Zustand war grässlich. Die Schlacht musste endlich gewonnen werden.
Ginny hatte noch Hoffnung das sie es schaffen konnten.
Nach einiger Zeit kam wieder seine Stimme. Harry Potter sei getötet. Es gäbe keinerlei Chancen mehr und sie sollten alle aufgeben.
Ginny glaubte es nicht, Harry konnte nicht tot sein.
Doch Lord Voldemort lief mit einer ganzen Schar von Todessern über die Länderreihen. Ginny erkannte auch Hagrid unter ihnen und er trug jemanden in den Armen. Es war Harry.
Nein, das konnte nicht sein. Harry war nicht tot. Ginny unterdrückte ihr Schluchzen. Sie fühlte sich leer. Gab es ohne Harry noch Hoffnung?
Voldemort versuchte seine Siegesrede zu halten und zündete den Sprechenden Hut an. Brennend setzte er ihn Neville auf den Kopf. Ginny hörte ihm nicht zu. Sie wollte zu Harry, sehen, ob es stimmte, ob er wirklich tot war.
Doch Plötzlich zog Neville ein Schwert aus dem Hut, schwang es und hackte Voldemorts Schlange den Kopf ab und kurz darauf sprang auch Harry von Hagrids Armen und rannte durch die Menschenmenge. Wieder tobte die Schlacht und Ginny erkämpfte sich einen Weg in die Große Halle.
Zusammen mit Hermione und Luna versuchte sie gegen Bellatrix Lestrange zu kämpfen. Einer ihrer Todesflüche schoss knapp an Ginnys Kopf vorbei. Darauf hörte sie ihre Mutter schreien, die sofort herbeikam und Bellatrix in einem Duell auslöschte.
Schon bald betrat Lord Voldemort die Große Halle und Ginny sah zu, wie Harry ihn besiegte.
Harry hatte gewonnen. Sie hatten gewonnen. Lord Voldemort würde nicht wiederkehren. Trotz all der Toten, all der Verluste die sie durchlitten hatten, fühlte sie sich glücklich. Sie lebte, Harry lebte. Es würde alles gut werden.
