Part 6
Es war unheimlich still, nur wenn Charlotte in der Nähe war, dann herrschte fröhliche Stimmung. Es waren zweieinhalb Wochen vergangen. Tess war täglich da und übernahm einige Aufgaben von Stevie, damit sie Alex unterstützen konnte. Tess hatte das Gefühl, dass Meg, Terry und Harry sauer waren. Sie konnte sich nur nicht - nein - sie wollte sich nicht vorstellen warum. Alex war niedergeschlagen. Er hatte nichts von Charly gehört. Sie hatte sich zwar zwischendurch gemeldet, aber nur mit Terry, Harry, Stevie und Charlotte gesprochen. Heute war es noch stiller auf dem Hof als sonst. Meg kam zum Übungsplatz. „Hallo Alex. Harry hat dich gesucht. Wo warst du ?" Alex schaute sie traurig an „Ich war in Fischers und habe mich besoffen" Meg sah ihn erstaunt an, nicht nur, dass Alex schon seit Ewigkeiten keine Sauftouren mehr unternahm, auch das er es so direkt aussprach „Ich vermisse Charly" Er schaute Meg an „Ich weiß nicht was ich machen soll" Meg wollte am liebsten weglaufen.
„Hm, Alex ich glaube- also – Harry hat dich gesucht und auch dein Handy war aus. Charly hat sich gestern gemeldet. Sie kommt Ende der Woche nicht wieder" Alex sackte in sich zusammen. Meg schluckte „Harry bringt Charlotte gerade zu Charly" Nun war es raus.
Alex wurde bleich „Verliere ich jetzt beide?" er schaute Meg an und sein Augen brannten, seine Kehle war eng, er brachte die Worte kaum raus. Auch Meg hatte nun Tränen in den Augen „Nein, Terry ist mit geflogen. Er bringt sie wieder nach Hause" Meg wusste nicht mehr was sie sagen sollte und war erleichtert als Stevie den Hof betrag. „Stevie – du siehst ja so wütend aus" Meg schaute Stevie verwundert an „Jep, ich muss weg, ich bin aber in einer Woche wieder da" Stevie ging weiter. Alex und Meg sahen ihr erstaunt hinterher.
Nun kamen auch Jodi und Kate um die Ecke, beide hatten ein Zettel in der Hand und maulten.
Jodi ging direkt auf ihre Mutter zu „MUM, Stevie vereist für eine Woche und gibt uns Arbeit für zwei Wochen" Meg und Alex mussten lachen. „Du wirst es überleben"
Jodi schaute ihre Mutter verärgert an „MUM…- komm Kate wir fangen an, sonst bekommen wir noch mehr Ärger"
Alex Funktelefon klingelte „Alex Ryan" Meg wollte schon gehen, aber Alex hielt sie zurück.
Er hörte aufmerksam zu und dann hellte sich sein Gesicht auf. Meg sah ihn gespannt an.
„Das war Harry, er ist nun bei Charly und meldet sich heute Abend wieder"
Meg sah ihn fragend an „und?"
„Nichts und! Aber wenn Dad nicht zuversichtlich wäre, dann hätte er nicht angerufen" Alex blickte Meg nachdenklich an „Harry liebt Charly, erst war ich Eifersüchtig, aber dann habe ich gemerkt wie offen er seid Charly Ankunft ist. Seine Liebe zu ihr macht ihn weicher. Wir verstehen uns besser denn je. Durch sie habe ich zu Harry gefunden"
Meg grinste und ging zum Haus zurück und auch Alex machte sich an die Arbeit.
Meg und Alex saßen am Abend auf der Veranda und schauten in die Ferne. Keiner hatte Lust zu Sprechen. Jodi und Kate hatten sich direkt nach dem Abendessen in ihr Haus verkrochen. Ihnen war die Stimmung unheimlich.
Es war schon dunklen, als ein Wagen auf den Hof fuhr. Es war Stevie. „Oh, schon wieder da" Es war nicht nur Stevie, sondern auch ein junges Mädchen stand neben ihr. „Mein Weg war kürzer als ich dachte" Alex schaute sie verwundert an „ Darf ich vorstellen, dass ist Rose, meine Tochter. Sie ist der Meinung, dass sie die Schule abbrechen kann. Michelle und ich dachten, dann tut ihr ein bisschen Arbeit gut." Rose stand bockig neben Stevie. Stevie stupste sei an
„Hallo" Meg und Alex grinsten „Hallo Rose" Auch Stevie konnte sich das grinsen nicht verkneifen. „Ich zeige nur kurz Rose ihr Zimmer. Ich bin gleich wieder bei euch"
Meg und Alex schauten sich an „seid wann weiß sie denn, dass Stevie ihre Mutter ist" Meg zuckte die Schultern „ keine Ahnung"
Es dauerte nicht lange, da stand Stevie wieder vor ihnen „Sagt nichts, jetzt brauch ich erst einmal ein Bier und dann möchte ich die Stille genießen." Meg grinste „Es geht doch nichts über pubertierende Mädchen" Meg musste lachen und auch Stevie lachte mit „na dann macht es dir ja nichts aus, wenn ich sie zur Hausarbeit verdonnere Meg schaute Stevie geschockt an.
„Das war ein Scherz" Alex der alles ruhig mit angehört hatte musste nun auch lachen. „Ich merke mir also, wenn Charlotte in die Pubertät kommt, dann schick ich sie zu euch. Ihr seid dann ja schon geübt im Umgang mit denen" er grinste beide frech an. Nun lachten sie alle.
Ein weiterer Wagen fuhr auf den Hof. Nick und Tess stiegen aus. Sie sahen sich an und gingen langsam auf Meg, Stevie und Alex zu. „Nabend"
Meg, Stevie und Alex nickten zur Begrüßung.
„Tess wollte euch etwas sagen" Nick sah seine Frau aufmunternd an „Es tut mir leid, ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Ich werde versuchen meinen Groll zu begraben." Alex schaute Tess ernst an „Wenn es nicht schon zu spät ist" Auch Meg sah Tess zweifelnd an „Bei uns musst du dich nicht entschuldigen, die Person, die eine Entschuldigung verdient hat, sitzt nicht hier" Tess schluckte, sie wusste, dass es nicht einfach werden würde. „Ich weiß, aber bei euch mache ich den Anfang. Ich werde auch mit Charly reden. Ich war so verletzt und eifersüchtig. Ich habe euch getäuscht und Nick belogen. Ich … es… Ich bin immer noch verletzt, warum hat Claire mir nichts gesagt." Tess schluckte. Allen hier wurde nun bewusst, dass Tess immer noch nicht ihren Frieden mit Claire geschlossen hat. „Ich weiß Charly hat damit nichts zu tun und ich darf nicht alles an ihr auslassen" Tess schaute alle an „Verzeiht mir"
Stevie stand auf „Möchtet ihr auch ein Bier?" Nick und Tess nickten.
„Habt ihr schon etwas gehört? Tess schaute in die Runde.
„Nein, aber Harry wollte heute Abend noch anrufen" Alex Blick schweifte in die Ferne.
Was ist, wenn Harry Charly nicht überzeugen kann. Was wenn Charly es satt hatte auf Drovers zu leben. Er blickte zu Stevie „Warum öffnet sich Charly nicht, niemand weiß näheres über sie"
Als Stevie widersprechen wollte, schüttelte Alex den Kopf „Ja, du, Harry und Terry. Mit euch spricht sie, aber ich habe Meg gefragt und auch sie sagt, dass Charly nie etwas Privates preisgibt. Nie fällt ein Satz über ihr Leben, ihre Familie oder was sie beruflich gemacht hat"
Stevie wusste nicht was sie sagen sollte „Alex, das ist Charlys Angelegenheit. Ich kann nur sagen, dass Charly ein offener Mensch ist, wenn sie das Gefühl hat, dass man sie mag, dann öffnet sie sich schon. Denkt darüber nach. Ihr habt sie doch mit uns erlebt. Hat es euch nicht einen Einblick in Charlys Wesen gegeben?" Sie schaute alle der Reihe nach an.
Nick hielt Stevies Blick stand „Sie war in Andalusien und hat Wildpferde gefangen, weitab von der Zivilisation. Sie ist eine bekannte Pferdetrainerin in Amerika. Ihre Familie hat ein großes Gestüt und sie hat noch 3 Brüder"
Alle schauten Nick verwundert an. „Ich bin ihr immer offen entgegen getreten, sie hat es mir beiläufig erzählt. Es waren immer wieder Fragmente aus ihrer Vergangenheit. Ich habe mich über Alex Verhalten geärgert und sie sagte, ja Brüder, da kann ich dir auch einige Geschichten erzählen."
Stevie grinste „UND was für Geschichten." Meg und Tess schauten sich an. „Mir hat sie nie etwas erzählt, auch nicht über Prue. Also muss sie bei mir das Gefühl haben, dass es mich nicht interessiert" Meg schaute nachdenklich in die Ferne. Warum hat Charly das Gefühl. Dann fiel ihr ein, dass sie immer versucht hat, Tess zu entschuldigen. All ihre Gespräche mit Charly handelten von Tess, Claire und Charlotte. Nie hatte sie Charly gefragt, wie es ihr geht, ob sie sich mittlerweile eingelebt hat. Warum nicht, Meg sah zu Stevie und diese wich ihren Blick aus „Was hat sie über mich erzählt? Sag es Stevie" Stevie schwieg. Meg überlegte. „Oh mein GOTT, es war meine Eifersucht. Ja ich war nett zu ihr, aber ich habe immer wieder klargestellt, was für eine tolle Familie wir früher waren" Meg sprang auf „Mein Gott es tut mir leid" Meg hatte Tränen in den Augen „Es tut mir leid"
Alex schaute sie verständnislos an „Warum warst du Eifersüchtig" Meg drehte sich zu Alex um. „Terry. Es war das Verhältnis zwischen Terry und Charly. Ich weiß er liebt auch mich und Jodi, aber zwischen Terry und Charly ist etwas Besonderes. Es hat nichts mit mir zu tun, aber ich war außen vor. Das wird sich ändern, ich werde mit ihr reden" Meg gab sich einen Ruck. „Wenn sie diese Woche nicht nach Hause kommt, dann fliege ich zu ihr"
Stevie lächelte, es konnte noch alles gut werden. Nun muss sich nur noch Tess ihren Frieden schließen. Es war bestimmt nicht einfach, da Tess ihre ganze Wut und Enttäuschung über Claires Verhalten auf Charly übertragen hat.
Tess schaute ihren Mann nachdenklich an. „Du hast mir nie etwas erzählt" Nick schaute sie eindringlich an „Es waren Kleinigkeiten, immer wieder hier ein bisschen und da ein bisschen. Es waren keine langen Gespräche, aber wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann hat sie mir so einiges aus ihrem Leben erzählt."
Alex schaute in die Ferne. Er wusste nichts. Er kannte nur Charly die Pferdetrainerin. Ja er hatte sich in Charly verliebt, aber er wahr ihr gleichgültig. Er bekam keine Kleinigkeiten mitgeteilt. Auch er hatte schon mal einen Spruch über Brüder fallen gelassen. Charly hat nicht darüber gelacht und schon gar nichts erzählt. Da war sie wieder. Die Einsamkeit. Es wurde wieder Dunkel und Kalt. Alle Träume die er hatte, lösten sie in Luft auf. Stevie hatte Alex Stimmungsumschwung wahrgenommen. „Alex?" Er drehte sich zu ihr um „Sie hatte Angst mir dir zu Reden. Du hast sie immer so traurig angesehen. Sie dachte mit jedem Wort aus der Vergangenheit verletzt sie dich. In ihrer Vergangenheit gab es auch Claire. Sie waren 1 Jahr auf Rodeotour, jedes Jahr verbrachten sie mindestens 4 Wochen zusammen. Sie wollte dich nicht verletzen." Stevie schaute ihn eindringlich an. Meg fühlte wie die Stimmung immer düsterer wurde. Auch Tess und Nick schwiegen. Was kam noch alles raus. Es war als hätte Claire zwei Leben gelebt.
„Wann haben sich Claire und Charly das letzte Mal gesehen?" Tess schaute zu Stevie
„Kurz bevor du auf Drovers aufgetaucht bist. Nein, nicht ganz…" Stevie dachte nach „ Es war die Eberjagd, genau da war sie noch einmal da, aber nur ganz kurz. Sie wollte kurz vorbei schauen, da sie nach Deutschland musste und nicht ganz genau wusste, wann sie zurück ist. Danach hatten sie nur noch per Email und telefonisch Kontakt. Aber ihr nächster Besuch war schon geplant. Claire hatte sie über die Geburt von Charlotte informiert. Hätte Charly nicht schon den Auftrag angenommen, wäre sie sofort nach Drovers gekommen. Andalusien erwies sich dann als ein Problem. Sie saßen einige Zeit fest. Den Rest kennt ihr"
Stille – Meg schaute Stevie an. „Sie war hier? Wo war sie?" Stevie grinsten „bei Harry, sie war wie immer bei Harry, bis Alex und Nick ins kl. Farmhaus eingezogen sind, war es Charly Unterkunft. Deswegen hat es auch niemand bemerkt. Claire und Charly konnten sich immer sehen und auch zusammen ausreiten" Stevie grinste alle verschmitzt an „Niemand hätte je gedacht, dass Claire so gerissen ist. Was für Ausreden sie immer wieder parat hatte." Alle mussten lachen „Ja, dass hätte ich Claire nie zugetraut" Meg lächelte
Tess sah Stevie ernst an „Wird Charly mir verzeihen? Meinst du es gibt einen Weg für uns?"
Stevie schüttelte den Kopf „ Ich weiß es nicht Tess. Claire war schon stur, aber Charly übertrifft sie noch um Längen. Bei Claire war es einfacher, denn sie hatte nur die eine Familie. Charly hat jedoch noch eine Familie und diese Familie liebt sie. Sie ist ihr Mittelpunkt. Egal wer wen braucht, diese Familie steht wie ein Mann zusammen. Wenn ich es gewollt hätte, so hätte ich sie nach Amerika begleiten können. 5 Jahre nachdem ich Rose weggegeben hatte, bekam ich Depressionen, genau zu dieser Zeit waren Charly und Joe in Australien. Wir haben uns auf einem Rodeo getroffen. Für Charly war es keine Frage, sie bot mir sofort an, dass ich mit auf das Gestüt könnte. Auch Joe war für mich da, leider nur als Freund. Zu dem Zeitpunkt liebte ich Joe aber schon, so dass ich den Vorschlag abgelehnt habe. Charly verstand mich und sorgte dafür, dass ich eine feste Anstellung bei einer Show bekam." Stevie schwieg
Alle schwiegen. Es würde schwer werden. Ein klingeln durchbrach die Stille.
Alex sprang auf „Ja" alle blickten ihn gespannt an. Immer wieder hörten sie nur ein „Hm – Ja – Ok –„ Alex legte auf und schaute alle der Reihe nach an. „Sie kommen alle Samstag nach Hause" mehr sagte er nicht. Aber er sah nicht glücklich aus – „Alex" Tess sah ihn fragend an
„Sie wird nach Hause kommen, aber Dad sagt, dass sie es nur für Charlotte macht. Terry habe ihr klargemacht, dass Claire wollte, dass sie Charlotte erzieht. Aber es wird sich einiges ändern. Charly bringt eine Nanny mit" Tess sah Alex geschockt an „Eine Nanny? Warum und wo sind sie jetzt" Alex musste schlucken „In Amerika. Charly ist bei ihrer Familie. Sie wollten sie auch nicht mehr nach Australien lassen. Marie hat sich eingemischt und gesagt, dass sie mit Charly nach Australien fliegt." Stevie grinste „OHO"
Tess und Meg schauten sie verwundert an „ Sag mal Stevie spinnst du, was ist daran so komisch?" Stevie grinste Meg an „ Na Marie. Marie war Charlys Kindermädchen. Eine richtige Tyrannin. Wer sie kennt, der weiß warum Charly so nachgiebig ist"
Nun musste auch Nick lachen „Oho, dann machen wir uns auf etwas gefasst Charly hat mir mal erzählt, dass ihr Kindermädchen sie in den Fluss geworfen hat, weil sie ihre Brüder mit Butter eingeschmiert hat, statt mit Sonnenmilch. Marie hat auf Charly Geschrei nur geantwortet. Dir schien es zu heiß zu sein, denn sonst wärst du nicht auf solch einen blöden Einfall gekommen." Alle lachten „Marie scheint ein Original zu sein" Meg grinste, dann wurde sie wieder ernst „Heißt das, dass ich nicht mehr auf Charlotte aufpassen darf?"
Stevie schüttelte den Kopf „Das glaube ich nicht, Marie wird niemanden Charlotte verwehren, außerdem ist Marie seit langem Schriftstellerin und hat gar nicht mehr soviel Zeit. Sie wird es für Charly machen, damit sie hier ein Stück Familie hat"
Meg schaute Stevie verwundert an „Schriftstellerin?"
„Ja und sogar eine Berühmte, aber das sollen sie euch persönlich erzählen"
Nick und Tess erhoben sich. „Wir gehen jetzt, ruft uns an, wenn ihr wisst wann sie nach Hause kommen" Auch Stevie stand auf nickte allen zu „Gute Nacht"
Meg schaute Alex an „Willst du im Gästezimmer schlafen?" Alex nickte. „Komm es war ein langer Tag"
Fortsetzung folgt..
