Wie durch ein Wunder
Ein Piepen weckte ihn. Was war passiert? Wo war er? Und vor allem, warum war er überhaupt hier? Er war sich sicher, dass er eigentlich tot sein müsste, aber allem Anschein nach, war dem nicht so. Langsam kehrten Erinnerungen wieder. Grüne Augen, das war das letzte, an was er sich erinnern konnte. Es waren ihre Augen, doch wie war ihr Name. Kurz war er und mit ‚L' hatte er begonnen. Lara? Lena? Lily? Ja Lily. Lily war ihr Name gewesen. Dann sah er ein Gesicht vor sich, schwarzes, wuscheliges Haar, Brille, das war das Gesicht zu dem die Augen gehörten. Doch wie war der Name dieses Jungen. Lange dachte er nach, bis ihm der Name einfiel. Harry so hieß der Junge. Ein Gefühl, das er den Jungen nicht besonders mochte, machte sich in ihm breit, vielleicht war er daran schuld, dass er jetzt hier war und sich an nichts erinnerte. Nein, so war es nicht. Etwas an diesem Gesicht sagte ihm das der Junge Angst um ihm gehabt hatte. Und auf einmal waren dort so viele Erinnerungen. Ein Junge der so aussah wie der Junge vor ihm mit der Frau die er liebte, immer noch liebt und dann noch drei andere Jungen. Dann waren da die Namen und die Gesichter, er merkte wie sich die Lehre in seinem Kopf langsam füllte und dann konnte er sich wieder erinnern. Voldemort, der ihn in die heulende Hütte bestellt hatte, der Befehl an Nagini ihn zu töten, die Schmerzen die ihn durchzuckten, als sich die Schlange in seinem Hals Verbiss, das Verschwinden von Voldemort und der Schlange, seine Angst alleine und verlassen zu sterben und dann waren da Potter und seine Freunde. Er konnte Angst in den Augen der drei lesen und die Gewissheit, dass sie ihm nicht mehr helfen könnten. Potter wie er auf ihn zu stürzte und aus Verzweiflung die Hand an seine Kehle drückte, um das Blut am Fließen zu hindern, seine verzweifelten Versuche ihn zu heilen, die letzte Hoffnung nicht aufgebend. Seine Freunde die hinter ihm standen, Granger unfähig einen klaren Gedanken zu fassen und Weasley der ihre Hand nahm und sie drückte. Wie er Potter bat ihn anzusehen, damit er ein letztes Mal die Augen der einzigen Frau die er liebte zu sehen und dann war alles schwarz. Und jetzt war er hier, wo auch immer hier sein mochte, immer noch hörte er das stetige Piepen und langsam wurde ihm klar wo er sein musste, im Sankt Mungos. Doch wie war er hier her gekommen? Waren es Potter und seien Freunde oder jemand anders? Er konnte sich beim besten Willen nicht erinnern. Viel wichtiger war jedoch überhaupt die Frage wie er überlebet hatte. Neben dem Piepen hörte er immer mal wieder Schritte und Stimme. Doch die Stimme war zu weit weg als das er sie verstehen könnte. Mit der Zeit drang immer mehr zu ihm durch. Irgendwann erkannt er die Stimme von Minerva McGonagall und nahm bruchstückhaft Fetzten eines Gesprächs auf. „…Wunder…überlebt hat." „…Befinden…verbessern." „Wann…der Alte…?" „Keine Garantie…der Alte wird." „Kann man…entlassen wird?" „…weiter solche Fortschritte…Ende des Jahres…genesen." Dann hörte er Schritte und eine Tür. „Severus,…gesund werden…brauchen dich…Hogwarts. Du…Zaubertränke unterrichten." Wieder hörte er Schritt und eine Tür, dann war er wieder alleine und die Stille wurde nur vom dem Piepen unterbrochen. Langsam begann er auch die Schmerzen war zu nehmen, er fühlte sich so als wäre er unter die Räder des Hogwartsexpress gekommen und anschließend noch vom Astronomie Turm gestürzt. Alles schmerzte, am schlimmsten war aber die Stelle an seinem Hals in die Nagini sich verbissen hatte. Nie hätte er es für möglich gehalten zu überleben, also wie verdammt hatte man ihn retten können. Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, raubte der Schmerz ihm das Bewusstsein.
