Ich bin eine Hexe!
Heaven hatte gerade den Schlüssel für die Haustür aus der Tasche gezogen, als die Schleiereule, die sie mit ihrem Brief nach Hogwarts geschickt hatte, auf sie zu flog. Sie streckte ihren Arm aus, so das die Eule darauf landen konnte und sah sich um, dass sie keiner beobachtete. Sie beeilte sich die Tür auf zuschließen. Als sie die Tür hinter sich geschlossen hatte stieß sie die angehalten Luft ruckartig aus, zog sich ihre Schuhe aus und schmiss sie unachtsam in eine Ecke. Sie lauschte auf Stimmen und als sie sicher war, dass Adam und Paul nicht da waren durchquerte sie schnell das Wohnzimmer um dann die Treppe hoch zu schleichen. Sie stand gerade oben am Treppen Absatz als sich unter ein Schlüssel in der Tür drehte. Erschrocken riss sie die Augen auf und beeilte sich in ihr Zimmer zu kommen. Leise schloss sie die Tür hinter sich und achtete erst dann wieder auf die Eule, die immer noch auf ihrem Arm saß. Als diese merkte, dass sie beobachtet wurde streckte sie ihr Bein aus. Heaven löste das Band an dem ein Brief befestigt war und legte ihn auf ihren Schreibtisch, dann ging sie zum Fenster und öffnete es. Einen Moment sah die Eule sie an ehe sie ihre Flügel ausbreitet und aus dem weit geöffneten Fenster verschwand. Eine Weile sah Heaven der Eule hinterher bis diese nur noch als kleiner Punkt in der Ferne zu erkennen war. Von unten hörte sie jetzt leise die Stimmen von Adam und Paul.
Erschöpft von dem Shoppingtrip durch die Winkelgasse ließ sie sich auf ihr Bett fallen und schloss für einen Moment ihr Augen. Leise klopfte es an die Tür zu ihrem Zimmer und verschwommen nahm sie die Stimme von Paul war. Sie musste wohl eingenickt sein. „Heaven, kann ich rein kommen?" Ruckartig sprang sie auf die Beine und bereute es sofort wieder: Einen Moment schloss sie ihre Augen, bis sich das Schwindelgefühl gelegt hatte und lief mit schnellen Schritten zur Tür. In dem Moment in dem sie nach der Türklinke greifen wollte, wurde sie von außen geöffnet. Hätte sie nicht einen Schritt zurück gemacht hätte sie die Tür ins Gesicht bekommen. „Alles okay?", fragte Paul sofort. „Ist gerade noch mal gut gegangen", antwortet Heaven darauf. „Ich wollte dich holen, Adam hat essen gemacht." „Gut Idee, ich habe Bärenhunger." „Wie lange bist du schon da?" Mit einem Blick zur Uhr, die über ihrer Zimmertür hing stellte sie erleichtert fest, dass es gerade mal halb sieben war. „Etwa eine Stunde", antwortet sie dann auf Pauls Frage. „Und warst du erfolgreich bei deiner Shoppingtour?", fragte er auf den Weg nach unten. „Kann man so sagen." „Das freut mich zu hören uns war nämlich verdammt langweilig ohne dich und noch einen Tag werden wir nicht aushalten können." „Bald werdet ihr mich für längere Zeit entbehren müssen." Paul sah Heaven fragend an, diese lächelte geheimnisvoll und verschwand gefolgt von ihm durch die Küchentür. Als Adam die beiden bemerkte, begann er das Essen auf die Terrasse zu tragen. „Bei dem schönen Wetter machen wir es uns draußen gemütlich", erklärte er sein tun. Damit einverstanden halfen Paul und Heaven den Tisch auf der Terrasse zu decken. Als sie schließlich am Tisch saßen und das Essen bewunderten -das Adam hergerichtet hatte- warf Paul immer wieder fragende Blicke zu Heaven, doch diese ignorierte sie gekonnt. „Es wundert mich immer wie du das Essen so schöne herrichten kannst Adam, aber als Sternekoch ist das wohl Pflicht." „Weißt du Heaven das Auge isst bekanntlich mit." Schweigend assen sie weiter doch irgendwann fielen Adam die fragenden Blicke von Paul auf. „Wenn du sie weiterhin nur so anstarrst kannst du lange auf eine Antwort warten, Paul. Hallo hörst du mir überhaupt zu? Paul?" „Ja, äh was hast du grade gesagt." „Du sollst Heaven deine Frage stellen sonst bekommst du keine Antwort." Heaven sah Paul auffordernd auf. „Ja also, vorher hast du doch gesagt, dass Adam und ich dich bald für längere Zeit entbehren müssen. Wieso?" „Ich dachte du fragst nie." Paul sah sie wütend an und sie erwiderte seinen Blick mit einem Grinsen. „Also ihr erinnert euch doch noch an die Frau von gestern Abend." Beide nickten. „Sie ist Schulleiterin und hat mir eine Stelle angeboten. Na ja zuerst habe ich abgelehnt, aber dann habe ich mich um entscheiden und die Stelle angenommen, deshalb war ich heute auch in London." „Und was ist mit deiner Stelle im Chemielabor?", fragte Adam. „Das hab ich ja total vergessen. Gut das du mich erinnerst Adam, ich werde gleich eine Kündigung schreiben." „Ich versteh immer noch nicht ganz warum du dann weg gehen musst." „Die Schule wo ich unterrichten werde ist ein Internat, das heisst ich werde wenn nur die Ferien hier verbringen." „Und wie heißt die Schule?", wollte Adam jetzt wissen. „Hogwarts." „Nie gehört", stellte Paul fest. „Kein Wunder Hogwarts ist eine Schule für Hexerei und Zauberei." „Hev, das ist der schlechteste Witz den du je erzählt hast." „Adam das ist kein Witz." „Willst du uns allen Ernstes erzählen du könntest zaubern?" Heaven nickte. „Und das ist wirklich kein Scherz", versicherte Paul sich. „Nein, es ist kein Scherz." „Verrückt, das heisst du bist eine Hexe?" „Ja, soll ich euch mal was zeigen?" Die Beiden sahen sie mit leuchtenden Augen an. Heaven nahm ihren Zauberstab zur Hand und richtete ihn auf die Tür. „Accio Brief von Minerva McGonagall", sagte sie und kurz darauf flog der Brief, den sie vorhin auf ihren Schreibtisch gelegt hatte, durch die offene Terrassentür und direkt auf sie zu. Adam und Paul sahen sie mit grossen Augen an. „Das ist ja cool", stammelte Paul und Adam nickte zustimmend. „Ich müsste dann jetzt mal eben den Brief lesen." Als die Jungs nicht reagierten brach Heaven das Siegel und entnahm den Brief.
Sehr geehrte Professor Heaven McAdam,
hiermit bestätige ich ihnen ihre Zusage als Professorin in Verteidigung gegen die dunklen Künste und Zaubertränke. Um ihnen die Auffrischung des Stoffes zu erleichtern werde ich sie am Samstag um 14:00 Uhr abholen und mit ihnen nach Hogwarts apparieren. Ich werde sie dem Kollegium vorstellen und sie werden ihre Räumlichkeiten beziehen, dann können sie bis zum beginn des Schuljahres ihre Fähigkeiten auf den neusten Stand bringen. Da sie seit fünf Jahren keinen Kontakt zur magischen Welt hatten werde ich ihnen berichten was sich in diesen fünf Jahren ereignet hat. Mit Stolz kann ich schon vorweg nennen das Harry Potter, Schüler meines Hauses und ihr Neffe, keine unwichtige Rolle in dieser Zeit spielte. Weiteres dann soweit sie sich auf Hogwarts eingerichtet haben.
Hochachtungsvoll Schulleiterin Professor Minerva McGonagall
Am Samstag das war in zwei Tagen, stellte sie überrascht fest. Bevor sie weiter überlegen konnte meldete sich Adam zu Wort. „Bist du fertig mit lesen?" Heaven nickte. „Wir wussten ja schon immer das irgendwas an die anders war und das es mit deiner Vergangenheit in Verbindung stand, aber das übertrifft dann doch unsere Vermutungen, wobei eigentlich hatten wir keine Idee was dich so anders erscheinen ließ. Jetzt fällt mir ein Wort ein mit dem ich den Unterschied zwischen uns und die beschreiben kann, magie. Du warst magischer als wir, jede deiner Bewegungen hatte etwas magisches, etwas schwungvolles, etwas Besonderes. Die Genauigkeit mit der du jede deiner Arbeiten ausgeführt hast beschrieb wie gerne du genau in dem Moment genau das gemacht hast, aber immer lag ein Schleier auf deinen Augen, ein trauriger Ausdruck. Man hat gemerkt, dass dir etwas gefehlt hat und jetzt wissen wir was es wahr, es war die Magie die dir gefehlt hat. Ich denke das ist dir selber nicht aufgefallen, aber heute Morgen als ich dich zum Frühstück geholt habe da haben deine Auge geglänzt und ich wusste etwas hat sich verändert, ich wusste nur nicht was es war." Heaven sah die beiden an. „Es freut mich, dass euch die Nachricht nicht so hart trifft." „Ich werde am Samstag von der Frau abgeholt und gehe dann mit ihr nach Hogwarts. Ich weiss gar nicht wie ich das alles schaffen soll, in zwei Tagen", sagte sie dann. „Da mach dir mal keine Sorgen Süsse, du hast ja uns", meinte Paul.
