Schrecksekunden
Währenddessen im Sankt Mungo's, Zimmer Nummer 91, Patient Severus Snape. Der Mann mit dem bleichen Gesicht und den schulterlangen schwarzen Haaren lag, unbewegt auf dem Bett. Nicht ein einziges mal hatte er sich bewegt seit man ihn hierher gebracht hatte. Nur das regelmässige Piepen zeugte davon, dass dieser Mann noch lebte. Gerade war eine Schwester im Zimmer um nach dem Mann zu sehen, als sich plötzlich eine beängstigende Stille ausbreitete. Sofort stürzte ein Heiler ins Zimmer um zu sehen was dem Patient fehlte. Wie konnte das nur passieren, der Zustand des Patienten Snapes hatte sich seit seiner Einlieferung zwar nicht unwesentlich verändert doch wenn, dann nur ins Positive und jetzt sollte etwa alles umsonst gewesen sein. Ratlos stand der Heiler am Bett des Mannes und wendete alle Zauber an die ihm einfielen. Dann, nach einer ihm endlos vorkommender Zeit setzte das Piepen wieder ein. Erleichtert steckte der Heiler seinen Zauberstab zurück in seinen Umhang und verliess gefolgt von der Schwester das Zimmer. „Sie werden einen Brief an Minerva McGonagall schreiben, indem sie sie über die Vorfälle aufklären und um ein baldiges Treffen bitten", befahl er der Schwester. Diese sah ihn einen Moment an und verschwand dann im Schwesterzimmer um den Brief für Hogwart's Schulleiterin zu verfassen. Der Heiler machte sich auf dem Weg um die neuen Vorfälle in die Krankenakte aufzunehmen. Es war ein Wunder für ihn, dass dieser Mann überlebt hatte. Immer und immer wieder fragte er sich, wie dieses Wunder aussah, kam aber nie zu einem Ergebnis. In Gedanken versunken bemerkte er erst als er die Hand auf die Türklinke gelegt hatte, dass seine Beine ihn zu Zimmer 91 getragen hatten. Aus einem Bauchgefühl heraus betrat er das Zimmer und trat an das Bett. „Wie haben sie das nur geschafft?", fragte er.
Er erschrak als die Zimmertür aufgerissen wurde und eine aufgelöste Minerva McGonagall das Zimmer betrat. Sie stürzte sich regelrecht auf den Heiler. „Was ist passiert?", fragte sie mit unkontrolliert zitternder Stimme. „Beruhigen sie sich erst einmal. Der Herzschlag des Patienten hat ausgesetzt doch es geht im soweit wieder ganz gut." „Was heißt soweit ganz gut?" „Den Umständen entsprechend gut." „Und was entspricht den Umständen?" „Es tut mir Leid aber nähere Informationen darf ich Ihnen nicht geben." „Und warum nicht", brauste sie auf. „Verdammt wir wissen selber nicht weiter, es ist überhaupt ein Wunder das er noch lebt, aber wir bräuchten noch mal genauso ein Wunder um ihn zu Heilen." „Vor ein paar Tagen hörte sich das aber noch ganz anders an. Ihr Kollege hat mir versichert, dass Severus bis Ende des Jahres wieder auf den Beinen ist." „Und ich kann Ihnen versichern, dass es einem Wunder gleich käme, wenn er überhaupt aufwacht. Wie haben alles versucht jeden Zauberspruch angewendet und ihm jeden Trank eingeflößt, aber es reicht nicht. Wir bräuchten einfach einen hochqualifizierten Tränkemeister, aber den hat das Mungo's nicht." Minerva sah den Heiler fassungslos an, doch plötzlich hellte ihr Gesicht sich auf. „Ich verspreche Ihnen, dass ich bis nächste Woche Samstag einen Trank haben werde, der ihm hilft. Sonst weiss ich auch nicht weiter und jetzt entschuldigen sie mich bitte ich muss zurück nach Hogwarts." Sie verliess das Zimmer ebenso schnell wie sie es betreten hatte und liess einen verwirrt dreinschauenden Heiler zurück.
Zurück in Hogwarts stand Minerva vor der verschlossenen Tür, ihrer neuen Kollegin und hob gerade die Hand, als die Tür von innen regelrecht aufgerissen wurde. Beinah wäre Heaven in Minerva hinein gerannt, konnte sich im letzten Augenblick aber noch stoppen. „Wo hin des Weges?", fragte Minerva die junge Frau verwirrt. „Ich wollte sie gerade suchen, Minerva und was sagen die Heiler?" Heaven schaute Minerva neugierig an. „Nichts weiter, soweit alles ganz gut, aber ich hätte eine Bitte an sie, Heaven. Ist es möglich bis nächste Woche einen neuen Heiltrank zu entwickeln, der Severus helfen könnte?" Minerva sah wie sich das Gesicht Heavens nach einem kurzen überraschten Augenblick einen sehr ernsten Ausdruck annahm. „Sicher, dafür müsste ich mir aber die Krankenakte durchlesen oder ich müsste mir ihn mal ansehen. Obwohl, wenn ich nachdenke wäre eigentlich beides nicht schlecht, aber ja, das müsste ich schaffen. Heiltränke gehören doch zu den leichtesten Übungen." „Da bin ich aber ungemein erleichtert, denn ich habe dem Heiler gesagt bis nächste Woche hätte ich einen Heiltrank der Severus helfen könnte." „Minerva, ich meinte das ernst ich muss Einsicht in die Krankenakte haben oder mir ein Bild von dem Patienten machen und ich glaube nicht das das Mungo's jedem Einsicht in die Krankenakte gewährt. Es bleibt also nur die Möglichkeit eines Besuchs und das schnellst möglich." Nach kurzem Überlegen war für Minerva klar, dass sie sich sofort zusammen mit Heaven erneut auf den Weg ins Sankt Mungo's machen würde und so betrat sie ohne ein Wort gesagt zu haben die Räume von Heaven. Diese war von dieser Reaktion vollkommen überrumpelt und sah die ältere Frau an. „Jetzt sofort?", fragte sie daher. „Ja, jetzt sofort", bestätigte Minerva und nahm eine Handvoll Flohpulver aus dem Schälchen, das als einziges schon an seinem Platz stand. Kurz darauf betraten sie zusammen die Station auf der Severus sein Zimmer hatte. Minerva steuerte direkt auf das Zimmer mit der Nummer 91 zu und betrat es. Heaven hielt kurz die Luft an bevor sie das Zimmer betrat. Eine einzige Frage spukte durch ihren Kopf: „kann ich ihm wirklich helfen?" Sie merkte nicht wie ihre Beine sie in das Zimmer trugen und erst als sie mit ihrem Bein gegen das Bett stieß und sie realisierte, dass nur sie diesem Mann helfen konnte, ließ sie die angehaltene Luft langsam aus ihren Lungen entweichen. Dann hob sie ihren Kopf und sah sich den Mann genau an. Die schwarzen Haare auf dem weißen Kissen und das Gesicht fast ebenso blass. Sie trat näher an ihn heran um seine Wunden zu betrachten. Sie waren fast vollkommen verheilt, doch man konnte sie noch genau sehen. Noch näher trat sie und beugte sich über ihn damit sie die Wunden ganz genau untersuchen konnte. Vorsichtig fuhr sie mit der Hand über die Wunde an seinem Hals. „Und, könne sie einen Trank brauen?", schreckte sie die Stimme Minervas hoch. „Ich denke ein Heiltrankt Stärke 6, kombiniert mit einem Stärkungstrank Stärke 3 und einem Regenerationstrank Stärke 5 sollte ihm wieder auf die Beine helfen." Dem Gesichtsausdruck Minervas entnehmend stellte sie fest, dass die Schulleiterin kein Wort von dem verstanden hatte was sie soeben von sich gegeben hatte. „Bis nächste Woche werde ich einen Trank hergestellt haben der ihm helfen sollte, wenn sich sein Zustand nach der Einnahme des Tranks nicht verändern sollte, kann ich ihm auch nicht helfen." Erleichtert sah Minerva die blonde Frau, die sich auf die Kante des Bettes niedergelassen hatte, an. Doch im Gegensatz zu Minerva war Heaven ganz und gar nicht erleichtert. Jetzt wo sie denn Mann gesehen hatte und ihre Hilfe zu gesichert hatte musste sie es einfach schaffen ihn zu heilen. „Ich würde jetzt gerne wieder gehen", hörte Heaven sich selbst sagen, doch ihre Stimme klag seltsam fremd. Minerva schien nichts davon gemerkt zu haben und so stand sie kurze Zeit später wieder in Heavens Räumen. Minerva verabschiedete sich und liess Heaven alleine. Diese stürzte sich in die Arbeit um ihre Gedanken zu beruhigen oder um ihnen zu mindestens zu entkommen.
