Die Schulordnung und andere Probleme

Heaven sprang erschrocken auf und hätte dabei fast eines der Gläser vom Tisch gefegt. Auch Hermine und Harry waren vor schreck zusammen gezuckt. Erneut klopfte es wie verrückt an der Tür. „Ich komme schon", rief Heaven der verschlossenen Tür zu. Kurze Zeit später riss sie die Tür auf und davor standen Ginny und Ron. Beide hatten einen sehr angespannten Gesichtsausdruck. „Was um Himmels willen veranlasst sie beide dazu, meine Tür beinah einzuschlagen?", fragte sie die beiden. „Hermine und Harry sind verschwunden, sie sagten sie wären spätestens um acht Uhr wieder im Gemeinschaftsraum und wir haben jetzt halb zwölf. Wir haben sie schon überall gesucht können sie aber nirgends finden", ratterte Ginny herunter ohne ein einziges Mal Luft zu holen. „Nun beruhigen sie sich erst mal und kommen sie herein. Hermine und Harry sind nicht verschwunden, sie sitzen wohlbehalten auf meiner Couch", sagte Heaven und legte beiden beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Wir haben uns Sorgen um euch gemacht", verkündete Ron, der Hermine in eine herzliche Umarmung gezogen hatte. „Wie sind doch gerade einmal drei ein halb Stunden zu spät und ihr macht euch Sorgen, dass wir verschwunden sind", meinte Hermine und schüttelte lächelnd den Kopf. „Aber es ist natürlich schön, dass ihr uns so sehr vermisst habt", lachte Harry, der Ginny in seinen Armen hielt. „Es ist spät, ihr solltet euch auf den Weg machen und ich werde euch begleiten, nicht dass ihr hinterher noch auf Professor Snape stosst", sagte Heaven. „Sie sind wirklich eine tolle Lehrerin, Professor McAdam", meinte Ginny. „Aber, aber, ich werde ja ganz rot bei so viel Lob und solange wir alleine sind könnt ihr mich ruhig Heaven nennen", erwiederte Heaven verlegen. „Nun dann, Heaven, machen wir uns auf den Weg", verkündete ein sehr müde aussehender Ron und kurze Zeit später waren fünf Gestalten auf dem Weg zum Gryffindorturm, doch sie waren nicht die einzigen, die sich zu so später Stunde ausserhalb der Betten herum trieben. Ein gewisser Professor für Zaubertränke, war gerade mit zügigen Schrittes auf dem Rückweg zu seinen privaten Räumen, seine Aufsicht war für heute beendet. Er bog gerade um die Ecke, als er auf eine sonst nicht dort vorhanden wiederstand traf.
„Wer treibt sich zu dieser Uhrzeit noch auf den Gängen herum?", zischt er gefährlich leise und richtete die Spitze seines Zauberstabs auf die Person die vor ihm stand. „Professor McAdam, Potter und seine Freunde auch", verkündete er mit Spott in der Stimme. „Wenn sie nun so freundlich wären ihren Zauberstab aus meinem Gesicht zu nehmen", erwiederte Heaven gelassen. Severus liess seinen Zauberstab ein Stück sinken. „So und nun lassen sie Miss Granger, Miss Weasley, Mister Potter, Mister Weasley und mich vorbei", fuhr sie fort. Perplex sah Severus die junge Hexe und ihre vier Begleiter an, trat dann aber einen Schritt zur Seite um die fünf vorbei zulassen. Erst als Potter, dessen Freunde und die neue Lehrerin um die Ecke verschwunden waren, stellte er fest, dass er gerade eben gegen seine Prinzipien verstossen hatte. Er hatte sich etwas sagen lassen und das auch noch ausgerechnet von einer Frau. Mürrisch setzte er den weg in seine Räume fort und meckerte leise vor sich hin. Er konnte von Glück sprechen, dass es mitten in der Nacht war und Severus noch einige Zeit hatte, bis er den Schüler beim Frühstück begegnen würden und nicht unterrichtete.
Vor dem Gryffindorturm angekommen, wünschte Heaven den vier Schülern eine gute Nacht und machte sich, nachdem die vier durch das Portraitloch verschwunden waren auf den Rückweg zu ihren Räumen. Dort angekommen fiel sie, von ihrem ersten Arbeitstag, todmüde ins Bett.

Der nächste Morgen kam schnell und sehr ruckartig. Heaven wurde durch ein Klopfen an die Tür geweckt. Sie schnappte sich ihren Morgenmantel, zog ihn über und ging um die Tür zu öffnen. „Guten Morgen, Minerva", grüsste sie die Schulleiterin, die vor der Tür stand. „Es tut mir Leid, dass ich sie schon so früh wecke, aber ich müsste kurz mit ihnen sprechen. Kann ich rein kommen?", meinte die Schulleiterin schon recht wach. „Natürlich. Was gibt es denn?", fragte Heaven und schloss die Tür hinter Minerva. „Es geht darum wie sie sich kleiden. In der Schulordnung steht geschrieben, dass Hexen, egal ob Schüler oder Lehrer zum Unterricht entweder Rock oder Kleid tragen. Ich muss sie also dazu auffordern sich zum Unterricht angemessen zu kleiden. Sollte sie keine Kleider und Röcke in ihrem Schrank haben, könne sie sich in der Wäscherei etwas borgen. Nun, dass wäre es dann auch schon gewesen", sagte Minerva, öffnete die Tür und war so schnell wieder verschwunden wie sie aufgetaucht war.
Heaven, die sich ärgerte, dass sie nicht selber daran gedacht hatte, durchsuchte ihren Kleiderschrank, bis sie einen schwarzen knielangen Faltenrock gefunden hatte. Kurze Zeit später betrat sie die, von vielen Stimmen erfüllte, grosse Halle. „Guten Morgen Heaven", wurde sie von Melchior begrüsst. Er musterte sie von oben bis unten. „Du siehst anders aus als gestern, Warte ich kommen gleich drauf… Ah, ich hab's. Du trägst einen Rock. Steht dir", meinte er, als sie sich auf den Platz neben ihm setzte. „Danke. Eigentlich trage ich ja lieber Hosen, aber es steht so in der Schulordnung", erwiederte sie und schenkte sich eine Tasse Kaffee ein. Dann liess sie ihren Blick durch den Raum schweifen, erneut, fiel ihr der blonden Slytherin auf, den sie schon zwei Mal dabei ertappt hatte, wie er sie ansah. Freundlich lächelte sie ihm zu. Sehr zu ihrem erstaunen erwiederte er das lächeln sogar, wand sich dann aber ab und widmete sich seinem Frühstück. „Guten Morgen Melchior und ihnen auch nochmals einen guten Morgen Heaven, wie ich sehe haben sie etwas brauchbares gefunden", sagte die Schulleiterin, als sie sich an den Tisch setzte. Heaven bejahte nickend.
„Melchior, die Schüler schwärmen ja förmlich von ihrem Unterricht und sie werden auch bis in den Himmel gepriesen Heaven. Ich bin sehr stolz auf sie beide, aber passen sie auf, dass sie nicht ihre Autorität verlieren", meinte Minerva und goss sich einen Tee ein. Die beiden nickten und das Frühstück wurde schweigend beendet. Langsam lehrte sich die Halle und Schüler sowie Lehrer begaben sich zu ihren Unterrichtsräumen.