Professoren sind Vorbilder

Verdammt, das kann doch nicht so lange dauern, er hätte doch lieber selber laufen sollen. „Draco, sieh mich an", sprach er zu dem Blonden. Dracos Lieder flackerten unkontrolliert. „Sag, sag meiner Mutter das ich sie liebe und sag Hermine danke, dass sie mich vor Wiesel verteidigt hat", hauchte Draco.
„Du wirst nicht sterben Draco, hörst du mich, wir retten dich", stammelte der Kriegsheld. „Und danke, danke Harry", flüsterte der Blonde, bevor er sein Gesicht verzog und erneut schrie.
Eine einzelne Träne lief über Harry Wange. Nein Draco durfte nicht sterben, vor allem jetzt, wo sie so etwas wie Freunde geworden waren, na ja zumindest keine Erzfeinde mehr waren.
Harrys Kopf fuhr hoch, als die Tür gegen die Kacheln krachte. „Da sind sie ja endlich Professor. Wo ist denn Hermine?" „Zusammengebrochen. Was ist mit ihm?" „Ich glaube er hat Krämpfe oder etwas in der Art." Heaven ließ sich neben Harry auf die Knie fallen und nahm Dracos Kopf aus Harrys Schoss und bettete ihn in ihren.
„Harry, du musst Professor Snape suchen, er wird wohl in der Nähe von meinem Büro sein. Sag ihm er soll seine stärksten Heil- und Beruhigungstränke holen und dann bring ihn schnell hier her." Harry stand schon in der Tür. „Ach und Harry, er wird wohl miese Laune haben, ich habe ihn gerade über dem Haufen gerannt und jetzt los Beeilung." Heaven hörte wie Harry davon raste und sich auf die Suche nach Severus machte.
Nachdenklich blickte sie auf den Kopf des jungen Malfoys in ihrem Schoss. Er atmete ungleichmäßig und ziemlich flach. Sie versuchte den Puls zu finden und erschrak als sie ihn fand. Das Herz raste, dann setzte es plötzlich aus und Draco begann zu Schreien. Die Zeit in der er schrie, war der Herzschlag flach und unstet.
„Was hast du nur Junge", flüsterte sie besorgt und strich ihm das verschwitze, blonde Haar aus der Stirn. Seine Stirn glühte und bevor Heaven richtig nachdachte, riss sie sich ihren Umhang vom Hals und befeuchtete ihn mit ihrem Zauberstab.
Sie hielt die nasse Ecke auf seine Stirn, strich ihm weiter beruhigend über der Kopf und begann, weiß Merlin warum, zu summen, erst ohne wirklich Melodie, schließlich das Lied, was ihre Schwester ihr immer vorgesungen hatte, wenn es ihr schlecht ging.
Es schien zu wirken, der Wechsel zwischen nach Luft ringen und schreien dauerte länger und es gab Phasen in den er normal atmete und auch sein Herzschlag hatte sich etwas beruhigt. Scheinbar beruhigte er sich.
Hatte sie gerade noch gedacht, alles würde jetzt gut werden hatte sie sich geirrt, als Draco zu zittern anfing hatte sie keine Ahnung, was sie machen sollte. Nein sie hatte nichts mit dem sie ihn zudecken konnte. Als ihr Blick dann auf den zusammengeknüllten Mantel fiel hätte sie am liebsten Laut aufgestöhnt. Mit einem Schlenker ihres Stabes war der Umhang trocken und sie wickelte ihn um Draco.
Sie strich ihm weiterhin beruhigend durchs Haar und summte die Melodie weiter. Verdammt dachte sie, wo blieb Harry nur mit Severus. Wenn die beiden nicht bald auftauchen würden wüsste sie auch nicht mehr weiter.
Zu allem Überfluss begann Dracos Stirn wieder zu glühen, doch sobald sie auch nur daran dachte den Umhang zu nehmen um ihm die Stirn zu kühlen, begann er wieder zu zittern. Was nehme ich jetzt nur, überlegte sie fieberhaft. Klar, dachte sie, warum bin ich nicht früher darauf gekommen. Möglichst schnell öffnete sie die Knopfreihe ihrer Bluse und tränke den Stoff dann, unter zur Hilfenahme ihres Zauberstabs mit Wasser. Dann legte sie die nasse Bluse auf Dracos Stirn und fuhr damit fort ihm beruhigend über den Kopf zu streichen und zu summen.
Schließlich hörte sie eilige Schritte und kurz darauf flog die Tür auf. „Das sind wir", rief Harry und kam schlitternd in der mit der Toilette stehe. Er rang nach Atem. Ihm folgte ein nicht minder hechelnder Severus. „Das wurde aber auch Zeit", meinte sie bekam aber keine Antwort. Sie blickte zu den beiden auf und sah wie die sie anstarrten. Was die jetzt nur wieder haben, dachte Heaven, bevor ihr einfiel, dass sie nur noch ihren BH trug, na ja und ihren Rock natürlich. „Wie sich die Herren der Schöpfung von meinem Anblick los reißen könnten, ich brauche hier Hilfe."
Harry wurde rot und sah verlegen weg. Severus hingegen holte zwei kleine Fläschchen aus seinem Umhang und hockte sich neben Draco. Er entkorkte das eine Fläschchen und reichte es Heaven. Diese hob Dracos Kopf leicht an, hob das Fläschchen an seine Lippen und flösste ihm den Inhalt ein. Die gleiche Prozedur folgte beim zweiten Fläschchen. Heaven legte Dracos Kopf zurück in ihren Schoss und betrachtete besorgt sein Gesicht.
„Wir sollten ihn in den Krankenflügel bringen, Professor", unterbrach Harry nach einiger Zeit die Stille. „Was?", fragte Heaven und schaute zu Harry. „Meinen Sie nicht wir sollten ihn in den Krankenflügel bringen?", wiederholte Harry. „So viel Intelligenz hätte ich ihnen gar nicht zu getraut, Potter, wo sie doch sonst nichts ohne Granger hin bekommen", meinte Severus, den Heaven beinah schon wieder vergessen hatte. „Diese Äusserung wäre jetzt nicht nötig gewesen. Schliesslich hat Mister Potter sich um Mister Malfoy gekümmert, sonst würde dieser höchstwahrscheinlich nicht mehr unter uns weilen", äußerte Heaven, bevor sie einen Arm unter Dracos Nacken und einen unter seine Knie schob.
Sie richtete sich vorsichtig auf und sah zu Harry und Severus, die sie beide anblickten. „Mister Potter, könnten Sie mir die Tür öffnen", bat sie und ging, nachdem Harry die Tür geöffnet hatte durch eben diese. „Nun da ich nicht mehr gebraucht werde, kann ich mich wieder meiner Arbeit widmen, von der mich Minerva großzügiger weise losgerissen hat", sagte Severus und verschwand.
„Merkwürdig", murmelte Harry. Heaven blickte ihn fragend an. „Merkwürdig", wiederholte er etwas lauter, „Professor Snape schien eben wie ausgewechselt." „Kommen Sie, wir sollten ihn wirklich in den Krankenflügel bringen", meinte Heaven. Harry nickte und folgte Heaven in Richtung Krankenflügel.
„Wie geht es ihm?", rief ihnen Hermine entgegen, die in einem der Betten lag und von Ginny und Ron flankiert wurde. „Warte du hast dir Sorgen um Malfoy gemacht, um den verflixten Todesser", schrie Ron, als er die Situation erkannte. Madame Pomfrey warf ihm einen bösen Blick zu. „Ja verdammt, ich habe mir Sorgen um Draco gemacht", gab Hermine gepresst und mit Betonung auf ‚Draco' zurück.
„Legen Sie ihn hier hin", bat Madame Pomfrey Heaven. Heaven legte Draco auf das zugewiesene Bett. Madame Pomfrey beugte sich sofort über ihn und begann ihn zu untersuchen.
„Was ist mit ihm passiert?", wollte sie von Harry und Heaven wissen und blickte auf. Mit einer hochgezogenen Augenbraue musterte sie Heavens Erscheinungsbild. „Ich weiß ja nicht wieso sie so durch die Schule laufen, Professor, aber ich denke das ist nicht sehr vorbildlich", meinte sie dann. Heaven zog ein entschuldigendes Gesicht, begann zu erzählen, was sie beobachtet hatten und welche Tränke sie Draco bereits eingeflösst hatten. Harry nickte zustimmend, als Madame Pomfrey ihren Blick zu ihm wandern ließ.
„Eindeutig, schwerwiegender Nervenzusammenbruch, der arme Junge", murmelte sie nachdem Heaven geendet hatte. Bevor sie ging um wahrscheinlich noch ein paar Tränke zu holen, musterte sie Heaven noch einmal kritisch.