Reiten, Tanzen, Schwimmen und andere Aktivitäten

Nachdem Heaven ihre Unterlagen geholt hatte, machte sie sich auf den Weg zu Minervas Büro. „Qudditch", sagte sie, als sie vor dem steinernen Wasserspeier stand. Der Wasserspeier gab den Weg zur Treppe frei. Nachdem Heaven die erste Stufe betreten hatte, begann sich die Treppe in die Höhe zu winden. Oben angekommen klopfte sie an die Tür. Diese wurde ihr von einer lächelnden Schulleiterin geöffnet.

„Es freut mich endlich etwas über ihre neuen Ideen zu hören", meinte sie und bat Heaven einzutreten. „Ich hoffe, dass ich sie nicht enttäusche", erwiderte Heaven.
„Sie können mich gar nicht enttäuschen, da sie die Einzige sind, die versucht, sich um das seelische Wohl der, von den Kriegswirren versehrten Schüler zu kümmern, obwohl sie selber den Krieg gar nicht miterlebt haben. Alleine dafür, ist das komplette Kollegium ihnen Respekt schuldig", wehrte Minerva ab, dann bot sie Heaven den Stuhl vor dem Schreibtisch an. Heaven setzte sich und breitete ihre Notizen vor sich auf dem Schreibtisch aus. Die Schulleiterin sah ihr aufmerksam zu.

„Nun, da ich selber oft genug geliebte Menschen verloren habe, weiß ich zumindest wie sich ein solcher Verlust anfühlt. Ich kann nur in Ansätzen versuchen zu verstehen, wie sich die Schüler fühlen. Ich hatte immer jemanden, der ein Auge auf mich geworfen hat, damit ich mich nicht in der Trauer verliere.

Daher habe ich mich orientiert, welche Möglichkeiten es gibt, um in einem solchen Fall zu helfen. Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass mir der Umgang mit Pferden sehr gut hilft. Meine Adoptiveltern hatten einen Reiterhof, der nach ihrem Autounfall an mich überging. Das ist mir von meinen Liebsten geblieben und die Pferde haben mir über manches hinweg geholfen.

Aber auch die Menschen die sich um mich nach den Verlusten gekümmert haben, waren für mich in dieser Zeit eine große Stütze. Sie waren einfach da und haben mir zugehört und mich in den Arm genommen, wenn ich es nötig hatte.

Während der Durchsicht unterschiedlicher Fachwerke und Berichte wurde mir mehr und mehr klar, dass jeder Menschen seine eigene Methoden finden muss, um mit solchen Ereignissen umzugehen", fuhr Heaven mit ihrer Erzählung fort.
Minerva nickte, als Heaven eine kurze Pause machte. „Fahren Sie fort", bat sie Heaven.
„Da mir der Umgang mit Pferden geholfen hat, habe ich darüber nachgedacht, ob es die Möglichkeit gäbe, hier auf dem Gelände von Hogwarts ein kleines Gestüt aufzubauen. Ich nehme an, dass Sie sich dies bezüglich an das Ministerium wenden müssen. Wie ich vorher schon erwähnte, habe ich den Hof von meinen Adoptiveltern geerbt und könnte von dort die Pferde nehmen dann müsste nicht zusätzlich zu den Gebäuden noch Geld für die Pferde aufgewendet werden. Um den Reitunterricht könnte ich mich ebenfalls kümmern. Ich habe häufig Reitstunden auf meinem Hof gegeben", fuhr Heaven fort.

„Ich werde mich morgen direkt mit dem Zaubereiministerium in Verbindung setzen und fragen ob es möglich ist, ein kleines Gestüt auf dem Gelände zu bauen", warf Minerva dazwischen.

„Wenn sie sich an das Ministerium wenden, sollten Sie sich auch um die Errichtung einer Schwimmhalle und einer Sporthalle bemühen. Denn diese Aktivitäten habe ich ebenfalls als sehr effektiv eingestuft. In der Sporthalle würden neben Krafttraining auch Tanzstunden stattfinden. Des Weiteren wäre es gut, wenn ein Raum für musikalische Aktivitäten und Theaterspiel bereitgestellt würde", erweiterte Heaven.

„Es scheint, als hätten sie viele Veränderungen geplant. Sie müssen bedenken, dass das Budget unsere Schule beschränkt ist", gab Minerva zu bedenken. „Darüber habe ich auch nachgedacht. Ich gehe davon aus, dass es den Schülern gut tun würde, wenn sie mithelfen könnten, die Projekte zu verwirklichen. Einige Schüler spielen vielleicht selber ein Instrument oder haben noch alte Instrumente zuhause, die keiner mehr braucht. Ungenutzte Instrumente könnten vielleicht gespendet werden. Da müssten wir uns an die Eltern der Schüler wenden.
Den Musikraum könnten die Schüler auch selber gestalten, dann ist er nach ihren Vorstellungen eingerichtet und sie fühlen sich wohler.
Schwieriger wird es da schon bei den Gebäuden die gebaut werden müssten, da fallen sehr schnell hohe Kosten an. Da habe ich mich schon ein wenig schlau gemacht. Das Ministerium hilft unter gewissen Voraussetzungen mit finanzieller Unterstützung. Ich denke, dass wir mit gut vorgebrachten Argumenten eine solche erhalten könnten.
Auch könnte man bei Gringotts Bausparverträge abschliessen, welche man mit verschiedenen Aktivitäten wie Theater Aufführungen und ähnlichen Anlässen wieder abzahlen könnte. Zurzeit ist für die Schüler das Wichtigste, Ablenkung und ein Ziel vor Augen, auf das sie hinarbeiten können. Dabei werde neue Freundschaften entstehen und die Schüler werden von alleine anfangen mit andern Kameraden über ihre Probleme zu sprechen.
Eine meiner Schulfreundinnen hat sich in diesem Gebiet weitergebildet und gibt Lehrgänge wie man mit solchen Situationen umgehen sollte. Ich habe mich bereits mit ihr in Verbindung gesetzt und sie gefragt, ob es ihr möglich wäre für einige Wochen hier an die Schule zu kommen, natürlich nur unter der Voraussetzungen, dass sie das OK dafür geben", schloss Heaven ihren Vortrag.
„Ich sehe sie haben sich schon sehr ausführlich Gedanken zu diesem Thema gemacht und so wie sie das vorstellen, sollte das alles eigentlich wirklich machbar sein. Morgen werde ich mich auf jeden Fall mit Minister Shacklebolt in Verbindung setzten. Ist es möglich, dass sie mir dazu ihre Notizen zur Verfügung stellen?", meinte Minerva.

„Natürlich, ich wollte ihnen meine Notizen sowieso da lassen und habe sie deshalb bereits kopiert. Hier", sagte Heaven und reichte Minerva mehrere Schriftrollen, die sie zuvor zusammengerollt am Rande des Schreibtischs liegen hatte. „Ich freue mich darauf zu hören, wie das Ministerium zu meinen Ideen steht", lächelte Heaven.

„Bevor ich es vergesse möchte ich Ihnen danken, Heaven, dafür, dass sie so viel Zeit in das Wohl unserer Schüler investieren wollen und ich hoffe, dass viele der Kollegen ebenso hilfsbereit sind wie sie und sich einige ihrer Vorschläge annehmen um diese zu verwirklichen. Ich kann mir vorstellen, dass Filius mit Freude an den musikalischen Projekten mitarbeiten wird. Vielleicht können wir ja sogar Severus dazu motivieren etwas zu machen. Soweit ich weiß, besitzt Severus zwei Pferde. Vielleicht können sie sich mit ihm die Reitstunden teilen", meinte die Schulleiterin und begann bereits im Kopf die Umsetzung dieses unglaublichen Projekts zu planen.
Als die Uhr zwölf schlug wurde den beiden Frauen erst bewusst, wie lange sie sich über Heavens Idee unterhalten hatten. „Ich mache mich jetzt auf den Weg und wünsche Ihnen einen schönen Sonntag", mit diesen Worten verabschiedete sich Heaven.

„Gut, dass sie mich daran erinnern. Die Vorstellung ihrer Idee im Ministerium muss wohl noch einen Tag warten. Sonntags hat das Ministerium geschlossen. Ich wünsche ihnen ebenfalls einen geruhsamen Abend und einen schönen Sonntag", damit entließ die Schulleiterin Heaven.