Das Glück dieser Erde

Am nächsten Morgen wurde Heaven gegen neun Uhr wach. Heute würde sie schon einmal auf ihrem Hof vorbei schauen, um eine Vorentscheidung zu treffen, welche Pferde sie nach Hogwarts bringen würde, sollte ihre Idee als gut empfunden und das ‚OK' für den Bau eines Stalls gegeben werden.

Ausnahmsweise ließ sich Heaven von den Hauselfen das Frühstück in ihre Räume bringen.
Nachdem dem Essen wühlte sie in ihrem Schrank nach ihren Reitsachen. Sie holte eine braune Reithose mit dunkelbraunen Einsätzen heraus und suchte noch einen dicken roten Pullover.
Bevor sie ihre Räume verließ schlüpfte sie in ihre hellbraunen Reitstiefel und nahm eine Jacke vom Haken.

Danach machte sie sich auf den Weg. Als sie an der großen Halle vorbei kam, verließ Severus diese gerade. Severus schaute der Blonden nach, deren Haare wie immer zu einem französischen Zopf geflochten waren. Einen Augenblick starrte er noch auf die Tür der Eingangshalle, die sich hinter Heaven geschlossen hatte.

„Guten Morgen Professor Snape", wurde er aus seinen Gedanken gerissen. „Guten Morgen Draco", sagte er leicht knurrend und wandte sich seinem Patenkind zu. „Scheint, als hätte Professor McAdam das Gespräch mit der Schulleiterin heil überstanden. Ich wusste gar nicht, dass sie reitet. Du etwa?", begann Draco ein Gespräch. „Nein und ich wüsste auch nicht, was uns das angehen sollte", meinte Severus und verschwand mit rauschendem Umhang in Richtung Kerker. Draco lächelte nur. Es störte seinen Onkel, dass er ihn in Gedanken versunken erwischt hatte und er augenscheinlich nicht viel über Heaven wusste.
Heaven war in der Zwischenzeit auf den Hof appariert und hatte ihren Zauberstab in ihrem Spind verstaut. Jetzt war sie auf dem Weg zu ihren Lieblingen. Schon von weitem konnte sie Mystery auf der Weide erkennen und in ihrer unmittelbaren Nähe hielt sich auch Fairytale, Mysterys Fohlen, auf.
Die Fliegenschimmelstute trabte an den Zaun, als sie Heaven erkannte, dicht gefolgt von ihrem braunen Fohlen.
„Na ihr zwei Hübschen, ist lange her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Du bist aber groß geworden, Fairytale", sagte Heaven zuerst an beide gewandt und dann an das Stutenfohlen gerichtet. „Na dann wollen wir mal", fuhr sie fort, streifte Mystery das rote Knotenhalfter und Fairytale ein rotes Fohlenhalfter über.
Danach nahm sie die beiden von der Weide und brachte Fairytale auf der Fohlenweide vorbei, auf der sie nun bald stehen würde, da sie nächstens von ihrer Mutter getrennt würde. Mit Mystery ging sie zum Putzplatz und machte sie fertig.
Als die Stute fertig geputzt war, nahm Heaven den Sattel mit der roten Satteldecke und legte ihn auf Mysterys Rücken. Die Trense war, passend zu dem in hellbraun und dunkelbraun gehaltenen Sattel, ebenfalls braun. Dann befestigte sie noch das Vorderzeug.
Anschließend führte sie Mystery zu den Hallen. Die größte Halle, war bereits von mehreren Reitern belegt und in der kleinen wurde ein Pferd longiert. Deshalb nahm Heaven die mittelgroße Halle, in welcher Hindernisse aufgebaut waren.
Nachdem sie Mystery warm geritten hatte, begann sie mit ihrer Stute über die Hindernisse zu springen. „Schön dich auch mal wieder hier zu sehen", hörte sie eine Stimme und parierte Mystery durch. An der Band erkannte sie Amelia, eine Freundin aus Kindertagen, der sie die Betreuung des Hofes überlassen hatte. „Hallo Amelia. Es ist in der Tat eine Weile her, seit ich das letzte Mal da war. Über zwei Monate etwa", erwiderte Heaven. „Ist aber nichts verloren gegangen", sagte Amelia und deutete auf die Hindernisse.
„Pass auf, ich bin hier, weil ich wahrscheinlich einige der Pferd mitnehmen werde, an die Schule, an der ich jetzt arbeite. Es ist ein Internat, aber ich dachte, es wäre für die Schüler vielleicht ganz nett, wenn sie reiten lernen könnten, in ihrer Freizeit. Meinst du, du könntest mir bei der Auswahl helfen?", wollte Heaven von Amelia wissen.
„Klar, gerne", erwiderte Amelia. Heaven stieg von Mystery ab und gab sie ausnahmsweise einem der Stallburschen, damit dieser sie Abritt und sich schließlich darum kümmern würde, das Mystery versorgt wird. „Adam und Paul waren vor ein paar Tagen hier", erwähnte Amelia, während sie den Ponystall betraten.
„Vielleicht fahre ich nachher noch bei ihnen vorbei", überlegte Heaven. „Gute Idee", meinte Amelia. „Avalon, Anyway und Destin würde ich auf jeden Fall mitnehmen, da ich selber zu einem großen Teil in ihre Ausbildung involviert war. Desweitern würde ich gerne noch ein zwei Stuten mit Fohlen mitnehmen. Ich habe vorher Eillen und Amica auf der Stuten und Fohlen Weide stehen sehen, als ich Mystery und Fairytale geholt habe", sagte Heaven. „Das ist eine gute Idee, die Fohlen der beiden werden auch in einem Monat so alt sein, dass man sie von ihren Müttern trennt. Ich denke du solltest auch Paradiso, Dancer und After Eight mitnehmen. Sie haben sich als sehr ruhig heraus gestellt", schlug Amelia vor. „Ich würde auch noch Angel's Voice mitnehmen, damit auch für die Schüler, die nicht unbedingt reiten lernen wollen Pferde zur Verfügung stehen, mit denen sie etwas machen können", meinte Heaven.
Es wurde spät, allerdings war Heaven mit ihrer Vorentscheidung sehr zufrieden. Auf Grund der Uhrzeit, es war bereits achtzehn Uhr, verschob Heaven den Besuch bei Adam und Paul auf einen anderen Tag. Sie apparierte zurück vor das Tor von Hogwarts und überquerte die Ländereien. Als sie die Eingangshalle betrat herrschte dort ein reges Treiben, denn die meisten Schüler waren auf dem Weg zum Abendessen.
Sie merkte, dass sie von mehreren Schülern angesehen wurde. In der Masse erkannte sie einen blonden Schopf, der auf sie zukam. „Guten Abend Professor", grüßte Draco. „Guten Abend, Mister Malfoy", erwiderte Heaven. „Ich hoffe sie hatten einen schönen Tag?" „Ja, den hatte ich", lächelte Heaven. „Einen guten Abend Kollegin", hörte sie eine dunkle Stimme hinter sich. Als sie sich umsah, stand Severus hinter ihr. „Guten Abend, Severus", sagte sie ein wenig erstaunt, darüber, dass er sie überhaupt gegrüßt hatte.
„Sie reiten also", stellte er fest. „Nun, ja. Das Glück dieser Erde liegt ja bekanntlich auf dem Rücken der Pferde. Außerdem sind Pferde sehr aufmerksam, was den Umgang mit ihnen interessant macht und reiten macht Spaß", reagierte Heaven auf Severus Feststellung. „Ich war gerade auf dem Weg zum Abendessen", bemerkte Severus. Draco war bereits in der großen Halle verschwunden. „Ich habe gehört sie reiten auch", sagte Heaven und folgte der unausgesprochenen Aufforderung. „Dann haben sie scheinbar die richtigen Quellen", bestätigte Severus.
Heaven schmunzelte, als sie zusammen durch den Mittelgang zum Lehrertisch gingen und von einigen Schülern beobachtet wurden.