Kapitel 31 – Lehrerkonferenz

Als Heaven am nächsten Morgen die große Halle betrat, war diese bereits voll besetzt, einzig ihr Platz und der der Schulleiterin waren leer. „Guten Morgen", wurde sie von Melchior gegrüßt. „Den wünsche ich dir auch Melchior und Ihnen Severus, wünsche ich auch einen guten Morgen", grüßte sie erst den einen und dann den anderen Sitznachbarn.

„Ich wünsche Ihnen ebenfalls einen guten Morgen", erwiderte Severus und schenkte sich eine Tasse Kaffee ein. „Davon nehme ich auch etwas", sagte Heaven und wollte Severus die Kaffee-Kanne abnehmen. Allerdings ließ dieser das nicht zu, sondern goss Heaven eine Tasse ein. „Danke", meinte diese erstaunt und ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht.

Draco hatte die Begrüßung am Lehrertisch mitbekommen und musste grinsen, als er sah, wie sein Onkel Heaven eine Tasse Kaffee einschenkte. „Minerva lässt ausrichten, dass sie sich bereits auf den Weg ins Ministerium gemacht hat", teilte Severus ihr mit.

„Nun, das ist eine äußerst erfreuliche Nachricht. Ich hoffe sie hat viel Erfolg bei ihrem Anliegen", meinte Heaven. „Aus welchem Grund hat sich Minerva auf den Weg in das Ministerium gemacht?", wollte Melchior wissen. „Das werden sie, meine Herren, noch früh genug erfahren", lächelte Heaven. „Mich überkommt kein zwanghafter Drang wissen zu wollen, was sie mit unserer Schulleiterin zu tun haben, dass ich Ihnen diese Nachricht ausrichten sollte", erwiderte Severus auf Heaven's Aussage.

„Dennoch werden Sie früher oder später davon erfahren", gab sie zurück. „Ich denke kaum, dass ich ein großes Interesse daran habe." Severus lächelte überheblich nach diesen Worten. „Ich hingegen denke schon, dass es interessante Neuigkeiten für sie werden", behauptete Heaven. Kurz darauf verließ Severus ohne weitere Worte die große Halle.

Das Frühstück neigte sich immer mehr dem Ende zu und die erste Unterrichtsstunde rückte näher. Die große Halle lehrte sich bereits, als Heaven von ihrem Platz aufstand und die große Halle durch den Mittelgang verließ. Sie machte sich auf den Weg zum Unterrichtsraum für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Davor warteten bereits die Schüler des vierten Jahrgangs aus Gryffindor und Slytherin.

Heaven ließ die Schüler den Raum betreten und Platz nehmen.

Als jemand an der Tür klopfte, neigte sich der Unterricht bereits dem Ende zu. Heaven rief herein und Minerva McGonagall öffnete die Tür. „Das Ministerium hat ihren Vorschlägen zugestimmt, Heaven. Um die Mittagszeit werden die ersten Arbeiter eintreffen", teilte die Schulleiterin mit und verschwand auch schon wieder aus dem Raum. Ein Lächeln schlich sich auf Heaven's Gesicht und sie entließ die Schüler in die Pause.

Die nächste Doppelstunde mit den Sechstklässlern entschied sie, im Freien abzuhalten. Ausnahmsweise schien die Sonne noch recht warm vom Himmel und es war keine Wolke zu sehen. Die Schüler freuten sich darüber, draussen in der Natur Unterricht zu haben und nahmen sehr rege am Unterricht teil. Als jedoch die ersten Arbeiter gegen Ende der Doppelstunde über die Ländereien liefen, schwand die Aufmerksamkeit.

Heaven vernahm das leise Tuscheln in ihrem Kurs und bat darum sich noch für die letzten Minuten zu konzentrieren. „Bis Freitag schreiben Sie einen Aufsatz darüber welche Auswirkungen ein korrekt ausgeführter ungesagter Zauber auf die Intensität des Zaubers hat. Der Aufsatz sollte mindestens zwanzig Zoll lang sein", gab die den Schülern noch die Hausaufgaben, bevor sie sie in die Mittagspause entließ.

Zusammen mit den Schüler machte sie sich auf den Weg zur großen Halle und trug immer noch das Lächeln auf dem Gesicht, welches sich dort eingebrannt hatte, als Minerva ihr mitgeteilt hatte, dass das Ministerium ihren Vorschlägen zugestimmt hätte. Im Eingangsportal drehte sie sich noch mal um und betrachtete die Arbeiter. Als sie sich umwandte um ihren Weg fortzusetzten stieß sie auf einen Widerstand und wurde von zwei Hände, die sich um ihre Arme schlossen davon abgehalten, dass sie fiel.

Sie schaute auf und blickte in die schwarzen Seelenspiegel von Severus. Einen Augenblick verharrte sie in dieser Position und starrte Severus in die Augen. Dann gab dieser ihre Arme frei, tat einen Schritt zurück und räusperte sich. „So stürmisch", schmunzelte er dann und Heaven war sich sicher, dass er leicht verlegen klang. „Nicht stürmisch, nur erfreut", erwiderte Heaven. „Erfreut mich zu sehen", meinte Severus und Heaven erkannte das leichte Lächeln, welches auf seinen Lippen lag. „Das auch, aber eigentlich, weil ich glücklich bin, dass das Ministerium meinen Vorschlägen zugestimmt hat", lächelte Heaven.

„Dann war unsere Schulleiterin deshalb heute Morgen im Ministerium und ich nehme an, dass die Arbeiter, die sich auf dem Gelände befinden etwas damit zu tun haben. Ich denke, dass sie Ihr Versprechen von heute Morgen halten. Ich bin mittlerweile doch neugierig, was sie und Minerva zusammen ausgeheckt haben", sagte Severus und nahm neben Heaven am Lehrertisch Platz.

„Es ist etwas, was mich auch sehr glücklich macht, da meine Lieblinge, dann bei mir sein können", lächelte Heaven und dachte an ihre drei Pferde.

„So so… Ihre Lieblinge also. Ich denke nicht, dass das irgendetwas Positives für mich mit sich bringen würde." „Sie werden schon sehen, Severus. Ihnen wird vor allem diese Idee auch sehr gut gefallen. Wenn sie hier sind, kann ich sie Ihnen ja mal vorstellen", erwiderte Heaven grinsend, als sie erkannte, dass Severus sie missverstanden hatte. „Was gibt es da zu grinsen?", wollte er wissen. „Das wirst du noch früh genug erkennen", antwortete Heaven und merke nicht, wie sie in das ‚du' verfallen war. Auch Severus schien dies nicht aufgefallen zu sein.

Er wandte sich leicht verstimmt von ihr ab und nahm schweigend das Mittagsessen ein, bevor er wieder zum Unterricht verschwand. Heaven schüttelte grinsend den Kopf, als Severus mit aufbauschendem Umhang die große Halle verließ.

„Du siehst so glücklich aus", wurde sie von der Seite angesprochen. „Das bin ich auch, Melchior", entgegnete sie. „Darf man den Grund erfahren? Doch hoffentlich nicht unser werter Herr Kollege aus den Kerkern", fragte Melchior nach. „Nein, der nicht", schmunzelte Heaven. „Nun was versetzt dich dann in einen solchen Zustand?"

„Meine Lieblinge werden bald hier einziehen, dann kann ich sie endlich wieder täglich sehen. Fairytale ist in den zwei Monaten in denen ich sie nicht gesehen habe ein ganzes Stück gewachsen. Außerdem fehlt mir das Reiten so sehr. Es war einfacher, als ich noch nicht hier angestellt war. Allerdings war die Anstellung hier eine der besten Sachen, die mir passieren konnte.

Umso glücklicher bin ich, dass meine Pferde hierher kommen können und das meinen Plänen um die Schüler von den Traumata, die der Krieg unweigerlich bei ihnen hinterlassen hat, zu befreien, vom Ministerium zugestimmt wurde. Ich freue mich so sehr drauf, die Schüler unbeschwert lächeln zu sehen, wie sie lernen mit dem Erlebten klar zu kommen und wie sich neue Freundschaften entwickeln werden." Heaven lächelte, als sie ihren kurzen Monolog beendete.

Während des Mittagessens, hatte Minerva das gesamte Lehrpersonal darauf hingewiesen, dass um fünf Uhr eine Lehrerkonferenz stattfinden würde.

Die große Halle leerte sich. Der Unterricht würde in wenigen Minuten weiter gehen.

Als Heaven die Schüler des dritten Jahrgangs von Gryffindor und Slytherin viertel vor fünf in den Rest Nachmittag entlassen hatte, konnte sie nicht schnell genug auf die Ländereien kommen um zu sehen, was die Arbeiter bereits erreicht hatten.

Eine ganze Menge neugieriger Schüler war bereits auf den Ländereien unterwegs. Gerade die Jüngeren behinderten manche Arbeiter bei ihrem Tun und wurden von diesen sehr freundlich darauf hingewiesen, ihnen genug Platz zum Arbeiten zu lassen.

Nachdem sie einen kurzen Blick auf die Ländereien geworfen hatte, musste sie sich auch schon beeilen um rechtzeitig zur Konferenz im Lehrerzimmer zu sein. Als sie dort ankam, war der Raum bereits gut gefüllt. Bis auf Severus und Minerva hatten sich alle schon versammelt. Heaven nahm neben Melchior Platz.

Severus betrat kurz nach Heaven mit einem mürrischen Gesichtsausdruck den Raum. Sein Blick wanderte durch den Raum und fand den einzigen freien Platz, der nicht der Schulleiterin gehörte, neben Heaven.

Um Punkt fünf Uhr betrat Minerva McGonagall das Lehrerzimmer und nahm auf ihrem Stuhl vor Kopf Platz. „Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen", begann sie, „wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, befinden sich Arbeiter auf dem Gelände von Hogwarts. Einige von Ihnen werden sich bestimmt schon gefragt haben, was es mit diese Arbeiter auf sich haben.

Ich möchte Sie auch nicht länger auf die Folter spannen. Diese Arbeiter sind hier um einige Freizeiteinrichtungen für unsere Schülerinnen und Schüler zu errichten. Der Vorschlag eben dies zu veranlassen, kam von Heaven. Und ich begrüße es sehr, wenn sich das Kollegium so sehr um das Wohlergehen der Schüler kümmert, wie Heaven es tut.

Sie hat erkannt, dass unsere Schüler Hilfe brauchen, weil viele durch den Krieg traumatisiert sind. Heaven selber hat viele traumatische Erlebnisse durchgestanden und möchte nun versuchen den Schüler durch ihre Traumata zu helfen.

Ich hoffe Sie alle nehmen sich ein Beispiel an unserer jungen Kollegin und stehen den Schülern zur Seite. Ob es nun durch Gespräche ist oder dadurch, dass Sie Aktivitäten anbieten, an denen die Schüler teilnehmen können.

Von den Arbeitern werden ein kleines Gestüt und eine Sporthalle mit integrierter Schwimmhalle gebaut. Heaven schlug vor auch einen Raum für künstlerische Freizeitaktivitäten herzurichten. Hier zählt sie auf das Engagement der Schüler. Sie schlug desweitern vor, dass man Musikinstrumente durch Spenden der Eltern erhalten könnte, sollten diese welche haben, die nicht mehr genutzt werden", erläuterte Minerva dem Kollegium Heaven's Plan.

Während die Schulleiterin sprach warfen einige ihrer Kollegen einen Blick auf Heaven und schien abzuschätzen, was diese in ihrem Leben schon für Verluste erlitten hatte. Auch Severus sah sie von der Seite mit einem merkwürdigen Blick an.

Heaven war erleichtert, als sie das zustimmende Nicken ihrer Kollegen sah. Nachdem Minerva geendet hatte, breitet sich für eine kurze Zeit eine nachdenkliche Stille im Lehrerzimmer aus. Filius Flitwick durchbrach diese. „Ich könnte meinen Chor wieder aufleben lassen", überlegte er laut, zustimmendes Nicken folgte.

„Pomona, wir könnten den Schüler doch ganzjährlich Tanzunterricht anbieten", schlug Minerva vor. „Gerne, Minerva", stimme Pomona Sprout zu. „Ich denke Sie könnten auch einen männlichen Part gebrauchen", bot Melchior seine Hilfe an. „Aber selbstverständlich", erwiderte Minerva.

„Ich werde Reitunterricht geben und ich könnte dabei Hilfe gebrauchen", sagte Heaven und schaute Severus auffordernd. Dieser zog abwägend eine Augenbraue in die Höhe. „Wenn Sie meinen, dass sich dann überhaupt Schüler für Reitunterricht interessieren würden, könnte ich es mal versuchen", reagierte Severus auf diese Aufforderung und überraschte damit das vollständige Kollegium.

Auch Heaven war über diese Aussage überrascht, hatte sie doch damit gerechnet, dass es sie einiges an Überredungskunst kosten würde, Severus dazu zu bringen, den Schülern Reitunterricht zu geben. „Was schauen Sie denn alle so überrascht. Ich lasse mir doch keine Chance entgehen die Schüler ein wenig zu triezen", meinte der Zaubertränkemeister.

Heaven schüttelte grinsend mit dem Kopf. „Ich hatte schon lange darüber nachgedacht, für die Schüler aus dem Qudditch Teams ein Ausdauer-Training anzubieten. Ich denke es sollte sich einrichten lasse, dass ich dies mit allen Schüler, die daran Interesse haben, mache", warf Rolanda Hooch ein.

„Es ist die Rede von einer Schwimmhalle gewesen ich könnte dort Aufsicht führen und die Schüler auch ein wenig trainieren", schlug Aurora Sinistra vor. „Gute Idee Aurora", stimmt Minerva zu. „Ich denke Septima und ich könnten mit den Schülern, wenn Interesse besteht Theaterstücke einüben", überlegte Professor Babbling und Professor Vektor nickte zustimmend.

Die übrigen Lehrer erklärten sich allgemein als Betreuer bereit und würden sich abwechselnd in der Turnhalle aufhalten. „Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich danke Ihnen recht herzlich, dass Sie mit solcher Begeisterung den Vorschlag von Heaven annehmen und mit regem Interesse, Angebote für die Schüler auf die Beine stellen.

Ich nehme an, dass die Schüler, wenn ich ihnen heute Abend beim Essen davon berichte, ebenfalls einige Ideen beisteuern werden. Es besteht für mich die Annahme, dass diese Angebote für die Schüler nicht nur in der Zeit, in denen die Traumata überwunden werden sollen, Gültigkeit haben, sondern von nun an regulär stattfinden sollten. Der Zaubereiminister bot mir diesbezüglich auch an, weitere Arbeitskräfte einzustellen, damit wir Lehrer nicht zusätzlich zum Unterricht belastet werden.

Solange ich allerdings noch keine Stellen aus zeittechnischen Gründen ausschreiben kann und die anschließenden Bewerbungen sowie die Vorstellungsgespräche auch Zeit in Anspruch nehmen werden, danke ich Ihnen allen recht herzlich, dass Sie diese Aufgabe freiwillig übernommen haben und ich dies nicht einfordern musste", sagte Minerva McGonagall.

„Sie haben sich ja eine ganze Menge Gedanken, um das Wohl der Schüler gemacht", sprach Severus Heaven an, als sich die Konferenz auflöste. „Ich hätte mich damals sehr über einen Beistand gefreut und ich denke, die Schüler werden uns dankbar sein, dass wir versuchen ihnen das Angebot zu machen, sich mit ihren Traumata auseinander zu setzen und diese zu überwinden. Ich habe Kontakt zu einer altern Schulfreundin aufgenommen, die sich auf diesem Gebiert weitergebildet hat und sich bereit erklärt hat, für einige Wochen hierher zu kommen.

Vielleicht könnte Minerva ihr auch eine Stelle anbieten, dann hätte Hogwarts eine schuleigene Therapeutin, was meiner Auffassung nach an einem Internat eine gute Überlegung ist", erwiderte Heaven.