Eine Woche später begleitete ein Chuunin mich und Kushina aus den winzigen Apartment, welches uns gegeben wurde, zur Shinobi-Akademie. Das kleine Stipendium für Essen und Notwendigkeiten war kaum genug, um für uns Kleidung zum Wechseln und zwei Mahlzeiten am Tag zu kaufen. Es wäre nicht genug um viel mehr abzudecken, aber ich konnte es weit genug strecken.

„Nii-san?"

I war nicht sicher, wann ich begonnen habe Kushina mal-und-mal-nicht als meine Schwester zu betrachten, aber ich überzeugte mich, dass es war, als diese bohrende Blase in meinem Hinterkopf endlich vor ein paar Tagen platzte. Die meiste Zeit war ich erfolgreich darin, das Geplapper des echten Kichiro zu ignorieren, aber manchmal nervte er mich höllisch.

Nii-san?, sagte er spitz.

Ich ignorierte beide, stur geradeaus auf den Rücken des Chuunin starrend.

„Nii-san? Bist du in Ordnung?", fragte Kushina. Meine Hände ballten sich als der Spott kam.

Wenn du nicht diese Sekunde etwas sagst, ich schwöre ich werde-

„Nii-san! Hör mir zu!"

„Äh, ich höre zu, Kushina, was ist?"

„Da ist etwas, das ich dir wirklich sagen muss."

„Dann sag es mir", antwortete ich einfach, einen Arm um ihre Schulter legend.

„Es ist ein Geheimnis."

„Dann flüstere es."

„Ich erzähle es dir später, okay?"

„Äh, okay?"

„Nii-san?"

„Was?"

„Schau!" Sie drückte ihre Hand in mein Gesicht, ließ mich schielen um zu sehen, was zwischen ihren Fingern war. Ich nahm ihr Handgelenk und hielt es auf vernünftigen Abstand.

„Es ist ein Zahn."

„Ja! Ich habe ihn diesen Morgen verloren!"

„Cool. Vielleicht wird dich die Zahnfee besuchen."

Sie sah mich seltsam an. „Zahnfee?"

„Ja."

„Was ist das?"

„Du gibst deinen Zahn in der Nacht unter deinem Polster und dann kommt die Zahnfee, nimmt ihn und lässt eine Münze zurück."

„Ich habe davon noch nie gehört."

„Wenn du nicht an sie glaubst, kommt sie nicht."

„Ist sie gekommen als du deine Zähne verloren hast?"

„Jap!", log ich für sowohl mich als auch für Kichiro. Kleine Dinge wie die Zahnfee, der Osterhase und der Weihnachtsmann waren die kleinen Wunder, welche eine Kindheit unvergesslich machten, und glücklicher. Wenn ich schon, durch Kichiro im meinem Kopf, die Verpflichtung hatte, mich um Kushina zu kümmern, konnte ich es zumindest etwas magischer machen. Außerdem, Kinder die keine kleinen Wunder bekamen, wirkten nie wirklich glücklich.

Der Chuunin sah mich komisch an, ignorierte aber letztendlich die Unterhaltung.

„Du hast nie etwas gesagt."

Ich zuckte mit den Schultern.

„Du sagst nie viel."

Ich zuckte noch einmal und sie kicherte.

„Also kommt sie heute Nacht?"

„Sicher."

„Versprochen?"

„Versprochen."

Der Chuunin drehte sich zu uns um und hielt außerhalb der Toren des Schulgebäudes. „Hier ist die Akademie. Ich hoffe ihr erinnert euch an den Weg, weil dies das einzige Mal ist, dass ihr eine Begleitung bekommt, Kinder. Ich kann euch nicht sagen, wo eure Klasse ist, aber sie ist irgendwo da drinnen. Ich freue mich darauf, mit euch gemeinsam zu dienen." Daraufhin, war er weg. Kushina hob meinen Arm von ihren Schultern und verschränkte ihre Finger mit meinen, fest drückend. Ich ging voran durch die Tür, mich daran erinnernd, was mir Sakumo gesagt hat, als ich ihn zum letzten Mal sah.

Beschütze deine Schwester, Kleiner, und du kannst den Kampf beginnen, den du geschworen hast.

„Uzumaki! Alle Beide!", rief jemand in der Sekunde, in der wir durch die Tür getreten waren. „Hier hinein!" Wir wurden in zwei separate Räume geleitet und gefühlte tausend von harmlosen Fragen gefragt, bevor wir wieder vereint und in ein Klassenzimmer geleitet wurden, ein paar Minuten nach Beginn des Unterrichts.

Als ein richtiger Siebenjähriger, der vor eine Klasse von Gleichaltrigen gestellt wurde, wäre ich wahrscheinlich mehr als nur ein bisschen nervös gewesen, aber für mich waren sie nur Kinder, nichts zu befürchten. Der Lehrer ließ die Gespräche mit ein klein wenig KI verstummen. Ich verdrängte die Erkenntnis von offensichtlicher mentaler Konditionierung aus meinen Kopf und konzentrierte mich auf die Worte des Chuunin's, bevor ich etwas sagte, was ich bereuen würde.

„In Ordnung Klasse, wir haben zwei neue Schüler. Würdest du dich und deine Schwester vorstellen?", fragte er mich.

Ich hielt einen unhöflichen Kommentar über die andauernde KI zurück, während Kushina an meiner Hand zerrte. „Bitte folge der Aufforderung des Lehrers, bevor ich etwas sage, was ich bereuen würde.", murmelte ich ihr zu, sodass nur sie mich hören konnte. Sie grinste, als ich sie nach vorne deutete.

„Ich bin Uzumaki Kushina und mein Bruder und ich werden die stärksten Ninja im Dorf!", verkündete sie laut.

„Oh wirklich?", spottete ein Junge in der vorderen Reihe. „Du bist nur ein kleines Baby, dass die Hand seines großen Bruders halten muss!"

Ich schaffte es gerade noch, sie um ihre Taille zu fassen, bevor ihr Temperament zu gebrochenen Zähnen und blutigen Nasen führte. Zum Glück brannte ihr Temperament schnell aus und schaffte es, sie zu einem Sitz in der Mitte des Raumes zu schleppen und setzte sie zwischen mich und dem Kind mit blonden Haaren und blauen Augen. Er würde keinen Streit mit Kushina anfangen. Hoffentlich würde sie auch nicht den Drang haben, einen Streit mit ihm anzufangen.

Er beugte sich über sein Notizbuch. Einen Moment später reichte er eine Notiz an Kushina weiter. Sie las es, grinste und gab es weiter an mich.

#Ich bin Namikaze Minato. Gute Arbeit, wie du dem Lehrer reingelegt hast. Also, wie heißt du?

Ich ließ die Seite unter meinen Tisch gleiten, als der Lehrer einen Ordner mit losen Papier für Notizen und Aufgaben, ein Lehrbuch – dicker als meine Schenkel – und zwei Stifte vor uns fallen ließ. Ich nahm einen Stuft und kritzelte meine Antwort in gebrochenen Hiragana.

#Ich bin kein Wunschbrunnen, der auf Kommando Informationen auskotzt. Wenn du meinen Namen willst, finde ihn selbst heraus. Ich grinse in mich hinein.

Verdeckt ließ ich das Papier zu Kushina gleiten, welche es direkt an Minato weiterreichte.

Als er es zurückgab, las Kushina die Antwort und gab ihre zwei Cent dazu, bevor sie es an ihn zurück sandte. Ich war neugierig, aber nicht genug um ihr über die Schulter zu schauen. Zumindest konnte der richtige Kichiro lesen und ich habe die Fähigkeit von ihm übernommen, genauso wie die Sprache, sonst wäre ich in Schwierigkeiten. Die Notiz landete bei meinem Ellbogen und ich überflog sie.

=Ist das eine Herausforderung?

+Darauf kannst du dein Leben wetten. antwortete Kushina

=Ist akzeptiert. endete Minato und die Notiz landete unter meinen Ellbogen.

#Kushina und ich haben heute Morgen kein Mittagessen gemacht, also gehen wir raus auf die nächste Straße und holen etwas vom Markt. Willst du mit?

„Älterer Uzumaki! Pass bitte auf!"

„Sir? Ich habe aufgepasst. Sie haben die Klasse gebeten die gestrige Arithmetik Hausaufgabe zur Person in der inneren Reihe zu geben.", antwortete ich als Minato's Hausaufgabe vor mir landete. Ich hielt sie hinauf als Beweis, dass ich den Anweisungen folgte, bevor ich die Blätter sammelte, Minato's rauf legte, und den Stoß nach vorne reichte.

„Lenke netterweise deine Klassenkameraden nicht ab."

Ich öffnete meinen Mund um dagegen zu argumentieren, aber Kushina trat mich. Ich ließ meinen Mund zuschnappen, als die Mathematikstunde begann. Es war einfache Algebra, doch ich hatte das Gefühl, dass Kushina später ernsthafte Hilfe damit benötigen würde, wenn ihr verwirrter Ausdruck ein Indikator war. Minato erschien gelangweilt, als ob das bereits weit unter seinem Level war. Offen gesagt, Schule war mir völlig egal, ich konnte die Informationen einfach später aufholen und bezweifelte, dass Noten auf langer Sicht keine Rolle spielten.

Minato kritzelte etwas zurück und die Notiz landete auf meinen Schoß.

=Klingt nach Spaß.

Ich packte die Notiz in meine Tasche und reichte die Aufgabe, die der Lehrer vor mir fallen ließ, nach hinten weiter.

( - _ - )

Mittagessen mit Minato lief so gut, wie ein Essen mit zwei Sechsjährigen laufen kann. Beide schienen einen Sport daraus zu machen, zu sehen, wer den anderen mehr auf die Palme bringen konnte. Zum Großteil ließ ich die beiden über Ramen streiten, was beide vorschlugen sobald ich gefragt hatte. Ich war nicht überrascht.

Was mich überraschte war, wie Sakumo sich auf meine andere Seite setzte, ziemlich ausgelaugt aussehend, und Essen bestellte.

„Hallo, Sakumo", murmelte ich ihn aus dem Mundwinkel zu.

Er schlug mich auf den Hinterkopf.

Ich schnaubte und stocherte an meinen Ramen herum.

„Die Zahnfee?", fragte er. „Ich habe noch nie davon gehört."

„Hättest du wahrscheinlich auch nie, wenn du nicht gelauscht hättest."

„Wieso sollte eine Fee für einen Zahn bezahlen?"

„Sie machen Feenstaub aus Milchzähnen."

„Wenn sie Feenstaub haben wollen, wieso töten sie nicht einfach die Kinder und sammeln sie schneller, oder nehmen die Zähne einfach so?"

„Erstens, das ist krank, zweitens," Ich warf einen Blick auf Kushina, aber sie war mitten in einem Wrestling Kampf mit Minato, und verlor schrecklich. „Es ist nur eine Geschichte für Kinder, es muss nicht wirklich Sinn machen."

„Die wirkliche Welt ist nicht so nett."

„Tja, die wirkliche Welt nervt. Wieso nicht den Kindern ein paar glückliche Erinnerungen geben, die sie durch den Rest ihres beschissenen Lebens mitnehmen können?"

Sakumo zuckte mit den Schultern und drückte mir eine Münze in die Hand. „Klingt nach einem anständigen Plan."

„Danke." Ich gab sie in meine Tasche.

„Ich habe darüber nachgedacht, was du mir gesagt hast."

„Du wärst ein Idiot, es nicht zu tun." Das brachte mir einen weiteren Klaps ein. Zur Hälfte wünschte ich mir, dass Kushina es gesehen hatte, sodass sie ihn fertig macht und ich etwas Genugtuung aus der indirekten Heimzahlung bekommen konnte.

„Du sagtest du würdest ‚wie der Teufel kämpfen, um Leute am Leben zu erhalten'."

„Das habe ich."

„Ich wollte nur sicher gehen. Hast du Pläne für die Zukunft?"

„Ich will kein Shinobi sein."

„Du hast keine Wahl, Kleiner."

„Ich bin kein Kämpfer."

„Du bist noch ein Kind."

„Ich werde nicht töten."

„Dann wirst du getötet."

„Dann sterbe ich."

Eine Schüssel wurde vor Sakumo gestellt. Er begann seine Mahlzeit, bevor er die Konversation fortsetzte. „Muss ich ‚suizidal' zu deiner Psycho-Evaluation hinzufügen?"

„Auge um Auge hinterlässt die ganze Welt blind, genauso wie Tod nur zu mehr Tod führt."

Es gab eine weitere Konversationspause, während dieser die zwei Kinder um ein stumpfes Übungs-Kunai kämpften.

„Hast du jemals daran gedacht ein Mediziner zu werden?", fragte Sakumo plötzlich.

„Ein Krieg ist auf dem Weg, mehrere Kriege, und Mediziner sind die ersten Ziele." Ich öffnete meinen Mund um weiter zu argumentieren, als ich einen potentiellen Weg in Betracht zog. „Ich habe eine Idee, du wirst sie aber wahrscheinlich nicht mögen."

Sakumo's Stäbchen stoppten auf halben Weg zu seinem Mund. „Wahrscheinlich nicht, Kleiner, sag es mir trotzdem."

„Mediziner der gegnerischen Teams sind die ersten Ziele im Kampf, nicht wahr?"

„Ja, wie du gesagt hast."

„Naja, taktisch gesprochen, wenn weniger Leute geheilt werden sind weniger Feinde zum Kämpfen da, nicht?"

„So funktioniert das generell. Den Mediziner anzugreifen verringert die Chance des anderen Teams lebendig zurück zu kehren, ob durch Verlangsamung wegen einer Verletzung, den Verlust eines Kameraden, oder einer Kombination aus beiden. Die meisten Einzelkämpfer kennen zumindest fundamentales iryo-ninjutsu."

„Was, wenn Mediziner überhaupt nicht angegriffen werden würden?"

„Das wird niemals passieren, mach keine Witze."

„Mache ich nicht. Zum Großteil, in meiner Welt, dienen Ärzte und Schwestern allen und jeden der Hilfe benötigt, egal welche Rasse, Herkunft und Religion."

„Tut mir leid, Kleiner, das ist hier unmöglich."

„Wieso?"

„Hypothetisch gesprochen, sagen wir, dass jeder dem zustimmt und alle Mediziner neutral wären. Wie würden sie zu den Leuten gelangen, die Hilfe brauchen? Würden sie mit den Teams gehen? Wenn ja, was passiert, wenn dieses Team den Kampf verliert? Ihre Teammitglieder sind tot und weil sie neutral sind, müssen sie die Verletzungen ihrer Feinde behandeln. Ich könnte das nicht, und ich bin offener für so etwas als viele Shinobi. Nun, eine Vielzahl an Mediziner werden in diese Position gezwungen. Wie soll ein gegnerisches Team einen Mediziner trauen, der natürlicherweise Rache für seine gefallenen Kameraden nehmen will? Nur die höchst pazifistischen iryo-nin wären in der Lage, einen Gegner zu behandeln, der Großteil nicht. Diese Mediziner würden beginnen die Leute zu töten, die sie behandeln sollten. Glückwunsch, du hast Ärzte zu Assassinen gemacht."

Ich versteifte mich und starrte auf meins halb-gegessene Mahlzeit, der Appetit vergangen.

Sakumo wuschelte meine Haare. „Du bist schlau, Kleiner, aber du hast Jahrzehnte an Traditionen und Konditionierung gegen dich."

„Ich will nicht kämpfen, ich will nicht töten, und ich will nicht sterben.", sagte ich ihm. Ich warf den Beutel mit Geld Kushina zu und ging fort.

„Was hast du zu meinem Bruder gesagt?", verlangte Kushina.

„Er muss sich nur mit ein paar Sachen abfinden.", antwortete Sakumo, bevor ich außer Hörweite war.

Zehn Minuten später hatte ich mich auf der Spitze eines Baumes niedergelassen, einen Spielplatz überblickend, und fragte mich, ob ich es schaffen würde, den Baum hoch zu gehen, um mich von den wirklichen Problemen abzulenken. Die Zeit, in der ich in der Akademie sein sollte, kam und ging.

Stunden später erschien Sakumo am Fuß des Baumes. „Deine Schwester wartet auf dich."

„Sie kann auf sich selbst aufpassen."

„Sie ist sechs."

„Lass mich alleine."

„Das kann ich nicht, Kleiner."

„Ah, lass mich raten: Befehle."

„Genau." Mit ein paar Sprüngen saß Sakumo auf den Ast unter mir.

„Geh weg."

„Rede mit mir, Kleiner."

„Hör auf mich ‚Kleiner' zu nennen."

„Dann rede mit mir."

„Ich will nicht kämpfen, ich will nicht töten, und ich will nicht sterben.", wiederholte ich mich. „Ich will kein Shinobi sein."

Sakumo stand auf und lehnte sich gegen den Ast, auf dem ich saß. „Du hast keine Wahl."

„Naja, für mich sieht es extrem leicht aus, einfach durchzufallen. Ich verpasse bereits den Unterricht."

„Du hast eine Schwester, um die du dich kümmern musst."

„Sie ist nicht meine Schwester, sie ist nur ein Mädchen, das erwachsen wird und durch die Hand eines Psychos mit einem Groll sterben wird."

„Du meinst das nicht ernst."

„Ich bin siebenundzwanzig Jahre alt. Ich hatte nie Geschwister, ich hatte eine Alkoholikerin als Mutter und einen Vater, der zu sehr von seiner Militärkarriere besessen war um einen Scheiß darauf zu geben. Ich habe keine Lust darauf, eine unausstehliche sechsjährige als Schwester zu bekommen, besonders wenn ich dazu gezwungen werde, ihr Leben so zu versauen, wie meines war."

„Also wirst du stattdessen ein kleines Mädchen, das zu dir aufsieht, in Stich lassen."

„Ich habe sie mir nicht ausgesucht."

„Du hast diese Kinder gerettet. Versuche nicht es zu bestreiten oder runter zu spielen. Du hast sie gerettet und sie sind deine Verantwortung."

Ich trat nach Sakumo's Gesicht. Er fing meinen Knöchel ab. „Du hast mir gesagt, ich wäre nicht verantwortlich."

„Das war bevor ich wusste, dass du einen erwachsenen Kopf auf deinen Schultern hast."

„Arschloch."

Sein Griff um meinen Knöchel verfestigte sich und er riss mich vom Ast hinunter, ließ mich kopfüber dem Boden baumeln als ob ich nichts wiegen würde. Ich begann mich zu wehren und trat nach seiner Hand. Sakumo trat weiter auf den Ast hinaus. Er bog sich gefährlich und ich wusste, dass er nicht in der Lage sein sollte, unser gemeinsames Gewicht zu tragen. Ich erstarrte, als der Boden unter mir schwankte.

„Lektion eins, lande immer auf deinen Füßen, egal was passiert."

Scheiße.

„Du sadistischer, gemeingefährlicher Arsch!", knurrte ich. Sakumo ließ los und ich fiel zu Boden. Ich schaffte es, mich genug in der Luft zu drehen, um auf meiner Seite statt meinem Kopf zu landen. Ich rollte auf meinem Arm ab und sah auf ihn herunter. Meine Schulter war oben bei meinem Ohr und das sollte definitiv nicht so sein. Sakumo stand neben mir und zog mich mit meinem guten Arm auf die Beine.

Ich stöhnte auf und sank fast augenblicklich auf die Knie, meinen verletzten Arm fest an meine Brust haltend.

„Arschloch!", knurrte ich. Verspätet erkannte ich, dass wir nicht neben einem Spielplatz waren, sondern mitten in einem Trainingsfeld. Ein schlimmes Gefühl machte sich in meinem Bauch breit. „Was zur Hölle–" Er schlug mich mit dem Handrücken ins Gesicht.

Mit einem heftigen Ruck drückte Sakumo meinen Arm in die richtige Position zurück. Er nahm meinen Kiefer und zwang mich, ihm in die Augen zu sehen. „Habe ich jetzt deine Aufmerksamkeit?"

„Du hattest schon meine Aufmerksamkeit!", knurrte ich zurück.

„Dann hast du mich gehört, als ich gesagt habe, dass du ein Shinobi wirst und es keine Rolle spielt, was du willst. Du wirst kämpfen, du wirst töten, und hoffentlich wirst du nicht sterben. Du hörst mir offensichtlich nicht zu und du hast offensichtlich keinen Respekt, weil du das nicht zu verstehen scheinst."

Ich schlug seine Hand weg und hielt meine pochende Schulter. Sakumo schnappte sich meinen verletzten Arm und verdrehte ihn. Ich krallte an seine Hand und schrie, bis es mich zu Boden warf und mir die Luft aus der Brust trat. Ich flog ein paar Fuß weg und rollte zum Stillstand. „Wieso sollte ich einen Mörder respektieren oder jemanden der sich nimmt was er will, einfach weil er es kann?"

Ich sah nicht einmal seine Bewegung bevor Sakumo mich vorne am Shirt packte und mich auf den Boden knallte. „Du kommst vielleicht aus einer Welt, in der jeder über seine Probleme reden kann, aber du bist nicht mehr in diesem Universum. Der einzige Weg, um zu bekommen was du willst, ist stärker, schneller und schonungsloser zu sein als jeder, der in deinem Weg stehen wird, Kleiner, es gibt keinen Weg daran vorbei. Schlag zurück!"

„Werde ich nicht!", schrie ich in sein Gesicht zurück.

Ich wäre wahrscheinlich besser gewesen, wenn Sakumo auch nur ein bisschen seine Beherrschung verloren hätte, oder auch nur ein wenig wütend geworden wäre. Dann hätte er mich zumindest k.o. geschlagen. Stattdessen sah es aus, als hätte er meine Reaktion erwartet.

Ich wusste, dass er weitermachen würde, bis ich einschnappte. Ich wusste es, und ich wusste, dass ich absolut nichts dagegen machen konnte.

„Kämpfe!", knurrte mich Sakumo an, warf mich zu Boden und trat auf meine Brust.

„Ich kämpfe!", schrie ich zurück, rollte mich auf die Füße und zog mich zurück. „Ich werde nicht wie du sein!"

Kämpfe gegen ihn! Greif ihn an! befahl der echte Kichiro. Ich ignorierte das Kind, als mir Sakumo den Atem mit einem gut platzierten Schlag nahm. Ich landete auf den Händen und Knien, mein Kopf schwirrend mit Panik wegen dem Sauerstoffmangel. Als ich es schaffte, einen Atemzug zu keuchen, trat mich Sakumo auf die Seite.

Seine Hand schloss sich um meinen Hals und wir beide stürzten in das Wasser. Ich kratzte an seiner Hand, doch wir schienen nur tiefer zu sinken. Ich konnte unter Wasser nicht meine Augen öffnen und verlor schnell das bisschen Luft, die ich hatte, bevor wir untertauchten. Ich trat hin, wo ich den Kopf von Sakumo vermutete, doch er drückte mich an den steinigen Grund des Baches. Spitze Steine pressten in meinen Rücken.

Ich versuchte seine Hand von meinem Hals zu ziehen, auch als ich mich wandte und wehrte, aber ich wurde mit jeder Sekunde schwächer und meine Gliedmaßen konnten nicht die Kraft aufbringen, die ich von ihnen verlangte. Gerade als ich dachte, ich würde mein Bewusstsein verlieren, landete ich wieder im Gras, rollte auf meinen Rücken und versuchte so viel Luft einzusaugen wie ich konnte, als ich das Wasser von meinem Gesicht wischte.

Sakumo sank neben mir auf ein Knie. Nachdem ich wieder eine ungefähr normale Atmung hatte, saß ich auf und drehte mich von ihm weg. „Ich weiß, was du versuchst."

„Das überrascht mich nicht."

„Es wird nicht funktionieren."

„Vielleicht."

„Geh weg."

„Tut mir leid, Kleiner."

Ich stand auf und ging weg von ihm, meinen Bauch haltend und schwankend. Ich schaffte es kaum bis zu den Bäumen, bevor ich gezwungen war, vor Schmerzen stöhnend stehen zu bleiben.

Sakumo presste etwas, das wie Papier knisterte, gegen meine Brust und ich versuchte nicht einmal zu sehen, was es war. Einen Moment später raste etwas, Chakra wie ich herausfand, durch meinen Körper und nahm mir etwas von meinem Schmerz. Als ich darauf hinuntersah, erkannte ich es als ein Siegel, aber er zog es weg, bevor ich mehr davon sehen konnte.

„Ich treffe dich hier morgen bei Sonnenaufgang. Sei nicht zu spät." Er verschwand.

Ich hatte absolut keine Ansicht, Sakumo jemals wieder zu sehen, als ich mich vom Boden hochraffte und in Richtung der Stadtgeräusche taumelte. Hoffentlich würde ich den Weg zu meinem Apartment zurückfinden.

( - _ - )

Es war fast Mitternacht, als ich das Apartment fand und es schaffte, mit dem Schlüssel aufzusperren, der wie eine Hundemarke um meinen Hals hing. Ich versuchte leise zu sein, in der Hoffnung, dass ich unbemerkt von Kushina ankommen würde. Unglücklicherweise für mich wartete sie am Küchentisch, an etwas im Licht einer Taschenlampe arbeitend, da es in dem Gebäude kein elektrisches Licht gab.

„Nii-san!", rief sie und walzte in mich in der Sekunde, in der ich die Tür hinter mir schloss.

Ich tätschelte ihr unbeholfen auf den Kopf.

„Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht! Wo warst du? Ist etwas passiert?"

„Ja, etwas ist passiert", murrte ich ihr zu. „Glaubst du, irgendeine normale Person will mitten in der Nacht nach Hause kommen?" Vielleicht war das etwas schroffer als es sein musste. Ich ließ mich schwer auf eine der zwei kleinen Matratzen im Wohnbereich sinken und zog eine Decke über meinen Kopf.

Sie ignorierte meinen unfreundlichen Ton. „Nii-san, ich habe etwas, das du wirklich wissen solltest."

„Was ist es?", fragte ich Interesse heuchelnd. Ich wollte nur noch schlafen und nicht bis Mittag wieder aufwachen. Auf keinen Fall würde ich am Morgen für die Akademie aufstehen können.

„Erinnerst du dich an die Siegel-Bibliothek des Klans in Uzu?"

Kichiro's Erinnerungen kamen in meinem Gedächtnis zum Vorschein. Die sogenannte Bibliothek war nicht sonderlich eindrucksvoll, sie enthielt nur eine Kopie von jedem einzelnen Siegel, welches der Uzumaki-Klan produzierte, sowie alle Anweisungen für Siegel im Allgemeinen. „Mehr oder weniger", antwortete ich.

„Nun ja, am Morgen des Angriffs spielte ich allen einen Streich."

Ich hatte ein schlechtes Gefühl bei dem, was aus dem Mund des kleinen Mädchens kam.

„Also habe ich den gesamten Inhalt der Bibliothek hier hinein versiegelt." Sie zeigte mir eine ziemlich dicke Schriftrolle, die sie, wie ich gesehen habe, in der letzten Woche nachdenklich betrachtet hatte. „Ich wollte sie zurückgeben sobald jemand bemerkte, dass sie fehlte, doch dann kam der Angriff." Sie setzte sich neben mir auf die Matratze. „Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll."

„Erzähl keinem davon.", antwortete ich ohne zu zögern. „Trage sie jederzeit mit dir herum und lasse sie niemals aus deiner Reichweite. Lerne und präge dir so viel davon ein wie du kannst."

„Sollte ich es nicht einem Ninja oder dem Hokage erzählen? Es könnte ihnen helfen. Ich hörte, wie sich ein Shinobi beschwerte, dass das ganze Wissen des Uzumaki-Klans verloren ging und wie schlecht das sein könnte."

Ich saß auf und sah ihr in die Augen, fühlte dabei nicht die geringste Sympathie für Konoha. „Lass mich dir eine Geschichte erzählen. Jahre zuvor wandte sich einer der Gründer des Dorfes gegen es. Es schaffte es, eine Kreatur namens Kyuubi gegen dessen Willen zu beschwören, um den anderen Gründer zu töten und das Dorf zu zerstören, welches er mit erschaffen hatte. Um den Amoklauf der Kreatur und dessen Wut darüber, zum Handeln gezwungen zu werden, zu stoppen, wurde die Uzumaki-Prinzessin, welche mit dem Gründer verheiratet war, der nicht das Dorf zerstören wollte, gezwungen ihr Talent für Siegel einzusetzen, und den Kyuubi in sich selbst zu versiegeln. Sie ist noch am Leben, aber sie wird alt, also wird schließlich der Kyuubi, der in dem ganzen keine Wahl hatte, in jemand anderen wieder versiegelt. Nur Leute vom Uzumaki-Klan in Verbindung mit ihren Siegeln können den Kyuubi, den Stärksten seiner Art, sicher in sich erhalten. Wenn du dem Dorf diese Siegel gibst, werden sie die benutzen, um den Kyuubi und seine Brüder weiterhin weg zu versiegeln, und die Kreaturen zu Gefangenschaft und Folter verurteilen und die Personen, in die sie versiegelt wurden, dazu gehasst und gefürchtet zu werden."

„Was macht dich so sicher?", fragte sie. Es war keine Herausforderung, offensichtlich glaubte sie mir und klammerte die Siegel an ihre Brust.

„Du erinnerst dich an die Geschichte von Uzumaki Mito?", fragte ich sie, als mir Kind-Kichiro Erinnerungen an das Waisenhaus gab. Es war ablenkend, aber zumindest gab er etwas Nützliches und ich musste mich nicht anstrengen, seine nervigen Kommentare zu ignorieren.

„Natürlich! Sie ist eine Heldin!"

„Genau, sieh dir die Geschichte aus der Sicht des Kyuubi an. Beide Seiten waren gemein zu ihm wegen Dinge, die er nicht kontrollieren konnte. Ist sie noch immer so heldenhaft?"

Kushina's Augen weiteten sich vor Schrecken und sie schüttelte den Kopf.

„Ich glaube nicht." Als der rechtschaffende Zorn ihren Ausdruck übernahm, entschloss ich mich für ein kleines bisschen Schadenskontrolle. Immerhin steckten wir in dem Dorf fest und ich hatte genug Gewissen, um es ihr nicht schwerer zu machen, als es sowieso sein wird. „Erzähl es keinem oder lass es jemanden wissen, dass du darüber Bescheid weißt. Ich weiß, dass du diese Siegel lernen und ordentlich einsetzten kannst, aber ich traue sonst keinem damit. Zumindest noch nicht. Das wird deine geheime Kunoichi-Fähigkeit, okay?"

Sie strahlte, aber es verblasste schnell. „Du sagtest, dass nur Uzumaki den Kyuubi in sich halten können. Mito-sama wird alt und sie wird ihn in einem von uns Waisen versiegeln, will wir die einzigen Uzumaki übrig sind!"

Verdammt, sie ist schlauer, als ich gedacht habe. „Ja, wird sie", antwortete ich geduldig.

„Wer wird es sein?" Sie kaute an einem Finger und zog ihre Beine an ihre Brust.

Ich sah keinen Grund, ihr eine nette, beruhigende Lüge zu geben. „Es wird einer von uns sein. Die anderen Kinder sind nicht stark genug, ich hörte, wie das diese Tsunade-Frau sagte."

Eine Sekunde später hatte ich ein sechsjähriges Mädchen an meiner Brust klammern und weinen.

Als ich darüber nachdachte, erkannte ich, dass ich zumindest etwas tun konnte, um eine tragische Zukunft zu stoppen. „Ich verspreche, dass sie nicht den Kyuubi in dir versiegeln werden, okay? Ich verspreche es. Du wirst selbst bestimmen können, ob Leute vor dir Angst haben und es werden deine Taten sein, die bestimmen, ob du von Anderen gehasst oder geliebt wirst, und von keinem sonst. Ich verspreche es."

Sie lächelte leicht. Die Freude von Kindern und kein Verständnis dafür, dass jemand anderes mit dem Kyuubi in seinem Bauch versiegelt enden wird. Zumindest würde ich es verhindern, dass es ich sein würde.

„Au, Kushina, nicht so eng!", keuchte ich, als sich ihre Arme um einige nicht gut verheilten Prellungen verengten.

„Was ist passiert?", verlangte sie besorgt zu wissen und hob mein Shirt an, bevor ich sie wegdrücken konnte. „Wer hat dir das angetan?"

„Sakumo", spuckte ich den Namen aus. „Wenn du ihn siehst, meide ihn."

„Werde ich", versprach sie. „Ich kann die Blutergüsse heilen, wenn du willst."

„Wie?", fuhr ich sie scharf an.

„Ich habe schon ein paar Sachen aus der Bibliothek gelernt, als du nicht hingesehen hast. Die Idee kam mir, als ich den Kindern am Boot nicht helfen konnte, also habe ich begonnen Heil-Siegel zu lernen."

Wer hätte das gedacht? Die kleine Kushina war ein Genie mit Siegeln.

„Ich kann Prellungen, ein paar gebrochene Knochen, Kratzer und etwas, genannt ausgerenkt, heilen, aber nicht viel mehr. Da waren viele Stifte, spezielle Tinte und extra Papier in der Bibliothek als ich alles versiegelt habe."

Das war verdammt praktisch. „Hab Spaß damit", sagte ich ihr, als sie zum Tisch sprintete und einen Stapel von allem nahm. Ganz ehrlich, ich hoffte halb, dass sie mich in die Luft jagte, damit ich mich nicht mehr um alles andere kümmern musste. Unglücklicherweise war sie zu gut im Versiegeln. „Äh, benutze das Siegel für Ausrenkungen an meiner Schulter. Ich gehe schlafen."

„Warte kurz! Zieh zuerst dein Shirt aus, damit ich sehe, wohin ich die Siegel platzieren soll!"

Ich tat wie sie gefragt hatte, bevor ich mich wegdrehte.

„Du hast gehumpelt, als du hereingekommen bist, lass mich mal sehen."

Ich hielt eine genervte Bemerkung zurück und zog mein Hosenbein hoch, damit sie den Bluterguss sehen konnte, der sich über die Außenseite meines Knöchels ausbreitete, und dann den zweiten, der mein Knie bedeckte. Ich gab keinen Scheiß darauf, was sie plante zu tun, ich ließ einfach die Erschöpfung meinen schlecht passenden Körper übernehmen.


Die Übersetzerin: Hallo an alle! Es tut mir schrecklich leid, wie lange ich für dieses Kapitel gebraucht habe. Persönliche Probleme und mein Studium haben mir fast jegliche Motivation genommen. Aber nun geht es wieder bergauf und ich werde in Zukunft härter daran arbeiten, weitere Kapitel in einem vernünftigen Abstand heraus zu bringen. Ich kann ziemlich sicher versprechen, dass das dritte Kapitel vor meinem nächsten Semester im Oktober fertig wird.

Ich weiß nicht ob man es merkt, aber ich habe so gut wie alle Folgen von Naruto und Naruto Shippuden nur auf Englisch (bzw. mit englischen Untertiteln) gesehen. Daher kann es sein, dass ich nicht immer die richtigen Begriffe für etwas verwende. Ein Beispiel dafür ist, dass ich ‚killing intent' einfach als KI bezeichne, da ich keine gute Übersetzung finde. Falls euch sonst so etwas auffällt oder ihr Verbesserungsvorschläge habt, hinterlasst einfach einen Kommentar oder schreibt eine Nachricht!

Bis bald

Nightmist (Übersetzer)


Die Autorin: Danke fürs Lesen!