Auf dem Weg in sein Stammcafé erfreute sich Harry an der Ruhe und der Natur, welche sich gerade auf den vor ihr liegenden Tag vorbereitete. Die Aussicht auf einen starken, heißen Kaffee beflügelte seine Schritte. Das beste Anti-Katermittel überhaupt, wie er seit seiner Ankunft in Finnland wusste, ist immer noch Kaffee. Seine Kopfschmerzen, ausgelöst durch den vielen Wodka des Wochenendes, würden schnell verschwinden.
Harry betrat die Lontoo-baari und ging direkt zu seinem Tisch, an dem er immer saß, wenn er hier war. Die Kellnerin sah ihn und brachte ihm seinen Kaffee. Viele Worte waren nicht nötig. Da Harry Stammgast war, war klar was er an einem Montagmorgen hier wollte. Kaffee – gegen den Kater des Wochenendes.
Glücklich trank er den ersten Schluck und spürte die Wirkung. Nun war Harry auch dazu in der Lage, die Gäste des Cafés näher in Augenschein zu nehmen. Alles nur bekannte Gesichter, die, genau wie er selbst, den frühen Montagmorgen zum Bekämpfen der Wochenendnachwirkungen nutzten. Da waren Mika und Erno, Snape, Eva, …
Kurz zuckte Harry zusammen und ließ seinen Blick zurückwandern. Tatsächlich … Da saß Snape, Severus Snape. Der ehemalige Tränkemeister von Hogwarts. Meist gehasster Lehrer Harrys. Spion Dumbledores bei Voldemort. Geheimer Held des Krieges.
In diesem Augenblick hob Snape seinen Blick und sah mit seinen schwarzen, stechenden Augen zu Harry herüber. Sogleich zierte ein sarkastisches Grinsen sein Gesicht. Dieses verschwand jedoch schnell und seine Augen wurden leicht trüb. Snape hob seine rechte Hand und legte sie an seinen Hals.
Harry sah genauer hin und entdeckte einen Verband. Erstaunt runzelte er seine Stirn. ‚Interessant', dachte er sich. ‚Das will ich genauer wissen.'
Harry griff sich seine Kaffeetasse, ging zu Snapes Tisch hinüber und setzte sich unaufgefordert hin. Das Geräusch der Kaffeetasse auf dem Tisch ließ Snape aufsehen.
„Ich habe Sie nicht an meinen Tisch eingeladen, Potter", schnarrte er auch schon los.
„Nein, da stimme ich Ihnen zu. Aber hat mich so etwas jemals aufgehalten?"
„Sie haben schon immer nur das getan, was Sie wollten. Vor allem wenn ich versucht habe Weisheit in Ihr Hirn zu bekommen, haben Sie dies nicht eingesehen!"
„Oh, so streitlustig am frühen Morgen? Sie haben sich seit unserer letzten Begegnung kein bisschen geändert, Professor!"
„Ich bin kein Professor mehr, Potter. Das sollten Sie doch wissen!" Snape verzog bei diesen Worten sein Gesicht zu einer gehässigen Grimasse, ließ diese aber schnell wieder fallen.
„Was machen Sie hier, Mr. Snape? Ich dachte, ich sei Sie für immer los. Aber scheinbar bin ich auch in Finnland nicht vor Ihnen sicher!"
„Das gleiche könnte ich auch Fragen, Potter."
„Mr. Potter! Ich spreche Sie ja schließlich auch höflich an."
„Mr. Potter", kurz zuckte Snapes Gesicht wieder, „Was wollen Sie von mir?"
„Nun, ich bin neugierig. Sie – hier in Finnland… Und dann dieser Verband …"
„Ja, dieser Verband. Dachten Sie etwa, Naginis Biss würde ohne weiteres heilen? Nein, ich bin seit diesem unglückseligen Tag auf der Suche nach einem Heilmittel. Aber bisher ohne befriedigenden Erfolg. Alle meine Versuche waren nur von kurzzeitigem Erfolg gekrönt. Wenigstens der Blutbildungstrank hilft. Ohne diesen würde ich schon längst nicht mehr hier sein. Und diesen Gefallen werde ich der Welt so schnell nicht tun!"
Das nächste Kapitel für euch. Bekomme ich weitere Reviews?? Bisher ist da nur eine zu sehen ...
