Mit einem Ruck beförderte ich den letzten Umzugskarton die Kellertreppe hinunter. Mit einem dumpfen Geräusch landete dieser auf den restlichen leeren Kartons, welche inzwischen einen gewaltigen Berg darstellten. Seufzend schaltete ich das Licht aus, ignorierte mein Gewissen welches mir sagte, dass ich die Unordnung früher oder später sowieso beseitigen müsste, drehte mich um und knallte schwungvoll die Türe hinter mir zu. Barfuß und mit überkreuzten Armen tapste ich langsam zurück in das große, helle Wohnzimmer und stemmte meine Hände in die Hüfte. Der Raum war wunderschön eingerichtet mit einer großen, grauen Couch, einem überdimensional großen Fernseher welcher gegenüber der Couch an der Wand hing, sowie einer großen freien Fläche dazwischen welche ein dunkelblauer Teppich füllte. Auf dem Teppich stand ein kleiner Glastisch, mit einem halbverdorrten Blumenstrauß darauf. Die Blüten ließen bereits die Köpfe hängen und wurden nur von einem grünen Band zusammengehalten, an welchem ein kleiner gefalteter Zettel hing, welcher meinen Namen trug. Mein Willkommensgeschenk. Meine Augen schweiften langsam durch den Raum und nahmen dabei jedes Detail auf. Die Bilder an den Wänden die sowohl meinen Vater und mich zeigten, sowie ein paar Bilder der Familie meines Vaters, wobei keiner auf diesen Bildern außer er und ich noch lebten, wirkten schon alt. Die Bilder hingen rechts an der Wand zwischen Couch und Fernseher und waren furchtbar unsymmetrisch aufgehängt worden.
Ich lies meine Augen über die alten Bilder wandern und blieb schließlich an dem letzten und kleinsten Bild stehen. Der Bilderrahmen schien sehr alt zu sein, staub hatte sich am oberen Rand gebildet und das Foto selbst schien bereits leicht verblasst zu sein. Dennoch konnte man die Personen noch gut erkennen und eine Welle von Trauer schwang in mir hoch. Während ich meine Finger über das staubige Glas wandern lies bildete sich ein Kloß in meinem Hals, mein Magen fühlte sich plötzlich unglaublich schwer an und meine Augen begannen leicht zu brennen.
Auf dem Bild stand eine wunderschöne Frau. Eine junge Frau mit rotbraun gefärbten Haaren, etwas zu dünnen Augenbrauen und blaugrauen Augen. Ihre Haare fielen in leichten Wellen über ihre Schultern bis knapp über Brust hinunter und auf ihren Lippen war ein breites lächelnd zu sehen. Wenn man genauer hinsah konnte man erkennen, dass ihre Vorderzähne etwas größer waren, als es bei anderen Menschen der Fall war. Dies minderte jedoch keines Falls die Schönheit die sie ausstrahlte. Auch mit den Augenringen die klar unter ihren Augen zu erkennen waren, konnte man sehen wie glücklich sie in diesem Moment zu sein schien. Neben ihr stand leicht erhöht ein Mann mit einer Glatze, dickeren Augenbrauen und einem ebenfalls wunderschönen lachen auf dem Gesicht. Ein leichter Bart war zu sehen, welcher jedoch etwas fehl am Platz schien und es sah definitiv nicht danach aus, dass er normalerweise einen Bart trug. Auch unter seinen Augen hatten sich Augenringe gebildet und doch sah er genauso glücklich aus wie die Frau neben ihm. Die Frau hielt in ihren Armen ein kleines Baby und man konnte gut schlussfolgern das dieses Bild kurz nach der Geburt des Kindes entstanden sein muss. Das Baby, noch etwas zerknittert und wenige Minuten alt, schien zufrieden in den Armen zu liegen.
Mein Vater war nie über die Trennung von meiner Mutter hinweg gekommen, jedenfalls nicht ganz. Er leugnete es zwar seit Jahren, doch seit dem ich vor vier Tagen in das Haus gezogen und das Bild an der Wand gesehen hatte, wurde mir erneut bewusst wie oft er seine Gefühle für sie geleugnet hatte. Er tat immer als wäre es ihm gleichgültig als würde er nur ihr bestes wollen und als hätte es ihn nicht geschmerzt das sie sich von ihm getrennt hatte, doch ich wusste es besser. Genauso gut wusste ich, dass ich nichts von meinen Gedanken, gegenüber ihm erwähnen sollte. Ich liebte meinen Vater über alles und ich könnte mir keinen cooleren und lieberen Vater wünschen, doch bei diesem Thema würde ich nur auf eine Wand stoßen. Einen emotionalen Schutz vor seinen Gefühlen.
Ich atmete tief ein und schluckte meine Trauer hinunter. Ich wollte nicht über meine Mutter nachdenken, wollte nicht das diese traurigen Gefühle erneut in mir hochkamen und wollte noch weniger über all das nachdenken was in den letzten Wochen passiert war. Mit schnellen Schritten drehte ich mich von der Wand weg, lief am Fernseher vorbei und betrat durch einen Türrahmen, in welchem keine Türe mehr hing, die große Küche die direkt zum Wohnzimmer anschloss. Aus einem Glasschrank direkt vor mir nahm ich eine Rotweinflasche heraus und stellte diese auf die Kücheninsel schräg hinter mir. Aus dem Küchenschrank neben dem Glasschrank nahm ich mir eines der vielen Weingläser heraus und füllte dieses bis zur Hälfte mit der roten Flüssigkeit. Während ich einen großen Schluck trank, dachte ich über die letzten Tage nach.
Den ersten Tag meiner Ankunft war mein Vater da gewesen um mich vom Flughafen abzuholen. Genau wie ich schien er sich zwar gefreut zu haben, dass ich da war, die Trauer hatte jedoch überwogen und es war eine sehr stille Fahrt bis wir an unserem Ziel angekommen waren. Mystic Falls. Mein Vater besaß hier ein kleines Haus, genau das Haus in welchem ich jetzt allein war und für die nächsten Monate alleine sein würde. Mein Vater hatte mir am ersten Tag sehr viel Zeit gegeben um anzukommen. Damit meine ich das ich mich den ganzen Tag in meinem Zimmer verbarrikadiert und geweint hatte. Er lies mich in Ruhe und ich war sehr froh darum, denn ich brauchte das, ich brauchte endlich Ruhe und Zeit meine Trauer auszuweinen. An meinem zweiten Tag schaffte ich es endlich heraus und gemeinsam packten wir meine vielen Kartons aus, welche bereits einige Tage vor mir angekommen waren. Nachdem alles eingerichtet war, hatten wir gemeinsam Wein getrunken und geredet. Über alles was war. Ich fühlte mich das erste mal seit Wochen wieder geborgen, wieder etwas glücklicher. Das Glück hielt jedoch nicht lange an den gestern musste auch mein Vater gehen. Er war Soldat und flog zu einem seiner Rekrutenlager, da er inzwischen neue Rekruten ausbildete. Voraussichtlich sollte er in drei Monate wieder zurückkommen. Nicht optimal wenn man bedenkt das ich gerade erst hergezogen war, jedoch unvermeidbar. Er versprach mir mich so oft anzurufen wie es ging und ich musste versprechen ihn über alles auf dem laufenden zu halten. Also war ich nun erneut alleine.
Als ich meinen letzten Schluck aus meinem Glas nahm, spürte ich wie feucht meine Wangen geworden waren. Es waren wohl doch einige Tränen aus mir geflossen und energisch wischte ich diese weg. Ich wollte nicht mehr weinen. Ich musste mich auf morgen konzentrieren, an den ersten Tag an meiner neuen Schule der Mystic High. Da ich ursprünglich aus Deutschland komme und meinen Vater hier nur zweimal besucht hatte, kannte ich niemanden und das bereitete mir ungemein viel Angst. Normalerweise hatte er mich immer besucht so oft er konnte und wir hatten sehr viel telefoniert, sowie geschrieben. Da er hier geboren war und meine Mutter zeitweise mit ihm hier gelebt hatte, konnte ich wenigstens sehr gut englisch sprechen, doch die fehlenden sozialen Kontakte an diesem Ort würden mir es nicht leicht machen anzuknüpfen.
Doch ich brauchte das alles. Ich brauchte einen Neuanfang. Auch wenn es wahnsinnig traurig war, dass ich Deutschland verlassen musste, meine Freunde verlassen musste und alles andere hinter mir gelassen hatte, ich musste gehen. Niemand hatte es mir verübelt, niemand hatte mich verurteilt, doch gab es genug Tränen die geflossen waren als ich in den Flieger eingestiegen war. Meine besten Freunde hatten mir versprochen mich sobald es ging zu besuchen und ich konnte es jetzt schon kaum erwarten.
Erneut goss ich mir etwas von dem Wein in mein Glas und spürte wie meine Gedanken wieder zu dem schweiften, was sich vor drei Monaten ereignet hatte. Als ich nach Hause kam und überall nur rot gesehen hatte. Ein ähnliches rot wie in meinem Glas. In meinem Kopf kreisten immer wieder die gleichen Bilder. Bilder von meiner Mutter, wie sie mit rotüberlaufenden Armen auf dem Boden lag. Beide Unterarme vom Handgelenk bis zur Armbeuge offen. Das Bild welches jedoch am meisten in meinen Kopf eingebrannt war, war der zufriedene und friedliche Blick auf ihrem Gesicht.
Ich kippte den restlichen Wein so schnell wie möglich hinunter. Genug von diesen Gedanken. Genug von all dem. Ich wollte nicht mehr daran denken. Ich musste mich ablenken, musste neu Anfangen. Und doch kreisten diese Bilder den restlichen Tag immer wieder durch meinen Kopf.
Mit einem Drücken meines Fingers und einem leisen Klick stieß eine kleine Flamme aus meinem Feuerzeug hervor und mit einem tiefen Atemzug brachte ich meine Zigarette zum brennen. Ich schob das Feuerzeug in meine rechte Hosentasche, umfasste den Filter mit meinen Zeige- und Mittelfinger, hob die Zigarette von meinem Mund weg und blies den eingeatmeten Rauch in die Luft. Seit ungefähr 10 Minuten stand ich nun auf dem Parkplatz der Mystic High und wartete ungeduldig und hoffnungsvoll darauf, dass ich mich doch noch motivieren konnte, in das Gebäude zu gehen. Doch wie erwartet schien meine Motivation irgendwo vergraben unter meiner Bettdecke zu liegen und nun musste ich mich selbst aufraffen und mich zwingen hinein zu gehen. Ich rauchte nun schon meine zweite Zigarette auf dem Parkplatz, doch hatte diese ebenso wenig wie die erste es geschafft mich zu beruhigen. Im Gegenteil. Je länger ich auf das Gebäude starrte, desto mehr stieg meine Aufregung.
Vor zwei Wochen, als ich noch in Deutschland war, hatte ich mit meinem Vater telefoniert und er hatte mir Angeboten seinen Einsatz verschieben zu lassen, damit er mich die ersten Tage begleiten konnte. Es klingt vielleicht verrückt aber ich hatte abgelehnt. Es tat so gut als ich mit ihm am Tag vor seiner Abreise gesprochen hatte und ich war glücklich das er da war, doch ich wusste ich musste diese ersten Schritte allein schaffen. Ich musste mich selbst überzeugen alles durchzustehen und mich selbst überreden in dieses Gebäude zu treten. Wäre er hier, hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft heute hier her zu kommen. Wahrscheinlich wäre es soweit gekommen, dass ich ihn überredet hätte mich Krank zu melden und dadurch hätte ich alles nur weiter aufgeschoben. Ich brauchte dieses selbstständige Leben gerade und ich musste das allein schaffen.
Ich lies meinen Zigarettenstummel auf den Boden fallen, holte noch einmal tief Luft und brachte meinen Körper in Bewegung. Ich war keinen Schritt gelaufen, als ich merkte wie ein Auto hinter mir eine Vollbremsung einlegte und lange auf die Hupe drückte. Vor lauter Schock sprang ich einen Schritt zur Seite und knallte direkt mit einer Person zusammen.
„Oh mein Gott. Es tut mir so leid.", rief ich und wand mich sofort zu der Person um. Ich blickte in zwei schokoladenbraunen Augen, welche für einen Moment aufzuflammen schienen, bevor der Blick weicher wurde, als ich meine Worte ausgesprochen hatte. Ein leichtes lächeln bildete sich auf den Lippen des Mädchens und ich spürte sofort Erleichterung in mir hochsteigen. Sie schien nicht wütend auf mich zu sein, worüber ich sehr froh war wenn man bedenkt, dass es mein erster Tag war. Hinter mir hörte ich ein sehr wütende Stimme, welche aus dem Auto nach mir rief. „Pass doch auf wo du hinläufst!" Ich drehte mich schnell um und biss mir vor Nervosität leicht auf die Lippe. „Sorry.", rief ich schüchtern zurück, bekam jedoch keine Antwort, denn der Wagen hatte sich bereits wieder in Bewegung gesetzt und fuhr den Parkplatz weiter entlang.
Als ich mich erneut zu dem Mädchen drehte, hatte sie immer noch ein lächeln auf den Lippen. Ich nutzte den Moment und betrachtete sie flüchtig. Sie war ungemein hübsch, mit ihren dunklen Augen, ihren langen braunen Haaren, ihrem süßen lächeln und der kleinen Stupsnase. Erleichtert, dass sie mich immer noch anlächelte, schaffte ich es ihr lachen zu erwidern. „Kein Problem. Sowas kommt vor.", antwortete sie endlich und unterbrach somit die kurze Stille welche zwischen uns geherrscht hatte. Sie betrachtete mich für einen Moment. „Du bist neu hier oder? Ich habe dich noch nie gesehen.", schloss sie, ihr lächeln verschwand und Neugierde machte sich auf ihrem Gesicht breit. Ich spürte wie meine Nervosität schwand, da ich durch diese Begegnung nun vielleicht jemanden gefunden hatte, der mich wenigstens ins Sekretariat bringen konnte.
„Ja ich bin neu hier. Mein erster Tag heute.", antworte ich schließlich und mein Blick viel erneut auf den Eingang des Gebäudes. Fast augenblicklich schoss erneute Ängstlichkeit in mir hoch, da nun immer mehr Schüler zum Eingang liefen und die Masse an Menschen überforderte mich direkt. Das Mädchen schien mein Unwohlsein zu spüren, setzt erneut ein lächeln auf und streckte mir ihre Hand entgegen. Ihre Finger waren lang und schlank und als ich meine Hand in ihre legte spürte ich wie weich ihre Haut war. „Ich bin Elena Gilbert. Wenn du magst führe ich dich ein bisschen herum." Ich seufzte erleichtert. „Das wäre wirklich nett. Ich heiße übrigens Christina Baker." Wir ließen unsere Hände los und gingen gemeinsam in Richtung des Eingangs.
Im laufen spürte ich bereits neugierige Blicke auf mir und eine Gänsehaut breitete sich auf meinem Körper aus. Ich war lange nicht mehr unter vielen Menschen gewesen und als Neuling war man natürlich immer das Zentrum der Aufmerksamkeit. Ich war für Elenas Begleitung wirklich unglaublich dankbar und während wir durch die Eingangstüre liefen erzählte sie mir ein paar Dinge über ihre Schule. Sie schien wirklich nett zu sein und versuchte mich nicht mit all zu vielen Informationen zu überfordern. Während wir durch den Gang liefen, merkte ich wie unterschiedlich diese Schule im Gegensatz zu meiner war. Zu beiden Seiten des Ganges waren viele Schließfächer zu sehen und die Wände waren vollgeklebt von Postern und Informationsblättern. An der Seite standen viele Schüler die sich unterhielten oder in ihren Schließfächern herumkramten. Einige warfen mir Blicke zu manche neugierig, manche gelangweilt und manche etwas missbilligend. Alles in allem eine Schule wie aus einem amerikanischen Film. Und ich war der Hauptdarsteller in diesem Film. Ich hasste die viele Aufmerksamkeit die mir gerade geschenkt wurde und wünschte mir nun doch, dass ich daheim geblieben wäre.
Elena erzählte mir währenddessen über ein paar Fächer und Lehrer und zeigte mir oft mit ihrer Hand wo sich ein spezieller Raum befand. Offen gesagt hörte ich nur die Hälfte von allem und auch wenn sie wirklich nett zu sein schien, überforderte mich die Situation einfach zu sehr. Wir blieben schließlich vor einem Raum stehen, welcher das Sekretariat darstellte. „Ich warte gerne auf dich und kann dir dann deinen Raum zeigen wenn du magst.", bot Elena mir an. Mein Herzrasen beruhigte sich daraufhin ein wenig, denn ich hatte schon Angst davor gehabt mich nach dem Sekretariat alleine auf den Weg zu meinem Klassenzimmer begeben zu müssen. „Das wäre wirklich lieb von dir. Ich hoffe es dauert nicht lange."
Keine 5 Minuten später schloss ich die Tür hinter mir und warf einen Blick auf meinen Stundenplan. Deshalb merkte ich zuerst nicht, dass sich neben Elena ein paar Leute versammelt hatten und erst als ich ein sehr lautes und überfreundliches „Hallo!" hörte blickte ich auf. Vor mir standen drei unbekannte Gesichter, welche alle ihren Blick auf mich gerichtet hatten. Das blonde Mädchen welches mich begrüßt hatte, schien vor Aufregung und Energie fast zu platzen. In der Gruppe standen auch ein dunkelhaariges Mädchen, welches mir sehr mysteriös vorkam und ein Junge, der mir sogar noch mysteriöser vorkam. Der Junge stand sehr nah bei Elena und hatte seinen Arm um ihre Schulter gelegt.
Bevor ich auch nur atmen und richtig verarbeiten konnte was gerade passierte, wurde ich von dem blonden Mädchen eingenommen. „Ich bin Caroline Forbes. Du musst Christina sein. Seit wann wohnst du hier? Wo kommst du her? Elena hat mir die Situation vom Parkplatz erzählt. Ich hoffe dir geht es gut. Bist du Nervös? Oh du musst unbedingt mit uns auf die Party am Wochenende gehen! Magst du Pa..?" „Caroline, dass ist ein bisschen zu viel.", sagte das unbekannte Mädchen neben ihr und legte ihr grinsend eine Hand auf die Schulter. „Ich bin Bonnie. Nett dich kennen zu lernen.", ich nickte ihr nur zu, immer noch überrumpelt von dem Wasserfall an Worten welche Caroline mir entgegengeworfen hatte. „Keine Sorge Caroline ist immer so. Aber man gewöhnt sich daran." Bonnie warf mir ein sympathisches lächeln zu und erntete für ihre Worte einen genervten Blick von ihrer blonden Freundin. „Ich wollte mich nur vorstellen und sie zu einer Party einladen." Elena grinste sie ebenfalls an. „Sie hatte nicht einmal Zeit Luft zu holen während du gesprochen hast."
Elenas Blick wanderte zu mir und mit einem Kopfnicken nach rechts deutete sie auf den Jungen neben ihr. „Das ist Stefan. Mein... Freund." Sie warf ihm ein lächeln zu. Meinem Gefühl nach schienen beide noch nicht lange zusammen zu sein, sie sahen wie frisch verliebt aus. „Schön dich kennenzulernen.", sagte Stefan und nickte mir zu. Durch die beruhigende Art von Bonnie und Stefan fand ich selbst meine Sprache wieder. „Hi. Nett euch kennenzulernen.", antwortete ich schüchtern. Ich warf erneut einen Blick auf meinen Stundenplan und stellte fest, dass ich als erstes Geschichte hatte. Caroline schien das ebenfalls festgestellt zu haben, denn sie begann breit zu lächeln und schwang ihren Arm um meine Schulter. „Zufällig haben wir jetzt alle Geschichte, wir nehmen dich mit." Mit diesen Worte zog sie mich den Gang entlang und ich konnte auf Elenas Gesicht ein entschuldigendes grinsen sehen, während ich von Caroline weiter geführt wurde. „Ich sehe schon wir werden uns gut verstehen.", lachte das blonde Mädchen und auch wenn ich mit ihrer überdrehten Art etwas überfordert war, konnte ich nicht anders als zurück zu grinsen. Mein erster Tag schien wohl doch nicht so schlecht zu verlaufen wie Gedacht und auch wenn ich die vier erst gerade kennengelernt hatte, sagte mir ein Gefühl in mir, dass ich mich mit ihnen gut verstehen werde.
